Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 304
-
28.01.2009, 14:30Inaktiver User
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
-
28.01.2009, 14:45
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
Dobby

Das klingt alles viel besser als gestern Abend! Anscheinand hat das "Rütteln" etwas gebracht!
Dann kommt die begründetet Wut und man kommt aus dem Loch raus - uns sieht mehr. Relativiert. Lässt nicht mehr so viel an sich ran.
Schau, wir müssen dir nicht bestätigen, dass du ein toller Mensch bist - du weißt das selbst!
-
28.01.2009, 15:14
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
@Dobby,
mir geht es wie Wildblume, ich arbeite seit fast 20 Jahren an mir und ich habe an meinen Kindern alles anders gemacht,als ich es erlebt habe. Und ich bin sehr stolz auf mich.
Die wichtigste Erkenntnis ist die: Meine Mutter wird sich niemals ändern
Also habe ich den Kontakt abgebrochen;er schadet mir und meiner Familie.simplemind
_____________________________________
Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
George Bernhard Shaw
4.6.18

-
28.01.2009, 15:50
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
Dobby,
erstmal mein Mitgefühl, ich kenne das Problem leider sehr gut aus eigener Erfahrung.
Nach einer Gesprächstherapie hatte ich recht gute Strategien entwickelt, mich gegen übergriffiges Verhalten meiner Mutter zu schützen. Wovor ich mich allerdings nicht wirklich schützen konnte und was mir auch heute noch ab und an Probleme bereitet, sind Schuldgefühle. Meine Mutter hat mich jahrelang so gut indoktriniert, dass etwas davon hängen geblieben ist. Sie hat mir immer wieder vorgeworfen, dass ich keine liebevolle Tochter bin.
Erst durch einen kürzlich sehr zugespitzten Konflikt mit ihr, der jetzt zum Kontaktabbruch geführt hat, ist mir sehr bewusst geworden, dass sie sehr wenig dazu getan hat, dass sie für mich liebenswert ist.
Ich habe zum Glück vor einigen Jahren meinen wundervollen Mann kennengelernt, der auch für meinen Mutterkonflikt ein offenes Ohr hat. Ich habe ihn letztens gefragt, ob er findet, dass ich manchmal hart oder kühl wirke und er guckte so:
Er meinte, dass ich seiner Meinung nach eher manchmal zu weich bin.....Islabonita
Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin
-
28.01.2009, 23:01
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
Liebe Dobby! Und auch alle anderen!

