Stand der Dinge, Fakt heute, realistisch im Hier und Jetzt: Irgendwas mit Tieren ist keinesfalls optimal.
Ergo: Orientier Dich an dem was IST - auch wenn es im Moment schmerzhaft ist, das gehört dazu. Zum Leben. Abschiede und so.
Also gilt es, erst mal das Beste aus dem zu machen, was möglich ist .. und ... wenn Du Abschied vom anderen genommen hast, darin auch ganz andere Chancen wahrzunehmen ... wenn Du sie erst mal WAHRNEHMEN kannst/darfst.
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Liebe Leda,
Du sprichst von Abschied nehmen. Du triffst den Nagel auf den Kopf. Genau das ist das Wort, das mir immer durch den Kopf geht.
Ich habe bewundernswerte Menschen gekannt, die aufgrund körperlicher Einschränkungen gewisse Dinge nicht mehr tun konnten und für sich Neues fanden. Und als das auch nicht mehr ging wieder Neues......Ich bewundere diese Menschen aufrichtig! Sie verloren nie den Lebensmut und die FREUDE am Leben. Wir kennen alle die Beispiele aus dem Leistungssport nach Unfällen und wie die Menschen zurück ins Leben fanden.
Hm, Du sagst nicht optimal.
Mein Gedanken drehen sich dann so weit, dass ich mir sage, ich könnte Tiere finden, die mich nicht krank machen (vielleicht gibt es die?) und diesen helfen.
Ich möchte einen SINN in meiner Arbeit sehen. Sinn bedeutet für mich helfen. Und am liebsten Tieren.
Klar, man kann auch spenden und damit dafür sorgen, dass ANDERE sich kümmern. Es fehlt in der Regel an Geld, nicht an Fachkräften.
Aber ist das nicht Helfen aus zweiter Hand? Ist das genug? Ist nicht nur die Arbeit an der "Front" wirklich wertvoll?
Ich werde keine eigenen Kinder haben, vielleicht auch keinen Partner finden - wo soll dann noch der Sinn in allem liegen, wenn nicht darin, anderen (Menschen, Tieren) zu helfen?
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Thema: Zugang zu sich selbst finden
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28.12.2008, 22:54Inaktiver User
AW: Zugang zu sich selbst finden
Geändert von Inaktiver User (28.12.2008 um 22:57 Uhr)
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29.12.2008, 00:25
AW: Zugang zu sich selbst finden
Hallo, Perlensucht,
Naja, ich glaube sie können Dir auf jeden Fall helfen klarer zu sehen, was Du wirklich für Dich möchtest. Es erscheint mir sinnvoller bspw. über Profamilia oder eine ähnliche Organisation Klarheit in die Themen zu bringen, die Dich bewegen. Bei Profamilia taucht eine solche Beratung auch nicht in Deiner Krankenakte auf. Sie machen ja bspw. auch Mediationen bei Scheidungen.
Alternativ ist die Idee mit dem Coach nicht schlecht - nur wie man einen guten und bezahlbaren findet, da bin ich auch überfragt.
Aber ich bin mir sicher, eine erfahrene Therapeutin kann Dir genau die Denkanstöße geben, die Du benötigst.
OH ja - das kenne ich auch zur Genüge. Da kommen dann Kommentare wie: "Na Du musst halt einfach mal ein bisschen unter Leute gehen. Dann kommt der Rest schon von alleine.!" oder "Worüber beklagst Du Dich denn, Du hast es doch nicht anders gewollt. Es hat Dich ja keiner gezwungen so viel zu arbeiten oder zu promovieren." etc. Kommt Dir das bekannt vor?
Also das klingt mir persönlich ein bisschen zu abgefahren. Aber probiere es doch ruhig aus. Wenn es Dir gut tut.
