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  1. Inaktiver User

    Was mache ich aus meinem Leben?

    Ich glaube, ich muss mit heute mal "ausjammern".
    Im Moment, nein - ganz oft, frage ich mich: was mache ich eigentlich aus meinem Leben?
    Ich bin jetzt 45 Jahre alt, habe damals eine Ausbildung gemacht und arbeite seit über 20 Jahren in der gleichen Firma im gleichen Job. Es ist eine sehr kleine Firma, wo ich keine Aufstiegschancen oder Weiterbildungsmöglichkeiten habe.
    Ich habe mich immer gescheut, noch zu studieren, oder nebenberuflich eine Weiterbildung zu machen.
    Ich bin auch allein in meiner Abteilung, sehe also den ganzen Tag kaum jemanden und habe auch keine Gelegenheit, mich mal fachlich auszutauschen oder dazuzulernen.
    Und ich frage mich, wo sollte ich auch sonst arbeiten, nach 20 Jahren in der gleichen Branche. Ich kann doch sonst nichts.
    Im Moment fühle ich mich ganz klein, inkompetent und bedeutungslos.
    Mein Freund hat einen guten Job, kommt viel rum, hat viel Input, wird gefordert. Das ist zwar oft stressig, aber interessant.
    Und für mich ist das dann manchmal schwer auszuhalten, wenn ich von einem langweiligen Arbeitstag heim komme.
    Und das blöde ist, dass ich mich an solchen Tagen dann in meiner Freizeit auch zu nichts aufraffen kann.
    Vielleicht fehlt mir ja auch nur die richtige Einstellung.
    Nur, im Moment frage ich mich wirklich: wo ist der Sinn?

    Kann das jemand verstehen?

    Anna

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    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Hallo Anna!

    Lass es mich ganz hart sagen: Du hast dich in deinem Leben bei allen wesentlichen Entscheidungen, die Karrieren beeinflussen, gegen den Aufstieg entschieden. Das Ergebnis hast du jetzt: Du hast dich nicht weitergebildet, du bist in der kleinen Firma geblieben, wo du überhaupt keine Chance auf Karriere hattest. Jetzt bist du zu alt geworden dabei.

    Ein Karrieremensch hätte spätestens nach ein paar Jahren mit Weiterbildung, Firmenwechsel etc. die Weichen anders gestellt. Du bist aber nun schon in einem Alter, wo mit Karriere in Deutschland nicht mehr viel läuft. Ein Firmenwechsel jetzt wird mit 45 schwierig, wenn du nicht außergewöhnlich gut bist.

    Ich sehe für dich zwei Wege, wie du noch in bescheidenem Umfang was erreichen kannst:

    1.) Schau nach, ob es in deinem Bereich Weiterbildungen gibt, die auf dem Markt auch nachgefragt werden (für Experimente hast du keine Zeit mehr). Nach der Weiterbildung steht allerdings ein Arbeitgeberwechsel an, der wie gesagt in deinem Alter risikobehaftet ist.

    2.) Mach dich mal schlau, welche ehrenamtlichen Angebote es in deiner Umgebung gibt. Bei den meisten Ehrenämtern zählt der formelle "Karrieregrad" nicht. Da geht es eher darum, dass jemand Zeit investiert und anpackt. Ich glaube, dass du im ehrenamtlichen Bereich viel erreichen kannst! Darauf würde ich mich konzentrieren.

    Gruß
    BlauerHimmel

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    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich kann doch sonst nichts.
    Im Moment fühle ich mich ganz klein, inkompetent und bedeutungslos.

    Hallo AnnaLyse,

    dass BlauerHimmel Dir Deine Gefühle von Kleinsein so hart spiegelt ist schon deutlich

    Nun. Ich möchte Dich ersteinmal lieb anstupsen und würde Dich gerne lächeln sehen. Vielleicht ziehe ich noch eine kleine Fratze und schaue Dir in die Augen bis wir uns dort begegnen?

    Auch ich habe mich bewußt gegen Karriere entschieden. Ich hatte bereits mit 23 Jahren alles erreicht, was mir damals erstrebenswert erschien: dickes Auto, große wohnung, bekannt wie ein bunter Hund in der Stadt, attraktiv... Und festgestellt, dass mich das nicht glücklich macht.

    Und dann bin ich auf die Suche gegangen..

