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  1. User Info Menu

    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    ich möchte nur gerne das stichwort "soziale phobie" in den raum werfen.

    das was du schreibst erinnert mich tendenziell stark an die symptome.

    google einfach mal danach - und mache nie den fehler veranstaltungen vor denen du angst hast zu meiden, dann geht der teufelskreis nämlich los.
    LIEBE GRÜSSE
    Cyber_Andrea

  2. Inaktiver User

    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    Oh ja, diesen Bauchkrampf kenn ich auch.

    Bei beruflichen Grossveranstaltungen hilft es manchmal, sich ins Thema einzulesen, Biographien anzusehen ... man muss keine Einsteinwuerdigen Statements von sich geben.

    ESSEN oder WETTER als Einstiegsthema hilft einfach immer. Ran an die Futterstelle!

    Was denkst du denn, warum die anderen da sind? Doch auch nur, um neue Leute kennenzulernen. Klar, manchmal stimmt die Chemie nicht, und frau fuehlt sich verloren. Dann geniess ich im Zweifelsfall das Ambiente, das Essen ... auf keinen Fall Besaufen, wie es leider immer wieder einige tun.

    Der Satz "Jeder kocht auch nur mit Wasser" ist zwar abgedroschen, stimmt aber wirklich. Und diejenigen, die dich ignorieren, so what. Wer sowas noetig hat, tut mir echt leid.

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    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    Jetzt bin ich doch erstaunt. Ich lese schon eine ganze Weile hier und Du, Marilyn, bist mir mir als eine der wenigen präsent - nicht auf den Mund gefallen, nicht zu forsch, ehrlich wirkend und selbstbewusst. Soweit die "virtuellen Eindrücke".

    Was erwartest Du selbst denn von solchen großen Veranstaltungen? Machst Du Dir zu viel Druck?
    Bei Familienfeiern im großen Rahmen geht es doch in erster Linie um das Wiedertreffen. Oft auch um das Neu-Kennenlernen, wenn man Verwandte/Freunde lang nicht gesehen hat. Sieh es doch mal aus der erwartenden Perspektive - Du möchtest die Menschen wiedertreffen, mit ihnen sprechen oder auch nicht. Du willst Dir doch kein umfassendes Bild von ihnen machen, kannst Du ja nicht. Und genauso wenig wollen und können die anderen sich ein Bild von Dir und Deinem Leben machen.

    Und bei Seminaren? Geht es doch im allgemeinen um die "Sache". Den einen oder anderen Teilnehmer behält man oberflächlich im Gedächtnis, aber keiner erstellt ein Psychogramm der anderen.
    Konzentrier Dich auf das, was Du willst. Möchtest Du beim Seminar neue Freundschaften schließen? Eher nicht, oder?

    Genauso würde ich herangehen - das Ereignis ins Zentrum stellen.
    Beim Seminar: "War ja ein toller Vortrag, nur XY hab ich nicht so ganz verstanden..."
    Bei Familienfeiern: "Mensch, Tante Z ist aber noch richtig fit. Sie war letztens in ABC zur Kur..."

    Das Persönlichere ergibt sich von selbst. Und wenn nicht, dann soll es halt nicht sein.

    Mensch, mach Dich nicht so klein - das bist Du nicht!

  4. Inaktiver User

    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    Liebe tarasjugina, liebe sugarnova, liebe wolkenbett, liebe malina70

    danke für eure aufmunternden Postings, es tut schon sehr gut zu wissen, dass man nicht alleine mit diesem Problem ist. Ich habe übrigens auch einen wunderbaren Menschen an meiner Seite, der mir das Gefühl gibt, attraktiv zu sein, witzig und niemals langweilig. Ich habe allerdings große Probleme, diese Gefühle tatsächlich anzunehmen und bis in andere Situationen hineinzutragen - dass mein Mann mich zu Hause anscheinend ziemlich toll findet, muss für mich nicht heißen, dass das auch andere tun. Aber jetzt zu wissen, dass einige von euch, die auf mich hier nämlich auch immer recht selbstsicher wirken, auch schon mal emotional aufgewühlt von solchen Veranstaltungen nach Hause gefahren sind, beruhigt mich tatsächlich ungemein.

