(Zitat:
Und deshalb sollte man sich mit der einen oder anderen Mozart-für-Kinder-Produktion auch vorab etwas beschäftigen. Da muss es eine CD geben über die viele wohlmeinende Eltern sehr entsetzt waren weil die Mozartschen Schweinigeleien recht großen Raum einnahmen. Vorsicht - nur im Beisein der Erziehungsberechtigten anhören: Enthält eindeutige Textstellen.)
Ich fürchte, das ist genau das Hörspiel-CD, die ich weiter oben als "besonders entzückend" empfohlen habe... also es handelt sich dabei lediglich um eine einzige Textstelle und ich finde es eher harmlos..
Außerdem wird das auch nicht so kommentarlos stehengelassen, sondern der Erzähler weist darauf hin, daß es halt damals üblich war etwas "derbere" Scherze zu machen..
Also wenn man Kinder davor schützen muß, dann weiß ich nicht, wie man sie überhaupt noch guten Gewissens außer Haus lassen kann..
Übrigens, alle die hier bereits Horrorszenarien von superehrgeizigen Erziehungsberechtigten vorausahnen, möchte ich nochmal auf das Ausgangsposting hinweisen.. da war lediglich davon die Rede, daß die Tochter vom "Sams" gerne Musik hört und sie ihr etwas anbieten möchte.. das heißt ja noch lang nicht daß sie dann ein Instrument lernen muß oder so...
Und gute Musik hören kann man nie genug, finde ich!
Dadurch entsteht ja erst sogenannte "Musikalität"!
Meiner Meinung nach gibt es ohnehin keine "unmusikalischen" Menschen, es gibt nur leider Kinder die als "unmusikalisch" gelten, und dann stellt sich heraus, daß sie einfach keine Musik kennen!- weder Kinderlieder noch sonstwas. Deshalb finde ich positiv, Kindern möglichst viel (gute) Musik aus verschiedenen Stilrichtungen anzubieten; und auch Don Giovanni finde ich Kindern durchaus zumutbar!
LG, Kastanie
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 31
Thema: Mozart für Kinder
-
04.02.2007, 18:14
AW: Mozart für Kinder
-
04.02.2007, 18:23Inaktiver User
AW: Mozart für Kinder
..es war ganz oben eine kleine flappsige Bemerkung von einer Userin..und es gibt sie auch die überehrgeizigen auch das ist Fakt..
Und Waldmeisterin schrieb etwas ganz launig dahin von Eltern, die gar nicht wissen, was im Text vorkommt und dann erstaunt sind. Dassams reagierte doch auch erstaunt..
Vielleicht sollten Eltern schon wissen was sie da anbieten..
Kein Mensch hat hier davon gesprochen, dass von Don Givanni hören Kinder einen Knacks bekommen :-)
Es geht auch schon lange eigentlich nicht um Dasams, sondern um Klassikhören und Eltern, die selbst wenig Ahnung davon haben und sich orientieren..und Tipps suchen ..
Was ist denn " gute Musik " ?
Horrorszenaien sehe ich nicht voraus, die sehe ich im Rückblick..;-)))...alptraumhaft.. das gibt es..wirklich :
und was manche aus " guter Musik " machen :
unvergessen die zig Blockflötentorturen..die man als musikalischer Mensch ertragen muss..
Wie schrecklich oft diese Blockflötenkonzerte..ich war froh als meine Tochter dann zur Querflöte griff..
-
04.02.2007, 19:07Inaktiver User
AW: Mozart für Kinder
Das unterschreibe ich!