Na ich denke es ist auf jeden Fall ein Einstieg. Wobei Power Yoga eher aufs Auspauern angelegt ist und weniger auf die Entspannung. Es gibt ein Buch Yoga zur Entspannung o.ä. vom Gräfe und Unzer Verlag. Die Übungen darin finde ich sehr gut.
Viele Grüße hippchen
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29.12.2008, 00:33
AW: Zugang zu sich selbst finden
Hallo Nelika,
ich denke Du sprichst einige wichtigen Punkt an - die richtige Mischung aus Rückzug und Aktivität und unter Menschen gehen. Ich merke auch immer, dass ich mir genug Zeit nehmen muss, Dinge sacken oder auf mich wirken zu lassen. Tue ich das, dann gelingt es mir zu mir zu kommen. Nur brauche ich dafür viel Zeit mit mir alleine. Dazu dann noch arbeiten und eventuell promovieren - die Zeit für Freunde ist dann knapp bemessen - aber bei der Hausarbeit und beim Sport kann ich auch gut nachdenken.
Was hast Du alles gelesen?
Grüße hippchen
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29.12.2008, 00:37Inaktiver User
AW: Zugang zu sich selbst finden
Was optimal FÜR DICH ist, definierst Du selbst.
So wie ich das zwischen den Zeilen lese, definierst Du optimal bisher nur einseitig ... nämlich hinsichtlich den zu helfenden Menschen / Tieren.
Was ist daran optimal wenn Du Dich selbst darüber vergisst - mit Deinen Möglichkeiten - und Unmöglichkeiten? Dann ist doch im Endeffekt auch niemandem und nichts geholfen ... wenn Du gar nicht erst zum Zug kommst bzw. Dich gleich von Beginn an fertig machst.
Das Idealbild ist die eine Seite.
Willst Du es konkretisieren, musst Du es auf realistischen Boden bringen. Sonst bleibt es eine Kopfgeburt und ist für Dich persönlich NUR frustrierend, nicht lebbar. Es muss auch ein bisschen erfolgreich sein können und dürfen ... damit Du gerne weitermachst und auch etwas davon hast.
Manche finden das wirklich und gehen in ihrer Arbeit voll auf.Ich möchte einen SINN in meiner Arbeit sehen. Sinn bedeutet für mich helfen. Und am liebsten Tieren.
Wer den Idealismus hat, sollte ihn verfolgen.
Wer im Zweifel ist, sollte sich erstmal die Mehrheit der Menschen anschauen: Arbeit wird nämlich genau wie Beziehung oft viel zu sehr überlastet - mit Erwartungen und Sinn-Ansinnen. Egebnis immer häufiger: Enttäuschung und Erschöpfung pur.
Manches funktioniert auf Hobby-Basis außerdem erstmal besser als wenn man sofort den großen beruflichen Wurf daraus machen will. Sich mit dem eigenen Anspruch zu strangulieren, ist nicht ungewöhnlich.
- Wenn man dann immer noch voller Idealismus ist: Nur zu.
Schau Dir vorher aber auch Vorbilder an, die im Sinne ihrer Arbeit aufgehen: Die meisten hatten / haben einen starken privaten und / oder auch krichlichen, gläubigen Rückhalt, der sie zusätzlich nährt. Wer nur auf Idealismus und eine Spur Fanatismus setzt, brennt schnell aus. Du musst für Dich immer auf eine ausgeglichene Bilanz achten.
Die Einen sagen so, die Anderen so.Klar, man kann auch spenden und damit dafür sorgen, dass ANDERE sich kümmern. Es fehlt in der Regel an Geld, nicht an Fachkräften.
Aber ist das nicht Helfen aus zweiter Hand? Ist das genug? Ist nicht nur die Arbeit an der "Front" wirklich wertvoll?
