Nicht jeder geht mit dem Wort schluderig um.
Das unterstellst du gerade.
Was sind denn die "alltäglichen Kontakte"? Beim Bäcker ein Brot bestellen?
Ich muss meine Freunde auch nicht jede Tag sprechen. Aber ich muss ihnen auch kein Geld leihen und sie akzeptieren, wenn ich auf irgendein Event keine Lust habe.
Ihr werft hier diverse Dinge durcheinander![]()
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 54
Thema: Freunde!
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19.01.2009, 19:51
AW: Freunde!
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20.01.2009, 10:32
AW: Freunde!
Nein, natürlich nicht "jeder"
*seufz*
Kommilitonen, Arbeitskollegen...halt die Leute mit denen ich täglich zu tun habe. Und ja, auch der Bäcker ;)
Vielleicht tue ich das sogar, weiß ich gar nicht. Es wird einem aber auch leicht gemacht. Letztens erzählte mir jemand, er hätte "wahre Freunde", "Freunde", "Kumpels" und "Bekanntschaften". In Internet-Foren avanciert man aufgrund der gleichen Interessen schnell mal zum "Freund" etc. und mit realen Kontakten ist es nicht anders. Da soll einer durchblicken.
Ich merke, dass, wenn ich jemanden kennen lerne, sehr schnell die Rede von Freundschaft ist und man sozialen Verpflichtungen / Erwartungen unterworfen ist, die sich meiner Meinung nach nicht durch die bloße Bekanntschaft rechtfertigen. Und das ist dann der Punkt, wo ich von "Freundschaft" die Nase voll habe.
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20.01.2009, 10:42
AW: Freunde!
Im Idealfall bewegen sich diese Erwartungen in einem übereinstimmenden Rahmen auf beiden Seiten.
Ich erlebe das aber auch manchmal anders.
Wenn zu viel von dir erwartet wird, dann kannst du den anderen freundlich in seine Schranken weisen oder dich aus der Beziehung zurückziehen.
Nicht jeder versteht sich mit jedem "blind", manchmal muss man Dinge auch aushandeln und Grenzen setzen. Aber das ist doch kein Drama.
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20.01.2009, 11:27Inaktiver User
AW: Freunde!
Ich denke nicht, dass es sich bei dem, was Du beschreibst, um Freundschaft handelt. Die muss, genau wie eine Liebesbeziehung, wachsen, braucht Zeit, um sich zu festigen, und beispielsweise zu zeigen, ob sie auch Konflikte aushält.
So, wie Du es beschreibst, scheint es, als verweigertest Du Dich diesen Konflikten, die naturgemäss insbesondere dann entstehen, wenn Erwartungen und Grenzen aufeinander prallen und nicht deckungsgleich sind.
Sich auf diese Konflikte einzulassen, sie nicht unter den Teppich zu kehren, ist das Salz der Freundschaft - so bekommt sie ein Fundament, das tragfähig ist, Raum für ein offenes, unverstelltes Miteinander, das auch Differenzen verträgt, ohne deshalb gleich die Freundschaft aufkündigen zu müssen.
Gerade Konflikte trennen für mich irgendwann die Spreu vom Weizen - wenn ein Kontakt daran zerbricht, wenn es nicht gelingt, trotzdem zu einer Verständigung zu finden, und sich auch im Konflikt gern zu mögen, dann ist es keine Freundschaft, und nie eine gewesen.
Ich finde es ganz normal, dass andere Menschen Erwartungen, Wünsche, Bedürfnisse haben, und diese mit meinen kollidieren können. Es ist meine Aufgabe, auf meine Grenzen zu schauen - nicht die der anderen Menschen, diese quasi telepathisch auszuloten und darum herum zu manövrieren.
"Blindes" Verstehen ist meines Erachtens im übrigen eine vollkommen idiotische Illusion. Menschen sind weder gläsern, noch starr - sie verändern sich konstant, erleben jeden Tag neue Dinge - wer verstehen will, muss kommunizieren.
Grüssle
Seawasp
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20.01.2009, 11:32Inaktiver User
AW: Freunde!
Hätte ich zu den Menschen in meinem Umfeld ein oberflächliches Verhältnis, das nicht auf persönliche Bindung und Zuneigung basiert, sondern nur auf den Austausch von Informationen (wie z.b. bei Kollegen, Verkäuferinnen in der Bäckerei etc.) würde ich Einladungen zum Geburtstag o.ä. womöglich auch als lästige Verpflichtung sehen.
Meine Freunde und auch die meisten Bekannten haben aber ein Platz in meinem Herzen (die einen einen größeren, die anderen einen kleineren) und mir liegt an ihnen, deshalb sind solche Dinge für mich keine Verpflichtungen, sondern Ereignisse, auf die ich mich freue.
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20.01.2009, 15:48Inaktiver User
AW: Freunde!
wer keine freunde hat, der kann auch nicht entäuscht werden - das ist doch auch was...
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20.01.2009, 18:24Inaktiver User
AW: Freunde!
Und wer nichts an sich heranlässt, der lebt nicht.
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20.01.2009, 21:06Inaktiver User
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20.01.2009, 21:12
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21.01.2009, 09:13Inaktiver User
AW: Freunde!
Das setzt voraus, dass Du diese Grenzen alle kennst. Ich wage die Behauptung, dass das illusorisch ist. Man kennt die Einstellungen des anderen (oder die, die man dafür hält), den Geschmack, vielleicht einige Ängste und Befürchtungen - das heisst aber nicht, dass man in jedem Falle genau wüsste, wo beim anderen gerade eine Grenze erreicht ist.
Hinzu kommen die eigenen Themen, die eben nicht immer deckungsgleich mit denen eines Freundes sind. Da treffen dann eben unterschiedliche Wünsche und Erwartungen aufeinander, und es gilt, einen Konsens zu finden. Das kann nur gelingen, wenn jeder die Verantwortung für sich, seine Themen, und auch seine Grenzen selbst übernimmt.
Da, wo ich mir anmasse, für einen anderen Menschen entscheiden zu wollen - und sei es, um wohl meinend seine tatsächlichen oder eingebildeten Grenzen zu umschiffen - vernachlässige ich u.U. zum einen mich selbst, was sich sekundär früher oder später gern in Stellvertreterkonflikten entlädt, und handle zum anderen in gewisser Weise übergriffig.
Grüssle
Seawasp



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