Oh wie schön, so lebhafte Diskussionen! Tolle Beiträge dabei!
Muss jetzt gleich noch einmal kurz weg und möchte dann aber ausführlicher auf das eine oder andere eingehen!
Jetzt nur ganz kurz: Anima, bitte bleib & mach weiter - ich fand deinen Ansatz sehr interessant und, wenn meine Anregung auch aus der Beziehungsecke kam, so interessieren mich doch auch andere Aspekte, vor allem der Punkt "Persönlichkeit".
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Thema: Emotionalität - was ist das?
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15.12.2008, 18:02Inaktiver User
AW: Emotionalität - was ist das?
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15.12.2008, 19:24Inaktiver User
AW: Emotionalität - was ist das?
Ja - Emotionalität also "Leitstern" für die eigene Handlungsmotivation. Die einen lassen sich eher von den Gefühlen leiten, die anderen vom Verstand....zitat von mondschaf: ich würde sagen, dass Emotionalität das Gegenteil von Rationalität ist. Man wird eher von seinen Gefühlen geleitet als von der Vernunft. Insofern hat das auch eine soziale Komponente, weil man mit diesem Handeln auch seine Umgebung beeinflusst, zB weil das nicht der beste Weg für alle ist - wenn man nur aus eigener Empfindlichkeit handelt. Und das wiederum kann beeinflusst sein von den Gefühlen der umgebenen Personen, zB weil man auf seine Familie Rücksicht nimmt.
Ich denke auch, dass es eine soziale Komponente gibt, und auch Rückkopplungseffekte! Im Normalfall - also, wenn es allen Beteiligten gut damit geht ud keine Probleme anstehen - wird man auch nicht versuchen, das aufzudröseln oder abzugrenzen, sondern einfach glücklich und zufrieden damit sein, denke ich.
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15.12.2008, 20:06Inaktiver User
AW: Emotionalität - was ist das?
Ich hätte es wohl versucht, diplomatischer auszudrücken - aber genau das hab ich auch schon oft gedacht beim lesen mancher Beiträge....
Vor allem das "nicht-messen-können" macht die Angelegenheit schwierig. Es wird auf- und abgewertet beim Vergleichen mit dem Partner, der höher, tiefer, weiter ist.... aber das passiert doch oft aus einer Hilflosigkeit heraus. Denn: wie kann ich zu einer Entscheidung kommen, ohne dass ich für mich bewerte? Da kommt dann eben schnell: er/sie liebt mich nciht genug oder auf falsche Weise.
Seh ich auch so. Ich habe den Eindruck, Emotionalität wird zum neuen goldenen Kalb in unserer Gesellschaft.das wird so oft zum totschlagargument.
wie so vieles.
fritzchen ist in der schule gelangweilt: der ist sicher unterfordert und hochbegabt...
franz schmeisst dauernd was runter: der hat ads, aber dafür ist er soooo kreativ...
lisa reagiert hysterisch: die ist sicher emotional gaaanz tief...
und und und.
was solls?
wenn die ganzen begriffe zu ausreden verkommen, dann ist vorsicht geboten.
Unser Gefühlsleben ist ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeit, wenn nicht gar der wichtigste. Wie definieren wir unser "Ich" - über unseren Verstand, unsere Einstellungen, über die Werte, die wir vertreten? Gerne - aber nur so lange, wie nicht unsere EMOTIONEN das Ruder übernehmen dürfen!
Verstand - Moral- alles out... oder?
Ist wirklich jedes Handeln tragbar, so bald ein starkes Gefühl dahinter steckt? Solange ich nur mich selber damit betreffe - selbstverständlich!
Wenn andere Menschen davon betroffen werden, wird es schon schwieriger.
Da finde ich auch zeigt sich das Problem beim Thema Gefühle: die Nichtmessbarkeit passt sehr gut zu unserer pluralistischen Ego-Welt. Denn es zählen ja immer erst mal unsere eigenen Gefühle. In der Gefühlswelt muss zwangsläufig das "Ich" im Vordergrund stehen, denn es ist das einzige Gefühlsbarometer, auf welches wir uns wirklich verlassen können (wenn überhaupt).