    Heute bin ich seit 13 Jahren in derselben Firma, seit 10 Jahren im selben Job und habe - innerhalb dieses gleichen Jobs - meine Erfahrungen gemacht. Mein Leben gelebt. Auch wenn ich zwischendurch innerlich gekündigt hatte, weggehen wollte. Harte Zeiten hatte, gemobbt und s. belästigt. Dachte, mich nimmt ja doch niemand mehr. Bin zu alt, meine Zensuren reichen nicht und was mir sonst noch alles eingefallen ist, um mich selber klein zu machen.

    Andere mit denen ich über meine Misere sprach, haben mir dann gesagt, dass genau meine Qualifikationen woanders händeringend gesucht werden. Dass genau das, was ich kann und tue woanders gewertschätzt wird.

    Heute, noch immer in demselben Job mit mehr oder weniger denselben kollegen (außer meinem direkten Vorgesetzten, der vor 2 Jahren ausgewechselt wurde - seither geht es mir wieder erheblich besser) habe ich mich entschieden, jeden einzelnen Tag zu leben. Jeden Tag fröhlich zu sein und mit Kollegen zu lachen, Spass zu haben bei der Arbeit und meine eigenen kleinen Hügel zu erklimmen. Oder es einfach sein zu lassen.

    Du fragst hier ja nicht im Forum Job, sondern im Forum Persönlichkeit. Von daher könntest Du zuerst einmal schauen, was auf Deiner Habenseite alles für Dich im Plus steht.

    Ich lese aus Deinem Post heraus, dass Dir der Umgang mit Menschen fehlt. Der Austausch mit diesen. Ist das richtig? Außer Deinem Freund erwähnst Du niemanden in Deinem Post, um von ihm oder ihr zu sprechen?

    Genug gefragt. Jetzt schaue ich mal, ob ich ein wenig begriffen habe, von dem was du schriebst..

    nataliethor
    Wer nicht nach innen geht,
    geht leer aus.

    看起来我像是在说中文

    我说的是中文吗?

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    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Liebe Anna!
    Ich finde nicht, dass Du mit 45 schon zu alt bist für alles. Natürlich wird es mit zunehmendem Alter beruflich schwieriger, aber man darf sich nicht als chancenlos betrachten!
    Die Hauptfrage, die sich mir beim Lesen Deines Textes stellt, ist: WAS genau fehlt Dir? Ist es Anerkennung? Spannung? Neue Ziele? Das Gefühl, etwas "Bedeutungsvolleres" tun zu wollen? Oder was? Hat es überhaupt in erster Linie mit dem Job zu tun oder ist es ein allgemeines "Durchhängen"? Was würde denn für Dich bedeuten, "etwas aus Deinem Leben zu machen"? Ich fand den Tipp von weiter oben sehr gut, mal in eine ganz andere Richtung zu denken und "Erfolg" gar nicht mit dem Beruf in Verbindung zu bringen. Ein Ehrenamt z.B. finde ich klasse! Ich arbeite beruflich mit Menschen und erfahre jeden Tag, wie (unkommerziell) gut das tut, es kommt was zurück, ich sehe meine "Erfolge" im Gegenüber. Ohne die Ehrenamtlichen würden aber viele wichtige Dinge auf der Strecke bleiben.
    Erfolg hat für mich nicht mit Geld zu tun, Reichtümer beeindrucken mich nicht. Mich beeindruckt, wenn jemand eigene Ideen hat, sich Ziele setzt und daran arbeitet, begabt ist, humorvoll ist, warmherzig ist, wenn andere Menschen sich gerne mit ihm umgeben, wenn er sein Leben genießt.
    Wie ist es bei Dir? Was genießt Du? Vielleicht musst Du noch stärker herausfinden, was Dir liegt und was Dir gut tut - und Dich nicht mit anderen vergleichen und die Zukunft Deines Glücks allein im Beruf suchen. Mach Dich nicht so klein. Beständigkeit ist auf jeden Fall auch eine sehr GUTE Eigenschaft. Ich wünsche Dir alles Liebe und ein paar schöne neue Persepktiven!

  5. User Info Menu

    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Ich habe vor kurzem gelesen (frag mich bitte nicht wo), dass sich Frauen nur dann auf eine Stellenanzeige bewerben, wenn sie 120% dem Anforderungsprofil entsprechen. Der Tipp war sich zu bewerben, wenn sie 60% dem Anforderungsprofil entsprechen.

    Sei nicht zu hart mit dir und auch etwas mutig. Werde dir v.a. beruflich klar, was du willst: Willst du deinen Job und die damit verbundene Sicherheit (klares Aufgabengebiet, Arbeitsvertrag usw.) behalten oder einen anderen Job?
    Wenn du diese Frage für dich beantwortet hast, dann handle danach.