    Ich rede übrigens normalerweise nicht sooo viel, aber natürlich kommt es auch vor, dass ich mich einbringe, aber das sind die Momente, in denen ich dann doch oft denke, ich bin jetzt zu egozentrisch. Das Gefühl habe ich übrigens beim Schreiben auch jetzt gerade.

    @ kassandra13
    Virtuell ist schon ne ganz andere Nummer als Aug in Aug mit einem Gegenüber. Es gibt allerdings auch hier Momente, in denen ich mich sehr getroffen fühle und unbedingt Abstand brauche, um mich wieder zu beruhigen. Aber das virtuelle macht schon was anderes aus.

    zum Thema. frag doch einfach irgendwas.. ja, was denn, schreit es da innerlich in mir. Malina hatte einen Small-Talk-Strang erwähnt, mag mir einer sagen, wo ich den finde?

    @ lizzie64
    Ich bin mit der Reaktion ganz zufrieden. Ich glaub, wir brauchen nicht zu verschieben.

    @ cyber-andrea
    Entziehen kann ich mich gar nicht - in meinem Beruf ist konstante Weiterbildung notwendig, die viel über Seminare läuft. Ich will das Problem daher eher in den Griff kriegen, denn davonlaufen geht eh nicht, wenn ich in diesem Bereich, der mir wirklich sehr, sehr viel Spass macht, bleiben will.

    Danke an alle

  5. Inaktiver User

    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    @ aubisa
    Danke, jetzt ist mir das echt ein bisschen peinlich - das sollte mit Sicherheit kein fishing-for-compliments-Strang werden.

    Dieses Seminar, auf dem ich jetzt war, stand unter der großen Überschrift "networking" - das wird übrigens mein Unwort des Jahres. Es wurde zwar auch inhaltlich was gemacht, aber das übergeordnete Ziel war wirklich, beruflich Kontakte zu knüpfen. Wahrscheinlich hat mir das tatsächlich Druck gemacht. Die nächsten Seminare, die jetzt folgen, sind allerdings wirklich rein fachlicher Natur.

    Und Familientreffen gibt es bei uns meistens zu Weihnachten, das sind aber Menschen, mit denen ich im allgemeinen gut klarkomme, das macht mir wenig aus. Ausgeklinkt habe ich mich aus einem alljährlichen Familientreffen in ganz großem Stil, drei Tage lang auf irgendeinem Kaff in Norddeutschland, bei denen ich von 100 Leuten wirklich maximal sechs oder sieben Leute kenne. Der Sinn erschließt sich mir einfach nicht.

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    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    Muss Dir nicht peinlich sein, ist nur mein Eindruck von dem, was ich von Dir bisher gelesen habe.

    Mit 100 Menschen - das ist auch wirklich arg viel. Gibts denn wenigstens einen familiären Mittelpunkt, um den sich alles schart? Oder vielleicht Menschen, die das ähnlich empfinden wie Du und mit denen Du ein bisschen reden kannst? Die besten Begegnungen sind doch meist die am Rande. Ein netter Blick, eine herzliche Umarmung - und irgendwie fühlt man sich ein bisschen verstanden.

    "Networking"... hmm, ja, neee, is klar. Als ob man nicht eigentlich den ganzen Tag fast nix anderes machen würde. Ich finde das immer so witzig, wenn Optima und Regeln aufgestellt werden, um das Miteinander kontrollieren zu können.

    Wenn es Dir hilft, mach Dir einen persönlichen Notfallplan, der Dich ruhiger werden lässt.

    1. Wer bist Du - Du bist fachlich, sachlich und menschlich ausgewählt worden, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu sollen. Du! Nicht die anderen.
    2. Wen kennst Du auf der Veranstaltung und mit wem möchtest Du reden.
    3. Welche Themen sind angemessen - ob es die Oma mit der Hüft-OP ist oder der letzte Artikel in der FAZ, ist doch egal.
    4. Notfall-Plan: Dir ist eine Situation unangenehm. Du musst mal eben telefonieren. Oder mal schnell ins Hotel, weil Du noch ein Fax erwartest. Du musst weg, weil Dein Kind krank ist. Oder noch zur Bank, weil Deine Karte nicht mehr funktioniert.