Zitat von Inaktiver User
Die "Konzerte " der Grundstufe Blockflöte sind das Grauen pur, leider vor allem grauenhaft durch die Eltern, die sich das Stück des eigenen Kindes anhören und danach mit viel Stühlegerumpel den Saal verlassen. Auf der anderen Seite grauenhaft, weil die Blockflöte so zum Kinderinstrument degradiert wird, erst kommt die Frühkindliche Förderung, dann die Musikalische Früherziehung und dann wird eben Blockflöte gelernt
- und Kinder ins Holz blasen und eigentlich gar keine Lust dazu haben. Die armen Flöten landen dann nach dem Grundkurs in der untersten Schublade. Von vielen Erwachsenen höre ich: Ich musste Blockflöte lernen, grauenhaft!
Meine Tochter wollte auch zur Querflöte wechseln, ist dann aber zu einer wunderbaren Lehrerin gekommen, die in einem Ensemble Barockmusik spielt und diese Musik ihren Schülern beibringt. Nun habe ich eine Tochter, die begeistert "A poor soul sat sighing" intoniert, während die andere in ihrem Grundkurs verzweifelt, weil die Mitschüler so inspiriert sind, dass es mal grad zu "Alle Leut, alle Leut" reicht. Und das wird dann am Konzert dargeboten....
Und diese Kind werde ich als übereifrige Mutter dann aus diesem Kurs rausholen, weil sie da die Krise bekommt.
-
04.02.2007, 19:18
AW: Mozart für Kinder
Warum ist das eigentlich so?
ich war zur Musikalischen Früherziehung, ab dem Kindergarten, und ich muss sagen, mit Klassik hatte das nix zu tun, wir sind zu musik rumgehüpft, haben Gefühle gespielt und Trommeln gebastelt.
Und bin dann in der 2. Klasse direkt in den Gitarrenunterricht (und hab bis zur 4. in der musikalischen Früherziehung geholfen). Warum wird den Kindern immer Blockflöte unterrichtet, weil die am billigsten ist? (Vermutung) Oder weils einfacher ist als andere Instrumente?
Ich fand das immer langweilig, wollte immer Gitarre spielen.
Ansonsten hätte ich Klavier, oder Saxophon? Hm, eigentlich könnte man noch ein Instument lernen *träum*Ich geh jetzt in mich, und wenn ich wieder rauskomm bin ich außer mir,
und bei dir
noch heute Abend und, dann den Rest unsres Lebens
mediomelo - Dota die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten
-
04.02.2007, 20:43Inaktiver User
AW: Mozart für Kinder
Wenn Du Dein Kind aus dem scheußlichen Kurs herausnimmst bist Du doch keine übereifrige, sondern eine vernünftige Mutter..
Zitat von Inaktiver User
meine Tochter wollte Flöte spielen und hatte vier verschiedene Lehrerinnen in der Musikschule, zwei wunderbar : eine mittel, eine das Grauen pur...
Von der grausamen erlöste ich sie..und sie wechselte zu einer, die fantastisch war..
Die Kinderkonzerte waren schön, schiefe Töne nicht schlimm..Freude und Gefühl für die Musik spürbar...
Diese Lehrerin bot auch an, den Kindern mehrere andere Instrumente vorzustellen, was im Kuddelmudel der Musikschule versäumt wurde...
Für meine Tochter waren die Grundschulkonzerte der dort in AGs angeboten Flötengruppen furchtbar. Und für alle Hörer eine Tortur..
An der Grundschule der Freundin gab es eine Musiklehrerin, die darauf bestand, dass die Kinder Plastikflöten spielen sollten..unfassbar..
Ich glaube auch, dass viele das Instrument " Blockflöte " nicht ernst nehmen ... und es o.k finden wenn darauf dilettantisch herumgeflötet wird..
Die Musikschule meiner Tochter beteiligte sich dann aber ganz begeistert an der Biennale Neue Musik..
Die Kinder wurden durch verschiedene Lehrerinnen auf eine Openair-Vorführung vorbereitet..
und dann kam der Tag der Auffführung : im Regen mussten die Kinder wild in ihre Instrumente tuten..darauf krietschen kratschen..und selbst erbärmlich frieren .. und zum Schluss war die Flöte hin..
für die Kinder gab es später 10 Euro Honorar und von mir einen bösen Brief an den Leiter der Musikschule, der sich entschuldigte..er habe das ja nicht aaahnen können ;-))...
und meine Tochter liebte dann ihre Querflöte.. und ist leider für " Neue Musik " verloren..
