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  1. Inaktiver User

    Nachtragend, launisch

    Ich bin 45 Jahre alt und werde mir meiner "schlechten Eigenschaften" immer mehr bewusst.

    Zwei Dinge die ich an mir überhaupt nicht mag und die
    ich gerne los werden möchte.

    1. schrecklich nachtragend
    2. launisch (hochjauchzend zwei Minuten später zu tode betrübt)

    Ist es möglich, zur Not mit einem Therapeuten, diese Dinge
    abzumildern oder ganz gar los zu werden?

  2. User Info Menu

    AW: Nachtragend, launisch

    Hmmm. Nachtragend bin ich nicht wirklich. Aber es gab eine Zeit, in der ich schrecklich launisch war. Vor allem sehr aufbrausend. Daran "arbeiten" ging nicht.
    Diese Art hat sich bei mir aber völlig gelegt, seit ich mit mir und meinem Leben zufrieden(er) bin.
    Im Rückblick muss ich mir eingestehen, dass ich damals sehr unzufrieden und unglücklich war. Ich stand ständig unter selbstgemachtem Stress. Nichts lief so, wie ich es innerlich wollte, alles war nur irgendwie aufgesetzt.

    Bist Du schon immer launisch und nachtragend? Gibt es Phasen, wo Du entspannter bist? Wie reagieren Deine Mitmenschen darauf?

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    AW: Nachtragend, launisch

    Hallo!


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich bin 45 Jahre alt und werde mir meiner "schlechten Eigenschaften" immer mehr bewusst.
    Wie kommt´s? Hat jemand Dich kritisiert?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    1. schrecklich nachtragend
    Kann es sein, dass Du anderen Menschen zu viel Verantwortung gibst, wenn was schief gelaufen ist?

    Du könntest damit anfangen, großzügig zu Dir selber zu sein, z.B. Dir Deine Schwächen zuzugestehen . Dann ist man auch nicht so streng mit den Schwächen seiner Mitmenschen. Das kann nämlich der zweite Grund fürs Nachtragen sein. (Vielleicht gibt´s auch mehr, dies sind die beiden, die mir spontan einfallen).

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Zwei Dinge die ich an mir überhaupt nicht mag und die
    ich gerne los werden möchte.

    ...diese Dinge
    abzumildern oder ganz gar los zu werden?
    Meistens fängt das Loswerden damit an, dass man´s akzeptiert.

    Massashi

  4. Inaktiver User

    AW: Nachtragend, launisch

    Danke für Eure Antworten.

    leider bin ich schon immer so, aber es gibt tatsächlich Zeiten
    an denen ich entspannter bin. Je mehr Stress, Ärger und Sorgen
    auf mich einwirken desto launischer werde ich.

    Ich werde keineswegs laut sondern ganz im Gegenteil, ich ziehe mich zurück. Mein Mann und meine Kinder versuchen mich aufzu-
    heitern, meine Kollegen respektieren wenn ich meine stillen Phasen habe. Aber natürlich ist das zusammen leben schöner und einfacher, wenn ich gut drauf bin.

    Sicher werde ich deshalb auch kritisiert, aber in erster Linie geht es mir selbst auf den Wecker, dass mir so alte Geschichten immer wieder hochkommen. Am ägerlichsten finde ich, dass mich das irgendwie überfällt und ich es bewusst nicht abstellen kann.

    Manchmal kann ich mich an schönen Dingen nicht erfreuen, weil
    mich etwas herunter zieht was längst vergangen ist.

    Ich bin nicht unzufrieden mit meinem Leben, eigentlich läuft es im Moment sogar recht gut.

    Mit der Verantwortung hast du sicher recht. Das ist mit ein Problem. Wenn ich mich selbst verantwortlich fühle, ja dann kann ich eigentlich nur böse mit mir sein.

    Gruß

  5. User Info Menu

    AW: Nachtragend, launisch

    Hallo!

