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  1. User Info Menu

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Herrlich dieser Strang, eine Fundgrube an nachvollziehbaren und kommentierbaren Statements!

    @ Latona:

    Pippi Langstrumpf ist eine positive Märchenfigur, und ich finde sie für Mädchen bestärkender als die passiven Dornröschen, Schneewittchen und Aschenputtel.
    etwas OT: Märchen kann man umschreiben! Kennst du die modernisierte Schneewittchen-Version von Dumas/Moissard "La belle histoire de Blanche-Neige"? (französisch) Humoristisch - aus der bösen Stiefmutter wird madame la présidente, die für die Gleichberechtigung kämpft und Schneewittchen ist die beste aller Frauen, die sich dadurch auszeichnet, dass sie (im Gegensatz zu den anderen) weder Pfeife raucht, noch beim Kartenspiel in der Kneipe hockt...

    @ Violine:

    Danke, dass du die Matroschka eingebracht hast - das war ein Bild, das mich durch meine gesamte Jugend und die (noch nicht abgeschlossene) Phase der Selbstfindung begleitet hat, weil ich das Gefühl hatte, in mir stecken so viele Persönlichkeitsansätze, nur eben in unterschiedlicher Ausprägung...

    @ Malina:

    In Kindheit und Jugend waren für mich glaube ich Frauen (oder Mädchen), mit denen ich mich identifzieren konnte, wichtiger als solche, an denen ich mich orientieren konnte. Also eher das Bedürfnis, mich zu vergewissern, dass es noch andere gibt, die so wie ich sind (eher still und schüchtern) als die Suche nach Vorbildern, in deren Richtung ich mich entwickeln könnte.
    Witzig, bei mir war's fast genau umgekehrt: Am meisten bewundert habe ich Leute (meistens doch Mädchen) die ähnliches "Material" hatten wie ich (Aussehen, Ausgangs-Eigenschaften des Charakters), daraus aber mehr gemacht haben, also mehr Erfolg im Leben hatten (ob sie nun mehr Freunde hatten, bessere Noten, glücklicher waren, ein angenehmeres Auftreten hatten). Gedanke dabei: Das kann ich auch!

    Anbel

  2. User Info Menu

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Ich war das gegenteil von den meisten Usern hier. ICH habe zu den "biederen" Frauen aufgeschaut und wollte sein wie sie. Die Mutti, die mit dem Mittagessen auf ihre Kinder wartet, ganz Frauchen ist, sehr anpassungsfähig, so wollte ich sein. Ich wollte nie eine Pipi sein, nicht frech, nein, ich wollte jedem gefallen. Gefallen haben mir Figuren wie Anne von den "Fünf Freunden" oder Gaby von TKKG.

    Warum? Weil ich das nicht hatte. Ich bin in der Grossstadt aufgewachsen, gesegnet mit feierwütigen und vielbeschäftigten Eltern. Meine Umgebung war nicht immer in dem Sinne kindgerecht, ich habe unzählige Tage im Studentenheim verbracht und war bei den Parties dabei. Wo was los war, waren Mutti und ich.

    Das grosse Problem war mein zudem cholerisch veranlagter Vater. Ich durfte z.B. nie vor dem Mittag am WE laut sein im Sinne von "Spiellautstärke", sonst gab's Dresche. Schliesslich musste man ausschlafen.
    Ach, was habe ich mich nach einer anderen Familie gesehnt!

    So wie meine Mutter wollte ich nie werden. Ob's geklappt hat? Nö. Oder teils, teils? Ich habe nach langen Jahren verschiedener Therapien meine sehr ausgeprägte Dominanz in meinen Beziehungen in den Griff bekommen. Ich habe geheiratet, ein Kind bekommen und bin zur Zeit 2 Tage in der Woche berufstätig. Trotzdem fühle ich mich im Kreise der anderen Muttis nicht wirklich zugehörig. Aber vielleicht habe ich bisher einfach die falschen Muttis getroffen

  3. User Info Menu

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wir könnten also jetzt zu der Frage kommen, ob der Mensch Vorbilder braucht?
    Eine der Vorgängerinnen hat gefragt, warum man sich denn nicht zu dem entwickeln sollte, was frau ist, auch ohne Vorbilder? Ich denke auch, daß vieles schon in einem ist und nur einen Weg sucht, sich auszudrücken. Und ich denke, das Vorbilder ein Katalysator sind für die eigene Persönlichkeit. Sie fördern etwas viel schneller zutage, was sich sonst mühsam und langwieriger einen Weg an die Oberfläche hätte bahnen müssen.
    Also, ich denke, der Mensch braucht zu seiner eigenen Entfaltung nicht zwingend Vorbilder, aber es hilft ungemein und ist sehr wertvoll für die eigene Entwicklung, welche zu haben.
    Das unterschreibe ich unbedingt.

    Ich glaube auch, dass ein Vorbild die Funktion hat, eine diffuse Ahnung von dem, was in uns stecken könnte, in ein konkretes Bild in Form einer bestimmten Person zu gießen.

    Oft sind es ja dann nur gewisse Anteile oder Lebensabschnitte dieser Person, die uns inspirieren. Wer wollte schon einen Menschen und sein Leben komplett imitieren.

    @Latona:
    Ich mochte von de Beauvoir auch nur den ersten Teil ihrer Autobiographie. Im Folgeband war mir schon zuviel Sartre hier und Sartre da.

