Damit hast Du wohl sehr recht! Manchmal jammert man rum und im Grunde ist man einfach nur in diesem Augenblick ein kleiner schwacher Mensch - nicht mehr und nicht weniger,aber es passieren Dinge auf unserer Welt, die unsere Probleme und Sorgen noch viel kleiner machen. Du hast recht, man muss dankbar sein.![]()
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17.12.2008, 00:30Inaktiver User
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
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17.12.2008, 00:37Inaktiver User
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Du weißt schon, wer a - sagt, muss auch baer-sagen.
Danke!
Wobei ich mir gerade überlege, ob es Feinfühligkeit ist oder ob ich nicht doch vielmehr eine Mimose bin - nicht unbedingt im positiven Sinne. Im Grunde weiß ich doch, dass das Empfinden oder die Wahrnehmung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist - und hier sollte lieber rationales Denken einsetzen und nicht mimosenhafte Rückzieher. Hm...
Vielleicht kurz am Rande, etwas, das mich heute wieder zum Nachdenken gebracht hat: Testweise (wie das klingt), habe ich ein paar Menschen erzählt, dass ich heute meine Heilpraktikerin aufsuche, weil es mir schlecht geht.
Okay, ich weiß jetzt, was los ist - gefragt hat aber niemand. Es gibt verschiedene Varianten:
1. Ich bin tatsächlich einfach unwichtig
2. Diese Menschen sind im Streß und sehr mit sich beschäftigt
Ich für mich habe wenigstens ausreichend Dinge, die ich verarbeiten kann.
Anima
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17.12.2008, 18:26
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Liebe Anima,
zum Dankbar sein wollte ich noch was Kleines sagen:
Dankbar sein bedeutet für mich nicht, meine Bedürfnisse und Klagen zu verleugnen. Es bedeutet vor allem, den Focus einfach mal auf was Anderes zu richten. Die Blickrichtung zu ändern. Es liegt ja an mir, ob ich nach links oder rechts schaue. Ob nach vorne oder hinten. Ob nach oben oder unten. Mein Blickwinkel ändert zwar nichts an den Tatsachen der Welt, aber er ändert langsam aber stetig meine innere Haltung.
Ich merke gerade, wie schwer es ist, die innersten Überzeugungen zu schreiben. Aber du bist 'ne kluge Frau, du verstehst mich schon
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Geändert von beklamo (17.12.2008 um 18:30 Uhr)
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17.12.2008, 18:29
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Ach und noch was:
Natürliich bist du wichtig. Ich geb's dir hiermit schriftlich, zum Ausdrucken, an die Küchenzeile hängen und jeden Morgen lesen:
Anima ist wichtig.
Und die Menschen, denen du nicht wichtig bist, die sollten es auch nicht für dich sein, und deren Meinung ist auch nicht relevant für dein Leben. Oder sollte es nicht sein. Die Energie kannste gut woanders einsetzen.
LG, beklamo
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17.12.2008, 18:38Inaktiver User
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Beklamo
- ich verstehe Dich sehr sehr gut, das ist schön!
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17.12.2008, 23:22Inaktiver User
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
hallo anima,
a_baer wer a sagt muss nicht b sagen.
obwohl, hm-ich habe ein großes bild gemalt und das heisst:
von a-meise zu b-meise.
naja, mir gefällt es.
warum siehst du denn eine mimose nicht so positiv an?
und warum ist rationales denken sooo wichtig für dich?
und zu deinen begegnungen: es sind wahrscheinlich nicht die 'richtigen' menschen zur rechten zeit für dich.
für dich mal kurz:
b_baer grüßle
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17.12.2008, 23:53
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Anima


Ich weiß nicht - wenn die Menschen um dich wirklich so sind - dann sind sie es entweder gewohnt, oder/und nicht richtig.
Natürlich zählt in einer Freundschaft mal mehr der eine, mal mehr der andere. Jemand, der über dich hinweg fegt, ist kein Freund.
bblumeflying is the art of falling to the ground without touching
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19.12.2008, 17:07Inaktiver User
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Ich habe mir Eure Worte durch den Kopf gehen lassen und die Mitwirkung im Nachbarstrang über "Emotionen" hat mich nachdenklich werden lassen.