Manche setzen gemäß ihren Möglichkeiten auf Hilfe an der Front ... und helfen 50 Pferden perönlich auf einen Gnadenhof zu kommen in dem sie den Tiertransporter fahren und andere sammeln gemäß ihrer Möglichkeiten Geld um Gnadenhöfe für 100 Pferde, 20 Schweine und 10 Esel zu bauen, an denen sich 1000 Besucher pro Monat freuen. Was ist wertvoller?
Wertvoll ist letztendlich das, was man Wert schätzen kann - von dem was man selbst tut.
Darin, einfach Dein Leben zu leben?Ich werde keine eigenen Kinder haben, vielleicht auch keinen Partner finden - wo soll dann noch der Sinn in allem liegen, wenn nicht darin, anderen (Menschen, Tieren) zu helfen?
Deinen Potenzialen realistischen Ausdruck zu geben?
- In gewöhnlicher ... und evtl. auch in ungewöhnlicher und unvorhergesehener Form? Direkt oder indirekt helfend?
Nicht nur beruflich sondern auch privat?
"Beziehungen" aufzubauen und zu pflegen von denen nicht nur Du sondern auch Deine Gegenüber etwas haben? Mit oder ohne Mann / Kinder? ....
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29.12.2008, 00:45
AW: Zugang zu sich selbst finden
Den Perfektionismus zu reduzieren ist auch ein sehr, sehr guter Tipp!
Ich hab angefangen daran zu arbeiten - ich merke die Erfolge schon. Was für mich nur 80% sind, halten die anderen locker immer noch für 120%.
warum denkst Du, dass Du weder Kinder noch Partner haben wirst??? Lass es auf Dich zu kommen. Lebe Dein Leben. Geh von Zeit zu Zeit raus und unternimm was und dann warte ab, was passiert.
Grüße hippchenGeändert von hippchen (29.12.2008 um 00:50 Uhr)
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29.12.2008, 08:29Inaktiver User
AW: Zugang zu sich selbst finden
Ich kenne diese Gedankenkreisel von mir auch sehr gut. Irgendwie steht man sich da oft selber im Wege.
Ich verkopfe alles zu viel und will mich dann irgendwie in Formen pressen, die mir vielleicht gar nicht entsprechen. Ich sage mir, daß ich sein kann, was und wie ich will und daß ich mir nur gewisse Qualitäten, Werte und Lebensmodelle aussuchen muß um die dann zu leben. Dann kommen also immer die Fragen: Wer will ich sein? Was will ich nicht?
Manchmal widersprechen sich diese zwei Dinge gewaltig, z.B. ich will unbedingt unabhängig sein und niemanden wirklich brauchen, auf mich selber 100% bauen können. Andersrum will ich neue Menschen kennenlernen und mehr tiefe Freundschaften formen. Beides verfolge ich dann mit so einem Fokus, daß es manchmal schon nicht mehr schön ist und dann verwirre ich mich selber: wollte ich nicht an meiner Unabhängigkeit arbeiten? Warum bitte ich diese Bekannte dann also schon wieder um ein Treffen, wo's doch eigentlich schon zu oft gefragt war?
Was ich jetzt mal ausprobieren werde: einfach mal ein bisschen mehr nach der Nase gehen und auch ein bisschen entspannen. Ich muß noch richtig verinnerlichen, daß meine Modelle nicht in ihrer Reinform existieren können, daß alles eher relativ ist. Dieses entweder oder ist, was mich manchmal in die Knie zwingt. Wie komme ich nur darauf, so verbissen zu sein...?
Perlensucht, mir scheint, daß Dir Stimulus von außen fehlt momentan. Mit rinnt immer der Sinn des Lebens zwischen den Fingern weg, wenn es an Feedback fehlt, an neuen Perspektiven und Eindrücken. Heute bin ich schön draußen gewesen - in einem Cafe in einem Staddteil, in dem ich noch nie gewesen bin. Mir ging's gleich besser danach und ich bin am Pläneschmieden für nächstes Jahr.
Geh' bloß hin zum Power-Yoga!
