Da wir da so etwa auf gleicher Wellenlänge liegen, hab ich mal ne neugierige Frage: Was glaubt Ihr, woher kommt diese Eigenschaft? Wie seid Ihr aufgewachsen, als Einzelkind oder in einer lebhaften Großfamilie? Liegt es an den Genen? Ich selbst bin Einzelkind und hatte eigentlich selten großartigen Trubel um mich herum. Vielleicht bin ich das einfach nicht gewohnt? Was meint Ihr dazu?
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Thema: Dauerquatscherei
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14.12.2008, 16:49Inaktiver User
AW: Dauerquatscherei
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14.12.2008, 17:36Inaktiver User
AW: Dauerquatscherei
Elkhoer,
ich bin davon überzeugt, dass es mehrere Faktoren sind.
Zum einen hat man ein sehr reiches Innenleben, einen guten inneren Dialog mit sich selbst und braucht nicht ständig diese Bestätigung und Berieselung von außen. Ich hab auch oft keinen Bock auf Blabla, sondern denke lieber über irgendwas Schönes nach. Warum sollte ich labern oder noch schlimmer: permanent zuhören müssen, nur weil die anderen es wollen???
Zum anderen hat das durch die Reizüberflutung eben sicher auch genetische Anteile. Wahrnehmungsstil, hohe Sensibiltät, Ruhebedürfnis.
Ob da auch Erziehung mit eine Rolle spielt, kann ich nicht beantworten.
Wir hatten immer viel Trubel zuhause, ich war aber immer eher der, der sich irgendwann rausgezogen hat.
Für mich hat das mit einsamer Cowboy nichts zu tun, ich kann damit ja auch leben, es mangelt mir nur oft an Verständnis von der anderen Seite aus (ich hasse zB auch diese ständigen Telefonate).
Ich komme lieber sehr eng für eine zeitlang mit Menschen zusammen, und geh dann wieder in meinen Ich-Zustand in Ruhe und Abgeschiedenheit.
Klassenfahrten?
Für mich ein Horror schlechthin, weil man rund um die Uhr mit allen möglichen Leuten zusammen sein musste, auch solchen, die man überhaupt nicht mochte.
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14.12.2008, 18:10
AW: Dauerquatscherei
Das mit der Reizbarkeit glaube ich auch. Also, jetzt nicht Reizbarkeit im Sinne von schlechter Laune, sondern einfach die Unfähigkeit, zu viele und zu aufdringliche Umweltreize verarbeiten zu können.
"Überempfindlich" ist zwar auch so ein negatives Wort, trifft es aber vermutlich.
Mir ist und war z.B. auch immer völlig unverständlich, wo der Spaß an Rockkonzerten, Discos oder verrauchten Keipen mit Fußball-TV liegt.
Mein liebster öffentlich Ort ist die Bücherei, weil ich weiß, dass man da keinen Krach machen darf
Ich habe eine Schwester, und meine Familie ist insgesamt eher leise. Meine Ma arbeitete als Gemeindeschwester und machte immer einen Mittagsschlaf, weil sie um 4.30 Uhr aufstehen musste. Da war es für uns Kinder von Anfang an selbstverständlich, dass wir uns in dieser Zeit ruhig beschäftigten, und das konnten wir auch.
Mein Vater ist allerdings ein lauter Typ, der laut lacht und auch laut brüllt, wenn er sauer ist. Sowas macht mir heute keine Angst mehr, aber ich finde es immer noch unangenehm.
Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht selbst auch mal laut werden könnte - beruflich muss ich sogar öfter - aber das ist irgendwie recht anstrengend.
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14.12.2008, 18:28
AW: Dauerquatscherei
Ich gehöre auch dazu!! Bei mir liegt es zum großen Teil sicher daran, dass ich im Großraumbüro arbeite, meine Kolleginnen mir alle viel erzählen, und dass ich auch noch einen Job habe, in dem ich recht viel telefonieren muss (werde angerufen).
Genau dieses Genießen meiner inneren Welt und den Dialog mit mir selber brauche ich ganz stark, und das ist auch in der Partnerschaft nicht immer einfach, weil ich manchmal gaaanz tief in meinen Gedanken stecke, wenn mein Freund mich irgendetwas fragt.... das ist so ungefähr der einzige Punkt, der mich am Zusammenleben sehr stört und einschränkt, denn ich bin abends gerne mal richtig "autistisch", kennt Ihr das auch?
Ich habe mittlerweile schon fast eine Telefon Phobie, was meinen privaten Bereich betrifft, und gehe abends so gut wie nicht mehr ans Telefon.
Dabei bin ich sonst ein sehr kommunikativer Mensch mit vielen Freundinnen, aber all das kann ich nur leisten, wenn ich meine Batterien durch Zeit mit mir selber wieder aufladen kann. Bin froh, dass es Anderen durchaus genau so geht.