Ich schätze einfach, dass ich wirklich in einigen Fällen zu sehr meine Empathie habe ausnutzen lassen.
Vielleicht ist "ausnutzen" nicht das richtige Wort, ich habe schließlich auch nicht "nein" gesagt, trage auf jeden Fall auch die Verantwortung für mich selbst.
Im Augenblick gibt es außer meiner Familie, Eltern, Geschwister nur einen Menschen, von dem ich mir alles sagen lassen kann und dem ich auch weiterhin zuhöre, ohne dass es mich belastet. Für mich ungewöhnlich - es ist keine Frau.
Zurück zu meinen bisherigen "Einsätzen": Ich weiß, dass ich gut zuhören kann und dabei so einiges sehe und verstehe, das der Ratsuchende quasi "übersieht". Aber es gab in der letzten Zeit Situationen, wo ich tagtäglich mit den gleichen Situationen von Ratsuchenden konfrontiert war, dass ich einfach nicht mehr gekonnt habe. Ich konnte nicht täglich Trost und Rat geben, ich fühlte und fühle mich noch - ziemlich ausgebrannt deswegen.
Deswegen komme ich auch auf die Frage von a_baer zurück
, warum ich mir so sehr das rationale Denken wünsche: Ich bin auf der Suche nach Frieden und einer Pause, denn wenn zuviele Eindrücke auf mich zukommen, die bei mir Emotionen hervorrufen, fühle ich mich gerade überfordert.
Im Augenblick ist es so, dass ich mich zurückziehe, andere auch - aber einmal wirklich nachfragen, wie es mir geht - daran erkenne ich wohl, wer wirklich den Menschen Anima in mir sieht.
Anima
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19.12.2008, 19:01
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Liebe Anima,
zunächst mal noch eins: Dass du für viele Anlaufstelle Nummer eins bist, weil du ein empathischer und mitfühlender Mensch bist, ehrt dich. Du bist wohl einer der Menschen, von denen man auf der Welt viel mehr bräuchte. Aber leider wirst du ausgenutzt, was einem oft passiert wenn man gerne hilft und zur Seite steht.
Mir ging's ja bekanntermaßen auch immer so. Ich habe auch noch einen sozialen, beratenden Beruf, so dass ich irgendwann der irrigen Meinung unterlegen bin, für andere die Welt retten zu müssen. Und war dann irgendwann am Rande meiner Energie. Eine kluge Kollegin hat mir dann mal folgendes gesagt: "Überlege immer: Was ist dein Arbeitsauftrag." Ja was soll ich sagen, der lautet nie, dass ich die Welt retten soll.
Diesen Gedanken habe ich mir in abgewandelter Form auch privat angeeignet. Wenn so ein Energieräuber daher kommt, der gnadenlos meine Zeit, meine Gedanken, meine Ideen in Anspruch nehmen möchte, aber umgekehrt nie für mich da ist, dann frage ich mich eben "was ist meine Funktion hierbei". Und bei eigennützigen, egoistischen Menschen ist meine Funktion "mich selbst schützen und abgrenzen".
Du hast Recht, es sind nur ganz, ganz wenige Menschen, die unsere intensive Zuwendung "verdienen". Nach meiner Trennung nach fast 15 Jahren Ehe haben (die jetzt schon ein paar Jahre zurückliegt) haben mich meine Geschwister zum Beispiel bis heute noch nicht mal gefragt wie es mir geht. Geschweige denn ihre Hilfe angeboten.
Anfänglich war ich bis ins Mark enttäuscht und getroffen. Dann habe ich erkannt, dass eben auch Geschwister ganz normale Menschen sind, die nicht automatisch mitfühlend sind, nur weil sie sehr nah verwandt sind. Also habe ich den Gedanken an deren Hilfe losgelassen. Und seit ich nichts mehr erwarte, geht's mir da besser.
Der langen Rede kurzer Sinn: Spare deine Kräfte auf für dich und die wenigen Menschen die es wert sind.