Das mag Dir u.U. mehr bringen, als Du Dir z.Z. vorstellen kannst. Ich muß mir das auch hinter die Ohren schreiben.
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29.12.2008, 08:41Inaktiver User
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29.12.2008, 20:37Inaktiver User
AW: Zugang zu sich selbst finden
Hallo hippchen, Catinka und Leda,
danke für Eure wunderbaren Beiträge und für die Zeit, die Ihr Euch für mich genommen habt!
@ hippchen
Wenn ich nur wüsste, wie ich einen erfahrenden Therapeuten oder Coach finde, der sich mit dieser „Sinnsuche“ auskennt....Und ich möchte auf jeden Fall vermeiden, dass in meiner Krankenakte „Psychotherapie“ oder so etwas steht, da ich eventuell in die private Krankenversicherung wechseln möchte und dies angeblich mit hoher Wahrscheinlichkeit die Nichtaufnahme zur Folge hätte. Daher wäre mir ein Coach natürlich sehr viel lieber. Wenn ich nach einer Adresse google, habe ich Bedenken, ob ich da nicht wieder Geld zum Fenster herauswerfe. Was tun?
Zum Yoga: Daheim werde ich das nicht machen, da ich schon zu häufig für mich allein bin und für Sport und andere Freitzeitaktivitäten unbedingt unter Leute möchte. Aber Power Yoga werde ich mir anschauen.
Ich stimme Dir zu, was die Mischung aus Rückzug und Aktivität angeht. Bei mir hatte es auch sehr viel mit dem Umzug vieler Leute zu tun, die ich kenne. Man kann schon sagen, dass ich in unserer Uni-Stadt zurückblieb, während die anderen nach und nach gingen. Es ist schwer mit Mitte 30 neue Freunde zu finden. Die meisten sind bereits familiär eingebunden und fordernde Jobs haben auch alle. Und selbst benötigt man eben auch sehr viel Zeit, Neues von Grund auf aufzubauen. Die fehlte mir in den letzten Jahren.
Zu Kindern und Partner: Einen Kinderwunsch hatte ich noch nie. Mir war schon sehr früh klar, dass ich kinderlos bleiben würde. Um einen Partner zu finden, müsste ich mein Leben von Grund auf ändern, um überhaupt die Gelegenheit zu haben, einen Mann kennen zu lernen. Aktuell wüsste ich nicht, wie ich dies bewerkstelligen sollte. Fakt ist aber, dass ich, solange ich von daheim aus arbeite und privat auf den bekannten Pfaden wandle, kaum Gelegenheit haben werde. Wäre ich in einem Großunternehmen tätig, könnte ich mir gut vorstellen, dass sich da im Laufe der Jahre eher Möglichkeiten ergeben hätten.
@ Catinka
Diese Wiedersprüche, die Du beschreibst, kenne ich an mir auch sehr gut. Gerade auch der Wunsch nach Unabhängigkeit einerseits und die Sehnsucht nach tiefer, emotionaler Verbundenheit zu einem Menschen andererseits.
Auch das mit dem fehlenden Feedback trifft die Sache sehr genau. Sicher muss man Entscheidungen letztlich allein treffen, aber die Dinge von verschiedenen Perspektiven aus betrachtet zu sehen, kann sehr helfen. Nur ist es oft schwer ein solches Feedback zu bekommen. Die Menschen haben so viel mit sich selbst zu tun, wofür ich absolutes Verständnis habe.
@ Leda
Danke für Deinen tiefgehenden Beitrag. Unglaublich, wie klar Du denkst.
Aktuell definiere ich „optimal“ einseitig, völlig richtig. Ich möchte etwas „Sinnvolles“ tun, sinnvoll für die Gemeinschaft, für das Ganze. Ich komme so schwer mit dem Leid in der Welt zurecht, würde gerne ständig helfen und verzweifle schier an meiner Machtlosigkeit. Selbst wenn ich alles was ich habe, geben würde, wäre es nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Dies macht mich so hoffnungs- und mutlos.
