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  1. Inaktiver User

    AW: Emotionalität - was ist das?

    Guten Tag Divino,

    wow, du bist ja hartnäckig - danke, gute Fragen finde ich immer anregend!

    Mit "zuschiessen" meine ich eben, dass mir in gewisser Weise ein emotionales Urvertrauen fehlt. Ich weiss das, und ich versuche, damit angemessen umzugehen - es gelingt mir nur nicht immer.
    Das, was du über dich selber sagst, klingt doch ganz ähnlich, nur scheinst du bereits gute Wege für dich gefunden zu haben. Ich muß in manchen Dingen eben noch meinen Weg finden.

    Weißt du, ich denke: ich weiß schon ganz gut, wo ich stehe. Ich bin dabei auch nicht verbittert und hoffe, du empfindest meine Darstellung nicht als jammern. Was mir meine Eltern nicht geben konnten, haben sie selber nicht geniessen dürfen: wie könnte ich ihnen da etwas vorwerfen? Oder was würde es bringen, wenn ich mit meinem Leben hadern würde, was nicht mehr zu ändern ist und wofür ich selber die Verantwortung habe? Was könnte ich mit Klagen über meine Disposition zur Schwermut erreichen?

    Und doch: es gibt noch Dinge, die mich voran treiben, die ich verändern möchte - auch an mir. Sich als Persönlichkeit zu akzeptieren und sich weiter entwickeln zu wollen, sind ja kein Widerspruch.

  2. Inaktiver User

    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von Divino Beitrag anzeigen
    ...aber dennoch ist die Wahrheit: Die Kindheit ist vorbei.
    Und gleichzeitig ist aber auch die Wahrheit: Du nimmst die in deiner Kindheit erworbenen Strategien des Schutzwallbaus immer mit im Leben.

    Erwachsen werden heißt zunächst sich auch neue Strategien zulegen und sich somit Wahlmöglichkeiten zu schaffen.

    Erwachsen werden heißt aber zweitens, sich damit zu versöhnen, dass man die alten Strategien perfekt beherrscht und es heißt, sich klarzumachen, dass die Strategien für Notfälle gar nicht schlecht sind.

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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und doch: es gibt noch Dinge, die mich voran treiben, die ich verändern möchte - auch an mir. Sich als Persönlichkeit zu akzeptieren und sich weiter entwickeln zu wollen, sind ja kein Widerspruch.
    Wirkliche Entwicklung ist ohnehin erst möglich, wenn man sich als Persönlichkeit akzeptiert hat.

  4. Inaktiver User

    AW: Emotionalität - was ist das?

    Könnte man nicht auch sagen: so, wie ich jetzt bin, bin ich nicht perfekt und nehme das als Motivation, mich dahin zu entwickeln, wie ich gerne sein möchte? Das könnte doch auch eine Motivation sein?

    Oder ist es weiser, sich mit seinen Schwächen auszusöhnen, also nicht mehr Energie dahin zu verwenden, etwas ändern zu wollen? Das ist etwas, was mir auch schwer fällt....

    Ich empfinde schon ein paar Punkte an mir als "ausbaufähig" im Sinne von: das ist nicht so, wie ich es gerne hätte. Ich akzeptiere mich aber trotzdem mit meinen Unzulänglichkeiten.

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    AW: Emotionalität - was ist das?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Könnte man nicht auch sagen: so, wie ich jetzt bin, bin ich nicht perfekt und nehme das als Motivation, mich dahin zu entwickeln, wie ich gerne sein möchte? Das könnte doch auch eine Motivation sein?
    "Perfekt" wird es nicht geben - solange man lebt, kommen Dinge/Eindrücke/Erfahrungen von aussen auf einen zu, die immer wieder neues zu lernen und zum nachdenken geben. Ich denke, dass man schon Motivation haben kann, sich in manchen Punkten einen Feinschliff darin zu verpassen, wie man es besser machen könnte. Aus einer Idee heraus jemand völlig anderes zu werden halte ich jedoch für unmöglich - ausgenommen, man war bisher nie der, der man wirklich war (aus welchen Gründen auch immer) - und findet zu seinem Ursprung zurück, der ein ganz anderer ist. Das kann m.M. nach durch ein Schlüsselerlebnis auch von jetzt auf gleich passieren, auch wenn die Umwelt es einem zunächst nicht abkauft. Das wäre z.B. der Fall, wenn man sich zeitlebens in der eigenen Persönlichkeit unterdrückt hat und nach aussen etwas verkörperte, was im Grunde gar nicht der Wahrheit entsprach.

    Dazu kommt es darauf an, wie klar die Ziele sind, die man verändern möchte - und WARUM man sie verändern möchte. Ist der Grund wirklich ein tiefer Wunsch in sich selbst? Oder möchte man Dinge deshalb ändern, weil man sich davon verspricht, damit besser bei anderen anzukommen? Letzteres macht in meinen Augen wenig Sinn, weil es nicht von innen kommen würde.

    WAS möchte man verändern? Die Ausdrucksform? Die Streitkultur? Die Kommunikationsform von Gefühlen? Die Art, mit Wut/Eifersucht/Trauer umzugehen? Das sind schwierige Wege, jedoch sind sie zu schaffen... setzt man sich jedoch ein irreales Ziel in Form von "ich möchte nicht mehr ängstlich sein" oder "ich will ein dickeres Fell haben", so ist die Umsetzbarkeit m.M. nach so gut wie ausgeschlossen.

    Oder ist es weiser, sich mit seinen Schwächen auszusöhnen, also nicht mehr Energie dahin zu verwenden, etwas ändern zu wollen? Das ist etwas, was mir auch schwer fällt....
    Bevor man Schwächen ändern kann, muss man sich mit ihnen ausgesöhnt haben. Ohne dies ist eine wirkliche Änderung nicht möglich, sondern hätte seine Basis in Unterdrückung. Das Stichwort Akzeptanz ist ein wichtiger Faktor. Ein Alkoholiker kann ebenso nicht für die Ewigkeit aus Überzeugung heraus trocken werden, wenn er nicht akzeptiert, dass er süchtig ist. Er kann seine Sucht ohne Akzeptanz höchstens unterdrücken.

    Ich empfinde schon ein paar Punkte an mir als "ausbaufähig" im Sinne von: das ist nicht so, wie ich es gerne hätte. Ich akzeptiere mich aber trotzdem mit meinen Unzulänglichkeiten.
    Das ist positiv. Ich tue dies in den meisten Fällen auch - bis auf ein paar Ausreisser, die ich an mir absolut inakzeptabel finde, und dann doch hin und wieder tue. Die Wut auf mich selbst kennt danach keine Grenzen. Aber ich arbeite daran...
    Geändert von Divino (26.12.2008 um 23:05 Uhr)

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