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  1. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Zitat Zitat von izzie
    Worauf ich achte, ist, dasss die Oper nicht zu lang ist und v.a. auf die Art der Inszenierung. Da wird ja inzwischen einiges geboten, da bevorzuge ich doch nicht nur für meine Kinder die "klassischen" Inszenierungen (ohne dass die Darsteller auf der Bühne kopulieren, urinieren, sich übergeben u.ä.). Auch zu modern adaptiert verstehen die Kinder oft nicht (ich manchmal auch nicht ).
    Ja, genau so ist es!
    Zitat Zitat von izzie
    Ich erzähle meinen Kindern vorher die Handlung der Oper, je nachdem auch schon mal kindgerecht verändert (bei meinem damals 7-jährigen wurde aus einer Prostituierten schon mal eine gute Freundin mehrerer Herren - La Traviata).
    Toll!
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mein Gedanke war es deshalb auch, Opern zu empfehlen, in die "einzuarbeiten" vom Libretto und von der Musik her "leichter" ist, obwohl, wenn man dann z.B. Nikolaus Harnoncourt in den Excerpts from the rehearsals of Anton Bruckner, Symphony No. 5, hört und auf musikgeschichtliche Zusammenhänge etwa mit Mozarts Requiem hingewiesen wird, dann ist jede Musik wahrscheinlich etwas fürchterlich komplexes.
    Hm, weißt Du, ich nehme mir einen ganz anderen Zugang zur klassischen Musik.

    Ich höre Musik nicht "intellektuell", sondern sie muß mir nur gefallen. Den Ring brauche ich nicht in allen Einzelheiten verstehen, bin dafür auch zu blöd , aber ich liebe die Musik.

    Ich kann verstehen, daß viele meinen Zugang vielleicht nicht nachvollziehen können, aber bei mir ist es einfach so.

    Ich kenne mich mit der Oper nicht gut aus, und ich mag die konventionellen Opern auch nicht, deswegen werde ich jetzt für die Erläuterung bei ihm bleiben : Viele sind der Ansicht, daß man als Einstieg nicht Wagner wählen soll, weil zu schwierig. Wenn man dann mit Wagner anfängt, sollte es "Der fliegende Holländer" sein, weil "einfach". Ich halte das für den falschen Weg. Ich denke, man sollte gleich mit den "guten" Opern anfangen, sonst verliert man das Interesse.

    Ich mußte als Kind "Hänsel und Gretel" ansehen - schrecklich.

    Das war für mich ein denkbar schlechter Einstieg.

    Ich halte Deinen Weg, um Kindern den Zugang zur Oper/Musik zu erleichtern, nicht für falsch, kann richtig und gut sein, aber mich hättest Du damit in die Flucht geschlagen.

  2. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...

    Hm, weißt Du, ich nehme mir einen ganz anderen Zugang zur klassischen Musik.

    Ich höre Musik nicht "intellektuell", sondern sie muß mir nur gefallen. Den Ring brauche ich nicht in allen Einzelheiten verstehen, bin dafür auch zu blöd , aber ich liebe die Musik.

    Ich kann verstehen, daß viele meinen Zugang vielleicht nicht nachvollziehen können, aber bei mir ist es einfach so.

    ...
    Ich glaube, das mit dem intellektuellen Zugang hast Du jetzt falsch verstanden:

    Mit:

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ... obwohl, wenn man dann z.B. Nikolaus Harnoncourt in den Excerpts from the rehearsals of Anton Bruckner, Symphony No. 5, hört und auf musikgeschichtliche Zusammenhänge etwa mit Mozarts Requiem hingewiesen wird, dann ist jede Musik wahrscheinlich etwas fürchterlich komplexes.
    wollte ich keinesweg für einen musiktheoretischen/-geschichtlichen usw. Zugang plädieren. Mein Plädoyer geht eindeutig auch in Richtung "schöne" Musik (was immer man darunter auch persönlich verstehen mag), aber mit einer klaren Handlung, die auch für einen 10jährigen zu verstehen ist.