Wie, ich wollte dir beim Umzug helfen? Ach, ich fühl mich nicht so....
Tut mir leid, die andere Frau hat mich einfach umgeworfen.... ich bin von meinen Gefühlen überrollt worden....
Das passiert - und das will ich auch nicht leugnen! Ich frage nur immer wieder: wie gehen wir damit um?
Soviel ich weiß, sind Tests zur Messung eines "EQ" nicht einmal allgemein wissenschaftlich anerkannt. Und somit wieder im Ermessen von "Fachleuten" und denen, die sich darauf stützen.... das ist dann wie mit den Horoskopen: ist es positiv, glaubt man es gern, ist es schlecht: alle Humbug!ps: auch über die validität von intelligenztests lässt sich trefflich streiten.
noch immer ist die aussage nicht falsch: intelligenz ist das was der intelligenztest misst...
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15.12.2008, 20:14Inaktiver User
AW: Emotionalität - was ist das?
Noch eine Frage:
wie sehr hängen Emotionalität und sprachliche Intelligenz, also die Fähigkeit, die richtigen Worte zu finden, für das, was wir sagen wollen, zusammen?
Sehen wir Frauen uns deswegen als tiefer empfindend (gennerell oder im Einzelfall), weil wir uns oft besser mit Worten ausdrücken können oder wollen?
Was ist mit den Gefühlen, die NICHT in Worte gefasst werden? Sind diese existent? Für den Fühlenden - ja.... für den Mitmenschen - auch, aber eher diffus. Und dann beginnt das interpretieren & spekulieren......Geändert von Inaktiver User (15.12.2008 um 20:24 Uhr)
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15.12.2008, 21:06
AW: Emotionalität - was ist das?
Mit jemandem, mit dem ich sie teile, der mir verbunden ist: ja. In einem Forum, in dem zig Ansichten/Intensitäten und Umgangsformen aufeinandertreffen: nein.
Stimmt, aber ich bezog mich grad auf das ausdrücken.Ebenfalls kann ich Emotionalität verbergen, unterdrücken, ignorieren. Bei mir. Beim anderen.
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15.12.2008, 21:17
AW: Emotionalität - was ist das?
Das sehe ich nicht so. Man muss nicht bewertet haben, um zu dem Entschluss zu kommen, dass u.U. eine Partnerschaft nicht auf dem Weg entlangläuft, den ich für mich für richtig halte. Es reicht schlicht, wenn man sich im klaren ist, dass man verschiedene Vorstellungen hat. Dadurch wird niemand abgewertet. Ich würde auch nie denken "er liebt mich nicht genug" oder sowas. Höchstens, dass die Art der Liebe nicht mit meiner Vorstellung von der zwischenmenschlichen Ebene übereinstimmt.
Ich finde nicht, dass die Fähigkeit, tiefer gehen zu können, den tiefergehenden im Vergleich zu dem weniger tiefgehenden irgendwie aufwertet. Ich seh das wertungsfrei. Aber diese Abstufungen gibt es dennoch.
Überhaupt nicht. Nur leben wir in einer Gesellschaft, in der wir uns über zuwenig Verstandshandlungen weniger Sorgen machen müssen, als über zuwenig Emotionen. Mal gesamt gesehen.Verstand - Moral- alles out... oder?
NEIN! Aber andersherum ist auch nicht jedes Handeln tragbar, das allein auf Kopfentscheidungen beruht, mit denen das Gefühl nicht übereinstimmt.Ist wirklich jedes Handeln tragbar, so bald ein starkes Gefühl dahinter steckt?