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15.12.2008, 11:36Inaktiver User
AW: Dauerquatscherei
Hallo, auch ich gehöre mit zu denen, die die Stille / Ruhe hin und wieder "nötig" hat, um wieder neu "aufzuladen".
Dann ziehe ich mich mit einem Buch zurück, oder gehe an die Staffelei; bei schönem Wetter wird der "Hundespaziergang" durch den Wald noch weiter ausgedehnt, damit ich das Vogelzwitschern bewußt wahrnehmen kann - als Ausgleich gegen die sonstigen Geräuschkulissen. Wir waren eine Großfamilie, in der immer irgendetwas los war! Aber, auch in der Zeit habe ich mich schon lieber zurück gezogen - am liebsten raus in die Natur, egal, wie das Wetter war!
Aber, ich denke, es hängt bei mir auch damit zusammen, dass ich leider von Geburt an einseitig fast taub bin (meine Ma hatte während der Schwangerschaft die Röteln), so dass ich irgendwann mehreren Gesprächspartnern (z. B. bei Familienfeiern) nicht mehr konzentriert zuhören kann - es wird dann nur noch eine kompakte Geräuschwelle, der ich nicht mehr folgen kann.
Daher finde ich es sehr schön, wenn ich mich auf schriftlichem Wege austauschen kann, denn die Kommunikation empfinde ich als sehr wichtig, um gesellschaftlich nicht ins Aus zu geraten. Allerdings gehören auch für mich laute Handygespräche in der Öffentlichkeit in die Kategorie "Selbstdarstellung" und sind einfach nervig!
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15.12.2008, 12:34
AW: Dauerquatscherei
Also, ich bin eher in einer Familie mit Trubel aufgewachsen, was mir nie Probleme bereitet hat. Trotzdem bin ich auch eher diejenige, der ständiges Sabbeln bzw. eher das ständige Bereitseinmüssen zum Small Talk meistens unangenehm ist. Telefonieren mag ich schon gleich gar nicht (und würde ich nicht so gerne surfen und bräuchte dafür einen Festnetzanschluss, hätte ich nur ein Handy für wichtige Mitteilungen), und verrauchte Kneipen und Discos sind mir (auch wenn es in meiner Jugend für eine gewisse Zeit mal anders war) ein Greuel. Da bleibe ich lieber zu zweit - oder zur Not auch alleine - zu Hause und lese, surfe oder schreibe E-Mails.
Ein- bis zwei Mal im Jahr gehe ich allerdings schon mal gerne zu einem Pop-/Rockkonzert, aber auch nur, wenn ich gute Platzkarten bekomme und wenn mich die Musik/der Künstler wirklich sehr interessiert (also nicht der lauten Musik/des Events an sich wegen).
Ich muss dazusagen, dass ich innerhalb der Familie oder gegenüber sehr guten Freunden beizeiten schon auch mal Gas geben kann (z. B. wenn mich etwas sehr aufregt). Aber das sind bestimmte Fälle. Und in dem Maß kann ich es auch bei anderen ertragen. Aber Leute, die jeden Tag ununterbrochen quasseln - nee... Besonders solche, die, wenn Du dann auch mal etwas erzählst, mit ihren Gedanken schon beim Formulieren ihres nächsten Redeschwalls sind und nur abwesend nicken als Antwort auf Deine Worte, bevor sie endlich wieder loslegen können, gehen für mich gar nicht.
Laute Handygespräche wegen eigentlich nix sind mir auch peinlich, weshalb ich so etwas vermeide.
Ich glaube, das "Sichzurückziehen-/SichmitseineneigenenGedankeninRuhebeschäftigenwoll en" ist eine Charaktereigenschaft (für die zum großen Teil die Gene verantwortlich sind).
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15.12.2008, 12:35
AW: Dauerquatscherei
Von Handygesprächen und Musikbeschallung in der Öffentlichkeit kann ich mich ganz gut abgrenzen. Ich finde es eher peinlich für die Leute selbst, wenn sie unbedingt meinen, ihre Beziehungsprobleme per Handy in der vollen U-Bahn klären zu müssen.
Was mich nervt, sind Leute, die ihre Mitteilungen an andere nicht strukturieren können und einen buchstäblich zutexten, Leute, die ohne Punkt und Komma labern und nichts filtern.
Aufmerksamkeit ist heutzutage ein wertvolles Gut, und ich empfinde es als ermüdend und meine Zeit und Energie verschwendend, wenn mich jemand zuquatscht. Ich habe inzwischen auch kein Problem mehr damit, die Gesprächsführung zu übernehmen und demjenigen zu sagen, dass er bitte auf den Punkt kommen möchte, weil ich nicht ewig zuhören kann. Und zu nervige Vielschwätzer versuche ich nach Möglichkeit zu meiden. Ich hatte da mal einen Kollegen, der mir im privaten Gespräch ständig ein Ohr abgekaut hat.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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15.12.2008, 15:05
AW: Dauerquatscherei
WOOOWWWW ... Ich habe endlich Gleichgesinnte gefunden!!! Das ist schön

Es gibt so viele Parallelen zu euren Threads ...