    Das sind aber alles wirkliche Notfall-Optionen - die hast Du nicht nötig. Wenn sie Dir trotzdem Ruhe vermitteln würden, behalte sie im Hinterkopf.

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    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich klammere mich dann einerseits an die Leute, die ich kenne, ziehe mich dann aber ebenso schnell wieder zurück, weil ich denen ja auch nicht auf die Nerven gehen will. Schließlich bin ich eine gestandene Frau von 34, das muss ich doch alleine hinbekommen? Bekomm ich aber nicht.
    Liebe Marilyn,
    du verlangst dir da eine Menge ab.

    Ich bin oft in solchen Situationen, auf großen beruflichen Meetings, Fachtagungen, "Community"-Treffen usw., auf denen das Networking eine wichtige Aufgabe ist und kann das mittlerweile ganz gut. Allein bekommt das aber kaum jemand hin. Praktisch alle rotten sich da in einigermaßen vertrauten Rudeln zusammen oder gehen mindestens zu zweit oder in kleinen Gruppen zum Essen und zu den Abendveranstaltungen. Verabredungen dazu und ein gewisses Maß an "Anhänglichkeit" sind oft sehr willkommen. Allein sind solche Events für jeden furchtbar anstrengend und machen kaum jemandem Spaß.

    Wenn du fürchtest, dass deine Anhänglichkeit jemandem lästig sein könnte, sieh genau hin: Menschen, die in Ruhe gelassen werden wollen, zeigen das. Siehst du keine deutlichen Hinweise darauf, dass dich jemand loswerden will, ist es vermutlich auch nicht so. Und dann ist da auch kein Grund, dich zurückzuziehen.

    Und dann gibt es einfach Tage, an denen ich auch nicht wirklich fit bin für das Bad in der Menge. Eine depressive Verstimmung z.B. macht mich vollkommen ungeeignet für leichte Unterhaltung. Ich bin dann bockig und trotzig, will allein sein und fühle mich - gerade unter vielen Menschen - vollkommen allein und unverstanden. Die Anderen erscheinen mir dann als weit entfernte, fremde Masse, mit der ich nichts zu tun haben will.

    Als Ausnahmezustand gestehe ich mir sowas zu, nehme mir, wenn möglich, eine Auszeit: lasse eine Mahlzeit oder eine Abendveranstaltung aus oder so und erscheine später entspannter wieder. Solche Befindlichkeiten sind üblich; das erwischt viele Leute von Zeit zu Zeit und braucht übrigens auch nicht erklärt zu werden.

    Was ich dir eigentlich sagen will, ist das: Vielleicht bringt dir mehr Nachsicht mit dir selbst etwas Entspanntheit.

    Wenn du die Situation aber als grundsätzlich verfahren erlebst, deine sozialen Ängste dauernd spürbar sind oder über längere Zeiträume merklich zunehmen, brauchst du vielleicht Begleitung in Form einer Therapie, um aus dem Teufelskreis auszubrechen. Käme das für dich in Frage?

    Alles Gute!
    Almira
    "Oh good! Nobody here but People."
    Veta Louise Simmons in Harvey von Mary Chase

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    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dieses Seminar, auf dem ich jetzt war, stand unter der großen Überschrift "networking" - das wird übrigens mein Unwort des Jahres. Es wurde zwar auch inhaltlich was gemacht, aber das übergeordnete Ziel war wirklich, beruflich Kontakte zu knüpfen. Wahrscheinlich hat mir das tatsächlich Druck gemacht. Die nächsten Seminare, die jetzt folgen, sind allerdings wirklich rein fachlicher Natur.
    Ich bin eine überzeugte Verfechterin der Networkings (ist sozusagen mein Wort des Jahres ), aber ganz sicher nicht in der von Dir geschilderten Form. Sprich, man bringt einen Haufen unbekannter Leute zusammen, und die sollen dann mal schön Kontakte knüpfen. Es mag Meister in der Kunst des Networkings geben, die daraus wirklich einen Gewinn ziehen. Aber ich bin davon überzeugt, dass selbst die, die von solchen Veranstaltungen mit einem Berg von Visitenkarten abziehen, schnell feststellen werden, dass Networking mehr ist als das Sammeln von oberflächlichen Kontakten.