Du hast absolut Recht und ich spüre es auch selbst: Wenn ich nicht auf mich selbst achte, ist niemandem geholfen. Dieses Grübeln kann ich mir wirtschaftlich eigentlich gar nicht leisten – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich muss hellwach und immer am Ball bleiben, um am Markt bestehen zu können. Lähme ich mich durch meine Gedanken selbst, so dass ich weniger arbeite, könnte ich in ernste Schwierigkeiten geraten. Dann kann ich niemandem mehr helfen, sondern bräuchte selbst Hilfe.
Seit meiner Jugend habe ich ehrenamlich gemeinnützig gearbeitet, zuletzt bis an die Grenze der psychischen und physischen Belastbarkeit. Ich musste aufhören, da ich meinen Lebensunterhalt verdienen muss und die Stunden eines Tages immer weniger für alles ausreichten. Man wird gnadenlos ausgesaugt und es ist gleichgültig, wie man selbst seine Miete bezahlt. Man tut es wegen der Notleidenden dennoch. Aber ich möchte kein Sozialfall werden, weil ich anderen helfen wollte und es dafür keine Bezahlung gibt......Ich habe die Notbremse zu einem Zeitpunkt gezogen, wo ich noch keine nennenswerten wirtschaftlichen Einbußen hatte, sich aber abzeichnete, dass es so kommen würde, wenn ich weiter auf diese Weise weitergemacht hätte. Als Existenzgründer kann man nur schwer viele verschiedene Baustellen unterhalten, zumindest nicht auf diesem Niveau (vom Zeitaufwand her betrachtet).
Ich bin sehr streng mit mir selbst, setze mir hohe Ideale. Dabei bin ich aber nicht besonders ehrgeizig, sondern war in Schule und Studium eher gesundes Mittelfeld. Ein Strebertyp bin ich also nicht.
Es ist richtig, was Du sagst: Arbeit wird oft mit Erwartungen überlastet. Von mir besonders deshalb, weil ich den ganzen Tag damit verbringe und wenig anderes in meinem Leben habe (zumindest so lange, bis es mir gelingt, es zu ändern). Die Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt meines Lebens. Die 10 oder 12 Stunden am Tag möchte ich so verbringen, dass ich für mich sagen kann, dass sie sinnvoll sind.
Und auch das stimmt: ohne Rückhalt brennt man aus. Genau das habe ich in meinem Engagement erfahren: ich habe nur geackert, im Job, im Ehrenamt, an der Promotion. Mir fehlte der Ausgleich, die Möglichkeit Energie zu tanken. Lange habe ich wohl auch deshalb versucht einen Partner zu finden. Aber dies brachte nur noch mehr Stress und Energieverlust. Hinzu kamen massive Probleme mit dem Vermieter. Ich kam überhaupt nicht mehr zur Ruhe.
Der Gedanke, dass man indirekt helfen kann, ist mir vom Verstand her bekannt, dringt aber nicht dauerhaft zu mir durch, so eigenartig sich dies auch anhört.
Ich setze mich wahnsinnig unter Druck und nehme mir durch meinen Anspruch an mich selbst die Freude. Dann habe ich aber wieder ein total schlechtes Gewissen, dass ich dies tue. Dennoch: Kommt in mir ein wenig Freude auf, etwas Unbeschwertheit, so rufe ich mich gleich „zur Ordnung“, so von wegen „Wie kannst du dich nur so leicht fühlen, wo du nicht einmal weißt, was du beruflich auf Dauer tun willst?!“
Und diese Gedanken hemmen und bremsen mich! Ich möchte nun ca. 10 TEUR in ein von mir initiiertes privates kleines Umwelt-Projekt (ich lege ein Biotop an) stecken, also muss ich arbeiten und Geld verdienen und darf nicht so grübeln.Geändert von Inaktiver User (29.12.2008 um 20:44 Uhr)
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31.12.2008, 10:53Inaktiver User
AW: Zugang zu sich selbst finden
Hallo perlensucht,
meiner Meinung nach gibt es so viele Wege, Zugang zu sich selbst zu finden, wie es Menschen gibt. Jeder hat ja auch andere Interessen und Einstellungen und etwas anderes, was ihm hilft.