    Harnoncourt ist nur ein (angenehmes) Beispiel dafür, dass in Musik vielmehr steckt, als der gemeine Hörer wie ich mitbekommt. Und so fand ich es wunderbar, zu einer brillianten Aufnahme von Bruckners 5. Sinfonie in SACD-Qualität noch eine 2. CD zu erhalten, auf der Harnoncourt mit den Wiener Philharmonikern probt und dabei natürlich auch dieses und jenes - so "plaudernd" - erwähnt. Und da ich bislang Bruckner immer als "schwierig" empfand (mein Vater liebte Bruckner), war diese CD, die ich auf Grund einer Besprechung in der F.A.Z. erwarb, ein guter Einstieg und eine schöne Erweiterung der Sammlung meiner CDs, die vorzugsweise nach dem Kritierium des "schlichten" Gefallens gewachsen ist.

  3. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich glaube, das mit dem intellektuellen Zugang hast Du jetzt falsch verstanden
    Ich hatte intellektuell in Anführungszeichen gesetzt, war von mir nicht so gemeint.
    wollte ich keinesweg für einen musiktheoretischen/-geschichtlichen usw. Zugang plädieren.
    Weiß ich doch.
    ich bislang Bruckner immer als "schwierig" empfand (mein Vater liebte Bruckner),
    Und Dein Vater war auch schwierig und Du hast das womöglich auf Bruckner übertragen?
    diese CD, die ich auf Grund einer Besprechung in der F.A.Z. erwarb, ein guter Einstieg und eine schöne Erweiterung der Sammlung meiner CDs, die vorzugsweise nach dem Kritierium des "schlichten" Gefallens gewachsen ist.
    Wie schön.

  4. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...

    Und Dein Vater war auch schwierig und Du hast das womöglich auf Bruckner übertragen?

    ...
    Die Anführungszeichen hatte ich übersehen. Nein, aber in höchstem Maße anspruchsvoll, auch gegenüber anderen. Aber ich verdanke ihm vieles.

  5. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    ..ein schöner Strang mit tollen Tipps..

    DANKE..

  6. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Zitat Zitat von izzie

    Ich erzähle meinen Kindern vorher die Handlung der Oper, je nachdem auch schon mal kindgerecht verändert (bei meinem damals 7-jährigen wurde aus einer Prostituierten schon mal eine gute Freundin mehrerer Herren - La Traviata).
    Genau, das war mir als Kind auch immer sehr wichtig: vorher schon zu wissen, worum es eigentlich geht. Ein deutsches Libretto ist da gar nicht mal das Entscheidende, m.M.n. versteht man eh nichts. Nicht nur der Aussprache wegen, sondern weil meist auch die Sprache an sich wenig mit der heutiger Kinder zu tun hat.

    Zweitens, und das ist natürlich Geschmackssache, fand ich Opern mit schönen Melodien immer gut. Am besten solche, die man schon kennt (und sei es aus der Schokocrossies-Werbung), und die man sich auch vorher daheim schon mal anhören kann. Die ganz elitären Operngänger rümpfen jetzt vielleicht die Nase, aber ich fand als Kind - und finde immer noch - fast alles von Verdi schön, auch Carmen oder die bereits mehrfach erwähnten Mozart-Opern.

    Auf jeden Fall, wenn ich mir die Bemerkung mal erlauben darf: ich finde es ganz toll, daß Ihr mit Euern Kindern in die Oper geht. Ich selber habe noch keine, und finde es immer sehr traurig, wenn das Durchschnittsalter des Publikums fast immer über 50 liegt... Ein Jammer!

  7. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich selber habe noch keine, und finde es immer sehr traurig, wenn das Durchschnittsalter des Publikums fast immer über 50 liegt... Ein Jammer!
    Na, kann es sein, daß Du auf den teuren Plätzen sitzt, z.B. im Parkett oder im ersten Rang?

