Hallo Caramon
Das kann im Grunde dann überall sein. Gibt es denn dafür überhaupt Einschränkungen, kann es irgendwo anders sein?
Ich denke, dass es nicht nur partiell ist. Vielleicht manchmal gefühlt, aber im Grunde ist es überall dasselbe. Oh, im Berufsleben ist die Optik alles andere als gleichgültig. Sonst könnte man z. B. auch zu jedem Bewerbungsgespräch wie "Schlump auf Latschen" erscheinen, nur der Inhalt zählt. Und in der Partnerschaft...naja, leider lässt das anscheinend im Laufe der Zeit bei einigen nach - aber ich gestehe, dass ich da nicht so gut mitreden kann.
Im Grunde aber sind diese Werte noch gültig. Aber wer wendet sie noch an? Als vielleicht blödes Beispiel fällt mir dabei ein: Die Verkehrsampel steht auf rot. An der Ampel steht eine Familie mit Kleinkindern und ein paar andere Erwachsene. Von der Erwachsenengruppe gehen ein paar ganz "cool" über die rote Ampel. Vorbild? Man soll nicht? Man darf nicht? Du hast recht, der Individualismus wird immer stärker hervorgehoben. Es passiert aber auch nichts (Sanktionen), wenn man sich nicht an gewisse Regeln hält. Außer der Verrohung der Gesellschaft.
Ah - ja, das stimmt jetzt mit den von mir genannten Sanktionen überein. Überleg - es passiert eigentlich schon etwas, wenn man unhöflich ist. Irgendwann - wenn auch nicht gleich - ist man evtl. ganz alleine.
Okay, ich frage auch nicht weiter nach.
Du meinst damit - offener Angriff?
Hinsichtlich Deines Links ist mir eingefallen, dass erst kürzlich doch wieder Herr Wallraff sich unter das Volk gemischt und wieder einiges aufgedeckt hat. Sein erstes Buch hat damals hohe Wellen geschlagen, heute - heute hört wohl kaum noch einer zu. Schade finde ich.
Anima
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23.03.2009, 16:54Inaktiver User
AW: Wie bestimmt man den Wert eines Menschen?
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23.03.2009, 17:02
AW: Wie bestimmt man den Wert eines Menschen?
Mhm, ja....bin etwas verwirrt und irritiert zugleich. Eingriff in die Persoenlichkeit? Legitimation??Mich hat der Grund dafuer interessiert, warum dieser Link hier im Forum gelandet ist, bwz. warum Du diesen gewaehlt hast. Ich denke doch, das eine solche Frage legitim ist und kein Eingriff in die Persoenlichkeit (es sei denn, der Artikel ist von Dir verfasst worden).
So recht kann ich damit nix anfangen, ein Sinn mag sich mir nicht erschliessen.
Den Link waehlte ich aus, weil ich meine, das er gut zum Thema passt. Nicht direkt, zugegeben, aber indirekt.
Es ging darum, wie man den Wert eines Menschen bestimmt und die Website tangiert das Thema insofern, als das es dort um den Umgang mit Menschen geht, die in der Gesellschaft nach deren Massstaeben wenig wert sind.
Die Website prangert einen bestimmten Wertmasstab fuer Menschen an.
Sehe ich genauso. Genauso hilflos wie die Werbekampagne fuer das Ehrenamt. Aber sie vermittelt ein gutes Gefuehl und man hat etwas getan. Was braucht es mehr...Im Übrigen habe ich den Text gelesen und die sogenannte Lösung, ich sehe sie nicht als Lösung, sondern lediglich als einen hilflosen frommen Wunsch.
Geben tut es diese Menschen schon, also die das denken mein ich! Inwieweit sie aber auch danach handeln....sehr wenige.Es mag Menschen geben, die tatsächlich so denken, aber wie viele sind es wirklich?
Null.Wie viele Menschen werden mit diesem Artikel erreicht?
In meinen Augen sinnlose Geldvernichtung bedingt durch politische Korrektheit und Gutmenschentum. Ich denke, das Verhalten scheint sich sozial irgendwie zu lohnen, ansonsten wuerde es sich nicht so ausbreiten koennen geschweige denn sich halten.
Muessen sie auch nicht. So bedauerlich es auch ist aber das ist ihr gutes Recht. Sie koennen weiterschauen! Bloss ist "koennen" kein Garant das es auch passiert.Viele Menschen sehen noch nicht einmal über ihre eigene Fußmatte hinaus, geschweige denn über ihre Nasenspitze.
Innerhalb gewisser Grenzen schon. Wenn die aber fehlen?Natürlich ist es menschlich, daß man sich an Äußerlichkeiten orientiert.
