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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Ich bin mir nicht sicher, ob die Lage wirklich besser wäre, wenn man die Wohnungsgesellschaften nicht verkauft hätte. Die öffentlichen und halböffentlichen Gesellschaften hätten in der Zwischenzeit auch weiter bauen müssen.
    Ja hätten sie, aber ohne Shareholder zu befriedigen. Vollständige Privatisierungen in bestimmten Bereichen halte ich für einen politischen Fehler.

  2. Avatar von Lukulla
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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Ab 2004 kam es in Deutschland in erheblichem Umfang zur Veräußerung öffentlicher und kommunaler Wohnungsunternehmen sowie der Tochtergesellschaften von Industrieunternehmen, die früher der Wohnraumversorgung der Mitarbeiter/innen dienten. Der Autor – Präsident des GdW von 2001 bis 2011 – beschreibt, was zu dieser Entwicklung geführt hat und wie die Verkäufe heute zu bewerten sind.

    Eine Ursache für die Veräußerungen von Wohnungsbeständen in großem Stil war die Steuerbefreiung der Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen, die ab 2001 unter der rot-grünen Bundesregierung beschlossen wurde. Die steigende Verschuldung der Gebietskörperschaften war ein weiterer Anlass. Außerdem nährten die weitgehend ausgeglichenen oder – vor allem in Ostdeutschland – sogar von Überangebot gekennzeichneten Wohnungsmärkte sowie ein radikal marktorientierter Mainstream die Illusion, Wohnungsgesellschaften der öffentlichen Hand könnten ohne negative Folgen für die Mieter/innen sowie die Stadt- und Quartiersentwicklung privatisiert werden.
    Die an den Transaktionen und deren Finanzierung verdienenden Heerscharen von Beratern und Bankern sowie gut dotierte Lobbyisten – nicht selten ehemalige Politiker – nahmen im Sinne der Veräußerung Einfluss auf die öffentliche und veröffentlichte Meinung sowie die politische Debatte. Da wurde argumentiert, das frische Kapital, das im Zuge der Transaktion nach Deutschland fließen würde, fördere den Neubau und die Modernisierung und das externe Know-how steigere die Effizienz der Wohnungsunternehmen. Diese Argumentation erwies sich schon bald als ausschließlich interessengeleitet und ohne Wahrheitsgehalt.
    Haufe

    Der Artikel ist bereits von 2013!!! und enthält viele weitere interessante Fakten.
    Es war und ist ein Exodus, staatliche, landeseigene oder kommunale Besitztümer überhaupt zu verkaufen in der irrigen Annahme, dass dann mehr Geld in der Kasse ist. Die Rendite fällt weg und das Geld kann dann nur einmal ausgegeben werden und dann ist es auch weg. Der Erlös (nicht der Gewinn!!) wurde und wird einfach in den normalen Haushalt eingespeist. Es wurden keine Investitionen damit getätigt.

    Der Staat hat sich im öffentlichen Wohnungsbau immer mehr zurück gezogen, Sozialwohnungen wurden immer weniger.
    Interessanterweise werden seit 2015 wieder staatliche Wohnungen gebaut, weil es für die Flüchtlinge Wohnungen geben muss gemäss GFK [Genfer Flüchtlings Kommission] Vertrag. Das wird verbrämt, indem die Kommune Wohnungen baut und einen Teil davon für die normale Bevölkerung bereit stellt.

    Es ist insgesamt nicht gut, wenn der Staat seiner Fürsorgepflicht nicht nach kommt. Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme müssen immer in staatlicher Hand sein, genau wie Sozialwohnungen.

    Zu dem speziellen Fall in Berlin:

    Meist verschleuderte man aber die Wohnungsunternehmen viel zu billig, wie das Beispiel des 2004 erfolgten Verkaufs der GSW durch den Berliner [SPD] Finanzsenator Thilo Sarrazin zeigt. Wenn man den heutigen Börsenwert dieses Unternehmens – trotz der zeitweiligen Führungsprobleme – betrachtet, kann man in Hinblick auf die Ignoranz der damals handelnden Politiker schier verzweifeln. Die Sanierungsillusion der Kämmerer wurde vor allem durch ihre mittelalterliche Rechnungslegung begünstigt: Die Kameralistik erfasst den einmaligen Geldzufluss, nicht aber den dauerhaften Vermögensverlust und den Verzicht auf künftige Einnahmen. Link wie oben, Einschub von mir.

