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  1. Registriert seit
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    AW: Cohens Liedtexte

    Und hier: Avalanche - leonardcohenforum.com findest du bestimmt noch ein paar Anregungen


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    AW: Cohens Liedtexte

    Danke, TT333

  3. Moderation
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    AW: Cohens Liedtexte

    Ich nehme an, da gibt's eine Menge Referenzen, die an mir vorbeigehen, und ich bin nicht vertraut mit den zeitgenössichen Bildern und Metaphern und der gesamten Konversation, du der dieser Text vermutlich gehört.

    Vom emotionalen Kontext her sehe ich da das "ich" das von einem "du" in die jeweils passende Form gebracht wird, erhöht und erniedrigt, schön und häßlich gemacht, damit daß "du" daran leiden, sich abarbeiten, (meine Interpretation: Drama machen) kann. Und dieser Blick, auch wenn er in nichts begründet ist als in der gelegentlichen Zuneigung (crumbs I left behind) des "ich", beginnt, das "ich" zu definieren und zu verwandeln, an sich anzunähren, bis das "ich" sich aufgelöst hat und das "du" sich wieder mit dem Spiegelbild seiner selbst auseinandersetzen muß, daß es geschaffen hat.

    Das "du" ist die Lawine, die die Seele des "ich" zudeckt. Wie viele Personen (oder Entitäten) hier insgesamt beteiligt sind, bleibt dahingestellt. Es könnte die Interpretation sein, auf die TT333 verlinkt, oder ganz normaler destruktiver Paarbetrieb -- dann verwundert aber das Ausmaß an Beharrlichkeit auf beiden Seiten.

    Wobei der Rolling Stone in ihrer Halloween-Edition von 2016 den Text naiv als Gruselgeschichte liest, was auch funktioniert. (Der Endreim erinnert mich unerklärlicherweise an "Phantom of the Opera" -- den Song, nicht das gesamte Musical.)
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (05.11.2018 um 14:50 Uhr)


  4. Registriert seit
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    AW: Cohens Liedtexte

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich nehme an, da gibt's eine Menge Referenzen, die an mir vorbeigehen, und ich bin nicht vertraut mit den zeitgenössichen Bildern und Metaphern und der gesamten Konversation, du der dieser Text vermutlich gehört.
    Mit all dem bin ich auch nicht sonderlich vertraut.
    Das wäre zwar sicherlich hilfreich, um Cohens eigene Assoziationen möglichst detailgetreu nachvollziehen zu können, als unbedingt notwendig erachte ich es aber nicht...

    Schon gar nicht, wenn ich mir deine Interpretation durchlese, die es wirklich in sich hat! Wow, vielen Dank! Deinen Ansatz finde ich ziemlich genial

    Vom emotionalen Kontext her sehe ich da das "ich" das von einem "du" in die jeweils passende Form gebracht wird, erhöht und erniedrigt, schön und häßlich gemacht, damit daß "du" daran leiden, sich abarbeiten, (meine Interpretation: Drama machen) kann. Und dieser Blick, auch wenn er in nichts begründet ist als in der gelegentlichen Zuneigung (crumbs I left behind) des "ich", beginnt, das "ich" zu definieren und zu verwandeln, an sich anzunähren, bis das "ich" sich aufgelöst hat und das "du" sich wieder mit dem Spiegelbild seiner selbst auseinandersetzen muß, daß es geschaffen hat.
    Gehe ich recht der Annahme, dass DU und Ich also Anteile ein und derselben Person sind?
    So etwas wie ein Fremdbild (geprägt von den Erwartungen der Umgebung) und Selbstbild (dem unverstellten Ich), welches Cohen einander gegenüber stellt?
    Wenn man das weiter spinnt, kommt man auf eine ähnliche Fährte wie dabbeljudie:
    Es geht um Entfremdung, Anpassung, Wiederfinden und Versöhnung mit dem eigenen Ich.

    Wenn du es (ganz) anders meintest, als ich es verstanden habe - bitte kurz aufschreien

    Das "du" ist die Lawine, die die Seele des "ich" zudeckt. Wie viele Personen (oder Entitäten) hier insgesamt beteiligt sind, bleibt dahingestellt. Es könnte die Interpretation sein, auf die TT333 verlinkt, oder ganz normaler destruktiver Paarbetrieb -- dann verwundert aber das Ausmaß an Beharrlichkeit auf beiden Seiten.
    Das hatte mich ebenfalls befremdet...
    Wobei man den Text durchaus als ein Szenario von Überhöhung und Unterwerfung lesen könnte.

    Wobei der Rolling Stone in ihrer Halloween-Edition von 2016 den Text naiv als Gruselgeschichte liest, was auch funktioniert. (Der Endreim erinnert mich unerklärlicherweise an "Phantom of the Opera" -- den Song, nicht das gesamte Musical.)
    Stimmt, das funktioniert auch. Etwas gruselig, düster ist der Text allemal.
    Den Artikel kann man nicht zufällig irgendwo im Inet nachlesen, oder?

    Insbsondere die zwei letzten Zeilen:

    It is your turn, beloved,
    It is your flesh that I wear.
    deuten für mich auf einen Prozess hin, der in einem selbst stattfindet.
    It is your flesh that I wear, übersetze ich sinngemäß als "ich bin ein Teil von dir".

    Oder auch: ich beherrsche/kontrolliere dich.
    Geändert von Thallula (05.11.2018 um 19:04 Uhr)

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