    Meiner Erfahrung nach braucht es Zeit, Geduld und echtes Interesse am anderen, um ein Netzwerk aufzubauen, das auch tragfähig ist. Von solchen Veranstaltungen halte ich hingegen wenig bis gar nix. Und Du bist sicher kein Alien, wenn Du damit nix anfangen kannst. Ich kann und will nicht mit wildfremden Menschen in zwei Tagen ein tolles Netzwerk aufbauen. Und brauche kein randvolles Adressbuch, um meine soziale Stellung abzulesen. Ich würde solche Veranstaltungen schon als Erfolg werten, wenn ich eine nette Begegnung hätte, aus der vielleicht ein tiefergehender Kontakt entsteht. Alles andere ist in meinen Augen Blendwerk.

    Also mach Dir nix draus, diese Veranstaltung ist genauso wenig ein Maßstab für soziale Kompetenz wie ein Famliefest, bei dem man von 100 Leute keine zehn kennt. Man muss sich ja auch fragen, ob man die anderen überhaupt kennenlernen will...

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Rational gesehen magst du recht haben: emotional gesehen bin ich die einzige auf weiter Flur, der das so geht. Auf mich wirken jedenfalls alle anderen immer erheblich selbstsicherer als ich. Und woran erkennt man diejenigen, denen es genauso geht?

    Small Talk? Kann ich nicht, ich weiß oft nicht, worüber ich reden soll, wie man das Gespräch am Laufen hält. Das geht mir nicht immer so, manchmal klappt es, aber ich brauche irgendeinen Anknüpfungspunkt und ich habe oft das Gefühl, zuviel über mich selbst zu reden und das interessiert doch eh keinen.
    Liebe Marilyn,

    hier kommt noch "Eine", die sich in großen Gruppen oft nicht wohlfühlt.
    Damit bist Du wirklich nicht allein.

    Ich persönlich glaube, dass man sich oft selbst den Druck macht, besonders gut "rüberzukommen". Dabei wirkt dann manches vielleicht "verkrampft".

    Auf Seminaren habe ich festgestellt, dass wenn ich nichts erwartet habe und einfach ganz "bei mir geblieben" bin, eigentlich leicht Kontakte entstanden sind.
    Gerade bei Seminaren findet man zum Thema leicht Gesprächsstoff.

    Außerdem finde ich, dass "schüchterne" Menschen nicht unbedingt als negativ empfunden werden. Es hat seinen eigenen Charme, Dinge langsam angehen zu lassen. Das schätzen, so glaube ich, viele Menschen.

    Im Übrigen empfinde ich Deine Beiträge hier wirklich toll. Ich lese gerne von Dir und dachte mir oft...das ist eine sehr selbstbewußte Person...


    Viele Grüße

    Wellental

    Liebe heißt, die Stärken anzuerkennen und die Schwächen zu umarmen.

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    AW: Angst und Unsicherheit bei großen Veranstaltungen

    Liebe Marylin,

    Du hast auf mich immer so einen angenehmen Eindruck gemacht... reflektiert, wissend, wo es langgeht, ohne besserwisserisch zu wirken.

    Ganz ehrlich, meiner Schwiegermutter geht es genauso wie Dir. Sie hat Sehnsucht nach Gesellschaft und wir müssen sie trotzdem -jedesmal- sehr mühsam davon überzeugen, dass sie willkommen ist.

    Tatsache ist, dass sie überall wirklich prima ankommt und sie alle ausgesprochen sympathisch finden.

    Leider vermag sie das nicht zu erkennen und macht sich das Leben unnötig schwer.

    Bei einem Familientreffen mit 100 Mann finden es garantiert viele gut, wenn sie einen Zuhörer finden... Über Gesprächsstoff brauchst Du Dir nicht den Kopf zu zerbrechen.

    Außer Abhärtung kann ich Dir da leider nichts empfehlen.

    Liebe Grüße

    angie

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