Ein guter Weg, mit positiven Affirmationen zu sich selbst zu finden, ist nach meiner Erfahrung das Autogene Training. Man sollte es sich aber nicht selbst anhand von Büchern beibringen, sondern unter seriöser Anleitung erlernen (ich habe es mal bei einem HNO-Arzt gelernt, der einen mehrwöchigen VHS-Kurs dazu leitete). Im Zustand der tiefen Entspannung kann man sich dann bestimmte Affirmationen immer wieder vorsagen (hilfreiche Sprüche, die man mantraartig wiederholt und dadurch im Unterbewusstsein verankert).
Mir persönlich hilft Tagebuchschreiben sehr, wenn mich etwas sehr beschäftigt. Das Niederschreiben der Gedanken zwingt einen zur Klarheit und Struktur.
Auch Musik, vor allem klassische, ist für mich ein guter Weg, zu mir selbst zu finden, nicht nur beim Hören, sondern auch beim selber Musizieren. Die Konzentration, die mir dadurch abverlangt wird und mich vom Grübeln über andere Dinge ablenkt, tut mir einfach gut, und Musik beeinflusst auch meine Stimmung sehr.
Außerdem gibt es jede Menge Lebenshilfeliteratur zu Selbsterfahrungsthemen, aber die muss man sorgfältig auswählen. Ich persönlich mag nichts, was esoterisch angehaucht ist. Daher lese ich entweder nur Bücher von ausgebildeten Psychotherapeuten (da gibt es "leichtere" Kost von Eva Wlodarek z.B. - ist mir heute schon eher zu simpel gestrickt - oder auch Anspruchsvolleres). Oder ich lese Bücher das Benediktinerpaters Anselm Grün, dessen Stil ich ausgesprochen gern mag. Er hat sich neben dem Theologie- und Philosophiestudium auch mit psychologischen Themen befasst, verbindet also beides miteinander, und hat außerdem zusätzlich ein BWL-Studium absolviert. Er ist sog. Cellerar (= jemand, der in einem Benediktinerkloster für die wirtschaftlichen Belange zuständig ist) der Abtei Münsterschwarzach in der Nähe von Würzburg. Soweit ich weiß, gibt er auch Seminare - z.B. für Führungskräfte - und hält Vorträge, die gut besucht sein sollen. Ich selbst kenne aber nur die meisten seiner Bücher. Meines Erachtens kann man seine Bücher auch gut lesen, wenn man kirchenkritisch eingestellt ist und mit Religion nicht so viel am Hut hat; er ist nicht erzkonservativ und wird wegen dieser eher liberalen Haltung in konservativen Kirchenkreisen auch öfters kritisiert.
Daneben gibt es meines Wissens auch Bücher und Seminare zu Themen wie Work-Life-Balance; da würde ich nur darauf achten, dass sie nicht von irgendwelchen Esoterik-Gurus, sondern von Menschen mit einer seriösen, passenden Ausbildung verfasst sind bzw. geleitet werden.
Die Lektüre von Biographien empfinde ich auch als hilfreich, wenn man so liest, wie sich das Leben der Menschen oft ganz anders entwickelt hat als ursprünglich gedacht, und wie sie ihren Weg gefunden haben.
Ich habe auch schon mal von einer Methode gelesen, dass man eine Collage zu seinem Leben bastelt (Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter, Ausblick in die Zukunft), um die eigene Situation mehr zu veranschaulichen und Klarheit zu gewinnen über das, was man noch möchte. Aber ausprobiert habe ich das noch nicht.
