aaaaber : sollte sich etwas aus diesem Kanon im persönlichen Kanon befinden, so darf man das auch erwähnen ohne dass jemand fast kreischt " ..das will ich aber jetzt nicht lesen..ich will nur das was irgendwie cool ist und nicht daran erinnert werden, was mich nicht interessiert und mancher für Bildung hält.. "Zitat von Inaktiver User
Diese fast unerklärliche Empfindlichkeits-Problematik zeigte sich doch schon in den " ich zeig Euch -Kunst-Strängen "
Das ist ein gaanz heißes Eisen : sich dahingegehend zu äußern, dass der eigene Geschmack auch etwas mit dem " anerkannten " Kanon zu tun haben könnte..ein gaaanz heißes Eisen ist das scheinbar.
Warum auch immer..
Man müsste mal ergründen, was man zu äußern wagen darf..
Bach ist glaube ich o.k. :-)
" Hänschen , klein ..." wohl auch..Am Brunnen vor dem Tore " wird schon heikel..
Diesen Aspekt der Betrachtung finde ich fast noch interessanter als die Aufzählungen des persönlichen Kanons..
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 68
-
29.09.2007, 19:46Inaktiver User
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
Geändert von Inaktiver User (29.09.2007 um 19:55 Uhr)
-
01.10.2007, 13:52
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
@ Amphib
Okay, das kann ich nachvollziehen. Dann erwarte ich aber eigentlich auch, dass man begründet, warum man etwas wichtig findet – und daran können sich auch wieder Diskussionen entspinnen. Du wirst ja wohl zugeben, dass die Erklärung „weil es mir gefällt“ nicht ganz ausreicht. Relevanz will schon objektiv begründet sein.
Zitat von Amphib

Ich könnte keinen Grund angeben, warum ich es wichtig finde, dass irgendjemand dieses oder jenes Musikstück kennt, das ich kenne. Ich könnte höchstens sagen: "Mit demjenigen würde mich vermutlich einiges verbinden, wenn ich wüßte, dass er dieses oder jenes Musikstück auch kennt."
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
01.10.2007, 14:09
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
Nein. Will sie nicht, denn über Geschmack lässt sich nicht streiten. Jemand, der vielleicht einen, zwei der Songs kennt, die ich angebe, könnte meinen, wir hätten einen ähnlichen Geschmack und neugierig werden, was ich sonst so mag. Und umgekehrt.
Zitat von Latona
Ich finde auch spannend, welche Geschmäcker sich hinter den verschiedenen Nicks verbergen.
Bei allem anderen wären wir entweder wieder bei "Expertenwissen" (z.B. "Ich finde die beiden Stücke von Skyclad klasse, weil sie eine Entwicklung des Heavy Metal widerspiegeln, die sich bis zu Subway to Sally, In Extremo und in der allgemeinen Mittelalterbegeisterung fortgesetzt hat), oder beim "Allgemeinbildungskomitee" (Ich finde, die beiden Stücke von Skyclad sollten alle kennen, weil... aber dafür fiele mir ehrlich gesagt kein Grund ein).
Reicht doch als Grund?
Zitat von Latona
LG Amphib
OderLife's just a game I believe - the longer you play it, the harder it gets.
(Skyclad, Building a Ruin)
-
01.10.2007, 15:08
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
@ AmphibRelevanz ist aber eben keine subjektive Geschmacksache, sondern etwas, was nach objektiven Kriterien wichtig ist, und dessen Wichtigkeit sich entsprechend begründen läßt. Das ist das, was Du hier als „Expertenwissen“ bezeichnest.Nein. Will sie nicht, denn über Geschmack lässt sich nicht streiten.Ist aber wirklich absolut subjektiv.Reicht doch als Grund?
Dieses Pferd würde ich auch etwas anders aufzäumen, nämlich nicht an einzelnen Liedern, sondern am Thema Musikgeschmack allgemein. Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
01.10.2007, 15:53
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
*g* Ich sehe, eigentlich sind wir einer Meinung, formulieren nur aneinander vorbei.
(Auch wenn ich mit Linwen meine, dass es Dinge gibt, die tatsächlich kulturell bedingt zur Allgemeinbildung gehören. Aber wenn ich Deinen Beitrag weiter oben richtig gedeutet habe, meinst Du das auch).
LG Amphib
Life's just a game I believe - the longer you play it, the harder it gets.
(Skyclad, Building a Ruin)
-
01.10.2007, 16:48
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
@ Amphib
Ich würde nicht unbedingt sagen, dass irgendwas konkret Kulturelles kulturbedingt zur Allgemeinbildung gehört, nicht mal irgendwelche Kunstrichtungen. Sowas ist für mich ein Nice to have, aber kein Must. Schließlich befindet sich unsere Kultur ja in einem ständigen Wandel, und was vor Jahren mal Standard war, muss es heute keineswegs mehr sein. Auch keine Opern.(Auch wenn ich mit Linwen meine, dass es Dinge gibt, die tatsächlich kulturell bedingt zur Allgemeinbildung gehören. Aber wenn ich Deinen Beitrag weiter oben richtig gedeutet habe, meinst Du das auch).
