Hallo! Ich brauche dringend einen Rat und viele verschiedene Meinungen ;-)
Ich bin auf Wohnungssuche - allerdings nicht dringend. Ich bin 42 und möchte eine Wohnung finden, bei der alles passt, was ich mir so wünsche: Erdgeschoß mit kleinem Garten/kleiner Terrasse für meinen Hund (dazu muß natürlich Hundehaltung erst mal erlaubt sein - was schwierig ist), mehr Platz als momentan (ich wohne z.Zt. auf 60qm unter'm Dach mit wenig Stellfläche und einer Wahnsinnshitze im Sommer), im Grünen und trotzdem stadtnah wäre auch perfekt.
Jetzt habe ich mir eine total "ausgefallene" Wohnung angeschaut, die innen hui und außen pfui ist; und ich weiß nicht, was ich machen soll: Die Wohnung hat 100qm, liegt auf dem Hof einer alten Ziegelei, in einem großen Backsteingebäude mit 4 anderen Wohnungen. Der Hof ist ziemlich schäbig, unten befindet sich ein Reifendienst und Reparaturservice mit vielen abgestellten alten Autos. Das Gebäude an sich ist ok, hinter dem Haus ist eine Wiese, die man auch als Garten anlegen kann und die im Mietvertrag enthalten ist. Die Wohnung ist der absolute Hammer: Es wurde alles saniert: Neues, wunderschönes Bad mit Eckbadewanne und separater Dusche, neue Heizkörper, neue, große Fenster, komplett neuer Dielenboden, ein fest installiertes Hochbett im Kinder/Gästezimmer, ein begehbarer Kleiderschrank, der drin bleibt. Diese gesamte Modernisierung wurde vom jetzigen Mieter vorgenommen und der möchte eine Ablöse von €3.800,-. Die Miete beträgt nur €500,- kalt, was unrealistisch gering ist (Frankfurter Stadtteil). Normalerweise kosten Wohnungen in der Größe in diesem Stadtteil das Doppelte.
Über die Ablöse für festeingebaute Dinge habe ich mir schon Gedanken gemacht und bin zu dem Schluß gekommen, daß mir die Ausstattung die Summe (die ich aufnehmen muß) wert ist, solange ich alles schriftlich festlegen lasse. Habt Ihr eine Idee, ob man im Mietvertrag festschreiben kann, daß die Modernisierungsbestandteile nicht Bestandteil der Miete sind? Sonst könnte die Vermieterin ja in einem Jahr plötzlich die Miete erhöhen, oder?
Jetzt meine eigenltiche Frage: Würdet Ihr auf solch einen Hof ziehen? Er liegt etwas außerhalb am Feldrand und ich lebe als Frau alleine (mit Hund). Soweit ich weiß, haben die Fenster keine Rolläden und die Wohnung befindet sich im Erdgeschoß. Eigentlich hätte ich damit kein Problem, aber nachdem nun meine Eltern und auch meine beste Freundin gesagt haben, das wäre ganz schön gewagt, bin ich verunsichert.
Was meint Ihr?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 21
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18.05.2011, 11:22
Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
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18.05.2011, 12:21Inaktiver User
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Ja, würde ich.
Ich fühle mich auf dem Feld sicherer, als am Frankfurter Hauptbahnhof.
Du würdest ja nicht alleine dort wohnen, die Rede ist auch von anderen Wohnungen.
Erfahrungsgemäß ziehen Frauen allerdings bei Dunkelheit die Vorhänge zu, wenn sie sich in einer beleuchteten Wohnung befinden. Das wirst Du sicher auch machen ;- )
Ich mache es bei mir im Haus nicht, ich fühle mich hier sicher.
Der Vormieter hat die Badewanne und die Fenster bezahlt? Hhm.
Wenn Du die Wohnung nun in dieser Ausstattung mietest, kann keine Mieterhöhung erfolgen.
Wichtig ist, dass die Umbauten, die der Vormieter vorgenommen hat, von der Vermieterin genehmigt sein müssen (schriftlich den Stand der Wohnung festhalten), so sie in der Wohnung nach Deinem Umzug verbleiben würden. Also die Badewanne z. B. Ansonsten könnte die Vermieterin von Dir verlangen, den Originalzustand wieder herzustellen.
Überleg Dir genau, ob Dir die Sachen 3.800 EUR wert sind und was davon Du tatsächlich ggf. in eine andere Wohnung mitnehmen könntest. Von der Miete her klingt die Wohnung gut, von der Ausstattung her auch und ich persönlich mag Fabrikwohnen.
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18.05.2011, 12:39
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Danke für die schnelle Antwort!
Die Modernisierung wurde laut Mieterin mit der Vermieterin abgesprochen und über die Ablöse weiß sie auch Bescheid. Allerdings hat die Vermieterin wohl "etwas für das Material dazugegeben". Das ist natürlich etwas schwammig und ich weiß nicht, wieviel und wofür genau, und inwieweit die Vermieterin dadurch irgendwelche Besitzansprüche geltend machen könnte.
Hast Du eine Ahnung, wie ich dies im Mietvertrag festhalten kann? Meist ist ja eher festgeschrieben, daß man die Wohnung in der aktuellen Ausstattung mietet. Ich bin mir auch nicht sicher, wie ich den Ablösevertrag formulieren soll, denn ohne Schriftstück möchte ich das Geld nicht aus Händen geben. Die Mieterin sagte, sie wolle das Geld bar und bevor ich den M Mietvertrag unterschreibe. Ich habe dazu noch nichts gesagt, weil ich die Wohnung noch gar nicht habe (die Vermieterin entscheidet sich zwischen 4 Bewerbern), aber ich würde dann das Unterschreiben des Mietvertrags und die Ablöseübergabe am selben Tag und gemeinsam planen, so daß ich auf der sicheren Seite bin.