Besser als eine gut durchdachte Aussage, die auf die Gefühle des Gegenübers zugeschnitten ist und dennoch nichts anderes aussagt als obiges. Würde ich persönlich obige Tatsache in wohlüberlegten Worten hören, die es mir erleichtern sollen, Verständnis aufzubringen und verzeihen zu können, so würde ich mich sehr veräppelt fühlen.Tut mir leid, die andere Frau hat mich einfach umgeworfen.... ich bin von meinen Gefühlen überrollt worden....[/I]
Das tut doch auch gar nichts zur Sache, oder? Es reicht doch, wenn jeder einzelne für sich selbst versteht, was für ihn zutrifft, und wie weit er sich dorthinein denken kann.Soviel ich weiß, sind Tests zur Messung eines "EQ" nicht einmal allgemein wissenschaftlich anerkannt.Geändert von Divino (15.12.2008 um 21:21 Uhr)
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15.12.2008, 21:41Inaktiver User
AW: Emotionalität - was ist das?
Das ehrt dich. Und ich kann dir auch glauben, dass du es so meinst. Doch das kommt jetzt auch aus dem Kopf, oder? Sind die Gefühle auch so rein & klar & gut?Das sehe ich nicht so. Man muss nicht bewertet haben, um zu dem Entschluss zu kommen, dass u.U. eine Partnerschaft nicht auf dem Weg entlangläuft, den ich für mich für richtig halte. Es reicht schlicht, wenn man sich im klaren ist, dass man verschiedene Vorstellungen hat. Dadurch wird niemand abgewertet. Ich würde auch nie denken "er liebt mich nicht genug" oder sowas. Höchstens darauf, dass die Art der Liebe nicht mit meiner Vorstellung überstimmt.
Ich finde nicht, dass die Fähigkeit, tiefer gehen zu können, den tiefergehenden im Vergleich zu dem weniger tiefgehenden irgendwie aufwertet. Ich seh das wertungsfrei. Aber diese Abstufungen gibt es dennoch.
Seh ich anders. Gefühle werden privatisiert, der Verstand beherrscht die "wichtigen Dinge" - das sieht nur so aus. In jedem Wirtschaftsdeal und jeder politischen Entscheidung steckt ne Menge Gefühl, da bin ich mir sicher. Es wird nur nicht erkannt oder thematisiert. Emotionen werden erst so langsam schick, sind aber wegen ihrer Unberechenbarkeit gefürchtet - und doch manchmal ganz praktisch. Damit kann man wirklich auch verantwortung abschieben - eben weil Gefühle nur bedingt der Kontrolle unterliegen.Überhaupt nicht. Nur leben wir in einer Gesellschaft, in der wir uns über zuwenig Verstandshandlungen weniger Sorgen machen müssen, als über zuwenig Emotionen. Mal gesamt gesehen.
Kennt ihr das Lied von den Pet shop boys: "You only say that you love me when you're drunk?" Ich war mir nie sicher, wie das gemeint war - kann da jemand erst zu seinen Gefühlen stehen, wenn er/sie ein paar Gläser (zuviel) getrunken hat?
Oder handelt es von der Angst, dass der Alkohol nur einen (unechten) Gefühlsüberschwang auslöst - der mit der Nüchternheit wieder verschwindet....
Ich such mir also die pseudowissenschaftliche Theorie, die zu meinem Problem passt, und fühl mich dadurch bestätigt?Das tut doch auch gar nichts zur Sache, oder? Es reicht doch, wenn jeder einzelne für sich selbst versteht, was für ihn zutrifft, und wie weit er sich dorthinein denken kann.
Ich trenne Wissenschaft und Esoterik lieber und mag das nicht vermischen, womit ich jetzt auch nicht das eine gegen das andere aufwiegen möchte. Sag ich jetzt auch einfach mal so.
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15.12.2008, 23:24Inaktiver User
AW: Emotionalität - was ist das?
Gefühle kann man doch auch nonverbal ausdrücken, nicht wahr? Ich kann Gefühle und Emotionen zeigen, indem ich z. B. einfach nur zuhöre, einen Menschen in den Arm nehme... es gibt Menschen, denen spricht man keinen hohen Intelligenzquotienten zu - aber sie sehen mehr und tiefer in andere hinein, empfangen Schwingungen.