Selber habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir "Geistesblitze" zu dem, was ich will, oft nicht unmittelbar dann kommen, wenn ich mich ausdrücklich mit diesem Thema beschäftigte, sondern bei anderer Gelegenheit, als "Nachwirkung" sozusagen. Ich mache z.B. gern Urlaub am Meer (auch empfehlenswert für Allergiker und Asthmatiker, obwohl ich zum Glück nicht dazu gehöre), führe dann jeden Tag Tagebuch und komme meist erholt und mit neuen Erkenntnissen über mich selbst zurück.
Tja, wie gesagt, das ist meine persönliche Auswahl, die vielleicht einige Anregungen für Dich enthält, aber nicht unbedingt für Dich und Deine persönliche Lebenssituation passend sein muss.
LG
SundayGeändert von Inaktiver User (31.12.2008 um 11:41 Uhr)
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31.12.2008, 17:47Inaktiver User
AW: Zugang zu sich selbst finden
Hallo Sunday,
lieben Dank für Deinen Beitrag
.
Ich habe gelesen über Meditatin, Yoga, Selbsthypnose, autogenes Training, positives Denken. Und dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, zu dem auch Du rätst: unter Anleitung lernen! Bücher sind schön und gut, aber zumindest der Grundstein muss unter Anleitung gelegt werden, davon bin ich nun auch überzeugt.
Eine Bekannte aus dem Sport hat mir nun diesbezüglich einen sehr verlockenden Vorschlag gemacht und ich werde sie im Januar an einem Abend begleiten dürfen und dann sehen, ob dies etwas für mich ist.
Meine bisherigen Versuche waren nicht so glücklich. So war ich ein paar Mal zu Meditationsstunden in einem buddhistischen Zentrum, aber dort lebten Katzen und ich konnte aufgrund meiner Katzenallergie dort nicht weiter hingehen.
Über eine Bekannte geriet ich einmal an eine "offene Meditationsgruppe", die sogar kostenfrei war. Nach wenigen Besuchen verfestigte sich bereits meine Überzeugung, dass es sich um eine obskure Sekte handelte und ich nahm meine Beine in die Hand.
Zuletzt besuchte ich eine Lehrerin für Selbsthypnose, aber sie erschien mir nicht ausreichend ausgebildet und die Stunden waren sehr teuer.
Über Bekannte bekam ich dann eine Adresse eines wohl professioneller arbeitenden Kenners der Hypnose, aber der ist 3 Stunden weit weg weg und kostet 150 Euro die Stunde. Bei allem Interesse: ein bisschen müssen die Relationen gewahrt bleiben.
Ich werde nun erst einmal die Bekannte begleiten. Zumindest in der Theorie habe ich mir einiges an Wissen angeeignet, was sicher nicht schaden wird.
Selbst habe ich schon unzählige Stunden (sicher tausende) ehrenamtlich für andere gearbeitet und mich engagiert - selbst zahle ich für alles, sogar für die Hilfe einen Zugang zu mir selbst zu finden. Bei mir schien es immer selbstverständlich, dass ich auch mein berufliches Wissen ohne Bezahlung ehrenamtlich einbringe. Wenn ich dann sehe, dass andere keine Minute umsonst arbeiten, sie eine bezahlte Stunde auf die Sekunde genau beenden möchten.....dann sage ich mir, dass es besser ist, sich nicht mehr ehrenamtlich einzusetzen, oder bestenfall in sehr, sehr engem Rahmen. Es können nicht wenige Schultern die Last und Arbeit aller tragen. Die wenigen, die das tun, drohen auszubrennen und werden noch dazu belächelt (dies nur als Feststellung, es hat mich nie berührt).
Viele Grüße
PerlensuchtGeändert von Inaktiver User (31.12.2008 um 22:18 Uhr)



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