    Das war eine Entscheidung der damaligen Regierung von Berlin. Eine SPD geführte Regierung unter Wowereit. Diese und weitere Entscheidungen waren extrem unsozial, falsch und mit fatalen Folgen für Berlin.
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  3. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Man muss das allerdings im historischen Kontext sehen. Berlin musste auch auf Druck der anderen Bundesländer verkaufen, da es mehr als pleite war. Diepgen und Landowski (beide CDU) hatten mit unseriösen Bankgeschäften Berlin in die Pleite getrieben.

    Dennoch habe ich damals schon den Verkauf für schlecht gehalten.
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  4. Avatar von Lukulla
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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Das Land Berlin hatte die Wohnungsgesellschaft GSW mit 65.000 kommunalen Wohnungen 2004 für seinerzeit 405 Millionen Euro an private Investoren verkauft.
    ... Den Buchwert ihrer 110.000 Wohnungen in Berlin, von denen knapp die Hälfte der GSW zuzurechnen ist, gibt die Deutsche Wohnen mit 15,6 Milliarden Euro an. Müllers Pläne umzusetzen, würde das Land demnach mindestens sieben Milliarden Euro kosten.
    morgenpost

    Wenn das mal keine Vernichtung von Steuergeldern wäre.
    Was könnte die Berliner Regierung mit 7 Milliarden alles neu bauen, wenn sie konsequent alles in Landeshand lässt und nicht "outsourct"?
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  5. Avatar von drafty
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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    ...Ich würde dir dringend anraten, dich mal mit der Geschichte deines Bundeslandes zu befassen und zu analysieren, wie es kam, dass aus einer bitterarmen Region ein Geberland im Länderfinanzausgleich geworden ist. Dann gehen dir vielleicht die Augen auf, welchen Umständen du das zu verdanken hast...
    Bayern hat auch mal Hilfe aus dem Länderfinanzausgleich empfangen. Inzwischen hat es längst deutlich mehr einbezahlt, als es erhalten hat. Daß Bayern sich aus dieser Lage befreit hat, liegt daran, daß man die richtigen politischen Weichenstellungen getroffen hat: Ausbau der Infrastruktur, Ansiedlung von Industrien und Gewerbe, Förderung der Wissenschaften. Was man hingegen unterlassen hat, war, sich anarcholinken Ideologien hingebend, dauerhaft im Zustand des Schmarotzerdaseins einzunisten. Es geht allerdings nicht um Bayern, sondern um Berlin, aber hier paßt es genauso.

    Berlin ist leider wirklich etwas ganz Besonderes:
    BIP ohne Hauptstadt: Kapitale starkt Wirtschaft - ausser in Deutschland - manager magazin

    Wer übrigens glaubt, ich mag Berlin nicht, dem ergänze ich gerne, daß dies nicht so ist. Was ich nicht mag, sind jedoch die Kräfte Berlins, welche diese Stadt derart kaputt gemacht haben.
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  6. Avatar von jeni098
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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Es ist insgesamt nicht gut, wenn der Staat seiner Fürsorgepflicht nicht nach kommt. Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme müssen immer in staatlicher Hand sein, genau wie Sozialwohnungen.
    Nur leider machen diese Staatlichen Gesellschaften soviel Gewinn das sie sich Hochhäuser kaufen/bauen können. Das Geld wird leider nicht investiert und in zukunftweisende Technik gesteckt sondern in die regelmäßigen Erhöhungen der Gehälter der Fat Cats,

  7. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Ja, Siemens ist nach Bayern gegangen.....
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  8. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Ja, Siemens ist nach Bayern gegangen.....
    Ja, schon kurz nach dem Krieg, 1947. Dann war Bayern noch 40 Jahre lang in den roten Zahlen, was den Länderfinanzausgleich betrifft. Erst Ende der 80er würde es zum Geberland, hat aber seitdem soviel einbezahlt, dass es mit BaWü (Geberland der ersten Stunde) mittlerweile gleichauf ist.

    Aber Paraplumeau wird sowieso BaWü gemeint haben, wenn sie schreibt, ein „südliches Bundesland, das nicht Bayern ist“. Wie auch immer, die düsteren Andeutungen verstehe ich nicht, unter welchen angeblichen Machenschaften es dazu kam, dass BaWü und/oder Bayern zum Geberland wurde, vermute aber auch, da kommt nichts mehr an Aufklärung, wie es gemeint sein soll.