Ich glaube, man kann heutzutage sehr gut in dieser Gesellschaft leben, ohne irgendwas mit Kultur am Hut zu haben. Dagegen haben es diejenigen, die keinen Computer bedienen können, immer schwerer.
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
01.10.2007, 17:00
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
Aber gerade das finde ich schade - man könnte es fast schon als "Bildungsangst" bezeichnen.
Ich finde es z.B. höchst frustrierend, wie viele Sprichwörter, Bezüge auf Werke der Literatur, Musik, auf die Bibel einfach nicht mehr verstanden werden, weil eben dieses Grundwissen fehlt. Und damit geht uns etwas ab, nämlich die Freude am Verknüpfen von Informationen.
(Ich sag ganz leise: PISA lässt grüßen).
edit: Zur Verdeutlichung: "Bildungsangst" könnte man es m.E. nennen, weil es einfach nicht "in" ist, sich mit irgendetwas in die Tiefe gehend zu beschäftigen.
LG AmphibLife's just a game I believe - the longer you play it, the harder it gets.
(Skyclad, Building a Ruin)
-
02.10.2007, 10:03
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
@ Amphib
Bildungsangst? Ich hab weder diese noch hab ich Berührungsängste zur Bildung. Hab ich bei meiner Allgemeinbildung auch gar nicht nötig.
Ich mag nur keine selbstherrlichen Definitionen von bildungsbürgerlichen Eliten, sondern spreche mich vielmehr für die Freiheit aus, sich in den künstlerischen Bereichen zu bilden, die einen wirklich interessieren und berühren. Nur dann geht die Bildung auch in die Tiefe und bleibt nicht an einer angelernten Oberfläche hängen.
Diese Leute, die Du hier beklagst, beschäftigen sich vielleicht mit ganz anderen Dingen, von denen Du keine Ahnung hast. Es mag vielleicht schade sein, wenn man keine gemeinsame kulturelle Sprache mehr spricht, aber das läßt sich bei der zunehmenden Komplexität unseres modernen Lebens einfach nicht mehr verbindlich einfordern. Damit wirst Du Dich abfinden müssen. Das einzige, was Du tun kannst, ist, Dir Leute mit ähnlichen Interessen und Bildungsvoraussetzungen zu suchen.
Es nützt übrigens auch wenig, Menschen vorzuschreiben, was sie lernen sollen. Das funktioniert so nicht. Wenn es sie nicht wirklich interessiert, wenn sie es in ihrem Leben nicht brauchen, vergessen sie es eh wieder. Es bleibt nur das hängen, wozu wir einen gewissen inneren Bezug haben bzw. das wird wieder reaktiviert, was wir täglich brauchen und damit üben. Frag Dich mal, was Du aus Deiner Schulzeit noch an Einzelheiten aus einem ungeliebten Fach weißt, mit dem Du nie wieder was zu tun hattest, und Du verstehst, was ich meine.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
02.10.2007, 10:41
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
Ich hab Dir das daoch gar nicht unterstellt - aber in der Tat ist es so, dass ich es schade finde, mit immer weniger Leuten einen "gemeinsamen Nenner" zu haben.
Allerdings stimme ich nicht damit überein, dass es keinen Sinn hat, Leuten Lerninhalte vorschreiben zu wollen - es geht hier erstens nicht um die Einzelheiten, sondern um das bereits erwähnte exemplarische Lernen, und zweitens denke ich schon, dass es wichtig ist, als Bürger in einem Staat einen gemeinsamen Nenner mit den anderen Bürgern zu haben. Oder wenigstens von Menschen mit einem bestimmten Schulabschluss bestimmtes Grundwissen erwarten zu können.
Mag nach Bildungsbürgertum klingen, aber wenn das so ist, dann gehör ich halt bekennend dazu. (Nenn mich Spießer *g*).
LG AmphibLife's just a game I believe - the longer you play it, the harder it gets.
(Skyclad, Building a Ruin)
-
02.10.2007, 11:28
AW: Welche Lieder "muss" oder "sollte" man kennen?
@ Amphib
Da wäre ich als Politikwissenschaftlerin ja schon froh, wenn sie wenigstens diesen gemeinsamen Nenner an Wissen in Sozialkunde hätten, dass sie z.B. wissen, was der Unterschied zwischen der Erst- und der Zweitstimme bei der Bundestagswahl ist. Aber selbst das ist heute nichts mehr, was man voraussetzen kann.Und zweitens denke ich schon, dass es wichtig ist, als Bürger in einem Staat einen gemeinsamen Nenner mit den anderen Bürgern zu haben.
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


Zitieren