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  1. Inaktiver User

    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Was stimmt denn dann? Das die Eltern und Großeltern alle "wie die Irren" gehortet haben und überfüllte Wohnungen hinterlassen?

    Es gab früher schon die Empfehlung, Dinge, die mehr als zwei Jahre nicht benutzt wurden, loszuwerden, weil sie nur den Haushalt zumüllen.
    Diese Empfehlungen kannten meine Großeltern und Tanten alle nicht. Die haben gehortet! Kriegsgeneration... Man kann alles noch verwerten, verbrauchen, reparieren (wurde nur nie gemacht). Jede rostige Schraube wurde beim Spaziergang eingesammelt, angedetschte Teller weiterbenutzt (trotz mehrerer Service) und nicht mehr passende oder fadenscheinige Kleidung aufbewahrt.

    Zusätzlich noch die ganzen Mitbringsel der Verwandten und eigene Dekos.

    Mengen!

    Zu zweit hatten wir in unserer ersten Wohnung 36m². Das war schön und niedlich. Hat auch ein Jahr gereicht, dann sind wir umgezogen und haben jetzt 90 m² (kein Dachboden, aber ca. 60 m² Keller). Das ist eigentlich genau richtig, leider ist die Wohnung nur nicht altengerecht (bzw. Krankheitsgerecht) und etwas ungünstig geschnitten bzw. zusätzlich noch "falschrum" von der Himmelsrichtung gebaut.

    Es steht komplett voll mit vielen Sammelartikeln und uns gefällt es. Es ist aber nicht staubfrei, das ist nicht zu schaffen!

    Ausmisten hasse ich, wir tauschen eher mit anderen Sammlern.

  2. Moderation

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    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    @Susej: Wohnraum kostet Ressourcen, in der Ausstattung, Betreibung und Instandhaltung. Insofern sind wir hier mit unseren First World Problems nicht auf der Insel der Seligen, sondern in einem weltweiten Kontext.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  3. Inaktiver User

    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Mary, darauf wollte ich hinaus.

    Das hör ich ziemlich oft bei dem Thema, mit erhobenem Zeigefinger - von Leuten, die sich mindestens eine Fernreise jährlich und x Kurzflüge pro Jahr leisten, ohne jedes Unrechtsbewußtsein, und stolz verkünden, sie bräuchten nicht viel Wohnraum, weil sie eh ständig auf Achse wären.

    Da frag ich mich schon, wer der Welt, der Natur und seinen Mitmenschen mehr Schaden zufügt.

  4. Moderation

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    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...darauf wollte ich hinaus.

    Das hör ich ziemlich oft bei dem Thema, mit erhobenem Zeigefinger - von Leuten, die sich mindestens eine Fernreise jährlich und x Kurzflüge pro Jahr leisten, ohne jedes Unrechtsbewußtsein, und stolz verkünden, sie bräuchten nicht viel Wohnraum, weil sie eh ständig auf Achse wären.

    Da frag ich mich schon, wer der Welt, der Natur und seinen Mitmenschen mehr Schaden zufügt.
    Ich verstehe deinen Ansatz. Aber ich glaube, es geht nicht mehr, das so aufzurechnen. Wir müssen alle am Standard abspecken. Man kann es nicht mehr traden, Reise gegen Kubikmeter umbauten Raum, Mastschwein gegen SUV. ..

    Unterm Strich isses zuviel.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  5. Inaktiver User

    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Aber ich glaube, es geht nicht mehr, das so aufzurechnen.
    Darum geht es mir gar nicht, das seh ich auch so.

    Aber der Vorwurf "zuviel Wohnraum ist Ressourcenverschwendung" kommt zumindest in meinem Umfeld immer nur von Menschen, die die Umwelt xfach mehr unsinnig belasten. Ich find es schon einen Unterschied, ob ich eine Ressource beanspruche, weil ich mein über Jahrzehnte täglich genutztes Lebensumfeld gestalte, oder ob ich das zum puren Vergnügen tue, für einen schnellen und flüchtigen Genuss.

    Daran stör ich mich, an dem Vorwurf ohne irgendein Einsehen in das eigene Tun - wer das moderne Nomadentum völlig unkritisch sieht sollte sich doch da ein bisschen zurückhalten. Meine Meinung.

  6. Inaktiver User

    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Na ja, das find ich allein schon eine sehr negative Sicht: Zumüllen mit Wegwerfartikeln.

    Ich hab sehr viele Bücher, auch antiquarische, Originalgemälde, Porzellansachen, alte Möbelstücke - vieles über 100 Jahre alt. Das ist so ziemlich das Gegenteil von Wegwerfmentalität, viel eher die Freude an schönen Dingen, und viel Wertschätzung.