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich werde keineswegs laut sondern ganz im Gegenteil, ich ziehe mich zurück.
    Ja, so mache ich das auch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ... in erster Linie geht es mir selbst auf den Wecker, dass mir so alte Geschichten immer wieder hochkommen.
    Achso, also geht es nicht so sehr darum, dass Du nachtragend bist, wenn jemand was Blödes gemacht hat?

    Du meinst, dass es alte Geschichten gibt, die Dich heute noch belasten? Ist bei mir auch so. Manchmal geht es mir gar nicht gut, obwohl es im aktuellen Leben keinen Grund dafür gibt. Wenn ich mir dann die Zeit nehme, mal in mich hineinzuhorchen, dann stelle ich oft fest (immer klappt es leider nicht), dass jemand mit seinem Verhalten an eine alte Wunde gerührt hat. Und dass ich dann mit übermäßigen Gefühlen reagiere.

    Hmmm, wie schlimm ist das denn bei Dir?

    Massashi

  6. User Info Menu

    AW: Nachtragend, launisch

    Ich schreib mal was zum Punkt „launisch“, weil da noch nicht behandelt wurde. So wie Du das beschreibst, klingt das nach Stimmungsschwankungen. Die können stoffwechselbedingt (Hirnbotenstoffe oder Hormone) oder in Deiner Psyche begründet sein. Das könnte ein Psychiater abklären.

    Für Dich selbst ist so eine Achterbahnfahrt der Gefühle offenbar stressig, aber auch für Deine Umgebung, wenn sie nie weiß, auf welchem Fuß sie Dich erwischt. Versuche, die anderen unter Deinen Stimmungsschwankungen möglichst nicht leiden zu lassen, werde also nicht nur deshalb ungehalten oder unfair, nur weil es Dir grad mies geht, der andere Dir aber gar nichts getan hat. Du kannst ja ruhig andeuten, dass Forderungen an Dich gerade ungünstig kommen. Dann kann der andere überlegen, wie wichtig es ihm ist, dass Du ausgerechnet jetzt zur Verfügung stehst.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Beratungsgespräch bei einem Psychotherapeuten helfen könnte, zu schauen, ob Du nicht doch bei einer Psychotherapie gut aufgehoben wärst.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  7. Inaktiver User

    AW: Nachtragend, launisch

    Zitat Zitat von Massashi

    Meistens fängt das Loswerden damit an, dass man´s akzeptiert.
    Genau so ist es.

    Ein Therapeut ist auch kein Handwerker, der unerwünschte Eigenschaften wegreparieren kann. Und eine Hormonbehandlung für die Laune gibt es gewiss auch nicht.

    Für mich war ein Schlüsselerlebnis, als ich mal in so einer total entnervten, gereizten Stimmung war und ein Gespräch mit einer Psychologin hatte (das ergab sich während eines Kuraufenthalts).

    Sie hörte sich das alles an und sagte nur: "Ja, Sie sind jetzt genervt. Sie dürfen genervt sein, ja!"

    Sobald ich die "Erlaubnis" habe, auch mal schlecht drauf zu sein, ist die Last nur noch halb so groß. Und mit dem Gefühl, so, wie ich bin, ganz normal und in Ordnung zu sein, vergeht auch rasch das Bedürfnis, anderen meine schlechte Laune aufzubürden.

    Das mit dem Elefantengedächnis für irgendwelche vergangenen Unerfreulichkeiten wiegt schwerer, finde ich. Ich finde diesen Zug bei anderen Leuten ausgesprochen unangenehm. Darüber zerbrechen Familien ("verzeihen ja, vergessen nie" - ha ha, verziehen werden diese Dinge auch nicht, wenn man solche Sprüche bringt)! Ich kenne Leute, die mit ihren Geschwistern oder anderen Leuten wegen irgendwelcher albernen, längst vergangenen Zerwürfnisse (wegen einer blöden Bemerkung oder Beleidigung) nicht mehr reden. Furchtbar.

