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  1. User Info Menu

    AW: Dauerquatscherei

    Ihr hattet euch über Kollegen geärgert, die dauernd reden.
    Ich versuch das mal zu erklären:
    Ich gehe auch mit meinen Kollegen gemeinsam Essen, und dabei wird
    ständig erzählt. Von den ausgetauschten Informationen sind vielleicht
    20 % tatsächlich neu für den anderen oder wirklich relevant.
    Der Rest ist übers Wetter oder Dinge, die man schon xmal erzählt hat.
    Man könnte die Gespräche also als sinnloses Gelaber abtun. Aber
    ganz so einfach ist es nicht. Dieses Daherreden schafft eine bestimmte
    Stimmung, eine gewisse Vertrautheit, man ist freundlich zueinander,
    man lacht miteinander. Mit Leuten, die nur Monologe halten, geht
    das aber auch nicht, ein Austausch muss schon da sein.
    Man bestärkt damit ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl, glaub ich.
    Sicherlich könnte man das auch anders erreichen. Sich schweigend anlachen.
    Nee, keine Ahnung. Ist in unserer Kultur wohl nich so etabliert.

    Der andere Grund fürs Reden ist: die Leute können nicht unbedingt ihr Inneres
    nicht ertragen, sondern die Stille zwischen sich. Die wird leicht
    als unangenehm empfunden, wenn man sich nich so gut kennt. Es ist für die meisten,
    denke ich, viel schwerer, sich vertraut zu fühlen, wenn sie nicht miteinander
    reden, als wenn sie ein paar Kleinigkeiten austauschen (Wenn man sich jahrelang
    kennt und befreundet ist, ist das was anderes,
    aber speziell unter Kollegen ist das ja eher selten der Fall).

  2. User Info Menu

    AW: Dauerquatscherei

    Hi Blimp!

    Ich glaube, darum ging es hier gar nicht unbedingt.

    Den Stille-Fans ist schon bewusst, warum andere Leute reden, sei es nun aus Selbstdarstellung, Mitteilungsbedürfnis oder zum Überbrücken von peinlichem Schweigen. (Nur das Handy-Gebrabbel gehört zum Unerklärlichen.)

    Der Punkt ist eben, dass einige Zuhörer weniger belastbar sind als andere. Mir ist z.B. völlig egal, warum Fremde oder Freunde abends noch unbedingt bei mir anrufen müssen - ich WILL NICHT zuhören und nicht reden. So geht es ja vielen anderen aus diesem Thread auch.

    Vermutlich sind wir da aber trotzdem weit in der Unterzahl
    Also, wenn jemand merkwürdig ist, dann sind es vermutlich wir.

    Liebe Grüße
    Amanlu

  3. Inaktiver User

    AW: Dauerquatscherei

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ....
    Dann ziehe ich mich mit einem Buch zurück, oder gehe an die Staffelei; bei schönem Wetter wird der "Hundespaziergang" durch den Wald noch weiter ausgedehnt, damit ich das Vogelzwitschern bewußt wahrnehmen kann - als Ausgleich gegen die sonstigen Geräuschkulissen. .....
    ich habe beim spaziergang mit dem hund beispielsweise auch das handy aus. das kann mein umfeld überhaupt nciht verstehen. was mir ziemlich egal ist aber ich will mich bei dem spaziergang um meinen hund kümmern. mit ihm spielen oder auch nur seite an seite laufen. das reicht mir. im gegenteil ständige anrufe stören mich.

    und ich erwarte auch, dass andere das tun, wenn man sich trifft und sich unterhält. ich habe eine freundschaft schon gekündigt, weil sie permanent mitten im gespräch SMS geschickt hat und permanent ans telefon ist. habe mich mehrmals beschwert, nichts gebracht, gut, dann nicht. ich will die aufmerksamkeit meines gegenüber. telefonieren kann man doch auch später oder am tag danach.

    viele lassen sich von der modernen kommunikationsgesellschaft versklaven. ganz schlimm.

    ich bin aber auch einzelkind, meine eltern waren immer ganztags berufstätig. ich war immer auf mich alleine gestellt und hatte niemanden zum kommunizieren. möglicherweise fällt es mir deshalb so schwer sich wegen vermeintliche "lapalien" auszutauschen.
    @dobby: mir wurde deswegen auch schon oft vorgeworfen männliche verhaltensweisen zu haben. eben weil ich nur die für mich wichtigen dinge kommuniziere. was ich einkaufen muss oder wie mein tagesablauf aussieht muss ich nicht mitteilen. ich merke aber dann auch oft, dass mir gerade bei fremden menschen schnell der gesprächsstoff ausgeht. was mich gerade in seminar-situationen dann oft belastet, weil ich ja eigentlich schon gerne die anderen kennen lernen würde.

  4. User Info Menu

    AW: Dauerquatscherei

    Zitat Zitat von Amanlu Beitrag anzeigen

    Ich glaube, darum ging es hier gar nicht unbedingt.