    @Anbel:
    Irgendwie gab es in meinem Umfeld keine Frauen, aus ähnlichen Voraussetzungen wie den meinen mehr gemacht hätten. Es gab die sog. "Stars", schön, beliebt, selbstbewusst und womöglich auch noch intelligent. Und es gab die mehr oder minder Mauerblümchen. Dass aus diesen Mauerblümchen oft genug mehr wird als aus den Stars, steht auf einem anderen Blatt. Aber das war in meiner Jugend noch nicht absehbar. Deshalb hätte ich mich da schwer an jemandem orientieren können.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  4. Inaktiver User

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Zitat Zitat von Jacinta

    Warum? Weil ich das nicht hatte.

    Zitat Zitat von Jacinta
    Ach, was habe ich mich nach einer anderen Familie gesehnt!
    Zitat Zitat von Jacinta
    Trotzdem fühle ich mich im Kreise der anderen Muttis nicht wirklich zugehörig.

    Ein interessantes Phänomen.

    Ich kenne es aus meiner Biografie auch.

  5. Inaktiver User

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ein interessantes Phänomen.

    Ich kenne es aus meiner Biografie auch.
    Suchen wir also ALLE ... UNS?!

    Manchmal haben wir das Glück eine Ahnung in Form eines "Vorbildes" zu treffen!

    Ich habe heute gelesen und bin völllig weg von meiner mehr akademischen Frage, ob intrinsisch oder extrinsisch, sondern lese mit Vergnügen die "Versuche und Wege" vieler unterschiedlicher Frauen und finde es spannend.

  6. Inaktiver User

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Ein Gutes!

    Darüber freue ich mich sehr, denn das war früher ganz anders. Früher fand ich Frauen seltsam. Schwach, wankelmütig, fremdbestimmt, gefühlig, albern, merkwürdig. Mit Frauenthemen konnte und wollte ich mich nicht anfreunden. Ich hatte Freunde, aber keine Freundinnen.

    Heute habe ich Freunde UND Freundinnen .

    Heute mag ich mich selbst in meinem Frausein, fühle mich darin und damit wohl, und es gibt in meinem Leben viele ganz praktische, lebendige Frauen, nicht nur Bilder, von denen ich Stücke in mir trage, und die ich ganz wunderbar finde.

    Nämlich stark, mutig, selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kompetent, mit einem weiten Fokus, der es sich leistet, Emotion nicht als lästiges Übel, sondern wichtige Ressource zu sehen. Mein gutes Frauenbild hat viele Gesichter - toughe, mütterliche, fürsorgliche, liebevolle, herzliche, kluge, alte, junge, weise, naive, fröhliche - menschliche, und damit auch männliche Züge.

    Vielleicht wäre es daher passender zu schreiben: Ich habe ein gutes Menschenbild. Und dieses Bild bekomme ich tagtäglich ganz real gezeigt. Das macht mein Leben sehr reich, stelle ich gerade fest.

    Mein Menschenbild hängt intensiv mit meinem Selbstbild zusammen. Eines bedingt das andere.

    Grüssle
    Seawasp

  7. Inaktiver User

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Suchen wir also ALLE ... UNS?!

    Manchmal haben wir das Glück eine Ahnung in Form eines "Vorbildes" zu treffen!

    Ich habe heute gelesen und bin völllig weg von meiner mehr akademischen Frage, ob intrinsisch oder extrinsisch, sondern lese mit Vergnügen die "Versuche und Wege" vieler unterschiedlicher Frauen und finde es spannend.
    Das gleiche Glück kannst du aber auch mit Negativfiguren haben. deswegen erwähnte ich es.

    Ob man nun so sein wie X oder nicht so sein will, spielt keine grosse Rolle. Beide sind Orientierungshilfen. Entweder du bewegst dich auf eine Figur zu oder wendest dich von ihr ab...........um deinen Weg zu finden.

  8. Inaktiver User

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    .... denn das war früher ganz anders. Früher fand ich Frauen seltsam. Schwach, wankelmütig, fremdbestimmt, gefühlig, albern, merkwürdig. Mit Frauenthemen konnte und wollte ich mich nicht anfreunden. Ich hatte Freunde, aber keine Freundinnen.

    Das Statement könnte von mir sein.

    Wespe,

    hier geht es in erster Linie um früher; um unsere frühe Jugend.
    Heute denke ich auch anders als damals.
    Denn heute sind die Männer schwach, wankelmütig, fremdbestimmt, gefühlig, albern, merkwürdig.

    Nein, war ein Scherz.

  9. Inaktiver User

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Vielleicht wäre es daher passender zu schreiben: Ich habe ein gutes Menschenbild.
    Die Differenzierung in Männerbild und Frauenbild finde ich trotz allen gut, weil ich merke, dass ich von männlichen Freunden anderes erwarte als von Freundinnen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das gleiche Glück kannst du aber auch mit Negativfiguren haben. deswegen erwähnte ich es.
    Wenn ich es rein verstandesmäßig betrachte, hast du recht. Dann wird auch eine Negativfigur für mich glücklich sein, weil ich lerne, dass ich DAS auf jeden Fall NICHT bin.

    Emotional empfinde ich das Glück... nennen wir es Freude oder Verheißung bei der Positivfigur. Vielleicht ist beides zusammen wichtig, um mich selbst (zu definieren ist mir zu sehr wissenschaftlich) zu erkennen.

  10. Inaktiver User

    AW: Welches Frauenbild tragt ihr in euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User


    Wenn ich es rein verstandesmäßig betrachte, hast du recht. Dann wird auch eine Negativfigur für mich glücklich sein, weil ich lerne, dass ich DAS auf jeden Fall NICHT bin.

    Das meine ich.

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