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  1. Inaktiver User

    Emotionalität - was ist das?

    In einem anderen Strang ging es um das Thema "Emotionalität". Es wurde da anhand eines Frauenschicksals mehrstimmig so argumentiert:

    Menschen befinden sich auf verschiedenen Ebenen im Bezug auf emotionale Fertigkeiten, es wurde auch als "emotionale Tiefe" beschrieben. Es klang für mich, als könnten manche Menschen, bedingt durch ihre Veranlagung, "mehr fühlen" oder eben "tiefer fühlen" als andere. Dies situationsunabhängig und zwar besonders im Bezug auf Näheempfinden (allerdings war in der Diskussion damit nicht körperliche Nähe gemeint).

    Es kam auch der Begriff "emotionale Intelligenz" ins Spiel.

    Mir liegt jetzt ein Gedanke gerade etwas quer:

    Hat ein Mensch, der bereit ist, seinen Partner, seine Familie zu verlassen, weil der Partner "emotional nicht adäquat" ist, tatsächlich auch eine hohe emotionale Intelligenz? Wo ist für euch der Unterschied zwischen emotionaler Intelligenz und Empfindlichkeit?

    Was bedeutet für euch Emotionalität? Hat das nur eine Qualität für das eigene Empfinden oder hat das auch eine soziale Komponente?
    Zum Thema "EQ" habe ich bei wikipedia folgendes gefunden:

    Emotional intelligent ist jemand soweit, wie seine Intelligenz darin liegt, dass er seine eigenen Emotionen richtig gebraucht (nicht unbedingt ausgiebig), und zwar im Denken, Erkennen und sozialen Handeln; oder darin, dass er die Emotionen anderer erkennen kann und richtig mit ihnen umgeht. Emotionale Intelligenz bildet auch ein zweites Modell von Intelligenz im Unterschied zu rationalen Intelligenz des „nüchternen“ Verstandes, der von Emotionen unbeeinflusst bleiben will. Intelligenz nennt man dem entsprechend dann „emotional“, wenn sie Emotionen benutzen soll oder als unersetzlichen Bestandteil haben soll. Die Validität des Konstrukts Emotionale Intelligenz ist in der empirischen Psychologie allerdings umstritten.

    Bin gespannt auf eure Meinungen/Ansichten zum Thema!

  2. Inaktiver User

    AW: Emotionalität - was ist das?

    Was bedeutet für euch Emotionalität? Hat das nur eine Qualität für das eigene Empfinden oder hat das auch eine soziale Komponente?
    Hallo Lalunax,

    ich würde sagen, dass Emotionalität das Gegenteil von Rationalität ist. Man wird eher von seinen Gefühlen geleitet als von der Vernunft. Insofern hat das auch eine soziale Komponente, weil man mit diesem Handeln auch seine Umgebung beeinflusst, zB weil das nicht der beste Weg für alle ist - wenn man nur aus eigener Empfindlichkeit handelt. Und das wiederum kann beeinflusst sein von den Gefühlen der umgebenen Personen, zB weil man auf seine Familie Rücksicht nimmt.

    Menschen befinden sich auf verschiedenen Ebenen im Bezug auf emotionale Fertigkeiten, es wurde auch als "emotionale Tiefe" beschrieben. Es klang für mich, als könnten manche Menschen, bedingt durch ihre Veranlagung, "mehr fühlen" oder eben "tiefer fühlen" als andere. Dies situationsunabhängig und zwar besonders im Bezug auf Näheempfinden (allerdings war in der Diskussion damit nicht körperliche Nähe gemeint).
    Dem stimme ich grundsätzlich zu: es gibt Menschen, denen die Emotionen stets näher gehen als anderen Menschen, Stichwort Sensibilität. Dem letzten Satz widerspreche ich jedoch. Tiefer fühlen in Bezug auf Näheempfinden widerspricht sich schon. Man kann auch tief empfinden, ohne ständig die Nähe eines Menschen zu benötigen. Tief empfinden ist eine von anderen Menschen unabhängige Eigenschaft.

    Viele Grüße
    Mondschaf

  3. Inaktiver User

    AW: Emotionalität - was ist das?

    ich will ja nicht bezweifeln, dass es menschen gibt, die ziemlich ne art von "gefühlsblind" sind, sich schwer in andere reinversetzen können, oder menschen, die nicht wissen, wie sie mit ihren gefühlen umgehen können oder wie sie ihre gefühle ausdrücken können...
    auch, dass man von seinen gefühlen "übermannt" (sorry, überfraut?) werden kann...

    aber irgendiwe ist das oftmals auch ein rechter schmäh. ich glaube:
    man kann die tiefe von gefühlen nicht messsen, man kann sie nur behaupten.
    hat, wer schneller heult, tiefere gefühle, oder ist er bloss sentimental?

    das wird so oft zum totschlagargument.
    wie so vieles.
    fritzchen ist in der schule gelangweilt: der ist sicher unterfordert und hochbegabt...
    franz schmeisst dauernd was runter: der hat ads, aber dafür ist er soooo kreativ...
    lisa reagiert hysterisch: die ist sicher emotional gaaanz tief...
    und und und.

