Hallo Allerseits,
ich weiß zur Zeit nicht so richtig, in welche Richtung ich beruflich und damit zusammenhängend auch persönlich weiter gehen soll.
Ich bin Anfang 40, Mutter einer Tochter und habe vor einigen Monaten mein Studium abgeschlossen.
Begonnen hatte ich das Studium etwa 10 Jahre davor. Vor dem Studium hatte ich eine Ausbildung gemacht und habe einige Jahre im erlernten Beruf gearbeitet.
So schwierig hatte ich mir die Stellensuche allerdings nicht vorgestellt, zumal es immer wieder heißt, dass Menschen mit meiner naturwissenschaftlich-technischen Ausbildung überall händeringend gesucht werden. Das scheint allerdings nur für junge Menschen zu gelten, die ihr Studium schneller bzw. mit einer besseren Abschlussnote abgeschlossen haben als ich und noch keine Familie haben.
Ich habe mittlerweile ca. fünfzig Bewerbungen geschrieben. Mit einigen Personalern habe ich vor dem Versand meiner Bewerbungsunterlagen gesprochen und hatte das Gefühl, dass sie im Prinzip interessiert seien. Ich hatte auch schon Vorstellungsgespräche. Bisher hat es aber leider noch nicht geklappt.
Für mich stellt sich jetzt die Frage, was mache ich jetzt. Es gäbe, so sehe ich das im Moment, folgende Alternativen (wobei sich die Alternativen nicht unbedingt ausschließen):
1. Mich weiterhin bewerben.
Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass dies ziemlich aussichtslos ist, weil es immer BewerberInnen geben wird die besser und schneller waren als ich, die flexibler und noch beeinflussbarer sind usw. Bewerben muss ich mich sowieso. Nur es ist natürlich ein Unterschied, ob ich mich in einem Unternehmen nur so pro Forma bewerbe, um eine Bewerbung mehr bei der Arbeitsagentur nachweisen zu können oder ob ich mich mit echtem Interesse bewerbe und dann doch wieder nichts daraus wird. Letzteres immer mal wieder erfahren zu müssen kostet mich Kraft, die ich eigentlich in sinnvollere Projekte stecken möchte.
2. Mich fachfremd bewerben bzw. in Berufen, für die meine Ausbildung eigentlich nicht notwendig gewesen wäre, deren Inhalte sich aber mit denen aus meinem Studium überschneiden. Das habe ich schon versucht, habe aber meist erst nach einer langen Zeit eine Antwort bekommen, die besagte, dass ich für diese Tätigkeit überqualifiziert bin oder zur Zeit kein Bedarf besteht.
3.Mich selbstständig machen (z.B. mit Unterstützung der Arbeitsagentur)
Diese Möglichkeit reizt mich, aber ich habe auch gewisse Bedenken.
Gut vorstellen kann ich es mir weil:
*Ich durch die eigenständige Finanzierung meines Studiums Erfahrung im Umgang mit schwankenden Einnahmen habe, gut mit Kunden umgehen kann und schon immer gern Arbeitsbereiche hatte, in denen ich mir die Arbeit eigenverantwortlich einteilen konnte.
*Ich hier im Haus Räumlichkeiten und technische Geräte kostenlos zur Verfügung hätte, keine Miete zahlen muss usw. Von daher wäre das finanzielle Risiko überschaubar.
*Ich mich schon ein wenig über die Grundvoraussetzungen und Fördermöglichkeiten informiert habe und sich das für mich machbar anhört.
Bedenken habe ich, weil:
*mein Fachwissen aus meinem Schwerpunkt im Studium zur Zeit nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Allerdings möchte ich in diesem Bereich auch gar nicht arbeiten, sondern in einem anderen Fachbereich in dem ich mich gerade weiterbilde. Der Fernkurs ist allerdings noch nicht zu ende und solange müsste ich wohl mindestens mit der Gründung noch warten. Den Kurs habe ich jetzt etwa zu 30-40% bearbeitet.
*Mir einfach etwas Praxis fehlt. Ich habe keine Ahnung, was für Ansprüche die Kundschaft so an mich stellen würde von der Bearbeitungszeit her, vom Aussehen von Angeboten usw. Was mache ich, wenn jemand nicht zahlt oder Verbesserungen verlangt usw. Solche rechtlichen Dinge sind mir im Moment nicht mehr geläufig. Kann man so etwas in einem Existenzgründungsseminar lernen?
Ich hätte eigentlich gern erst einmal eine Weile in meinem Beruf gearbeitetund etwas Erfahrung gesammeltmacht. So ein Job mit Chef usw. wäre auf Dauer sowieso nichts für mich. Es liegt mir einfach nicht, so „unselbstständig“ zu arbeiten.
Aber ich kann ja auch nicht ewig warten, bis mich endlich mal jemand einstellt. Ich möchte jetzt etwas aus meinem Beruf machen, mich irgendwo einsetzen.
Fällt euch vielleicht so eine Art Zwischenlösung ein? Und was haltet ihr von meinen aufgelisteten Punkten, könnt ihr das nachvollziehen, hättet ihr weitere Bedenken oder noch Fragen an mich?
strandkatze
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Ergebnis 1 bis 10 von 13
Thema: Wohin und wie nun weiter?
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22.11.2008, 18:57
Wohin und wie nun weiter?
Was bleibt sind nicht die Tage und Jahre und Stunden, was bleibt sind die kleinen Augenblicke
Du wirst keine neuen Meere entdecken,
solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.
