Hallo Ihr Lieben,
ich bin in einer blöden Situation. Ich stecke momentan in der Umzugsphase, gerade werden die Wände angemalt, einige Sachen schon hin transportiert. So. Nun gibt es da einen Mieter, ein älterer Herr, Rollstuhlfahrer, der sich permanent wenn man ihm begegnet auf eine unangenehme Weise als "Haus-Sheriff" aufspielt. Er hat in dem Haus eine Eigentumswohnung, ist aber nicht mein Vermieter und auch nicht der Hausmeister. Die Vormieter und Vermieter sind auch nicht sehr gut auf ihn zu sprechen, einfach weil er sich überall einmischt, dabei den anderen nicht zu Wort kommen lässt und ein "Meckerheini" ist. Allerdings bin ich ein Mensch, der sich gerne selbst sein Bild macht und nichts auf Vorurteile gibt. Nun habe ich ihn schon einige Male getroffen und obwohl ich wirklich freundlich bin und war, faltete er mich aufgrund einer unwichtigen Situation zusammen. Das habe ich mir natürlich auch nicht bieten lassen und mein Ton wurde etwas schärfer.
Ach Mann...er sitzt fast den ganzen Tag vor dem Haus, man muss an ihm vorbei und ich möchte doch ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Meine alte Hausgemeinschaft war top. Man hat zwar nicht viel voneinander mitbekommen, aber wenn, war immer alles freundlich und nett.
Mir tut dieser Mensch auch irgendwie leid, man weiß ja nicht, was er schon alles durchmachen musste im Leben.
Ich würde auch ein Beispiel nennen, aber da ist mir der Wiedererkennungsfaktor ein bisschen zu hoch...
Ich bin auch nicht so eine Person, die ihn einfach stehen lässt, wenn er mich anspricht. Also kann ich ihn auch nicht ignorieren. Sagen wir mal so: er möchte nett sein (bzw. alles kontrollieren), bietet einem etwas an und wenn man dann zu jemand anderem geht (z. B. Hausmeister) faltet er einen zusammen.
Tut mir leid, wenn der Text etwas konfus ist, ich schreibe aus meinen Emotionen...vielleicht fällt euch ja was dazu ein. Bei Fragen fragenIch hab bestimmt was vergessen oder so
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 23
Thema: Haus-Sheriff
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02.12.2015, 11:23
Haus-Sheriff
Der steinige Weg in Zahlen...Montag: Tag der Wahrheit
17.08.15 78.7
14.09.15 76.4
12.10.15 75.8
09.11.15 75.4
07.12.15 74.1
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02.12.2015, 11:29Inaktiver User
AW: Haus-Sheriff
So einen haben wir bei uns auch im Haus wohnen. Allerdings nicht im Rollstuhl sondern körperlich noch fit.
Warum hast du ein Problem damit ihm klare Grenzen zu setzen? Er soll sich um seinen Kram kümmern. Du wendest dich an den Hausmeister.
Das kann man nett und höflich kommunizieren.
Bei uns sieht das jetzt so aus, dass er uns einfach ignoriert. Das man uns nicht mag, erkennt man daran, dass er für uns kein Paket annimmt. Aber darauf kann ich gerne verzichten.
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02.12.2015, 11:40
AW: Haus-Sheriff
Hallo bittersweet, ja, damit, dass er keine Pakete annimmt, könnte ich auch leben

Wahrscheinlich fällt es mir (momentan) noch schwer, weil ich noch nicht richtig in der Wohnung bin und nicht sofort anecken möchte. Und weil ich die Gegebenheiten und Gepflogenheiten noch nicht so kenne. Er meinte, er unterstützt den Hausmeister, nimmt ihm einfache Arbeiten ab.
Ich wollte jetzt mal einen Termin mit dem Hausmeister selbst ausmachen und ihn zu der Situation befragen. Ob es ihm lieber ist, wenn man sich an ihn direkt wendet oder ob er es vielleicht tatsächlich begrüßt, wenn eben dieser Nachbar einige Sachen erledigt.
Es ist zB so, dass niemand einen Schlüssel hat für den Versorgungskeller, in dem sich die Zähler befinden. Nur der HM und der Nachbar...Nachbar sagt: wenn Sie mal an den Zähler müssen, rufen Sie nicht die Stadtwerke an oder gehen zum HM, sondern sagen mir Bescheid. Ich schließe ihnen dann auf. Nett, aber der Ton macht die Musik UND er ist "komisch", wenn man dann DOCH die Stadtwerke oder den HM bemüht...
An meinem ersten Maler-Tag dort, steig ich aus meinem Auto, er sitzt mit seinem Rollstuhl direkt in der Haustür, vorbeikommen unmöglich. Ich begrüße ihn höflich, er schnauzt mich an: zu wem wollen Sie? Guuut, dass nicht jeder Hinz und Kunz in das Haus kommt, aber auch hier: es geht ihn nichts an (ich möchte nicht, dass zukünftige Gäste demnächst so in Empfang genommen werden) und: der Ton macht die Musik. Ich hab dann völlig perplex geantwortet: ich wohne jetzt hier
Da hat er mir erstmal alles genau erklärt, wie ich mich zu verhalten habe...habe natürlich freundlich genickt. Vom Hörensagen kannte ich ihn übrigens schon, nachdem mein Lebensgefährte der Sekretärin seiner Firma die neue Adresse mitgeteilt hat...er ist nämlich dort als schwieriger, nicht zufriedenzustellender Kunde bekannt.
Der steinige Weg in Zahlen...Montag: Tag der Wahrheit
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02.12.2015, 11:50Inaktiver User
AW: Haus-Sheriff
Der Gute will dich "erziehen". Du hast nach seiner Pfeife zu tanzen. Das will er erreichen.