    Den Stille-Fans ist schon bewusst, warum andere Leute reden, sei es nun aus Selbstdarstellung, Mitteilungsbedürfnis oder zum Überbrücken von peinlichem Schweigen. (Nur das Handy-Gebrabbel gehört zum Unerklärlichen.)
    deswegen habe ich ja noch etwas angefügt, was etwas freundlicher klingt
    Ich finds spannend, weil ich früher extrem schüchtern war und kaum was gesagt habe.
    Also nach euerm Geschmack :) Aber ich habe dann eben schwer Leute kennengelernt.
    Und dieses entspannte Verhältnis zu Kollegen, daß ich jetzt habe, wäre mir damals
    nicht möglich gewesen. Mit reden geht das einfach leichter.

  5. Inaktiver User

    AW: Dauerquatscherei

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich beobachte zunehmend männliche Eigenschaften an mir, die im Umgang mit Frauen oder auch Gruppen etwas "unpassend" sind.

    So kann ich es z.B. überhaupt gar nicht abhaben, wenn die Menschen meinen, den ganzen Tag über quatschen zu müssen.

    Mir fällt das schon in der Mittagspause auf: Ich arbeite den ganzen Tag mit Leuten zusammen und kommuniziere viel nach außen (real, Telefon), da muss ich nicht auf noch die Mittagspause weiter quatschen. Ich ziehe mich da am liebsten mit einem Brötchen zurück oder gehe sonstwie spazieren.

    Das gleiche gilt für Bildungsurlaub, Seminare, VHS o.ä., die sich über den ganzen Tag erstrecken: Ich habe keine Lust, auch noch die Mittagspause mit den Leuten zu verbringen, sondern grenze mich in der Regel ab. Entweder schlafe ich im Seminarraum oder gehe spazieren.

    Ich brauche die Zeit für mich, um mich zu sammeln und zu mir zu kommen. Zugegebenermaßen: für viele Leute ist das unverständlich, ich schließe mich damit auch immer wieder selbst aus, manche verstehen es auch, andere halten mich für arrogant oder verklempt, doch das bin ich gar nicht. Eine Frau frötzelte mal: "Die einsame Cowboyin".
    Ich brauche eben nur Regenerationszeit, und außerdem geht mir das permanente Gelaber auf den Keks (schon in der Bahn morgens, die Handydauerquatscherei wegen jedem Pillepups).

    Haben die Leute so wenig mit sich selbst anzufangen???
    Ich kann stundenlang schweigen, während andere Leute um mich herum agieren. Oder ich schweige auch herzlich gerne gemeinsam mit anderen. Nur: Wer kann das wirklich?

    Ich bin anders, ich weiß
    Ich hab jetzt nur dein Eröffnungspost gelesen und sag dazu: ja, du bist anders. Du bist wie ich!

    Ehrlich: ich frag mich auch, was jeder den ganzen Tag zum Beispiel ins Handy zu quaken hat. Ich hasse telefonieren und geh oft daheim schon gar nicht mehr hin, meine Liste der höflichkeitshalber zu tätigenden Rückrufe ist uferlos - aber mir gibt das Dauerblabla nichts. Lieber treff ich mich mit jemand und führe ein Gespräch, gern auch länger, wo ich mich aber auch mit dem Gegenüber auseinandersetze und zuhöre und was erfahre, aber nicht dieses Dauerwichtigkeitsbestätigungsblabla. Brauch ich nicht, will ich nicht, mach ich nicht.

    Trotzdem kenn ich Unmengen von Leuten und hab viele Kontakte, das hat für mich keinen Zusammenhang.

  6. Inaktiver User

    AW: Dauerquatscherei

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hab jetzt nur dein Eröffnungspost gelesen und sag dazu: ja, du bist anders. Du bist wie ich!
    Ich bin sehr sehr dankbar für eure vielen Antworten und überhaupt das Gefühl zu haben, dass andere Leuten so ähnlich empfinden wie ich.


    Ehrlich: ich frag mich auch, was jeder den ganzen Tag zum Beispiel ins Handy zu quaken hat. Ich hasse telefonieren und geh oft daheim schon gar nicht mehr hin, meine Liste der höflichkeitshalber zu tätigenden Rückrufe ist uferlos - aber mir gibt das Dauerblabla nichts. Lieber treff ich mich mit jemand und führe ein Gespräch, gern auch länger, wo ich mich aber auch mit dem Gegenüber auseinandersetze und zuhöre und was erfahre, aber nicht dieses Dauerwichtigkeitsbestätigungsblabla. Brauch ich nicht, will ich nicht, mach ich nicht.
    Ich merke auch, dass ich viel lieber schreibe als rede. Ich mochte noch nie stundenlanges Telefonieren. Entweder treffe ich die Menschen lieber persönlich und rede gut und intensiv, oder ich schreibe auch sehr gerne Mails, weil ich gerne schreibe und meine Gedanken so auf Papier bringe....

