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    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Ich wohnte zu Studentenzeiten in Tischardt, einem kleinen Nest am Rande des LK Esslingen, in der einer Wohnung über einer alten Dame, der das Haus gehörte. Das ganze Dorf kannte mich und meine Männerbesuche, derweil mein damaliger Partner nicht da war.

    Tischardt kennt auf gut schwäbisch keine Sau, die nicht gerade ums Eck rum wohnt.

    Die Männerbesuche waren meine Informatik-Lerngruppe und mein Partner studierte in Ulm.

    Der Hammer war ein Discobesuch in der nächsten Stadt und in einem Gespräch sagte plötzlich einer: Dann bist du doch die mit dem gelben Käfer . . .

    Während meinem Erststudium bereitete ich mich aufs 1. Staatsexamen vor und lernte wie ein Ochse. Wenn ich gegen Abend noch schnell zum Einkaufen ging und meine Vermieterin mich sah, fragte sie regelmässig: Schaffen Sie heute nix?
    Geistige Arbeit wird im Schwabenland bei einfach strukturierten Schwaben nicht als Arbeit angesehen.

    luci

    ps: Muss ich erwähnen, dass die Eigentümerin mit knapp 80 Jahren stundenlang mit einem stumpfen Küchenmesser das Unkraut zwischen den Knochensteinen vor der Garage herauskratze, natürlich in einer Kittelschürze.
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als wir meinem Vater unseren Hochzeitstermin mitteilten, war sein erster Satz: " Da han i Kehrwoch"...
    Unglaublich!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eingangsbereich fegen und wischen, Türen abwaschen, Fenster im Treppengang putzen, Außenfenster abkehren, Gartenzaun abkehren und abwischen, Scharniere ölen, Fußmatten aussaugen und auswaschen, Fußweg und Rinnstein kehren und wischen, Gulli säubern…
    Das ist ja ungeheuerlich! So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gemacht, Gartenzaun abkehren und abwischen und den Fußweg kehren und wischen

    Das ist ja zum Totlachen! Es war gut, dass Du sofort wieder ausgezogen bist, denn so ein Ansinnen ist krankhaft (Zwangsneurose?). Dagegen kommt man nicht an.

    Zitat Zitat von Fels Beitrag anzeigen
    Alles frei nach dem schwäbischen Motto: was sich bewegt, wird ´grüßt, was sich nett bewegt wird butzt!
    Da scheint etwas dran zu sein! Von unserer entfernten schwäbischen Verwandtschaft bekam ich am Anfang des ersten Lockdowns noch einen witzig gemeinten Tagesablauf zugeschickt, im Stil einer Beschreibung einer Kurzreise:

    Wir stärken uns beim Frühstücksbuffet in der Küche, dann folgt eine Staubsaugervorführung und ein Reinigungsworkshop - mit Aufzählung aller Putzarbeiten... So etwas kann wohl wirklich nur Schwaben einfallen.

    Etwas sehr Lustiges zur Treppenhausreinigung kann ich leider nicht beitragen, aber als Studentin in Unterfranken wohnte ich in einem Mietshaus, da musste tatsächlich die Holztreppe jede Woche (für uns jede 3. Woche) gespänt und gebohnert werden. Kennt das noch jemand?
    Man musste sich ein Kissen aus Metallspänen kaufen und damit erst das alte Wachs abkratzen und zusammenkehren. Danach waren die unsrige Etage des Flurs, die Treppen und der Treppenabsatz wieder mit neuem Bohnerwachs einzureiben und nach einer Einwirkzeit mit einem schweren Bohnerklotz, der für alle im Keller stand, zu bohnern.

    Dann war noch das Schild aufzustellen: Frisch gebohnert - Vorsicht: glatt!

    Unglaublich! Eine Mitstudentin in vergleichbarer Lage suchte sich eine Putzfrau, die das für 5 DM erledigte. Das trauten wir uns nicht, wir wollten als sowieso laute Musikstudenten nicht noch durch kapriziöses Verhalten zusätzlichen Unmut unserer Nachbarn auf uns ziehen.

    Aber irgendwie war ich auch fasziniert von dieser Bohnerei. Es roch hinterher so gut, und das Holz glänzte wirklich wunderschön...

  3. Inaktiver User

    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    [...] in einem Mietshaus, da musste tatsächlich die Holztreppe jede Woche (für uns jede 3. Woche) gespänt und gebohnert werden. Kennt das noch jemand?
    Man musste sich ein Kissen aus Metallspänen kaufen und damit erst das alte Wachs abkratzen und zusammenkehren. Danach waren die unsrige Etage des Flurs, die Treppen und der Treppenabsatz wieder mit neuem Bohnerwachs einzureiben und nach einer Einwirkzeit mit einem schweren Bohnerklotz, der für alle im Keller stand, zu bohnern.
    ... und somit hatte der Nachbar in der nachfolgenden Woche wieder etwas zum abkratzen.
    Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bohnern sie noch heute.