Geändert von Inaktiver User (04.02.2007 um 20:48 Uhr)
-
04.02.2007, 21:11Inaktiver User
AW: Mozart für Kinder
Die Blockflöte passt ja ganz gut in Kinderhände... ich weiß auch nicht, warum es die Blockflöte sein muss, die Arme. So ein wunderschönes Instrument. Wenn es virtuos gespielt wird, hat es gar nichts mehr vom Kinderinstrument.
Zitat von dastin
Mein Sohn weigerte sich vehement, Blockflöte zu lernen, er wollte partout Trompete spielen. Die Tochter hat schon im KiGa angefangen, Flöte zu lernen, sie konnt erst Noten lesen und dann Buchstaben. Und wenn die Jüngste hätte Kontrabass lernen wollen, hätte sie das auch gedurft.
-
04.02.2007, 21:12Inaktiver User
AW: Mozart für Kinder
doppelt *grummel*
-
05.02.2007, 09:47
AW: Mozart für Kinder
Ähm - meine Warnung vor "eindeutigen Textstellen"
Zitat von Inaktiver User
bezog sich auf diese Kinder-Mozart-CD. Kastanies Urteil hat mich inzwischen beruhigt.
Und ich hab nicht gesagt dass mich der Textgehalt der Winterreise nicht interessierte. Er hat mich bloß nicht so deprimiert wie er hätte können. Weil die Musik für mich im Vordergrund stand. Und das hatte vor allem natürlich mit dem Gesang meines Vaters zu tun.
Es sind nicht explizite Texte die mir Opern als für junge Kinder eher ungeeignet erscheinen lassen. Es sind insgesamt die recht komplexen Handlungen und die nicht kindgerechten Themen. Vor allem große Liebe und Eifersuchtswahn und Betrug und Ränkespiele. Ich will nicht dass eine Siebenjährige sich damit auseinandersetzen muss dass Don Giovanni Donna Elvira verführt und betrügt und ihren Vater ermordet. Oder damit dass Graf Almaviva von seinem Recht der ersten Nacht vor Susannas Hochzeit mit Figaro Gebrauch machen will. Und die frustierte und betrogenen Gräfin sich deshalb gerne mit dem kleinen Cherubino trösten möchte. Oder mit dieser absolut zynischen Verabredung der drei Kavaliere in Cosi fan Tutte die Treue ihrer Angebeteten auf die Probe zu stellen.
Ich will meinem Kind solche Geschichten noch nicht so früh nahebringen. Denn wenn das Kind es nicht versteht muss ich's ihm schon erklären. Das ist ja das Besondere an Oper: Dass sie neben der Musik auch eine Handlung hat. Ich finde Oper kann man nicht auf die reine Musik reduzieren.
Meine Haltung hat meiner Meinung nach auch nix mit Indoktrination oder Zensur zu tun. Es geht nicht darum dass mir der Inhalt grundsätzlich nicht passen würde wie den zitierten Emanzen die "Frauenliebe". Ich halte ihn schlichtweg für eine Siebenjährige für nicht altersgerecht. Genauso wie ich mit Kindern die allernettesten und allerromantischsten Liebeskomödien nicht angucke wenn sie zuviel Knutschereien oder Bettszenen oder Liebesverirrungen enthalten. Alles zu seiner Zeit.
Und natürlich ist Don Giovanni von vorn bis hinten wahnsinnig wunderbare Musik. Und selbstverständlich lege ich einem interessierten Kind die Ouvertüre oder die "Champagnerarie" oder Leporellos "Beschwerdearie" auf. Allerdings die "Registerarie" schon eher nicht
@ Linwen: Danke für Deine freundlichen Interpretationen.
