@Marienkaeferchen
Eine Trinkgeldpauschale wurde auch immer im Gastgewerbe erhoben. Ob es heute noch so ist, weiß ich jetzt nicht - bin ja in Pension. Betroffen waren: Service, Etage und Hausmeister / Hausdiener. Allerdings betrug diese zu versteuernde (inkl. Sozialvers.) Pauschale lediglich ca. € 10,- - € 35,- pro Monat. Das heißt, es wurde diese Pauschale zum Bruttolohn dazugerechnet und dann versteuert und Soz-Beiträge gezahlt. Und bei den Friseuren wird sie auch nicht erheblich höher sein. Das Finanzamt und die Sozialversicherung wollten immer die Besteuerung der tatsächlichen Trinkgelder einführen und da sollte der Arbeitgeber pro Angestellten eine Liste mit den Trinkgeldern führen. Das wurde zum Glück nie eingeführt, wäre auch nicht machbar gewesen, da die Angestellten ihre Trinkgelder wohl nicht dem Arbeitgeber mitteilen.![]()
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Ergebnis 11 bis 20 von 21
Thema: Trinkgeld
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20.05.2007, 17:15Inaktiver User
AW: Trinkgeld
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20.05.2007, 18:23Inaktiver User
AW: Trinkgeld
@ Marienkaeferchen
Nachtrag noch.
Nicht nur, daß die Chefin höchstpersönlich einsammeln geht, es gibt auch noch andere.
Mir ist vorgekommen:
Die Gouvernante (Vorgesetzte der Zimmermädchen) geht einsammeln.
Jedes Zimmermädchen hat einen Generalschlüssel und Eine ist ganz in der Früh' bei den Zimmern mit Frühabreisen durch die Zimmer geeilt und hat eingesammelt. Natürlich hat es niemand getan!
Dann der Streit zwischen Zimmermädchen mit eigenem Stock und Springerin. Die Springerin hat natürlich nie etwas bekommen.
Freie Tage - niemand wollte am Freitag oder Samstag frei haben (da geben die Gäste das Trinkgeld).
Dienstplan für Zimmermädchen und Service erstellen war eine Qual!
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20.05.2007, 18:27
AW: Trinkgeld
Ich gebe sehr selten Trinkgeld, eigentlich nur bei meiner Friseur-Auszubildenden. Bei Service-Personal gebe ich so gut wie nie was, da aus meiner Sicht Freundlichkeit und gute Beratung zum Job gehören und keines Extra-Trinkgeldes bedürfen.
Geändert von Tahnee (20.05.2007 um 19:25 Uhr)
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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20.05.2007, 19:22Inaktiver User
AW: Trinkgeld
Das kannst du natürlich halten wie du willst, Tahnee. Auch bei einem Stundenlohn von 6-7 Euro die Stunde, wo du dir im Service in einer Kneipe die Füße plattläufst und Nachtschichten einlegst sowie erhebliche Gewichte stemmst, gehören Freundlichkeit und gute Beratung sicherlich zum Job, da geb ich dir Recht.
Diese und andere Tugenden, die die Einkehr in einer Lokalität zum Vergnügen machen, sind aber trotzdem - wie überall sonst im Leben- nicht selbstverständlich. Deshalb honoriere ich sie in einem Gewerbe, in dem Trinkgelder zwar keine Pflicht sind, aber doch als Anerkennung guter Arbeit gewertet werden, wie gesagt gerne.Geändert von Inaktiver User (20.05.2007 um 19:28 Uhr)
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20.05.2007, 19:54
AW: Trinkgeld
Nugat, ich arbeite selber als Krankenschwester in einem Beruf, wo Freundlichkeit dazu gehört und z.T. in Arztpraxen unter 8 € gezahlt wird. Und diese Tugend (wenn man sie denn so nennen möchte) ist für mich selbstverständlich. Dass ich das eine Frechheit finde, muss ich kaum erwähnen, aber Trinkgeld zahlt uns auch keiner.
Mit Glück was in die Kaffeekasse.Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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20.05.2007, 20:13Inaktiver User
AW: Trinkgeld
Liebe Tahnee...
