Ich stimme herbstblatt da zu.
Denn ich kenne kaum Menschen die sich tatsächlich in dieses eindimensionale System einpressen ließen. Für mich werden im E. eher Stimmungen und momentäre Haltungen in Bezug auf einzelne Themen, die aber keinesfalls den ganzen Mensch ausmachen, als volle Charaktere von Menschen beschrieben.
Als Beispiel: In der einen hinsicht kann man Typ1 sein, in der anderen Typ2, in der nächsten Typ7. (Typ 4 und 5 tauchen nur in Extremsituationen oder nach besonderen Erlebnissen auf. etc.) Was nun?
Ich finde die andere Methode sehr viel besser. Denn da gibt es wirklich bleibende, tiefgreifende Unterschiede. Wie Menschen ticken.
Die einen Menschen begreifen eine Situation intuitiv, andere analysen die Fakten.
Die einen sind wertend, die anderen annehmend. etc.
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Ergebnis 31 bis 34 von 34
Thema: Fehler im Umgang mit anderen
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27.01.2009, 22:46
AW: Fehler im Umgang mit anderen
Geändert von rosario (27.01.2009 um 22:55 Uhr)
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27.01.2009, 23:39Inaktiver User
AW: Fehler im Umgang mit anderen
Hmmm...
Ein sehr interessanter Gedanke. Ich weiß nicht genau, ob ich zustimme oder Einwände habe. Deine Überlegung hat viel für sich. Andererseits heißt es oft, jemand, der etwas schon selbst erlebt hat, könne sich besonders gut einfühlen. Manchmal tendiere ich auch zu dieser Auffassung, dann wieder denke ich, es ist nicht gut, wenn der Tröster zu nahe dran ist oder bei ihm / ihr zu viele alte Erinnerungen hochkommen.
Wie gesagt: Bei mir arbeitet es noch zu diesem Thema.
Deine These hat auf jeden Fall viel für sich. Wie sieht es dann aber mit Selbsthilfegruppen aus? Ich war noch nie in einer, doch ich denke, dass die Mitglieder zwangsläufig nicht mit sich im Reinen sind, weil sie z.B. mit eigenen Alkoholismus, Drogensucht eines Familienangehörigen, Verlust oder Krankheit beschäftigt sind? Man hört häufiger, dass der Kontakt mit Schicksalsgenossen für viele Menschen tröstlich ist. Vielleicht ist es auch eine Typfrage (des Trostsuchenden), ob man eher einen Schicksalsgenossen oder einen "neutralen Beobachter", der mit sich im Reinen ist, als trostreich empfindet?
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28.01.2009, 07:38Inaktiver User
AW: Fehler im Umgang mit anderen
Ich denke, in so einer Situation kommt der Trost eher daher, dass man sieht, dass man nicht der einzige Mensch ist, der ein bestimmtes Problem hat und weniger daher, was der andere tut/sagt.
Allerdings war ich auch noch nie in einer Selbsthilfegruppe.
Ich kann schon verstehen, dass man bei Enneagramm zunächst das Gefühl hat, es sei sehr eindimensional (zumal bei den weiter oben genannten Links vorrangig negative Eigenschaften genannt werden). Wenn man sich näher damit beschäftigt, sieht das finde ich deutlich differenzierter aus.Denn ich kenne kaum Menschen die sich tatsächlich in dieses eindimensionale System einpressen ließen. Für mich werden im E. eher Stimmungen und momentäre Haltungen in Bezug auf einzelne Themen, die aber keinesfalls den ganzen Mensch ausmachen, als volle Charaktere von Menschen beschrieben.
Allerdings passt natürlich niemand hundertprozentig in das Schema, von daher sollte man daraus auch keine Religion machen.
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28.01.2009, 11:43
AW: Fehler im Umgang mit anderen
Ich denke, wenn jemand etwas wirklich "verarbeitet" hat, dann macht es auch nichts aus, wenn viele alte Erinnerungen hochkommen. Die "tun dann ja nicht mehr weh". Das ist wahrscheinlich ein bisschen wie Liebeskummer, nur in anderen Beziehungen. Wer Liebeskummer einmal überwunden hat, kann jemandem, der drin steckt, auch realistisch Hoffnung machen, dass es wirklich vorbeigeht.
Was an Selbsthilfegruppen so tröstlich ist, denke ich, ist dass man merkt, dass man mit seinem Problem nicht allein ist, dass es auch andere Menschen gibt, denen es GENAUSO geht wie einem selbst. Man fühlt sich dann nicht mehr, als ob man einen Knall hat, irgendwie gestört, "anders" ist, sondern, dass das auch anderen passiert und insofern zwar nicht normal, aber menschlich ist. Das ist sicherlich sehr tröstlich für viele.
Rede hier aber auch nur aus "laienpsychologischer" Perspektive
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