    Die Idee, in anderen Bereichen "Ausgleich" zu finden, finde ich auch sehr gut Würde ein Ausgleich, eine Herausforderung, eine neue Aufgabe im Freizeitbereich dein Wohlbefinden steigern?

    Wichtig finde ich für dich im Moment die KLARHEIT: WAS WILL ICH? Und dann Schritt für Schritt schauen, wie du es verwirklichen kannst.

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft und Glück bei deiner "Weg-Findung" !

  6. Inaktiver User

    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Hallo Anna,

    vielleicht tröstet dich auch ein gedankliches Experiment: auch, wenn du Karriere gemacht hättest, könntest du jetzt unzufrieden sein!

    Es ist gut, sich sein Leben immer wieder mal anzuschauen und bei Bedarf neu auszurichten.

    Ich tippe auch darauf, dass du dein Leben in verschiedenen Bereichen "aufpeppen" könntest. Es muss nicht der Job sein!

  7. Inaktiver User

    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Ich möchte dir von meiner Mutter erzählen - einer Frau, die ich sehr bewundere für das, was sie heute ist und was sie sich mit viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen erarbeitet hat.

    Wie wohl viele Frauen in den Siebzigern hängte auch meine Mutter nach ihrem Studium ihren Job an den Nagel, als meine Schwester und ich auf die Welt kamen. Sie wurde Hausfrau und Mutter während mein Vater Karriere machte und finanziell für die Familie sorgte.

    Etwa 15 Jahre später, als wir Kinder größer wurden, begann sie ab und an Kurse an der VHS zu geben. Noch später nahm sie den ein oder anderen Job an, einige waren gewiss kein Zuckerschlecken, wie z.B. harte, körperliche Arbeit in Großküchen. Noch später, mit Anfang, Mitte 50 machte sie noch zwei Ausbildungen.

    Abends saß sie häufig am Wohnzimmertisch und wühlte sich durch Fachliteratur - ein Anblick, an den ich mich noch gut erinnere.
    Beruflich hat sie sich immer weiter hochgearbeitet und gilt heute als Koryphäe in ihrem Fach, Ökotrophologie. Sie arbeitet Hand in Hand mit Ärzten und wird aufgrund ihres großen Fachwissens sehr geschätzt. Man empfiehlt sie mit ihrem Wissen und Können gerne weiter, ihr Ruf eilt ihr voraus.

    Was ich damit sagen möchte? Meine Mutter ist heute 62 Jahre alt, sie hat sehr spät begonnen, beruflich tätig zu sein und hat es bis heute sehr weit gebracht durch ihren Ehrgeiz, ihre große Neugierde, ihren Fleiß und ihren Mut. Ich sehe sie als großes Vorbild für mich.

    An ihrem Beispiel zeigt sich, dass es nie zu spät ist, Dinge neu zu beginnen, den Mut zu haben, sich beruflich um zu orientieren, neue Wege zu gehen.
    Je älter man wird, desto schwieriger wird es, sich neu zu etablieren, aber es ist nicht unmöglich. Sei mutig!!

  8. User Info Menu

    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Hallo pepina,

    das ist eine richtig schöne Geschichte . Ich les sowas total gerne, weil mir dann immer wieder deutlich wird, dass doch vieles an einem selbst liegt.

    @Annalyse:
    Dass Du vermutlich in Deinem Beruf keine Riesenkarriere mehr machen wirst, ist schon klar. Aber was spricht dagegen, zumindest mal einen Arbeitgeberwechsel anzustreben? Bevor Du es nicht versucht hast, weißt Du ja nicht, was geht und was nicht geht. Und wenn Du deutlich machst, dass Du nach Veränderung und neuer Herausforderung suchst, geht womöglich auch nach zwanzig Jahren in derselben Firma noch was.
    Du hast immerhin Berufserfahrung, und derselbe Beruf kann in verschiedenen Firmen ganz unterschiedlich aussehen. Mit netten Kollegen und vielleicht noch einigen zusätzlichen Aufgaben könnte die Welt ja schon wieder etwas anders aussehen.