...ich schätze den Beruf einer Krankenschwester sehr.Das ist harte Arbeit und wie alles,was sozial,verantwortungsvoll und schwer ist,viel zu schlecht bezahlt.
Für mich ist es allerdings eine Selbstverständlichkeit(und war es auch eine Selbstverständlichkeit) wenn Familienangehörige im Krankenhaus sind/waren(ich hatte das große Glück,noch nie ins Krankenhaus gemußt zu haben...)den Schwestern für ihre Geduld und Mühe in Form von Kuchen,Kaffee und Beitrag für die Kaffeekasse zu danken und Anerkennung und Wertschätzung zu zollen.
Denn Trinkgeld dürfen die Krankenschwestern hier bei uns nicht entgegennehmen...außer in Form von Naturalien(=Kaffee und Kuchen...)oder für die Kaffeekasse.
Lieben Gruß
vom Marienkäferchen
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20.05.2007, 20:23
AW: Trinkgeld
Das finde ich wirklich sehr lieb von Dir, Marienkaeferchen.
Allerdings können nicht alle die Arbeit einer Krankenschwester/Arzthelferin wertschätzen. Im Gegenteil --> was man z.T. zu hören kriegt, na vielen Dank!
Selbst in meinem Bereich, der Onkologie und Sterbebegleitung, geht einiges wirklich ohne heftiges Kopfschütteln nicht mehr.Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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20.05.2007, 20:39Inaktiver User
AW: Trinkgeld
Also im KH zahlen wir auch immer etwas in die Kaffeekasse.
@ Nugat
Ist der Stundenlohn im Service in D auch so schlecht?
Ich hatte in den letzten Jahren auch einige deutsche Angestellte. Hauptsächlich im Winter, da sie aus einer Sommerregion kamen (Ostseeküste). Die waren über den gezahlten Lohn schon erfreut, vor allen Dingen, da in österreichischen Saisonbetrieben eine Unterkunft kostenlos gestellt wird, Verpflegung ist auch kostenlos. Erfreut waren sie immer über die Schlußabrechnung, da es in Österreich 14 Gehälter gibt, die am Ende aliquot ausgezahlt werden.
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20.05.2007, 21:24Inaktiver User
AW: Trinkgeld
@Fifty
Hier in der Kneipen-Szene (man kann überall auch etwas essen) liegt der Stundenlohn zwischen 6-7 Euro, ich weiß aber nicht, ob die Leute, die in Vollzeit festangestellt sind (eher die Minderheit, ist Uni-Stadt mit vielen jobbenden Studenten) mehr kriegen.
Mit Verpflegung in der Schicht wird unterschiedlich verfahren. Mein Sohn bekommt ein Essen umsonst, ich weiß von anderen Betrieben, dass was dazu gezahlt werden muss. An Getränken ist Personal-Mineralwasser frei und Kaffee, Cola und Säfte etc. gibts neuerdings zum Personal-Preis, der Besitzer hat gewechselt.
Alkohol ist natürlich tabu
Was du über österreichische Betriebe schreibst, klingt gut. 14 Monatsgehälter, wow
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20.05.2007, 21:46Inaktiver User
AW: Trinkgeld
Allerdings wird auch in Österreich viel Schindluder mit den Angestellten im Gastgewerbe getrieben. Ich höre es immer wieder und es fragen mich heute noch Leute aus dem Gastgewerbe, ob Abrechnungen richtig sind und wie sie sich wehren können.
Meine Tochter jobbt zur Zeit in einem Bistro und der Besitzer ist auch ein richtig Abgedrehter. Sie zählt bereits jetzt die Tage bis zum Ende ihrer Tätigkeit. Der bescheißt seine Leute nach Strich und Faden, macht Versprechungen, hält sie nicht usw. Erschwerend kommt noch hinzu, daß er auch ein Taxiunternehmen hat und da treffen sich wohl zwei Gewerbearten, die nicht umsonst einen schlechten Ruf in Mitarbeiterführung haben.


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