Ja - so wollte ich mich verstanden wissen.
@ Kastanie:
Ähm - hab ich nicht geschrieben dass die Kindersinfonie vom Mozart-Papa ist? Dachte doch
Ach ja - was die Blockflöte angeht: Wirklich schade dass dieses wunderbare Instrument so verkannt und selbst von Musiklehrern so unter Wert verkauft wird.
Grundsätzlich halte ich es schon für ein gutes Einstiegsinstrument für Kinder. Selbst eine gute Marken-Schulflöte (Plastikflöten = bäh) ist noch erschwinglich. Und acht Löcher zuzuhalten ist nicht zu kompliziert. Außerdem entspricht die Tonlage der Sopranblockflöte der von Kinderstimmen. Kinder können also sehr gut dazu singen. In meiner vierten Grundschulklasse konnten alle 43 Schüler/innen irgendwie Blockflöte spielen. Der Lehrer hat's in der dritten Klasse von allen gefordert mit dem Argument dass nicht jedem eine gute Stimme und ein sicheres Gehör in die Wiege gelegt wurde. Aber doch auf jeden Fall so viel Musikalität dass man mit dem Blöckflötenspiel anfangen könne. Er hat ganz regulär in den Musikstunden Blockflöte unterrichtet. Und wer für die Zeugnisnote nicht vorsingen wollte durfte auch vorspielen.
Was man heute in den Blockflöten-Kursen an normalen Schulen hört ist leider oft genug wirklich zum Abgewöhnen.
Meine Jungs sind auch nicht dabei geblieben. Allerdings hat mein Jüngster mit seinen 16 Jahren seine Schulflöte neuerdings ausgegraben. Er möchte Dudelsack lernen. Und jetzt flötet er den halben Nachmittag und surft auf Blöckflötenwebsites rum
Wer etwas verhindern will sucht nach Gründen. Wer etwas erreichen will sucht nach Wegen.
-
13.02.2007, 09:59Inaktiver User
AW: Mozart für Kinder
Fand den Thread erst mal ganz interessant, aber von einigen praktischen Tipps abgesehen, hat sich mal wieder folgendes entwickelt:
Userin bittet um sachdienliche Tipps in einer mehr oder weniger alltäglichen Angelegenheit.
Erste Tipps trudeln ein und spätestens jetzt kommt ein Auskenner daher und korrigiert mal eilfertig, um durchblicken zu lassen, dass das ganze Ansinnen ja wohl völlig balla-balla ist.
Warum sollte man einem Kind keine Klassik zu hören geben?
Warum nicht Angebote jenseits von Rosin, Zuckowski und Tokio Hotel machen?
Warum nicht im Forum nach Stücken fragen?
Wir haben auch die Kindersymphonie daheim, wird aber von Nachwuchs nicht als der Renner aufgefasst. Eher schon ohrgängige Strauß-Walzer. Kann ich ein bisschen nachvollziehen. Bin ein Kind der "Erkennen Sie die Melodie?"-Zeit (hi, hi) und hab auch schon mit fünf die Fledermaus auf der Bühne gesehen (ganz hingerissen von langen Kleidern und Champagner-Lied...). So what?
solisGeändert von Inaktiver User (13.02.2007 um 10:05 Uhr)
-
13.02.2007, 13:47
AW: Mozart für Kinder
Na ja - so richtig ist das Thema hier aber nicht entglitten. Eher erscheint mir Dein Einwand jetzt etwas OT.
Die Eingangs-Frage hieß doch nun mal explizit: Welche MOZART-Stücke für Kinder?
Kein Mensch hat hier gepostet: "Bloß keine Klassik für die Kurzen".
Und die Fledermaus und sämtliche Strauß-Walzer seien Dir und allen Kindern herzlichst vergönnt.
Wer etwas verhindern will sucht nach Gründen. Wer etwas erreichen will sucht nach Wegen.


Zitieren