    Immerhin richte ich mit dem Horten von altem Zeugs auch nicht so eine Umweltverschmutzung an wie diejenigen, die permanent auf Achse sein müssen und dazu gern durch die Weltgeschichte fliegen. Im Vergleich dazu ist mein ökologischer Fussabdruck der eines Kleinkindes.
    was du persönlich hortest, war doch gar nicht die frage

    du hattest gefragt, wieso minimalismus zurzeit so einen hype erfährt, und darauf habe ich dir geantwortet.

  7. Moderation

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    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß nur nicht, wieso aktuell der Minimalismus schon fast zur Ersatzreligion erhoben wird
    Weil viele Leute darunter leiden, daß "Kram" sie zu viel Aufmerksamkeit, Zeit und Geld kostet, und sich wünschen, es wäre anders, und sie könnten z.B. entspannt in eine bezahlbare Wohnung ziehen.

    Religiös erscheint es, weil da die Suche nach der richtigen Handlungsweise und ein Wunsch nach Erlösung dabei ist. ("...und befreie mich von Großmutters wunderschönem Teppich, der zu groß für meine Wohnung ist, aber er soll nur in gute Hände, da ich ihn auch in seiner Nutzlosigkeit noch wertschätze, seufz.")

    Mit seinem Leben komplett zufrieden zu sein und sich doch durch die Suche anderer nach Wegen, mit ihrem Leben zufriedener zu werden, genervt zu fühlen, heißt möglicherweise, daß man den falschen Diskussionen folgt. Oder vielleicht ein schlechtes Gewissen hat, weil es einem gut geht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Darum geht es mir gar nicht, das seh ich auch so.

    Aber der Vorwurf "zuviel Wohnraum ist Ressourcenverschwendung" kommt zumindest in meinem Umfeld immer nur von Menschen, die die Umwelt xfach mehr unsinnig belasten. Ich find es schon einen Unterschied, ob ich eine Ressource beanspruche, weil ich mein über Jahrzehnte täglich genutztes Lebensumfeld gestalte, oder ob ich das zum puren Vergnügen tue, für einen schnellen und flüchtigen Genuss.

    Daran stör ich mich, an dem Vorwurf ohne irgendein Einsehen in das eigene Tun - wer das moderne Nomadentum völlig unkritisch sieht sollte sich doch da ein bisschen zurückhalten. Meine Meinung.
    Ich sehe das genauso.

    Das soziale Gewissen beruhigen durch das, worauf ich gerade leicht verzichten und mich dabei hip fühlen kann.
    Wer der „Ressourcenschoner“ hat ein oder mehrere Autos?
    Fährt, fliegt regelmäßig in Urlaub?
    Isst Lebensmittel, die es zur jeweiligen Jahreszeit regional nicht geben würde bzw Lebensmittel, die hier gar nicht produziert werden können?
    Kauft importierte Möbel, Kleidung?
    Usw.

    Natürlich sollte man die Augen nicht vor dem ungesunden Wirtschaftskreislauf und den Folgen verschließen. Aber auch nicht vor unserer eigenen Bequemlichkeit und Verlogenheit.
    Der Tropfen, den wir tun, ist fast immer einer, der uns leicht fällt. Jedem fällt etwas anderes leichter und so fällt die Entscheidung.
    Was ja in Ordnung ist.

    Ich nutze zu viel Raum, inzwischen zwar weniger als früher, aber dennoch.
    Und ich habe zu viel materiellen Kram. Es gibt Bücher, die ich mag, Kerzenleuchter, Fotoalben usw.
    Ich besitze seit 2 Jahren weder ein Auto noch ein TV-Gerät. Bin seit Jahren nicht geflogen. Mein Urlaub ist der Pferdestall.
    Und so fühle ich mich wohl. Und dieses Gefühl gönne ich mir.

    Wer minimalistischer lebt, sagt in der Regel genau das: so fühle ich mich wohl. Gönnt sich also das gleiche Gefühl.
    Fliegt vielleicht in Urlaub. Hätte aber nicht das Gefühl Pferde zu „brauchen“.
    Im Grunde unterscheidet sich da also nichts.

  9. Inaktiver User

    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Weil viele Leute darunter leiden, daß "Kram" sie zu viel Aufmerksamkeit, Zeit und Geld kostet, und sich wünschen, es wäre anders, und sie könnten z.B. entspannt in eine bezahlbare Wohnung ziehen.
    Ist das so?

  10. Inaktiver User

    AW: Wieviel Quadratmeter braucht der Mensch zum Wohnen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    was du persönlich hortest, war doch gar nicht die frage
    Auch "horten" finde ich abwertend - ich horte nichts.

    Und um mich persönlich geht es nicht, da hast du recht. Ich würde es aber grundsätzlich anderen nicht derart pauschal unterstellen, dass sie sich "zumüllen mit überflüssigem Zeugs".

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