    Mir gehen Dinge auch oft lange nach, aber ich nehme nicht mehr so viel übel wie früher. Das Leben ist einfach zu kurz für sowas, das merkt man doch mit Mitte 40 schon ganz deutlich.

    Man soll sich ja für solche Dinge ein Sorgenstündchen nehmen. Eine Stunde einfach nur grollen über etwas, was 15 Jahre her ist. Und danach wieder zur Tagesordnung übergehen.

    Oder aufschreiben. Das hilft auch immer sehr, finde ich.

    Und nicht so streng mit sich sein - und auch nicht mit den anderen.


  8. Inaktiver User

    AW: Nachtragend, launisch

    Ich danke euch.

    Es geht offenbar vielen Menschen so, dass alte Verletzungen
    immer mal wieder Schmerzen verursachen.

    Hatte gestern z.B. ein Gespräch mit meiner Mutter, sie erzählte
    mir eine Geschichte die ewig lange zurück liegt und plötzlich fing sie an zu weinen. Da muss man einfach mit leben.

    Ich suche nicht nach einem Hebel der alles löscht, sondern eher
    nach (puh wie soll ich mich ausdrücken), ja nach einer Technik,
    die mir hilft meine gewonnen Einsichten umzusetzen.

    Einsichten in dem Sinne, dass einige Krisen nötig waren und
    am Ende sogar hilfreich.

    Mein Kopf ist da eher schon ein Schritt weiter, aber wie schon bereits erwähnt, kann mein Kopf nicht immer etwas gegen meine
    Stimmungen ausrichten und das ist letzendlich mein Problem.

    Ich versuche mein Umfeld so wenig als möglich darunter leiden zu lassen. Das ist wirklich so, aber leider schaffe ich das nicht immer, denn meine Familie spürt wenn meine aufgelegte gute Laune nicht echt ist.

    Leider bin ich ein sehr verschlossener Mensch und rede nicht so gerne über mich, deshalb bin ich sehr froh dies hier tun zu können.

    Viele Grüße

  9. User Info Menu

    AW: Nachtragend, launisch

    Hallo, Frau Klarheit,

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es geht offenbar vielen Menschen so, dass alte Verletzungen
    immer mal wieder Schmerzen verursachen.
    Okay, dann geht es also tatsächlich um Stimmungsschwankungen, darum, dass Dich vergangene Dinge herunterziehen, nicht wahr, weniger darum, dass Du nachtragend bist.

    Dieser Punkt jetzt, diese Ungenauigkeit in Deinem Ausdruck, bringt mich auf diesen Gedanken:

    Kann es sein, dass Du es Dir vorwirfst, kein stablier Mensch zu sein? Dass Du Dich deswegen missverständlich ausdrückst, oder anders gesagt, Dich äußerst vorsichtig an dieses Thema heranrobbst?

    Frau Klarheit! Es gibt keinen Grund, Dir deswegen Vorwürfe zu machen.

    Wie gesagt, ich gehöre auch zu den Personen, die von längst vergangenen Dingen belastet werden. Aber ich muss auch sagen, dass es echte Härten in meinem Leben gab, Dinge, die ich keinem anderen Menschen wünsche.

    Also, man ist nicht aus Spaß mit manchen Dingen nicht fertig. Es gibt dafür gute Gründe.

    Massashi

  10. Inaktiver User

    AW: Nachtragend, launisch

    Bin ich ein stabiler Mensch. Nein das bin ich nicht.

    Ich habe des lieben Friedenswillen viel ertragen und zugelassen,
    darüber bin ich sehr enttäuscht.

    Aber das liegt einige Zeit zurück. Jetzt ist es nicht mehr nötig auszuhalten und ich werde es auch sicher nicht mehr tun.
    Es ist vorbei und müsste mich gar nicht mehr belasten, ganz im Gegenteil.

    Glaubst du das meine eigene unzulängligkeiten der Auslöser für
    diese feedbacks sind?

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