Das alleine spricht m.E. dagegen, die Wohnung zu kündigen.Zitat von wastuichbloss
Du wirst a) wahrscheinlich nicht innerhalb der Kündigungsfrist etwas neues finden und b) selbst wenn du was findest, ist es vermutlich wieder nicht das, was du dir vorgestellt hast.
Da kannst du dann auch in der jetzigen Wohnung bleiben.
Letztendlich musst du das selber entscheiden...ich gebe nur zu bedenken, dass du in einer anderen Wohnung, die deinen finanziellen Möglichkeiten entspricht, mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht zufrieden(er) wärst.
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Ergebnis 21 bis 30 von 35
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10.06.2020, 08:10Inaktiver User
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
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10.06.2020, 08:30
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
Ich sehe es wie Sandra. Das nur zum praktischen Problem. Das eigentliche Problem ist Deine Angst vor dem Leben und Deine Weigerung vorläufige Entscheidungen zu treffen.
Unsere Entscheidungen sind immer vorläufig. Denn eh wir uns versehen, passiert etwas und wir sind aufgefordert uns neu zu entscheiden, oder sei es, dass wir unzufrieden sind."Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."Max Planck - deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1858-1947
Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmtAristoteles - Griechischer Philosoph
"Es ist nicht wie es ist, sondern so, wie Du denkst, dass es ist. "bifi
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10.06.2020, 09:15Inaktiver User
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
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10.06.2020, 09:23
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
Ich denke, Dein größeres Problem ist die Abschlussarbeit. Das Wohnungsproblem bietet Dir eine wunderbare Rechtfertigung vor Dir selber zu prokrastinieren. Schreibe die Arbeit in der Bibliothek, schlafen könntest Du auch auf einer Matratze in einer provisorischen Wohnung. Es gibt an der Uni ja auch psychologische Beratungsstelle, das würde ich als erste Anlaufstelle nutzen.
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10.06.2020, 09:41
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
Was für ein Luxusgejammer.
Du HAST immerhin eine bezahlbare Wohnung mitten in Berlin gefunden, da können viele nur von träumen oder müssen nach Marzahn!
Wohnst nah an der S-Bahn, bist schnell im Grünen, scheinst genug Geld zu haben, um dir Farbe etc kaufen zu können, um überhaupt Miete zahlen zu können.
Lass mal deine meterlangen Pro- und Contralisten und fang an zu streichen, zu leben, raus mit dem Mief, Fenster auf, es ist Sommer, die Stadt pulsiert!
(als ich vor 30 Jahren nach Berlin kam, fand ich eine bezahlbare kleine Wohnung in Neukölln. Das war damals so gar nicht hip, das war grau und stank nach Kohleofen. Aber es war MEIN und ich war unabhängig. Hab ich das geliebt!)see you on be friends online!
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10.06.2020, 15:53
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
Der Miefträger ist übrigens wahrscheinlich die alte Tapete, hatten wir hier auch. Haus sehr lange von Senioren bewohnt und hatte diesen "kranke alte Leute" Geruch, den ich nicht abkann. Kaum waren die Tapeten weg, frisch tapeziert und gestrichen (wir haben jetzt sogenanntes Malervlies drauf, wenn du sparen musst, tut es auch Rauhfaser), war auch der Geruch weg.
*lost in the woods*
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14.06.2020, 05:55
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
Sieh es so: die Lage sieht zwar etwas suboptimal aus, aber du gehst mit deinen Babysteps schon mal sehr gut voran! Das finde ich toll. Wenn Du Deine Masterarbeit fertig hast, stehen Dir ganz neue Wege offen. Vielleicht sogar finanziell und die alte Wohnung ist schneller Geschichte als Du heute zu träumen wagst.
Fokussiere Dich auf deinen Abschluss! Notfalls würde ich die Wohnung nur "grob" renovieren. Ich selber habe vor meinem Studiumsabschluss ein ganzes Jahr renoviert, alle Leitungen erneuert, Fenster abgeschliffen etc. Das Ergebnis war zunächst toll und ich war sehr stolz darauf, aber im Grunde war es eine Riesen-Zeitverschwendung für jemand anders so viel Arbeit unbezahlt zu leisten.... Das würde ich mir noch mal überlegen, ob es das wert ist. Wenn ja: gut! Fang an. Wenn nein: Versuch Dich zu arrangieren. 1 Jahr ist schnell vorbei.
Ich glaube, dass Du die Dinge gut hinbekommen wirst. Kopf hoch!