Fehlen tun sie nicht aber jeder legt sie fuer sich allein fest und dieses Individuelle macht die Brisanz aus.
[quote]
Beispiel, ok.Was das grenzenlose Ausmaß allerdings angeht, so sehe ich das skeptisch und es wäre sinnvoll, zumindest ein Beispiel anzubringen, damit beispielsweise ich folgen kann (ich kann zwar lesen, aber nicht unbedingt immer korrekt interpretieren).
Bahnfahren: S-Bahn ist rappelvoll, Schwangere steigt ein, keiner steht auf und bietet ihr einen Platz an. Auf meine Frage an einen jungen Kerl, der keine koerperlichen Gebrechen hat offensichtlich (geistige sind von aussen nicht anzusehen) ernte ich den dummen Spruch, das ich mich um meinen Kram kuemmern soll und die Alte stehen bleiben soll, weil fett wie sie ist, sonst nicht hochkommt. Reaktion von der Umgebung gleich null oder boese Blicke.
Letztens in der Uni: Geburtstagseinladung. Telefonat mit der Gastgeberin, die meinte sie haette sich verwaehlt und die falsche eingeladen. Ich: Die falsche?? Sie: ja, hatte x angerufen wollte aber xx sprechen und hab losgeplaudert und nun hab ich sie am Hals, sie ist so fett und widerlich, die verdirbt die Party...
Strassenzeitungsverkaeufer vor dem Bahnhof, wird von einer Kegelgruppe angepfiffen, das er den (oeffentlichen!) Platz verlassen soll, Muell gehoere in den Muelleimer und nicht auf die Strasse.
Ein Freund und ich warten auf jemanden, kriegen das mit, er lauthals ueber den Platz: Ist gutes Benehmen fuer Kegler ein Fremdwort oder wartet ihr dann auf die Muellabfuhr? Fuer einen Muelleimer seid ihr naemlich zuviele...
Eskalierte ein wenig, Polizei kam aber die meinten auch dann, wegen eines Penners (O-Ton) so einen Aufriss und was wir uns dabei gedacht haben etc.
Nach meinem Empfinden und wie ich es kannte, sollte sowas nicht passieren *koennen*. Musste es auch erstmal lernen, das sowas wie oben normal ist. Manches Mal sehr verstoerend aber man gewoehnt sich mit der Zeit daran.
Es ist nichts Schlechtes, wenn man sich an Aeusserlichkeiten orientiert prinzipiell. Problematisch wird es ab dem Moment aber wenn andere Faktoren dann keine Rolle mehr spielen oder in den Hintergrund treten. Der Mensch an sich spielt keine Rolle (mehr). Die Fassade zaehlt mehr als alles andere.Ob es schlecht ist, sich an Äußerlichkeiten zu orientieren? Das ist schon fast wieder eine Wertung persönlicher Natur. Darauf antworte ich: Es ist normal und menschlich. Jeder findet übrigens das schlecht, was er nicht bekommt und das ist wieder menschlich.
Deinem Satz "Jeder findet das schlecht, was er nicht bekommt" kann ich nicht zustimmen und das als menschlich zu bezeichnen finde ich falsch.
Da fasse ich den Begriff Menschlichkeit enger als du, erspare mir damit aber auch paar unappetitliche Dinge, die mit einer weitergefassten Definition einhergehen.
(?)Ich stimme zu, daß es keinen Zwang mehr zu Höflichkeiten gibt. Wieder sollte sich natürlich jeder zunächst an die eigene Nase fassen (und wieder ist es ein frommer Wunsch, der hoffnungsvoll im Nirgendwo verschwindet) und entnehme damit eine Bemerkung aus Deinem Posting.
Ok.....
Natuerlich bist Du ein MenschDie Frage: "Du hast die Seite doch gelesen" klingt zynisch und wertend (frei übesetzt: bist Du doof?). Es hätte immerhin sein können, dass ich versehentlich etwas überlesen habe. Ich bin auch nur ein Mensch.
(versteh ich net aber ok).
Mich hat Deine Frage sehr verwundert, weil sie sich durch das Lesen der Website direkt und konkret beantwortet. Ist in etwa so, wie wenn Du vor einem roten Auto stehst und jemand neben Dir stehend Dich fragt, welche Farbe das Auto hat und er nicht farbenblind ist...loest schon Verwunderung und Irritation aus.