    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    [...]
    Dann war noch das Schild aufzustellen: Frisch gebohnert - Vorsicht: glatt!
    ... was natürlich neben der Rutschgefahr auch der Hinweis war: Wir sind ein ordentliches Haus, hier wurde gearbeitet.
    Geändert von Inaktiver User (22.11.2021 um 07:34 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert

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    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... und somit hatte der Nachbar in der nachfolgenden Woche wieder etwas zum abkratzen.
    Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bohnen sie noch heute.
    Ich bin tatsächlich schon so alt, dass ich mich noch ans Bohnern erinnern kann.

    Als meine Eltern mich von Unterfranken ins Schwabenland verschleppten, kam meine Mutter auch mit der Kehrwoche in Berührung.

    Da musste sogar die Holztreppe zur Bühne (Dachboden für Nicht-Schwaben) gespänt und gebohnert werden . .

    Als "Reingschmeckter" (geboren in Schlesien, da gab es so etwas wie eine Kehrwoche wohl nicht) kann sie sich bis heute (sie ist 88) nicht mit der Kehrwoche anfreunden.

    Wir machen uns immer einen Spass draus, die Kehrwoche so leger wie möglich zu machen und grinsen uns einen. Dreck ist eh nie zu finden. Wir klappern halt am Treppengeländer rum. Man hört, das wir was "schaffen". Das ist das Wichtigste.

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Wir machen es einfach, alle 10 Wochen die große Kehrwoche (Fußweg samt Rinnstein und großer Hof mit Garagen, Bank, Vogelhaus und dicht bewachsenen grünen Inseln mit mehreren uralten Bäumen. Kinder spielen dort und Treppe zu Keller und Bühne kehren oder wischen) und die kleine Kehrwoche abwechselnd mit den Nachbarn visavis die eine Treppe bis zu der nächsten Wohnetage.

    Finde ich demokratisch. Wer nicht kann, tauscht oder gibt jemandem Geld.

    Irgendwann hat die Hausverwaltung mal gefragt, ob sie jemanden einstellen sollen. Hatte keiner Lust dazu.

    War noch nie ein Problem und ist hin und wieder Gelegenheit zu einem Nachbarschwätz.

    Sagt ein Mann zu seiner Frau: "Frau, warum putzt du ständig? Ist doch nie Dreck da?"

  6. Inaktiver User

    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Etwas Gutes hat es ja sicher auch: Ich nehme an, dass die Bewohner sich insgesamt für die Sauberkeit verantwortlich fühlen.

  7. Inaktiver User

    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    Meine Mutter wollte schon vor Jahren bei der ETW-Versammlung eine Putzfrau für alle durchsetzen, das wurde aber abgewiesen mit dem Argument "die putzen nicht sauber".
    Ich kann gerade nicht nachvollziehen, warum es eine Putzfrau für alle sein muss?

    Es wird immer jemanden geben, der lieber selber putzt. Weil er glaubt, es besser zu können - oder weil er sich das Geld sparen will.

    Deinen Eltern steht es frei, eine Putzfrau für ihre Flurreinigung zu beauftragen.

    Das ist nicht von der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft abhängig.
    Geändert von Inaktiver User (22.11.2021 um 09:11 Uhr)

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    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Auf jeden Fall. Gemeinsame Verantwortung verbindet. Und es ist ja kein Hexenwerk.

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    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Nach all den lustigen Geschichten kann ich jetzt inzwischen auch verstehen, warum man in Berlin nicht gerade begeistert ist, wenn Schwaben dorthin emigrieren.
    Das Problem ist nur, dass die meisten Nicht-Südländer die Dialekte nicht auseinander halten können, daher wurde mein nach Berlin verzogener Cousin anfänglich etwas sparsam aufgenommen im Haus, die dachten allen Ernstes er sei Schwabe!

    Unglaublich, niemals nie und unter keinen Umständen darf ein Badener mit einem Schwaben verwechselt werden, Fauxpas in Reinform!
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

  10. Inaktiver User

    AW: Kehrwoche vs. Gebuchter Urlaub

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann gerade nicht nachvollziehen, warum es eine Putzfrau für alle sein muss?

    Es wird immer jemanden geben, der lieber selber putzt. Weil er glaubt, es besser zu können - oder weil er sich das Geld sparen will.

    Deinen Eltern steht es frei, eine Putzfrau für ihre Flurreinigung zu beauftragen.

    Das ist nicht von der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft abhängig.
    Hast du schon mal versucht, eine Reinigungskraft zu finden?
    Nicht leicht.
    Und ein Einsatz alle paar Wochen für ein Stündchen ist nicht besonders lukrativ.

    Und so steht es den in Frage kommenden Reinigungskräften nicht nur frei, solche Aufträge abzulehnen, sie tun es zumeist sogar.

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