    In dem Opernhaus meiner Stadt ist es nämlich so. Da sitzen die jungen Menschen im vierten Rang.

    Und wenn junge Menschen in Jeans im Parkett sitzen, sind das Studenten, die sehr preiswert die nicht verkauften Karten bekommen.

    Mit Kindern gibt es das Problem, daß Opern in der Regel abends gezeigt werden.

    Schokocrossies? Ich sehe nicht viel Werbung. Etwas von Verdi?
    Kannst Du Dich erinnern?

    Gruß

  8. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Ich habe es gefunden.

    Rigoletto, oder?

  9. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Genau, Rigoletto, La Donna è mobile :frechesgrinsen:

    Wahrscheinlich kennen die Kids von heute aber eher Nessun Dorma, der Telekom sei Dank...


    Freut mich, wenn die "Kindersituation" in Euren Opern anders ist. Hier bei uns bin ich mit Ende 20 immer eine der Jüngsten - und das, obwohl eine Opernkarte schon für 1/3 des Preises einer Kinokarte zu haben ist und es 15-Uhr-Vorstellungen an Samstagen gibt. Ich vermute, das ist kulturell bedingt. Hier (Skandinavien) haftet klassischer Musik immer so ein Ruch des un(sozial)demokratischen an, als wäre das nur etwas für die "Oberklasse"...

  10. Inaktiver User

    AW: Oper für Anfänger - 10 Jahre alt

    Die Kinderoper Brundibár wird zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 2008 an zahlreichen Orten aufgeführt; der Hintergrund der Uraufführung ist tragisch:

    Brundibár erlebte im Konzentrationslager Theresienstadt zahlreiche Aufführungen und wurde für viele Kinder damals zum Symbol ihrer Hoffnung auf die Überwindung der menschenverachtenden Herrschaft des Nationalsozialismus. Der tschechische jüdische Komponist Hans Krása, ermordet 1944 in Auschwitz, schrieb seine Kinderoper bereits 1938 in Prag. Sie erzählt die Geschichte vom Leierkastenmann Brundibár, der dem kleinen Pepícek und seiner Schwester Aninka verweigert, auf dem Marktplatz zu singen, um etwas Geld für die kranke Mutter zusammenzubringen. Doch die Beiden geben nicht auf. Umringt von einem großen Chor der Kinder, ja sogar unterstützt von Katze, Hund und Spatz gelingt es ihnen, Brundibár zu überwinden. Glücklich vor Freude stimmen alle am Schluss ein in das Lied von Freundschaft und Zueinanderstehen.
    In Heidelberg z.B. Aufführungen am:

    Fr., Sa., So., 7., 8., 9. November 2008, 17.00 Uhr
    Brundibár - Kinderoper aus dem Ghetto Theresienstadt -

    Inge Auerbacher wurde mit 7 Jahren von Lahr ins Ghetto Theresienstadt deportiert und erlebt mit 10 Jahren die Befreiung durch die russische Armee. 60 Jahre später sitzt sie, die einzige Überlebende der aus Baden und Württemberg deportierten Kinder, in der Mitte des Kinderchores. Die Kinder sind so alt wie Inge Auerbacher damals.

    Inge Auerbacher liest im Anschluss an die letzte Aufführung von Brundibár aus ihrem Buch 'Ich bin ein Stern' (Taschenbuch, � 4,90). Prägnant und einfühlsam beschreibt sie ihr Leben in Verzweiflung und ständiger Angst aus der Sicht eines Kindes. Immer gab es aber Spiele, die die Umstände für kurze Zeit vergessen machten. Die Aufführungen von Brundibár gehörten dazu. Anders als in der Wirklichkeit schaffen es die Kinder dort, den Leierkastenmann Brundibár, der das Böse verkörpert, zu vertreiben.
    Hier die Ankündigung.

    Eintritt frei; um Spenden wird gebeten.
    Geändert von Inaktiver User (26.10.2008 um 18:33 Uhr)

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