Auch ich habe mittlerweile eine private Telefonphobie und gehe abends auch nur noch ans Telefon, wenn es jemand von meiner Familie oder mein Freund ist. Aber selbst ihn lasse ich manchmal noch mal anrufen, weil ich gerade einfach essen will
Ich denke dann oft: "Oh je, wenn die anderen das wüßten..." Meine Freunde und auch mein Freund sind übrigens ganz anders: immer kommunikativ und interessiert, Freunde so oft wie möglich zu sehen - meine Familie ist da eher mir ähnlich ...
Ich habe oft das Gefühl, von Reizen überflutet zu sein und muss mich deshalb zurück ziehen ... Ich bin Migränikerin und wenn's zuviel ist - was Gott sei Dank nicht mehr so oft vorkommt - sagen mir die Schmerzen schon: Jetzt geht nur noch Rückzug ...
Man sagt mir nach, dass ich sehr schnell denken kann. ch sage das jetzt nicht, weil ich angeben will, sondern um deutlich zu machen, dass ich eigentlich immer auf Hochtouren laufe, sobald ich im Kontak mit anderen bin. Menschen, die eine lange Leitung haben, machen mich WAHNSINNIG!!!
Genauso WAHNSINNIG machen mich Menschen, die immer und immer ihren Senf dazu geben müssen: "Ich hatte auch Schnupfen und bei mir war das so und so ..., ich war auch dort im Urlaub und bei mir war das so und so ..., ich auch, ich auch, ich auch ..."
Das sind sicher Menschen, die immer das Gefühl haben, zu kurz zu kommen ... Leider kann ich mich nicht gegen die wehren, eben weil die immer so laut und übergriffig sind, da habe ich dann immer das Gefühl, zu kurz zu kommen und das macht mich echt wütend ...
Gerade die Mittagspause ist dann alles andere als erholsam.
Auch ich habe einen Job, der eigentlich ausschließlich von der Kommunikation lebt ... und hier kommuniziere ich gerne - mal laut mal leise.
Ich weiß immer nicht, was zuerst da war: Ziehe ich mich im Privatleben so zurück, weil ich diesen Job habe oder brauche ich diesen Job, weil mein Privatleben eher leise und zurückgezogen ist??
Habe ich die Freunde und meinen Freund, weil ich in ihnen das Extrem zu mir suche, oder bin ich extrem leise, weil sie so laut sind??? (im übertragenen Sinn)
Oh je, jetzt habe ich aber gequatscht - schreiben find ich toll
NicellaGeändert von Nicella (15.12.2008 um 15:09 Uhr)
Ich muss nicht so sein wie andere, denn Andere gibt es schon genug!
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15.12.2008, 17:54
AW: Dauerquatscherei
Oh da sprichst Du mir aus der Seele!! Ich rede heute noch nach Jaaaahren manchmal über die Unfaßbarkeit einer Kollegin, die jeden verdammten Handgriff kommentierte: "Ach, da liegen ja Rechnungen! Die leg ich gleich mal da rüber. Ups, der Zettel wegen der Weihnachtsfeier...muß ich noch...so, erledigt...rababarababarababaaaaa". Teilweise hätte ich abends echt töten können.

Musikbeschallung finde ich dann schwierig, wenn die Musikrichtung so ganz und gar nicht meine ist. Das finde ich ist Körperverletzung!
Und in einem Supermarkt bin ich sogar mal hingegangen und habe gefragt ob die mal leiser drehen können, ich könnte mich überhaupt nicht konzentrieren. Nö, wäre von der Hauptstelle vorgegeben. Lautstärke soundsohoch. Fertig. 

Ich glaube hauptsächlich nervt einen Gebrabbel, wenn es einem inhaltlich völlig latte ist, das, was da rüberkommt. "Nachher wasche ich mir die Haare". Oder sowas enorm mitteilungswertes. *nudelholz*
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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16.12.2008, 13:44
AW: Dauerquatscherei
Ich hatte mal ans Cinemaxx-Kino geschrieben und ähnlich gefragt, ob man die Lautstärke der aktuellen Filme wirklich so hochdrehen muss, dass ich in beinahe jeder Reihe ein oder zwei Leute sehen konnte, die sich regelmäßig die Ohren zu hielten (ich inklusive).Und in einem Supermarkt bin ich sogar mal hingegangen und habe gefragt ob die mal leiser drehen können, ich könnte mich überhaupt nicht konzentrieren. Nö, wäre von der Hauptstelle vorgegeben. Lautstärke soundsohoch. Fertig
Antwort: Lautstärke sei doch sehr subjektiv, sie könnten sich da nicht nach jedem einzelnen richten.
Soweit ich weiß, kann man Lautstärke messen, was soll daran subjektiv sein?


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