  7. Inaktiver User

    AW: Dauerquatscherei

    telefonieren mag ich auch nicht
    eine freundin von mir ruft an, um den genauen treffpunkt auszumachen und erzählt dabei was sie am tag zuvor erlebt hat kann man doch erzählen wenn man sich trifft

    ODER
    lass uns am samstag treffen, ich rufe nochmal an, um zu sagen wann und wo
    hallo???? las uns doch gleich ausmachen wo und wann wir uns treffen, wieso müssen wir nochmal telefonieren?

    seufz
    zwischenmenschliche kommunikation ist schon schwierig

  8. Inaktiver User

    AW: Dauerquatscherei

    Zitat Zitat von Blimp Beitrag anzeigen
    Dieses Daherreden schafft eine bestimmte
    Stimmung, eine gewisse Vertrautheit, man ist freundlich zueinander,
    man lacht miteinander. Mit Leuten, die nur Monologe halten, geht
    das aber auch nicht, ein Austausch muss schon da sein.
    Man bestärkt damit ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl, glaub ich.
    Du hast schon Recht, ein gewisser Austausch ist wichtig, damit man sich 'zugehörig' fühlt. Allerdings gibt es da eben eine Bandbreite, und hier im Thread sind wohl halt eher die 'Wenig-Quatscher' (zu denen ich ja auch gehöre) unterwegs.

    Ich rede gerne mit meinen Kollegen, will mich aber nicht genötigt fühlen, selber zur Dauerquatscherin zu werden, nur weil andere Leute nicht verstehen können, dass man ein weniger starkes Mitteilungsbedrüfnis hat. Zudem gibt es eben Leute, die ohne Punkt und Komma andere Menschen zulabern, da kriege ich Fluchtreflexe - ganz im Ernst, das hat nicht unbedingt was mit der Person an sich zu tun.

    Außerdem geht es mir so, dass das Zugehörigkeitsgefühl gegenüber Menschen nicht zwangsläufig mit der Menge an ausgetauschten Worten proportional ist, da gibt es noch andere Aspekte.

  9. Inaktiver User

    AW: Dauerquatscherei

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    telefonieren mag ich auch nicht
    eine freundin von mir ruft an, um den genauen treffpunkt auszumachen und erzählt dabei was sie am tag zuvor erlebt hat kann man doch erzählen wenn man sich trifft

    ODER
    lass uns am samstag treffen, ich rufe nochmal an, um zu sagen wann und wo
    hallo???? las uns doch gleich ausmachen wo und wann wir uns treffen, wieso müssen wir nochmal telefonieren?

    seufz
    zwischenmenschliche kommunikation ist schon schwierig
    Am Telefon bin ich auch immer ganz kurz und sachlich, manche Leute finden das wahrscheinlich abschreckend .
    Aber ich habe mittlerweile auch schon einige Gleichgesinnte kennengelernt .

  10. User Info Menu

    AW: Dauerquatscherei

    @ Kebmo
    und ich erwarte auch, dass andere das tun, wenn man sich trifft und sich unterhält. ich habe eine freundschaft schon gekündigt, weil sie permanent mitten im gespräch SMS geschickt hat und permanent ans telefon ist. habe mich mehrmals beschwert, nichts gebracht, gut, dann nicht. ich will die aufmerksamkeit meines gegenüber. telefonieren kann man doch auch später oder am tag danach.

    viele lassen sich von der modernen kommunikationsgesellschaft versklaven. ganz schlimm.
    Ich finde es auch unmöglich, wenn man während eines persönlichen Gesprächs dauernd Gespräche annimmt oder gar selbst noch SMS schreibt oder anruft. Ein Anruf oder eine SMS in dringenden Fällen ist okay, und selbst da entschuldigt man sich beim Gesprächspartner. Sonst bekommt der nämlich schnell den nicht ganz unzutreffenden Eindruck, er sei grundsätzlich nachrangig gegenüber jedem, der anruft. Das finde ich respektlos. Entweder, man nimmt sich Zeit für jemandem und lässt dann auch nicht dauernd Unterbrechungen zu, oder man lässt es.

    Ich hatte mal eine wesentlich jüngere Bekannte, die das auch praktiziert hat, und der habe ich gesagt, dass mich das äußerst stört. Der Kontakt ging dann aber aus anderen Gründen verloren.

    Ich schreibe lieber als dass ich telefoniere, es sei denn, es geht nicht anders oder ist telefonisch besser. Ich mag auch diese Kollegen nicht, die bei mir vorbei kommen und dann irgendwas von mir wollen. Da sag ich öfters mal: „Schreib mir eine Mail dazu.“ Ich sehe nicht ein, dass ich mich ständig aus meiner momentanen Beschäftigung rausreißen soll, um jemandem zuzuhören und mich mit was völlig anderem zu befassen, wenn der mir das auch in ein paar Sätzen aufschreiben kann, und ich mich dann drum kümmern kann, wenn ich die Zeit dazu habe. Schließlich checke ich auf der Arbeit immer wieder meine Mails, weil ich oft Sachen zugearbeitet kriege, die ich brauche, um mit meiner Arbeit weiterzukommen.

    Ich besitze zwar ein Handy, benutze es aber nur in Ausnahmefällen, z.B. für Verabredungen. Ich sehe gar nicht ein, dass ich ständig für Hinz & Kunz verfügbar sein soll, wo ich gehe und stehe. Ich bin froh, dass ich nicht in so einem Job arbeite, wo man ständig erreichbar sein muss. Ich würde echt abkotzen.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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