    Der Länderfinanzausgleich ist ja auch dafür da, dass man sich gegenseitig unter die Arme greift. Ich kann aber auch die verstehen, die sich wünschen, dass eine Hauptstadt wie Berlin mehr dafür tut, um aus den tiefroten Zahlen rauszukommen. Besonders, wenn man sieht, welche Infrastruktur unterhalten wird. So einen gut ausgebauten ÖPNV würde sich mancher in München, Deutschlands Stau-Hauptstadt, auch wünschen.
    Polnischer Abgang: die Party verlassen, ohne sich zu verabschieden
    Brexit: sich von allen auf der Party verabschieden, dann aber bleiben
    BER: Große Party für kommendes Wochenende ankündigen und dann 11 Jahre später erstmal Eiswürfel kaufen

    ja, ist geklaut
    Geändert von BlueVelvet06 (16.04.2019 um 06:51 Uhr)


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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Da Bayern auch andere "anarcholinken" Ideen nicht will, hat Bayern von allen Ländern die meisten Drogentoten. Es wird komplett auf Repression durch Polizei und Justiz gesetzt.

    Kann man machen - dann muss man aber seine Junkies auch behalten. Ich wäre dafür, dass dieses "Einwandern" in die Polamidon /Methadonprogramme anderer Bundesländer unterbunden wird.

    Und dann könnte man auch gleich das Crystal Meth Problem angehen, die Zahl der Konsumenten ist in Bayern, Sachsen und Sachsen Anhalt drastisch gestiegen. Nur mehr Geld für Suchtprävention möchte die Landesregierung nicht ausgeben.

    Und jeder Bayer, der vor dem Mauerfall in jungen Jahren nach Berlin ging, um sich vor dem Wehrdienst bzw Zivildienst zu drücken könnte mit einer Wohnungsbauabgabe belegt werden.

    Diese Berliner Besonderheit war äußerst beliebt und wird gerne vergessen.

    Alles nicht ganz ernst gemeint, ich finde dieses "Bayern Lobpreisen" reichlich dämlich.
    Auch da ist nicht alles Gold was glänzt.

    Ich empfehle die Doku "Reiches Bayern, armes Bayern".


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    AW: Deutsche Wohnen enteignen! Richtig oder falsch?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Ja, schon kurz nach dem Krieg, 1947. Dann war Bayern noch 40 Jahre lang in den roten Zahlen, was den Länderfinanzausgleich betrifft. Erst Ende der 80er würde es zum Geberland, hat aber seitdem soviel einbezahlt, dass es mit BaWü (Geberland der ersten Stunde) mittlerweile gleichauf ist.

    Aber Paraplumeau wird sowieso BaWü gemeint haben, wenn sie schreibt, ein „südliches Bundesland, das nicht Bayern ist“. Wie auch immer, die düsteren Andeutungen verstehe ich nicht, unter welchen angeblichen Machenschaften es dazu kam, dass BaWü und/oder Bayern zum Geberland wurde, vermute aber auch, da kommt nichts mehr an Aufklärung, wie es gemeint sein soll.

    Der Länderfinanzausgleich ist ja auch dafür da, dass man sich gegenseitig unter die Arme greift. Ich kann aber auch die verstehen, die sich wünschen, dass eine Hauptstadt wie Berlin mehr dafür tut, um aus den tiefroten Zahlen rauszukommen. Besonders, wenn man sieht, welche Infrastruktur unterhalten wird. So einen gut ausgebauten ÖPNV würde sich mancher in München, Deutschlands Stau-Hauptstadt, auch wünschen.
    Es stimmt. Ba-Wü war vor 100 Jahren weitestgehend bettelarm.

    Gerade die mittelständischen Strukturen haben das Land zu dem gemacht, was es heute ist. Fleiß, Beharrlichkeit und Sparsamkeit sind typisch schwäbisch.

    Und ja, für eine Stadt, die faktisch pleite ist und am Tropf hängt, leistet sich Berlin ziemlich viel. Das Verständnis ist eben auf Geberseite nur begrenzt vorhanden, wenn man sich die Unfähigkeit und Unwilligkeit zur Sanierung der Finanzen auf der Nehmerseite anschaut.

    Das hat mit Neid nichts zu tun. Ich sehe hier vielmehr ein Problem in der Mentalität. Hier im Süden gibt es viele Menschen, die anpacken, die aus eigener Kraft etwas schaffen wollen. Diese Bereitschaft ist gerade in Berlin sehr viel schwächer ausgeprägt.
    Geändert von Wolfgang11 (16.04.2019 um 09:04 Uhr) Grund: Korrektur

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