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    Gesammelte Werke eines Typen, der zu deprimiert ist, um sich zu erhängen

    Aus düsterem Gedankenhimmel
    fällt gerade Schnee auf meinen

    Arm.
    Der macht mein Herz so grau wie Schimmel
    und alle Wolken lahm.

    Ein toter Schneider glotzt mich an,
    er klebt an der Tapete.
    Wie ich ist er ein armer Mann,
    der will, dass ich ihn töte.

    Tote töten Tote nicht,
    das machte keinen Sinn.
    Der Schneider hat ein Matschgesicht,
    er is wohl wirklich hin.

    So schnell ist der Gedanken Tanz,
    ich halt mich fest an meinem Knie.

    Reimen konnt ich auch noch nie.
    1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.

    2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.

    9.) Iss einen Keks.


    Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

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    Gesammelte Werke eines Weibes, das zu deprimiert ist, um Kekse zu backen

    Was klopft so leer an meine Brust?
    Ist es ein Stein, Ennui, der Frust?
    "Wer bist du?", frage ich die Plage.
    Ein Stimmchen wispert: "Deine Tage!"

    Als wär's noch nicht genügend Hohn,
    schreit weiter unten ein Hormon:
    "Das nenn ich Evaluation!"
    1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.

    2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.

    9.) Iss einen Keks.


    Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

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    AW: Gesammelte Werke eines Weibes, das zu deprimiert ist, um Kekse zu backen

    Zitat Zitat von Golddrops Beitrag anzeigen
    Reimen konnt ich auch noch nie.
    Von wegen, blödes Dröpschen.

    Mit Deinen Reimereien hast Du einen traurigen Kerl dem Erhängen wieder ein gutes Stück ferner gerückt, und das in finsterer Nacht.
    Du machst Spaß, einfach Spaß.

    Das erste Gedicht reichte immerhin, um beim Lachen die Augenwinkel anzufeuchten.
    Das zweite hat die Brillengläser beschlagen lassen.
    Das zweite ist also, denke ich, besser, knapper, lakonischer.

    Allerdings, das erste bietet mehr Stoff zur inneren Einkehr, jedenfalls für einen Mann, ist erbaulicher, beschaulicher, getragener, von milder Schwermut patiniert.
    Das zweite ist entschieden lustiger, für einen Mann.
    Geändert von arouet58 (30.04.2009 um 01:12 Uhr)
    Cum grano salis

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    AW: Gesammelte Werke eines Typen, der zu deprimiert ist, um sich zu erhängen

    Jo, mir gefallen die auch.

    Und da fällt mir glatt ein, dass ich noch was von der Änderungsschneiderei abholen sollte! (Oder wollte? ) Bis dann.

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    Vom traurigen Niedergang des braven Bürgers Knut Krause

    Herr Krause lag in seinem Bett,
    wälzte sich durch tausend Mulden.
    Sein Weib ging fort, das war nicht nett,
    ließ ihn zurück mit Schulden.

    Schlief mit dem Gerichtsvollstrecker,
    gleich zehnmal hinter'nander!
    Dem briet sie Steaks, das war wohl lecker -
    für Krause gab's nur Zander.

    Der Arme protestierte wild -
    im Sitzstreik gegen Castor.
    Gegen sein Weib war er nur mild,
    drum schlief es mit dem Pastor.

    "Ruth", sprach Krause, "ich hab's satt!
    Ich glaub, ich lass mich scheiden!"
    Darauf schlief sie mit der ganzen Stadt,
    sie konnt ihn wohl nicht leiden.

    Eines Morgens Anfang März,
    da brannt' das holde Luder
    zuerst zehn Löcher in sein Herz,
    dann durch mit seinem Bruder.

    Außer sich und voller Wut
    trank Krause dreizehn Korn.
    "Das war's mit uns, du blöde Ruth!",
    sprach er ganz voller Zorn.

    Rief seinen Kumpel Jochen an,
    der tröstete mit Phrasen:
    "Sei froh, datte die los bis, Mann,
    die konnte eh nicht kochen!"
    1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.

    2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.

    9.) Iss einen Keks.


    Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

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    AW: Gesammelte Werke eines Typen, der zu deprimiert ist, um sich zu erhängen

    Ha! Echt gut.