Goldi
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15.06.2020, 09:11
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15.06.2020, 16:38
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15.06.2020, 23:07
AW: In die ungeliebte neue Wohnung oder zur Mutter ziehen?
Vielen Dank für eure Antworten! Dieses Forum ist soooo hilfreich...
Ich habe vor einer Woche, am Dienstag abend, mit meiner Psychologin telefoniert und das hat mir noch eine wichtige Erkenntnis gebracht. Ich hatte in mir nämlich auch den Konflikt, dass man doch für seine "Träume" kämpfen soll, und vor dem Hintergrund hatte ich die ganze Zeit auch das Gefühl, dass ich aufgeben und mich mit dem "einfachsten Weg" zufrieden geben würde, wenn ich mich auf die Wohnung einlasse, und vielleicht etwas viel geeigneteres finde, wenn ich nur weiter"kämpfe" (Ist das Sturheit?). Sie hat das kommentiert mit der Aussage, dass ich es mir ja keinesfalls leicht gemacht habe mit meiner Entscheidung, bei keiner der Wohnungen. Dazu hat sie gesagt, dass ich mich mit Kündigung und einer erneuten Suche für weitere 3 Monate ausbremse, bevor ich am eigentlichen weiterarbeiten kann. Das zusammen - und auch die Bestätigung aus diesem Forum - haben mir klar gemacht, dass es eigentlich nur vernünftig ist, sich mit der Wohnung als Übergangslösung abzufinden. Wenn ich meinen Abschluss fertig habe und wieder andere Gegebenheiten herrschen (sei es eine Weiterbildung, eine Arbeitsstelle, etc.), kann ich wieder auf die Suche gehen.
Dann habe ich mir einen Renovierungsplan gemacht - es hatte auch schon sehr geholfen, dass ich in den Tagen davor immer hier und da geprüft habe, ob meine Ideen, mit einfachsten Mitteln schon einen deutlichen Unterschied hinzubekommen, umsetzbar sind - und als der stand, dachte ich mir: ok. Dann bleibe ich jetzt dabei, nehme es als Herausforderung, mit so wenig Geld und Zeit wie möglich zu renovieren und suche nach Lösungen für alles, was mich stört (z.B. geräuschhemmende Kopfhörer und Oropax gegen den Straßenlärm). Ich hatte endlich das Gefühl einer Entscheidung und Ruhe im Bauch.
Beim Einschlafen habe ich dann auch gemerkt, dass ich dankbar bin, dass ich tatsächlich eine Wohnung für mich gefunden habe.
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Das war also vor einer Woche, ich habe dann am Mittwoch danach eine E-Mail an die Verwaltung der Genossenschaft verfasst und zum einen meine Entscheidung mitgeteilt, am Mietverhältnis festzuhalten, zum anderen aber auch darauf hingewiesen, was meiner Meinung nach nicht gut gelaufen ist bzw. was mich verunsichert hat. Die Genossenschaft hat mit ihrer Verhaltensweise definitiv mein Vertrauen in die guten Absichten einer Genossenschaft stark erschüttert und ich habe noch einen Termin bei der Mieterberatung ausgemacht um mich über mögliche weitere rechtliche Schritte zu informieren (ich habe jetzt nicht vor, das nächste halbe Jahr mit Klage zu verbringen, nein, aber zumindest eine Rüge für die überhöhte Schattenmiete will ich noch aussprechen).
Ansonsten bin ich seitdem am Renovieren, in kleinen Schritten, und habe dafür auch schon ganz toll Hilfe bekommen von ein paar Freunden. Ich bin innerlich noch immer nicht "happy" mit der Wohnung, und jede Stunde, die ich investiere, fühlt sich wie verschwendete Lebenszeit an. Aber es hilft mir immer wieder, mir zu sagen, dass ich daraus lerne und nie wieder diesen Fehler machen und einen Vertrag für eine unrenovierte Wohnung ohne Kompensation unterschreiben werde (lieber habe ich 3 Monate mietfrei und die Auflage, am Ende eine renovierte Wohnung abzugeben, als das).
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Seitdem ich "runtergekommen" bin, habe ich auch plötzlich wieder das Gefühl der Antriebslosigkeit und inneren Schwere, auch der Erschöpfung. Hinzu kommt, dass meine Mutter jetzt wieder ein absolutes Rätsel ist - aber dazu schreibe ich gleich nochmal einen separaten Thread.. Umso mehr muss ich jetzt also aufpassen, dass ich mich an meinen Plan halte, auch das wird eine Probe für mich.


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