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19.12.2008, 23:49
AW: Anlehnungsbedürfnisse - aber niemand da
Dazu möchte ich mich noch einmal einbringen:
meine Mutter hat zu mir als Kind immer gesagt, ich solle mich doch nicht mit so "schwierigen Menschen" abgeben, mich nicht von ihren Problemen so in meinem eigenen Leben beeinflussen lassen, stattdessen solle ich mich doch um mich und meine eigenen Probleme kümmern.
Aber diese Mutter ist heute ganz einsam und hat ausser ihren Geschwistern keine Freunde, hatte nie wirkliche Freunde!
Und ich denke, es hat damit zu tun, dass sie nie jemanden für so viel "wert" erachtete, ihre Empathie zu vergeben. Mein Engagement und Mitgefühl für die Probleme oder einfach nur Lebensbedingungen von Freunden hat sie mir ganz klar als Schwäche ausgelegt-
Ich glaube das genau ist die Haltung, die die meisten Menschen haben, die sich zwar ohne Bedenken selbst ihre Hilfe, ihren Rat und ihre seelische Unterstützung bei Freunden "holen", sich aber schnell zurückziehen, sobald sie ihrerseits gefordert wären.
beklamo, meiner Meinung nach sind sie deswegen trotzdem nicht weniger wert! Anima nicht, mir auch nicht! Im Gegenteil: gerade ihr freundschaftliches Urteil, das Mitgefühl derer, mit denen man selbst so viel Mitgefühl hat, wäre doch so besonders wichtig und gebraucht!
Umgekehrt erscheint es, dass SIE uns diesen Wert nicht geben!!!
Anima, ich kann so gut verstehen, dass Du Dich zurückziehst, es geht mir ebenso. Ich glaube, es ist eher ein Aufsparen der Kraft für uns selbst, als für die Menschen, die es "wert" wären.
Ich habe den Verdacht, dass dieses im Grunde wirklich empathische "sich kümmern", das ganz ohne Arg und List so selbstlos und mitfühlend gegeben wird, ohne direkt auf eine Gegenleistung hinzuweisen, eigentlich eine Art untertäniger Geste ist: SELBSTLOS! Das ist das Gegenteil eines auf sich selbst bedachten Egoismus! In der ehrlichen und warmherzigen Gabe glaubt man, nicht nur selbst erkannt zu werden, sondern auch Erwiderung zu finden, auf die man sich selbst einmal stützen kann.
Leider bin ich so desillusioniert und im Moment auch resigniert, dass mein Wortbeitrag hier nicht viel zu sagen hat. Ich habe mit Menschen die Lebenserfahrungen machen müssen, dass sie sich mit meinen Problemen regelrecht nicht "die Hände schmutzig" machen wollen, beim Abwischen meiner Tränen nicht "nass" werden wollen, und denen die Zeit mir zuzuhören zu schade ist, wenn es beginnt sie zu langweilen oder gar anzustrengen und sie selbst für sich keinen Nutzen daraus mehr ziehen können.
Es widerstrebt mir so ungeheuer, daraus die Lehre ziehen zu sollen, es genauso wie sie machen zu müssen.
Und noch schlimmer finde ich, dass ich bei mir die Bereitschaft zum empathischen Kontakt mit Menschen zweitweise völlig verliere, weil ich eben auch meine Kräfte versiegen fühle, nicht nur ihretwegen, sondern meinetwegen.
Da verzichte ich lieber auf jede Art der Illusion von "Anlehnung", die in sich zusammenfällt, sobald man beginnt, sich wirklich anlehnen zu wollen, und im übertragenen Sinne das Gewicht neigend verlagert. Ich bin noch jedesmal "fallengelassen" worden, statt aufgefangen, wie ich es so oft mit Freunden meinerseits aber gemacht habe, gekonnt habe!
Liebe Anima,
so weit darf es nicht kommen!
Man darf diese Fähigkeit der Empathie und des "Sehens" in die Seele von Anderen nicht verschütten1
Ich weiss zwar nicht, wie: aber man muss sich selbst mehr wert sein, und vielleicht viel eindrücklicher um Verständnis und Hilfe und ganz einfachen, primitiven Beistand im Leben bitten, sogar als Gegenleistung.
Aktiv, nicht passiv wartend.
In diesem Sinne ganz liebe Grüße von Jette.



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