Hier melde ich mich auch zu Wort, auch wenn ich heute nur quergelesen habe... es könnte von mir sein hier. Unter meinen Eltern, die sich sehr früh getrennt haben, gab es meinen Dad, der mich immer liebte und unterstützte. Und meine Mutter, die so sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt war, dass sie nicht sehen konnte, was mit mir passiert (Gewalt, Missbrauch); und somit auch nicht in der Lage war, mich zu schützen. Ihre Oberflächlichkeit ist ihr Schutz, schon immer gewesen. Und ich habe gelitten, leider nicht zu knapp.
Mein Dad starb, als ich 26 war.
Meine Mutter? Nun ja, sie ist weg gezogen, als ich 20 war. Also vor 11 Jahren, 600 Kilometer entfernt. Seitdem habe ich Ruhe, und gerade in der ersten Zeit war das Gold wert. Ich habe sehr früh aufgehört, etwas von ihr zu erwarten. Wir haben uns vielleicht 7 oder 8mal gesehen, seit sie weg ist, das letzte Mal vor 3 Jahren.
Lösungen? Es tut weh. (Sorry, das ist keine Lösung, und ich schreibe da nichts neues...). Bei mir war es: Therapie, und das ständige "mich selber in den Arm nehmen". Verbunden mit 1000 Gefühlen, neuen Erfahrungen.
Jetzt geht es mir zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft gut, und ich weiß, es wird noch besser. Durch das, was ich erlebt habe, weiß ich, mich haut so schnell nichts um.
Sollte das hier so abgehakt klingen, sorry... es ist schon spät, und ich hatte trotzdem das dringende Bedürfnis, hierzu auch etwas zu schreiben...
und
und
,
Feuerzeichen
-
29.01.2009, 09:05
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
Hallo Dobby,
aus dem Verhalten Deiner Mutter spricht eine tiefe Frustration. Argumentativ wirst Du diese niemals auflösen können, d.h. ich glaube nicht, daß Diskussionen mit Deiner Mutter über Dein und Ihr Verhalten irgendeinen Sinn haben. Dabei dreht ihr euch im Kreis.
Ich glaube (aufgrund der Erfahrungen mit dem Konflikt zwischen Meiner Frau und ihrer Mutter), daß nur ein totaler (temporärer?) Kontaktabbruch Dir helfen kann. Eine der Binsenweisheiten der Therapie ist, daß nicht nur der Patient, sondern auch das (krankmachende) Umfeld mittherapiert werden muß. Da das bei Dir sehr wahrscheinlich nicht möglich ist, mußt Du Dich diesem Umfeld entziehen. Zu Deinem Schutz. Sonst werden Fortschritte vor Dir im Aufbau Deines Selbstbewußtseins und Deiner Selbstliebe immer wieder zerstört.
Mutterliebe ist nicht per se wohltuend für das Kind. Ich glaube, daß Deine Mutter Dich liebt. Aber auf eine Dich zerstörende Weise (die ihre Ursache in Deiner Mutter, nicht in Dir hat). Um die (positiven Anteile der) Liebe Deiner Mutter zu kämpfen macht hier keinen Sinn, das macht dich emotional erpressbar und verstrickt Dich immer weiter in diese Symbiose aus Liebe und Hass.
Suche Dir andere Dinge, die Dir Halt geben und "laß alle Hoffnung fahren", die Liebe Deiner Mutter, so, wie Du sie Dir wünschst, zu bekommen. Auch wenn das in Dir Schuldgefühle erzeugen wird. Trauere um Deine verlorene Mutter mit Wut und Verzweiflung.
Ich wünsch dir alles Gute
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
-
29.01.2009, 09:38
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
Ich macht mich immer wieder betroffen, dass es von uns "Betroffenen" so viele gibt
.
Ich habe mal gelesen, dass die beiden Weltkriege im letzten Jahrhundert, Generationen von Menschen in Deutschland (und nicht nur in Deutschland) psychsich zerstört hat.
Meine Mutter ist davon betroffen und ich letztendlich auch. Wilhelminische Erziehung durch die eigene Mutter, zu viele Kinder, eine Mutter die ständig schwanger war (meine Oma) und keine Zeit für die Kinder (meine Mutter) hatte, dann der Krieg und die Vertreibung aus Schlesien.....
Alle Gute für euch und viel Liebe
!
Wildblume
-
29.01.2009, 09:50Inaktiver User
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
ja aber wieso hat man dann im Erwachsenenalter so große Schwierigkeiten sich zu distanzieren...
Ich habe Schwierigkeiten einen Zusammenhang zwischen meiner Kindheit und meiner jetzigen Probleme zu sehen.
-
29.01.2009, 12:47
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
Maxi, ich finde das, was mich angeht, schon logisch.
Es ist definitiv, dass ich als Kind zu wenig Liebe bekommen habe, verbunden mit noch schlimmeren Erfahrungen. Es ist schwer, damit aufzuhören, sich irgendetwas zu erhoffen, auch als Erwachsene.
Ich bin jetzt Single, und meine letzten Beziehungen, bzw. eine sehr lange Beziehung und eine sehr kurze Affäre,
, waren alles andere als gut und konstruktiv. Weil ich mich immer so bedürftig gefühlt habe, habe ich dementsprechend Männer angezogen, die zu diesem Muster gepasst haben. Es hatte nicht viel mit Liebe zu tun, es war eher ein gegenseitiges Brauchen.
Ich kann das erst jetzt auf den Punkt bringen. Und es wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis ich diese Zuwendung soweit aus mir selber komplett ziehen kann, dass ich völlig in mir ruhe. Womit ich nicht sagen will, dass ich keine guten Freunde habe, nein.
Was einfach auch weh tut: Jetzt wäre ich an dem Punkt, an dem ich mich gerne mit meiner Mutter auseinandersetzen würde. Aber sie konnte es damals nicht, und sie wird es auch nicht mehr können.
LG Feuerzeichen
-
29.01.2009, 13:10
AW: Lieblosigkeit in der Kindheit + heute
Warum?
Ich denke, weil ich durch die mangelnde emotionale Wärme in meiner Kindheit, die Kindheit nicht "termin gerecht"
abschliessen konnte.
Dadurch konnte ich damals mit meiner Mutter keine vernünftige und notwendige seelische Trennung im Erwachsenenalter bekommen. Meine Seele war, wenn man sie mal symbolisch als Liebes-Fass betrachtet, nur zu Hälfte gefüllt.
Die andere Hälfte habe ich erst durch die Therapie füllen könnne, so dass ich inzwischen den "Deckel" schließen konnte. Manchmal rutscht er noch zur Seite
, aber dann lege ich ihn schnell wieder rauf.
Wenn dieses Volumen an gesunder Liebe nicht erfüllt wird, kann man sich auch nicht in Frieden auf gesunder Ebene als Erwachsener von seinen Eltern distanzieren, weil ein Teil der Persönlichkeit immer noch diese enorme Sehnsucht nach der Liebe der Mutter hat. Und um das nachzuholen, distanziert man sich doch nicht. Denn wenn ich mich distanziere, bekomme ich ja nicht das, was ich möchte.
Ich hoffe, du kannst nachvollziehen, wie ich es meine?
Und glaube mir, die Schwierigkeiten, die man als Erwachsener hat und die man auch in Beziehungen hat, haben meistens ihre wahren Ursachen in der Kindheit der Person.
Dazu gibt es auch viele Infos im Internet zu finden.
Wildblume



Zitieren