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    AW: Vom traurigen Niedergang des braven Bürgers Knut Krause

    Ja schon, sehr schön

    aber ist denn das auch alles logisch?

    Zuerst geht sie weg,
    darauf ist sie gleich wieder da,
    und rettet ihn gar vor den Schulden
    (im übrigen will man wissen sehr: Hat sie ihm auch zu den verholfen?)

    Zander ist doch garnich schlecht ...oder wollt das heissen Zunder ? aber halt nein, der Reim!
    dann müssts ja zuvor sein
    "10x hinten'unter"
    oder
    "10x, ganz schön munter"



    Naja, nix für ungut

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    AW: Vom traurigen Niedergang des braven Bürgers Knut Krause

    Zitat Zitat von When_a_Man Beitrag anzeigen
    Ja schon, sehr schön

    aber ist denn das auch alles logisch?
    Aber selbstverständlich, lieber Wennemän!
    Als gewissenhafter P(r)o(l)et der ersten Stunde gehe ich beim Reimen natürlich streng nach der Methodik der altbekannten und -bewärten "Dichterischen Logik" vor.


    Zuerst geht sie weg,
    darauf ist sie gleich wieder da,
    Ruth hielt sich halt viel in der Bri auf, wenn sie ihrem Gatten nicht gerade Hörner aufsetzte.
    Das färbt irgendwann ab auf Sozialverhalten und Liebesleben.

    und rettet ihn gar vor den Schulden
    (im übrigen will man wissen sehr: Hat sie ihm auch zu den verholfen?)
    Ruths Knut war Zeit seines Lebens ein braver Bürger und ehrenwerter Ehemann, der seinem Weibe als frühpensionierter Postbeamter leider weder die Drogen noch den Luxus finanzieren konnte, den Ruth brauchte, um sich ihren Gatten erträglich und ihre Freier bei Laune zu halten.
    QVC, Uhse & Co verschlangen zuerst seine Nerven, dann sein Vermögen und zum Schluss alle Hoffnung, jemals wieder ein Leben ohne Peter Zwegats Ratschläge führen zu können.

    Zander ist doch garnich schlecht ...oder wollt das heissen Zunder ?
    Knut Krause mochte keinen Fisch.
    Sein Geruch erinnerte ihn zu sehr an seine Mutter, die ihn, als er drei Jahre alt war, wegen eines hübscheren Kindes verließ.
    1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.

    2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.

    9.) Iss einen Keks.


    Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

  9. Inaktiver User

    AW: Gesammelte Werke eines Typen, der zu deprimiert ist, um sich zu erhängen

    Sein Geruch erinnerte ihn zu sehr an seine Mutter, die ihn, als er drei Jahre alt war, wegen eines hübscheren Kindes verließ.
    das ist genial gut

    und auch das Gedicht 2 finde ich gelungen..

    aber psst : Deine Signatur ist von Georg Christoph Lichtenberg
    Geändert von Inaktiver User (30.04.2009 um 15:26 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Vom traurigen Niedergang des braven Bürgers Knut Krause

    Gestern wollte ich zum 2. Gedicht noch etwas schreiben, worauf ich dann doch verzichtete, weil es wahrscheinlich ohnehin nur au contraire verstanden worden wäre.
    Und eine ellenlange erklärende Predigt zu halten, dazu hatte ich keine Lust, denn es ist doch Dröpschens Strang und ich fürchte den Unwillen der Spinnenden.

    Ich wollte schreiben, es gefiele mir auch deshalb so gut, weil es einem Mann wirklich zu Bewußtsein bringe, was für ihn das Schönste im Leben sei, nämlich zu erfahren, dass er KEINE Frau ist.

    Nach dem 3. Gedicht bin ich mir dessen nicht mehr sicher.

    Was kommt denn noch alles?

    Golddrops ist gemeingefährlich, zerrüttend.
    Dröpschen ist das Chaos, die Auflösung der schönen Ordnung der Welt.

    Die Abschaffung der Hexenprozesse, die sollte man noch einmal überdenken.
    Geändert von arouet58 (30.04.2009 um 17:34 Uhr)
    Cum grano salis

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