    was solls?

    wenn die ganzen begriffe zu ausreden verkommen, dann ist vorsicht geboten.

    es ist auch quatsch zu sagen, jemand ist emotional tiefer als ein anderer, nur weil er meinethalben schokolade liebt (der andere liebt vielleicht saure gurken)
    vielleicht sind sie nur emotioanal unterschiedlich

    besser? schlechter?
    wofür muss man das wissen, wenn nicht, um sich abzugrenzen.
    warum nicht einfach: "anders"



    ps: auch über die validität von intelligenztests lässt sich trefflich streiten.
    noch immer ist die aussage nicht falsch: intelligenz ist das was der intelligenztest misst...

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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hat ein Mensch, der bereit ist, seinen Partner, seine Familie zu verlassen, weil der Partner "emotional nicht adäquat" ist, tatsächlich auch eine hohe emotionale Intelligenz?
    Hallo Lalunax,
    ich lese Deine Frage so:

    Ist es möglich, dass ein Mensch, der behauptet eine hohe emotionale Intelligenz zu besitzen wirklich emotional intelligent ist wenn doch dieser Mensch bereit ist seine Familie zu verlassen aufgrund der Behauptung der Partner sei emotional nicht adäquat?

    Ich empfinde Deine Frage als nicht offene Frage sondern als von Dir gestellte rhetorische Frage, da die Antwort für mein Empfinden bereits implizit enthalten ist. Nämlich:

    Kann mir mal einer erklären, wie ein Mensch, der seinen Partner für emotional nicht adäquat bezeichnet, emotionale Intelligenz besitzen kann?

    Ich habe es allerdings in dem Strang von dem Du sprichst folgendermassen verstanden:

    Ein Mensch stellt nach langen Ehejahren fest, dass es unterschiedliche Arten von Empfinden gibt, dessen er sich zuvor nicht bewußt gewesen ist, die in dem entsprechenden Strang bezeichnet werden als Vogel- und Fisch-Emotionalität. (Erläuterung verlinkt)

    Ergänzend wäre dazu noch dieser Hinweis vielleicht hilfreich:
    Ich denke, wenn wir älter gewesen wären, hätte ich ihn auch nicht mehr geheiratet. Was nicht heißt, dass wir uns deshalb jetzt automatisch scheiden lassen müssen. Aber dass da etwas ganz grundlegendes nicht passt, was mit viel Beziehungsarbeit verbunden sein wird, es aufzuarbeiten, wäre mir später eher aufgefallen.
    Wo ist für euch der Unterschied zwischen emotionaler Intelligenz und Empfindlichkeit?

    Ich biete an:

    Austausch des Begriffes Empfindlichkeit gegen den Begriff Empfindsamkeit, da ich persönlich mit dem Begriff Empfindlichkeit eher Negatives verbinde.

    Und dann sehe ich es eher so:

    Wenn ich aufgrund meiner persönlichen Empfindsamkeit etwas wahrnehme und darüber hinaus über emotionale Intelligenz verfüge, ermöglicht mir meine emotionale Intelligenz über mein Erleben zu reflektieren.



    nataliethor
    Geändert von NatalieThor (15.12.2008 um 12:56 Uhr)
    Wer nicht nach innen geht,
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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von NatalieThor Beitrag anzeigen
    Kann mir mal einer erklären, wie ein Mensch, der seinen Partner für emotional nicht adäquat bezeichnet, emotionale Intelligenz besitzen kann?
    Das wäre dann u.U. der Fall, wenn der emotional intelligente(re) seinen EQ runtergedrückt hält, beispielsweise durch schmerzvolle Erfahrungen in der Vergangenheit oder durch ein Maß, das im Aussen entstanden ist. Klar ist es nicht besonders emotional intelligent, wenn er seinen Partner als nicht adäquat bezeichnet. In dem Fall im anderen Strang ist jedoch erstmal nur gegeben, dass der Partner nicht für adäquat-also nicht "deckungsgleich"- gehalten wird. Es wurde ihm nicht vorwurfsvoll an den Kopf geworfen, soweit ich das verfolgt habe.

    Fakt ist jedoch: Es ist keine Beleidigung, wenn ein Mensch über weniger EQ verfügt. Ich verstehe nicht, warum das so häufig als beleidigend aufgefasst wird. Ein Mensch ist doch allein durch einen niedrigeren EQ nicht weniger liebenswert. Es wird nur schwieriger, zwei verschieden tickende Menschen in einer Paarbeziehung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Und es ist die Frage, ob der gemeinsame Nenner beide ausfüllt.

    Wenn ich aufgrund meiner persönlichen Empfindsamkeit etwas wahrnehme und darüber hinaus über emotionale Intelligenz verfüge, ermöglicht mir meine emotionale Intelligenz über mein Erleben zu reflektieren.
    Das ist richtig. Im anderen Strang ist es jedoch gerade nicht absehbar, zu was diese Reflexion führen wird.