Ich finde es nicht schlimm und habe Dir Deine Frage doch beantwortet
Schriftliche Kommunikation ist beinahe ein Garant fuer Missverstaendnisse und Fehlinterpretationen. Den Satz "Du hast die Seite doch gelesen?!?" kann man zynisch und das Gegenueber fuer Bloed haltend interpretieren, da Mimik und Stimme fehlen. Ich hatte mich schlicht gewundert, weiter nichts. Allein aus einer harmlosen Frage jemanden fuer Bloed zu halten oder doof finde ich ziemlich gewagt bzw...bloed
Ok, ich hab es als Appell aufgefasst, den Satz kenne ich nur als feststehende Floskel. Die Leute sind immer verwundert, wenn ich darauf antworte *g*Ich appelliere nicht, ich habe eine Frage gestellt.
Hm, Mut....ist das falsche Wort dafuer. Es gehoert kein Mut dazu. Erinnert mich an die Muellkampagne in einem Objekt, wo die Leute aufgerufen wurden, den Muell doch bitte IN den Muelleimer zu werfen anstatt gezielt daneben oder achtlos in die Gegend zu werfen. Erfordert es Mut, den Muelleimer zu treffen? Ich finde nicht.
Ich denke eher, das es sich nicht lohnt.
Der Mensch hat fuer sein Verhalten irgendwelche Gruende, die koennen rationaler sein oder irrationaler Natur sein. Unfreundlichkeit gegenueber anderen Gruppen koennte man schwerlich als irgendeinen Vorteil auffassen, vermute aber das man durch das Ablehnen von Gruppen sich mit anderen gemeinsam fuehlt und sich abgrenzt von anderen (ganz menschlich *g*). Zum anderen kann man Freundlichkeit und Hoeflichkeit auch als Ware ansehen (sind zwar unendlich spielt aber hier keine Rolle, wird als endliche Sache betrachtet offenbar). Lohnt es sich fuer mich dieser Person gegenueber hoeflich zu sein? Bringt sie mir was? Wenn nicht, kann ich mir das sparen und oder meine Agression an ihr auslassen ohne Konsequenzen zu befuerchten weil keine fuer mich negative Ahndung erfolgt.
In der Website ist die Personengruppe der sozial niederstehenden Menschen genannt, die von ihrer Umwelt (also von uns!) nicht immer oder auch gar nicht Respekt oder Achtung bekommen. Warum benimmt man sich ihnen gegenueber nicht menschlich oder hoeflich?
Nun, warum sollte man denn? Es geht auch ohne...
Grossartig wehren koennen sie sich nicht mangels Rueckhalt und Kraft, respektiert sind sie auch nicht, wahrgenommen ebenfalls nicht. Kraftlose Geister eben. Es interessiert niemanden, ob man da reinschlaegt.
Damit kommen wir auch zur Wertbestimmung dieser Menschen seitens der Gesellschaft (das sind wir alle).
Wenn diese Menschen wirklich einen Wert haetten....wuerden wir diese dann SO wertlos behandeln?
Ein Obdachloser wird anders behandelt und angesehen als ein Arzt obwohl beide doch Menschen sind und als Mensch ein Anrecht auf Hoeflichkeit haben. Aber was red ich, alle Menschen sind schliesslich gleich
Anhand der Behandlung kannst Du einen Wertmasstab extrahieren und damit hast Du auch eine Wertbestimmung von Menschen.
Deswegen auch der Link von mir in diesem Thread
Was mir noch einfaellt... es gibt eine Sache, speziell in diesem Kontext hier, die ich selbst erlebt und beobachtet habe.
Man kann sich zu sozial niederen Gruppen oder gemiedenen Personen hoeflich verhalten oder freundlich sein aber wenn man es *ist* koennte es sein, das man aufgrund dieses Verhaltens zu dieser Gruppe von seiner Umwelt aufgrund dessen gemieden wird und an Standing und Ansehen verliert.
Wer sich mit rangniederen Menschen abgibt, sinkt zu diesen hinab. Koennte mir direkt vorstellen, das sich manche es dann ueberlegen, ob sich der Verlust verursacht durch den Kontakt durch den Gewinn dessen ausgleicht oder ueberwiegt.
Fuer sehr viele Menschen offenbar nicht....
Gruss
Caramon
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23.03.2009, 18:39Inaktiver User
AW: Wie bestimmt man den Wert eines Menschen?
Hm - Vergiß-Mein-Nicht- wird wohl kaum noch antworten, ist gelöscht.
Dennoch möchte ich gerne noch einmal auf den - für mich auf jeden Fall - interessanten Link zu schreiben kommen.
Deswegen stelle ich jetzt hier auch einen rein, quasi als Fortsetzung.
Gesellschaft: Günter Wallraff über seinen Winter als Obdachloser | Leben | Nachrichten auf ZEIT ONLINE
Anima (stellt Artikel rein, weil mich das Thema interessiert)




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