Hallo fliederduft!
ich finde es bemerkenswert dass du überhaupt begreifst dass du dich selbst in dieser Beziehung etwas verloren hast! So viele Menschen sind nicht in der Lage sich das einzugestehen und flüchten sich lediglich in die nächste, abhängigmachende Beziehung.
Dazu also erst einmal Gratulation!
Du schriebst dass du bereits eine Fachfrau konsultiert hast, daher sind meine Tipps womöglich auch bereits abgearbeitet:
- um bei sich bleiben zu können muss man erst einmal wissen WER man eigentlich ist. Nimm dir dazu einfach mal einen Zettel in die Hand und schreibe dir auf was dir an Eigenschaften zu dir einfällt. Oft ist man nach drei Begriffen ratlos was man noch hinzufügen könnte; nimm dir Zeit, und dir wird noch einiges mehr einfallen. Vielleicht hast du auch gute Freunde die du nach deinen positiven Eigenschaften befragen kannst?
- verfasse sowas wie einen Lebenslauf - aber nicht im Sinne von "Schulbesuch von... bis..., Ausbildung als....", sondern einen emotionalen Lebenslauf, in dem du auf prägende Punkte eingehst. Beim Schreiben wird einem oft vieles klarer.
- mache dir eine Liste mit Dingen die du dir schon lange wünschst. Möchtest du zum Beispiel gerne ein Hobby aufnehmen? Zeichnen lernen, (kunst)handwerklich arbeiten, eine Sportart ausprobieren...? Schreibe alles auf was für dich interessant klingt. Schau dir dazu vielleicht auch einfach mal Programme der Volkshochschule oder das Branchenbuch an um auf Ideen zu kommen.
- versuche Rituale in deinen Alltag einzubauen, wie z.B. eine kurze Einheit Meditation oder Yoga nach dem Aufstehen; lass den Tag vor dem Einschlafen revue passieren, aber nicht in chronologischer, sondern in antichronologischer Richtung. Auf die Weise betrachtest du deinen Tag nicht nur als eine Abfolge von Tätigkeiten, sondern gibst jedem Element die Aufmerksamkeit die es verdient. Dabei musst du nicht wertend eingreifen.
- Spiegelübungen sind für mich persönlich sehr hilfreich, vielleicht ist es auch was für dich: stelle dich davor und sprich dir laut zu. Z.B. "ich mag mich" oder "Ich finde mich gut so wie ich bin".
Ich denke du schaffst es bei dir zu bleiben!
LG overboard
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Thema: Bei sich bleiben - Übungen ?
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09.11.2008, 10:57
AW: Bei sich bleiben - Übungen ?
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09.11.2008, 12:28Inaktiver User
AW: Bei sich bleiben - Übungen ?
genau das habe ich mich gestern auch unentweg befragt, dann habe ich noch die tarotkarten befragt, mein hoeheres weises selbst, zwei freundinnen
Zitat von marla63
,d ie mir natuerlich abrieten, anzurufen, dann bin ich noch eine runde spazieren gegangen, zufaellig an seinem haus vorbei und wurde dann ruhiger.
ich habe mich entschlossen, beschlossen, ihn anzurufen, um zu fragen, WORUEBER wollen wir denn noch reden, anstatt hin und her zusmsen.
das gespräch war super
also - respektvoll, liebevoll... er möchte gerne nochmal über uns reden - und dass ich ihm sehr sehr wichtig bin und er durch mich an themen rangekommen ist, an die er sonst nie alleine oder in einer "friede, freude"beziehung rangekommen waere.
das hat einfach nur gut getan, es war eine wertschaetzung, die ich brauchte, ja ich glaube, davon war ich doch ein wenig wieder abhängig, ich gebe es zu.
jetzt kommt das GUTE: wir treffen uns erst in einer Woche ca. - da ich die Zeit noch für mich brauche, um mehr bei mir anzukommen. Er hat gesagt: ich gebe Dir alle Zeit der Welt (das sind auch neue Töne) und wisst ihr was: ich bin nach dem Telefonat gleich wieder bei mir angekommen und geniesse den heutigen tag mit MIR allein.... keine Fixierung auf ihn.
Es hat sich, scheint sich was zu ändern: er macht mich nicht gluecklich, ich mach mich selbst glücklich, und wir können uns beide auf diesem Lebensweg begleiten, doch fur uns und unser Seelenheil sind wir beide selbst verantwortlich..
Ich hoffe, diese tollen Erkenntnisse halten noch etwas an, bei meiner nächsten "ich-verlier-mich-phase" solange bis ich das neue Verhalten eingeübt habe..
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09.11.2008, 12:34Inaktiver User
AW: Bei sich bleiben - Übungen ?
Hallo liebe Overboard,
Zitat von Over_board
ich danke Dir für die guten Vorschläge, die sind SUPER - und ich werde mich auch gleich da ran setzen.
Ich kenne mich doch sehr gut, im Hinblick auf meine Schattenseiten, nur die Sonnenseite, und das was ich will und mich noch nicht traue oder mir nicht erlauben möchte, da möchte ich jetzt mehr hinschauen.
ich habe gestern abend per Zufall (es gibt keine Zufälle) auch endlich ein Hobby gefunden, das mir helfen würde, meinen Gefühlen mehr Ausdruck zu verleihen, ich werde am Mittwoch gleich dort hingehen - und freue mich sehr darauf..
Die Spiegelübungen und rituale generell finde ich auch sehr gut, ich mache diese schon teilweise, aber mit zu wenig Überzeugung und Selbst-
....