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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    hat, wer schneller heult, tiefere gefühle, oder ist er bloss sentimental?
    Das vergießen von Tränen hat mit mehr oder weniger tiefen Gefühlen überhaupt nichts zu tun.

    es ist auch quatsch zu sagen, jemand ist emotional tiefer als ein anderer, nur weil er meinethalben schokolade liebt (der andere liebt vielleicht saure gurken)
    vielleicht sind sie nur emotioanal unterschiedlich
    Das sagt auch niemand. Aber es ist ein Unterschied, wenn zwei Schokoladenliebhaber aufeinander treffen, der eine mit dem anderen über den Vanillegehalt, die Kakaoqualität und die Beschaffenheit des Schmelzes reden möchte, während der andere gar nicht merkt, um was für eine Schokolade es sich handelt, weil er einfach liebt, sich zügig möglichst viel davon einzuverleiben, ganz gleich, um was für eine Sorte es geht.

    Für ersteren ist es befriedigender, sich mit einem Gurkenliebhaber zu unterhalten, der jedes Gewürz erkennt, in dem die Gurke eingelegt war, als mit einem Schokoladenschnellstopfer (der jedoch genauso liebenswert sein kann). Dieser wäre nämlich mit ersterem überfordert, und ist mit Sicherheit mit einem 10-Donuts-am-Tag-Esser deutlich zufriedener als mit dem Gefühl, in den Augen des ersteren unter einem Defizit zu leiden, von dem er gar nichts weiss.

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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Hallo Divino,

    hm.. kann es sein, dass Du glaubst, dass ich Deine unten zitierte Frage als MEINE Frage gestellt habe?

    Ich habe es im Zusammenhang, interpretierend, beginnend mit

    Zitat Zitat von nataliethor
    ich lese Deine Frage so:
    von anderer Seite Lanulax's Eingangsatz beleuchtend hereingestellt. Darüber hinaus hatte ich noch das Wort

    Zitat Zitat von nataliethor
    nämlich:
    hinzugefügt, um zu zeigen, wie ich Lalunax's Beitrag verstehen kann.

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Das ist richtig. Im anderen Strang ist es jedoch gerade nicht absehbar, zu was diese Reflexion führen wird.
    Eben. Das war meine Absicht, das aufzuzeigen.

    nataliethor
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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Aber es ist ein Unterschied, wenn zwei Schokoladenliebhaber aufeinander treffen, der eine mit dem anderen über den Vanillegehalt, die Kakaoqualität und die Beschaffenheit des Schmelzes reden möchte, während der andere gar nicht merkt, um was für eine Schokolade es sich handelt, weil er einfach liebt, sich zügig möglichst viel davon einzuverleiben, ganz gleich, um was für eine Sorte es geht.

    Für ersteren ist es befriedigender, sich mit einem Gurkenliebhaber zu unterhalten, der jedes Gewürz erkennt, in dem die Gurke eingelegt war, als mit einem Schokoladenschnellstopfer (der jedoch genauso liebenswert sein kann). Dieser wäre nämlich mit ersterem überfordert, und ist mit Sicherheit mit einem 10-Donuts-am-Tag-Esser deutlich zufriedener als mit dem Gefühl, in den Augen des ersteren unter einem Defizit zu leiden, von dem er gar nichts weiss.
    Hm... Mit Schokolade und Gurken kann ich vielmehr anfangen als mit Vogel und Fisch

    Danke Dir!

    nataliethor
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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von NatalieThor Beitrag anzeigen
    Hallo Divino,

    hm.. kann es sein, dass Du glaubst, dass ich Deine unten zitierte Frage als MEINE Frage gestellt habe?
    Nein, ich habe sie nur zitiert, um meinen Senf auf diese Frage geben zu können, ganz gleich, ob sie nun einer direkt gestellt hat, oder nicht. Sie ist ja sicherlich in so einigen vorhanden. Bin gespannt, ob da noch mehr Ansichten folgen. Wie wäre deine?

  10. Inaktiver User

    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    Fakt ist jedoch: Es ist keine Beleidigung, wenn ein Mensch über weniger EQ verfügt. Ich verstehe nicht, warum das so häufig als beleidigend aufgefasst wird. Ein Mensch ist doch allein durch einen niedrigeren EQ nicht weniger liebenswert.
    es wird aber oft abwertend formuliert - der mit dem höheren EQ habe "tiefere Gefühle", erreiche ganz andere Ebenen, ...

    und Dein Gleichnis mit dem Eisbären impliziert ja auch eine "Beschränktheit" derer, die nicht so sind wie Du.

    Wenn der Eisbär vom Zoo das Nordpolarmeer kennenlernt, ist es eine "Horizont- und Bewusstseinserweiterung" und sein simples Glücklichsein im Zoo ist nicht mehr möglich. Während der Nordpolar-Eisbär sowieso unglücklich wird, wenn er in den Zoo gesperrt wird.

    Das ist beleidigend, wenn Du das so ausdrückst.

    Gruß, Leonie
    Geändert von Inaktiver User (15.12.2008 um 13:47 Uhr)

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