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23.11.2008, 12:16Inaktiver User
AW: Wohin und wie nun weiter?
Nun, alle Absolventenumfragen, die ich kenne, werden erst ein Jahr nach Abschluss des Studiums gestartet.
Wenn Du jetzt innerhalb von 3 Monaten nicht sofort was gefunden hast, wäre das für mich jetzt kein Grund zur Panik.
Wenn Du erst mal auf Deinem Beruf arbeiten willst, so würd ich noch eine Weile daran festhalten, umorientieren kannst Du Dich immer noch.
Alles Gute
Monsoon
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23.11.2008, 14:06
AW: Wohin und wie nun weiter?
Hallo Moonsoon,
Als ich erst drei Monate arbeitslos war, habe ich mir auch noch nicht so viele Gedanken gemacht. Mittlerweile suche ich schon ein dreiviertel Jahr nach einer Stelle und so langsam meine ich muss halt mal etwas passieren.
Zitat von Inaktiver User
Was bleibt sind nicht die Tage und Jahre und Stunden, was bleibt sind die kleinen Augenblicke
Du wirst keine neuen Meere entdecken,
solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.
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23.11.2008, 18:43Inaktiver User
AW: Wohin und wie nun weiter?
Hey Strandkatze, lang nix mehr von dir "gehört"

Wäre denn ein "Brotjob" (Teilzeit, einfache Tätigkeit, für die du sicherlich überqualifiziert bist) zur Absicherung der Selbständigkeit eine Möglichkeit?
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23.11.2008, 21:34
AW: Wohin und wie nun weiter?
Danke für die Blumen
Zitat von Inaktiver User
. Stimmt ich bin nicht mehr so oft hier.
Das wäre eine Möglichkeit. Immerhin wäre ich dann Kranken- und Rentenversichert und hätte zumindest eine sichere Einnahmequelle.Wäre denn ein "Brotjob" (Teilzeit, einfache Tätigkeit, für die du sicherlich überqualifiziert bist) zur Absicherung der Selbständigkeit eine Möglichkeit?
Andererseits bringt mir ein Teilzeitjob mit einer einfachen Tätigkeit keine Berufserfahrung in meinem Fachgebiet und ich habe Bedenken, dass ich dann durch den Job plus Kind, Haushalt, Garten usw. zu vereinnahmt bin und auf dieser Stufe kleben bleibe was ich ja nicht will.Was bleibt sind nicht die Tage und Jahre und Stunden, was bleibt sind die kleinen Augenblicke
Du wirst keine neuen Meere entdecken,
solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.
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24.11.2008, 14:43Inaktiver User
AW: Wohin und wie nun weiter?
Hast Du noch Kontakt zu Deinen ehemaligen Komilitonen? Wo sind sie gelandet und wie haben sie ihre Stellen bekommen?
Wäre das eine Möglichkeit?
Nach 50 Bewerbungen würd ich noch nicht aufgeben (kenne mehrere, die 150 raus hatten, bis sie was gefunden hatten).
Die Idee mit dem Brotjob würd ich im Gedächtnis behalten, zuerst würd ich aber noch auf meinem Beruf versuchen was zu finden, dann an der Peripherie und dann erst nur noch einen Brotjob....
Viel Glück!
Monsoon
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25.11.2008, 09:51Inaktiver User
AW: Wohin und wie nun weiter?
ok... das kann ich irgendwie nachvollziehen. Klebenbleiben wäre, gerade wegen deines höheren Einstiegsalters, natürlich besonders doof.
Andere Frage: gibt's Komilitonen, die sich selbständig machen? Start-ups, wo du unterkommen könntest?
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25.11.2008, 11:03
AW: Wohin und wie nun weiter?
Ich kenne ein paar, die sich nach einigen Jahren im Beruf inzwischen selbstständig gemacht haben. Deren Unternehmen sind allerdings sehr weit weg von hier und ich habe auch mittlerweile keinen Kontakt mehr mit den Gründern.
Zitat von Inaktiver User
Von denen, die mit mir zusammen abgeschlossen haben, hat sich bisher noch niemand selbstständig gemacht.
In welchem Beruf? Ich glaube so viel Geduld habe ich nicht
Zitat von Inaktiver User
Ich möchte jetzt aus dieser "Warteschleife" heraus und etwas anderes machen als Bewerbungen für Jobs zu schreiben, die ich dann doch nicht bekomme.
Was bleibt sind nicht die Tage und Jahre und Stunden, was bleibt sind die kleinen Augenblicke
Du wirst keine neuen Meere entdecken,
solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.
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25.11.2008, 11:37Inaktiver User
AW: Wohin und wie nun weiter?
was du vielleicht re: Selbständigkeit noch bedenken solltest: du musst nicht nur dich allein finanzieren (versichern!), was für eine Übergangszeit auch mit sehr wenig geht, sondern auch dein Kind.
Ich persönlich bräuchte da Sicherheit.
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25.11.2008, 12:06
AW: Wohin und wie nun weiter?
Das ist schon ein Punkt, den ich bedenken muss, aber
Zitat von Inaktiver User
vermutlich wäre das gar kein so großes Problem. Für das Kind bekomme ich ja Kindergeld und Unterhalt und finanzielle Unterstützung seitens meiner Mutter und auch den anderen Großeltern.Was bleibt sind nicht die Tage und Jahre und Stunden, was bleibt sind die kleinen Augenblicke
Du wirst keine neuen Meere entdecken,
solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.


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