Das denke ich nicht so, aber unser Gehirn ist anders strukturiert und programmiert als das der Männer. So hat es die Natur gewollt und sich die Evolution durch ziemlich gehalten. Leider habe ich vergessen wo das war - aber es gab einmal eine Fernsehreihe, die genau dieses Phänomen dokumentiert hat - es ging um das menschliche Gehirn, die Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten, Autismus, Gewaltempfinden usw.
Intelligente Männer übrigens wissen ganz genau, wie sie die Emotion der Frau zu ihren Gunsten beeinflussen können.
'Das spekulieren beginnt dort, wo sich das Denken und das Fühlen gelegentlich widersprechen. Wie oft fragen wir auch hier nach: Was sagt Dein Bauchgefühl? Das ist das Ursprungsgefühl - das aber immer wieder mit dem Verstand in Konflikt gerät. Mir ist es schon oft passiert, dass ich genau gespürt habe, wenn ein Mensch Angst hat, er unsicher ist, krank ist usw.
Emotionen - sie sind, wenn man es beherrscht, leicht zu beeinflussen. Siehe Werbung, siehe romantische Filme (ich sage nur: wo ist das Taschentuch). Wenn man etwas wirklich erreichen will, so ist der Weg über die Emotion meistens derjenige, der zum Ziel führt. Mitleid erwecken, Schuldgefühle wecken - Emotionen bieten ein breites Spektrum an Möglichkeiten.
Du hast das Thema der Angst angesprochen, die man mit Alkoholkonsum unterdrücken kann - vorübergehend. Ich nenne es jetzt einfach auch eine Manipulation von Emotionen.
Reine rationale Intelligenz lässt sich nicht so einfach beeinflussen, ich wünschte teilweise, ich hätte mehr davon, das würde einige Lebenssituationen vereinfachen.
NathalieThor hat geraten, mit den Emotionen zu spielen. Kein schlechter Gedanke, um zu demonstrieren, wie schnell man gerade Emotionen beeinflussen kann.
Hier im Forum geht das natürlich nur über Worte.
Anima
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15.12.2008, 23:34
AW: Emotionalität - was ist das?
Das können nicht nur intelligente Männer. Denen mit (vermutet) weniger Intelligenz wird es sogar noch leichter fallen, eben weil sich die Frau recht sicher ist, dass er es nicht willkürlich tut, um etwas zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Bei Männern mit höherer Intelligenz wird sich eine intelligente Frau schneller fragen, ob er es u.U. bewusst einsetzt, um ihre Emotionen zu seinen Gunsten zu beeinflussen.
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15.12.2008, 23:42
AW: Emotionalität - was ist das?
Mir fällt spontan ein Mann ein, der auf andere Menschen treu/gutmütig/liebevoll/einfühlend wirkt, gleichermassen auf Frauen und Männer. Bei Frauen ist er -natürlich- ganz besonders beliebt. Er ist nicht schön, aber er sieht nett aus. Lieb, und ein Fels in der Brandung. Wenn dieser Mensch lügt, käme wirklich niemand auf die Idee, dass er lügt. Man hätte schwören können, dass er das nie so könnte, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Nicht ER. IHM würde man das ansehen, der kann sowas nicht. Das war nicht nur mein Gedanke, sondern jeder, der ihn kannte und sich dazu geäussert hat, dachte es. Aber nein: Ich war höchst erstaunt, als ich bei einer seiner Lügen ggü. jemand drittem anwesend war. Irre, dachte ich. Wer hätte das gedacht, dass er das auf diese Weise fertigbringt. Sein Vorteil dabei ist natürlich, dass niemand glauben würde, dass er da gerade nicht die Wahrheit sagt. Und darum weiss er. Es hat lange gedauert, bis ich an minimalsten Zeichen seiner Körpersprache und seines Tonfalles erkannte, wann er die Unwahrheit spricht. Und selbst heute bin ich mir noch nicht 100%ig sicher. Sicher bin ich mir nur, dass er es nicht böse meint, sondern eher die Vermeidung von Konflikten sucht.


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