Ich würde ihm deutlich sagen, dass dir nicht bekannt ist, das er als Stellvertreter des Hausmeisters agiert und du dich somit weiter an den Hausmeister wenden wirst.
Du kannst auch bei deinem Vermieter mal nachhaken wie der das so sieht. Vermutlich sind die alle nicht so begeistert von diesem Mann. Und den Hausmeister fragen ist eine gute Idee.
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02.12.2015, 11:51
AW: Haus-Sheriff
Anekdote: Eine Freundin, mit ähnlichem Haussheriff vor der Tür, brachte einen Kumpel mit heim. Sheriff fragt, "Wer ist denn das?" Kumpel, freundlich: "Ich bin Frau X... Anwalt".
Hat geholfen.
Ansonsten habe ich ganz gute Erfarungen damit gemacht, komplett freundlich und heiter zu sein, einen wunderschönen guten Morgen zu wünschen, und dumme Fragen falsch zu verstehen ("Zu wem wollen Sie" "Danke, ich finde den Weg"), oder wahrheitsgemäß und aussagelos zu beantworten. Ich denk mir dann, frei nach den Ärzten, "Das ärgert sie am meisten."** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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02.12.2015, 11:54
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02.12.2015, 12:37
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02.12.2015, 14:46Inaktiver User
AW: Haus-Sheriff
So jemand hatten wir auch mal im Haus. Hier war es eine alte Dame, die meinte, dass alle nach ihrer Pfeife tanzen müssen, nur weil sie schon 40 Jahr lang dort wohnt. Sie hielt sich zwar nicht vor dem Haus auf, sondern in ihrer Wohnung, schaute aber wohl ständig durch den Spion. Ich habe es sehr oft erlebt, dass meine Besucher bei mir läuteten, ich drückte auf den Türöffner, stand schon in der Tür, und dann hörte ich die Dame im Treppenhaus: "Wer sind Sie denn? Zu wem wollen Sie denn? Wieso denn zu FrauKlein? Was wollen Sie von ihr? Wie sehen Sie eigentlich aus? Sind Sie etwa ein Halbstarker? Das ist ein ordentliches Haus, solche Leute wie Sie sind hier nicht willkommen." Ich sagte meinen Leuten schon, sie sollen die Dame ignorieren.
Mich faltete sie auch ständig wegen Kleinkram zusammen - z.B. weil ich meine Wäsche schon 3 Tage in der Waschküche hing. Es waren noch genug Leinen frei...
Ich habe sie so "kuriert": Der damalige Freund einer Freundin von mir war Polizist. Er war sehr groß und muskulös. Die beiden waren bei mir eingeladen, und die Dame brüllte auch wieder durchs Treppenhaus. Er fragte meine Freundin "Willst Du Anzeige gegen diese Dame wegen Ruhestörung erstatten?" Sie sagte, ja, gute Idee. Da brüllte die Dame weiter. Er zeigte ihr seinen Polizeiausweis und sagte "Wenn Sie jetzt sofort Ruhe geben, lasse ich Sie mit einer Verwarnung davonkommen." Danach gab es ein paar Monate lang nix.
Als es wieder losging, habe ich sie einfach ignoriert. Da war sie mir beleidigt und hat zur Strafe gar nicht mehr geredet. Da war ich ganz traurig...
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02.12.2015, 14:48Inaktiver User
AW: Haus-Sheriff
Nicht aufregen, immer schön freundlich bleiben, lächeln, nicht diskutieren, sondern lächelnd nicken - und trotzdem genau das machen, was man selber will und für richtig hält. Nämlich z.B. direkt den Hausmeister kontaktieren.
Okay, danach wird man angeblafft werden deswegen. Lächeln, nicken, jaja sagenn - und nächstes Mal wieder genau so handeln, wie man es selber für richtig hält.
Nicht erklären, nicht rechtfertigen, nicht diskutieren! Sondern nichtssagend lächeln, "jajaja", (oder komplett ignorieren) und einfach tun, was man selber für richtig hält.
Und sich mit der übrigen Mieterschaft (inklusive Hausmeister) gut stellen. Dann kann der Haus-Sheriff bellen, so viel er will.
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02.12.2015, 15:22
AW: Haus-Sheriff
FrauKlein, das ist ja furchtbar
Aber so, kann ich mir das bei diesem Mann auch vorstellen. Leider habe ich keinen Polizisten in meinem Bekanntenkreis. Irgendwie tut er mir ja auch leid. Viele Menschen die so sind, sind eigentlich nur einsam und / oder mit ihrer gesamten Lebenssituation nicht zufrieden. Ich habe mir überlegt, ob ich den Spieß nicht einfach umdrehen soll. Ob ich tatsächlich mit jedem kleinen Anliegen zu ihm gehen soll, mich dann auch mal mit Pralinen, etc. bedanke...nach dem Motto: vielen Dank für Ihre Hilfe und Aufmerksamkeit.
Auf der anderen Seite macht er mich auch sauer, ich habe es nicht nötig erzogen zu werden, bezahle viel Geld für meine Wohnung und brauche keine ständigen Belehrungen und kein ständiges Aufgelauer und Gemecker.
Ich hab leider nur das Problem, dass ich nicht so durchsetzungsfähig bin. Ihn verbal in seine Schranken zu weisen ist schwierig für mich. Ihn links liegen zu lassen genauso.
EreS, da muss ich nachher direkt meinen Freund fragen, da hab ich noch gar nicht dran gedacht
Gestern war mein Schwager dort, um auf den Telefonfritzen zu warten, als wir abends dorthin kamen wurden wir mit den Worten empfangen: Heute war jemand bei Ihnen in der Wohnung!
Der steinige Weg in Zahlen...Montag: Tag der Wahrheit
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