Ich weiss, dass ich ein Übermass an Einfühlungsvermögen habe, merke aber, dass ich dieses noch nicht richtig zu schätzen weiss. In meinem Job benötige ich es weniger, da habe ich andere Stärken (Durchsetzungsvermögen, Kommunikation, Verständnis, Ausdauer) aber die private, persönliche Himmelweit, als Frau, als Mensch...hm, da ist das Bild noch nicht ganz komplett, stimmig...
Ich danke Dir, dass Du Dir die Mühen gemacht hast und Dein Beitrag macht mir auch Mut
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10.11.2008, 23:14
AW: Bei sich bleiben - Übungen ?
Hallo fliederduft,
was mir momentan hilft - ich befinde mich in einer ähnlichen situation - ist zum einen autogenes training und die gespräche mit meiner homöopathin. Man glaubt es nicht, aber homöopathie hilft einem auch seelisch weiter. Finde ich...
Du kannst dich ja mal schlau machen, was autogenes training bedeutet. einerseits ist es für entspannung, nach einem gestressten tag zu sich zu finden und "runterzukommen", andererseits kann man aber auch durch suggestion "denkprogramme" in seinem unterbewusstsein ändern. Du könntest dir zB sagen, dass du gut und wertvoll bist, so wie du bist, dass dein einfühlungsvermögen wertvoll ist und dass du selbst was besonderes bist. Das klingt erstmal albern, okay, aber ich mache das jetzt seit 3 wochen und finde es erstaunlich. Wenn man das trainiert und in dem tiefenentspannten zustand sich selbst sagt, dann geht das irgendwie ins Unterbewusstsein und ist auf dieser Ebene dann auch für alltagssituationen abgespeichert. Es ist auch nicht schwer. Probier es doch mal aus, und wenn es nichts für dich ist, hast du trotzdem Zeit mit DIR SELBST verbracht.
Die anderen Tipps mit Tagebuch schreiben und dem emotionalen Lebenslauf finde ich auch ganz klasse. Ich werd mir das jetzt auch vornehmen.
Viele liebe Grüße!
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20.11.2008, 10:33Inaktiver User
AW: Bei sich bleiben - Übungen ?
Hallo Ihr Lieben,
was auch hilft, für mich: schreiben, und das ganze erstmal in Entwürfe ablegen, fühle mich richtig befreit.
nun möchte ich es auch mal mit dem malen versuchen...
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20.11.2008, 15:43
AW: Bei sich bleiben - Übungen ?
hallo fliederduft,
mir geht es gerade genau so: ich glaube, ich habe zuviele Arbeiten meines Freundes übernommen, war Ende letzter Woche einfach nur noch kaputt und konnte gar nichts mehr tun. Da ist es mir dann endlich(!) aufgefallen: ich glaube, ich habe mich selbst überfordert.
darf ich kurz erzählen?
ich bin Lehrerin, pendle (freiwillig und gerne) täglich, fahre also ca 3 Stunden pro Tag mit dem Zug durch die Gegend und muss dafür schon um 5 Uhr früh aufstehen. Mein Freund ist gerade in im vorletzten Semester noch am Studieren, musste zwei Seminararbeiten abgeben, Übungsblätter ...
Deshalb hat er mich gebeten, ob ich nicht diese Übungsblätter lösen könne. Und dann noch, ob ich ihm nicht ein paar Texte zusammenfassen könne, in eine Vorlesung für ihn gehen ...
Ich war also die letzten Wochen, ungefähr ein gutes Monat, zusätzlich zu meinem Job einmal pro Woche in der Uni (wieder andere Stadt, 20 km von zuhause entfernt), habe einmal pro Woche Aufgaben für ein Übungsblatt gelöst und dann noch Texte zur Seminararbeit so aufbereitet, dass sie zusammengefasst, erklärt ... waren. Und es ist nicht so, dass ich meinen Job als "Halbtagsstelle" betrachte. Die Vorbereitungen fielen kürzer aus, ich habe die ganzen Zugfahrten zum Arbeiten genutzt.
Zum Yoga, das für mich wirklich ein Bedürfnis ist, konnte ich nur noch 1mal die Woche statt wie sonst 3mal, mein Fitnessstudio habe ich seit Anfang Oktober nicht mehr gesehen. Dazu kommt noch, dass ich umgezogen bin und bis Ende dieses Monats meine alte Wohnung leergeräumt und besenrein sein muss.
Mir ist erst aufgefallen, dass mir das alles zuviel wird, als ich einfach nicht mehr konnte. Ich saß auf dem Sofa und es ging nichts mehr. Ich konnte mich einfach nicht auf diese Aufgaben konzentrieren. Jetzt ist die Seminararbeit abgegeben, ich habe nur noch meine Arbeiten zu erledigen und merke, wie traurig ich bin. Ich habe so sehr das Gefühl, dass mein Freund sich jetzt mal um mich kümmern könnte - aber nein, er muss sich jetzt erst einmal selbst ausruhen.
Wie komme ich dazu, FRÜHER zu merken, wenn mir alles zu viel wird?
Ich weiß es nicht. Bin ratlos.
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20.11.2008, 16:21Inaktiver User
AW: Bei sich bleiben - Übungen ?
Liebe EvaFee- klar darfst Du
Gerne.
Ich nehme Dich mal in den Arm
Ich glaube unser gemeinsames Thema lautet "sich ABGRENZEN", gell ? Fällt mir auch sehr schwer, ich merke es zwar schon eher, und übe - beim nachbarn, bei den Kollegen, für die ich ja auch immer die nette bin - aber bei meinem Freund...da ist die Anziehung noch zu groß...
mal eben auf die Schnelle getippt, vielleicht fällt mir noch mehr ein..



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