    Aber die Veränderung mit allen Risiken, die damit verbunden sind, musst Du halt auch wollen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. Inaktiver User

    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Erst einmal Danke für die vielen Antworten!
    Es tut gut, Rückmeldungen zu bekommen, egal, ob sie hart sind, das macht nur im ersten Moment etwas :-)
    Dieses Gefühl "was mache ICH eigentlich aus meinem Leben" kommt bei mir mehr oder weniger regelmäßig. Auslöser diese Woche war die berufliche Tätigkeit meines Freundes, die ich natürlich in einem anderen Licht sehe als er. Und mein ganzes Leben schon begleitet mich dieses Denken: es ist doch eh zu spät, andere machen das (hier kann Beliebiges stehen) schon Jahre eher, andere wissen schon viel früher, was sie wollen usw.
    Aber, wie lalunax auch feststellte: egal, was ich bisher gemacht hätte, ich könnte unzufrieden sein. Ich denke, DAS ist mein Problem. Diese tiefe innere Unzufriedenheit, die sich im allgemeinen Tagesablauf nicht so zeigt, aber dann oft durch äußere Einflüsse nach oben kommt. Deswegen habe ich ja auch unter "Persönlichkeit" geschrieben und nicht im Jobforum.

    Mein Freund gab mir gestern übrigens auch den Tip mit den VHS-Kursen. Er meinte, ich könnte locker Computerkurse geben. Er hat vor Jahren Programmierkurste gegeben und meinte, das wäre schon ziemlich gut fürs Selbstbewusstsein. Ich glaube, die Idee ist gar nicht schlecht. Ich muss das nur ein paar Tage sacken lassen.
    Ja, mir fehlt der Kontakt mit Menschen, der Austausch, das Gefühl, etws zu können, gut zu sein. Nur das Wissen darum reicht nicht.
    Und ehrenamtlich engagiere ich mich ja auch schon und ab nächstem Jahr wird das auch noch mehr, weil ich dann zusätzliche Aufgaben übernehme, ebenfalls im EDV-Bereich.
    Ja, ich vergleiche mich oft mit Anderen. Nie mit Leuten, die mir egal sind, die könnten wer-weiß-was machen, das ist mir egal. Ich vergleiche mich immer mit Menschen, die mir nahestehen und daziehe ich (für mich) immer den Kürzeren. Rational ist das vollkommen unlogisch, denn ich würde ernsthaft ja auch gar nicht tauschen wollen. Es ist immer nur dieses blöde Gefühl.
    Verstärkt wird das Ganze im Moment auch dadurch, dass es auf der Arbeit aufgrund der allgemeinen Krise ziemlich schlecht läuft und ich mich natürlich frage: was ist, wenn das wegfällt?
    Mut, ja der fehlt mir. Zumindest in solchen Dingen. Ich reise alleine mit Rucksack durch die Weltgeschichte aber für Dinge, die existenziell sind, fehlt mir der Mut für Veränderungen. Kein Vertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten. Und wenig kreatives denken.
    Daran möchte ich arbeiten....

    PS: nur gut, dass ich meine Beiträge vor dem Abschicken immer in Word speichere:meine Internetberbindung bricht nämlich ständig zusammen...

  10. User Info Menu

    AW: Was mache ich aus meinem Leben?

    Hallo AnnaLyse,

    Deinen Nick finde ich übrigens ganz klasse!!! Und mir kam bei Deinem letzten Posting der Gedanke, dass er womöglich auch zu Dir passt. Dass Du nämlich ein Mensch bist, der viel denkt und analysiert, dem dann aber der Mut fehlt, eine Veränderung einfach mal anzugehen, ins kalte Wasser zu springen.

    Aber wenn Du Rucksacktouren in ferne Länder machst, dann hast Du prinzipiell ja die Fähigkeit, Dich auf neue und unbekannte Situationen einzulassen. Die musst Du dann nur noch in Deinem alltäglichen Leben anwenden.

    Bei der Idee, Computerkurse zu geben, kam mir auch der Gedanke, dass Du Dich ja vielleicht auf dem Gebiet Ausbildung weiterbilden könntest (z.B. mit Ausbildereignungsprüfung) und da Deine Berufserfahrung gut weitergeben könntest. Ich finde ja immer, der Vorteil an einem fortgeschrittenen Alter ist ja die große Erfahrung.

    Dass man sich mit anderen Menschen vergleicht, halte ich übrigens für ganz normal. Das kann ja auch Ansporn sein, sich weiterzuentwickeln - oder eben auch festzustellen, dass man unterm Strich doch zufrieden ist. Man darf nur nicht den Fehler machen, andere Menschen um Dinge zu beneiden, die man im Grunde gar nicht wirklich will.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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