Das mit der Lage außerhalb ist halt so eine Sache, weil da nur noch der Hausmeister und sein erwachsener Sohn (in 2 unterschiedlichen Wohnungen) wohnen, die Mieter über mir ziehen gerade aus. Das ist schon etwas einsam.
Ist das Einbauen von Rolläden sehr teuer? Die Vermieterin scheint nicht bereit zu sein, zu investieren.
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18.05.2011, 12:56
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Puh, mein Fall wäre es nicht.
Ich habs auch gerne außen optisch ansprechend. Dazu muss es nicht übermäßig toll sein, aber ein schäbiger Hof, ein Reifenservice und herumstehende reparaturbedürftige Autos wären nun nicht eindeutig mein Fall.
Angst hätte ich defintiv keine, ich habe erst neulich vergessen nachts meine Terassentür zu schließen
, aber ich mag kein Ghetto-Feeling.
"Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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18.05.2011, 13:00Inaktiver User
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Definitiv NEIN, aber das hast Du ja schon erkannt. Die Wohnung über Dir würde ja sicher wieder bewohnt werden, da würde ich mir nicht so viel Gedanken machen. Ein Hausmeister und ein Sohn sollten schon reichen.
Wenn Du Dir aber sehr unsicher bist, passt die Wohnung eventuell nicht.
Wenn Fußböden o. ä. vom Mieter gemacht worden sind, kann er diese nicht verkaufen. Sie sind dann fester Bestandteil der Mietsache oder er muss sie entsorgen. Viele versuchen, so über Nachmieter an Geld heranzukommen. Der Entsorgung würde er entgehen, indem der Nachmieter den Boden übernimmt. Ohne die bereits erwähnte Bestätigung der Vermieterin, dass der Einbau genehmigt war (dies geht in einer kurzen Ergänzung unter "Sonstiges" im MV), geht damit die Entsorgungspflicht an den nächsten Mieter über.
Natürlich ist ein schöner Boden auch wieder eine Aufwertung, die dem neuen Mieter recht sein wird.
Möbel dagegen kann er verkaufen. Das Hochbett, also ein fester Einbau, das würde ich vorher mit der Vermieterin klären, wie die Regelung hier war. Ob dies als Möbel zählt, dann kannst Du es erwerben und mitnehmen, oder ob es in der Wohnung verbleiben muss. Damit wäre es kein Geld oder zumindest deutlich weniger Geld wert. Denn eigentlich gehört es dann der Vermieterin und gehört damit zur Mietsache. Der Mieter kann Dir viel erzählen, um Dein Geld zu bekommen.
Du darfst nicht vergessen, dass in einem solchen Fall bei einem frühen Auszug Deinerseits ein Verlust von 3.800 EUR entstehen würde. Nicht gerade wenig. Ein neues Bett würdest Du auch benötigen.
Außenrolläden würden wieder genehmigt werden müssen, ob sie an einem Fabrikgebäude überhaupt angebracht werden dürfen - ich denke eher nein. Die Franzosen haben noch eine nette Art, EG-Fenster zu sichern. Mittels Scherengittern http://www.gigaro.de/ScherengitterAnette4.JPG
Wie teuer so etwas ist und ob das dort nicht ein gänzlicher Stilbruch wäre, kann ich leider nicht sagen. Diese Gitter gibt es für innen.
Aber hier würde ich mich kritisch fragen, ob ich mich dann endlich wohlfühlen würde, oder eher immer noch nicht. Manche Leute sind nicht für EG-Wohnungen gemacht
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18.05.2011, 13:25Inaktiver User
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Mit dem Haus und der Lage hätte ich überhaupt kein Problem - allerdings würde ich definitiv im EG meine Fenster sichern wollen, da mir schon einmal ein Betrunkener in mein Balkonfenster geknallt ist, in einer ruhigen, sehr guten Wohngegend, in der das eher nicht zu erwarten war. Hätte ich damals keine Rolläden gehabt, wäre der Mann samt Scheibe in meinem Schlafzimmer gelandet.
Vertraglich würde ich mich definitiv absichern hinsichtlich der Veränderungen an der Mietsache. Die Vermieterin müsste diese als Bestandteil der Mietsache, für die jedoch trotz der Aufwertung der Mietsache keine höhere Miete anfällt, anerkennen, so dass ganz klar ist, dass niemand von mir bei Auszug verlangen kann, irgendwelche Altzustände auf meine Kosten wiederherzustellen.
Ablösen würde ich nicht vor Abschluss des Mietvertrages zahlen.
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18.05.2011, 13:54
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Hallo Lelayna,
also wenn ich Geld für die Ablöse aufnehmen müsste, würde ich es wohl nicht machen. Und wenn, dann wüsste ich gerne genau, wie viel das alles gekostet und in welcher Höhe sich der Vermieter an den Materialkosten beteiligt hat. Ich denke halt auch, das sind alles Sachen, die Du bei einem Auszug nicht mitnehmen könntest. Und dann wäre es ggf. an Dir, wieder einen Nachmieter zu finden, der Dir noch was dafür gibt (was dann noch schwieriger wird).
Zudem: Wenn die Miete so gering ist, spricht das ja dafür, dass die Wohnung nicht so begehrt ist. Warum also nicht einfach mal abwarten. Vielleicht findet sich ja auch kein anderer Mieter, der bereit ist, die Ablöse zu zahlen. Und wenn der Vormieter unbedingt raus will oder muss, dann bekommst Du die Wohnung ja vielleicht auch noch ohne Ablöse.
Warum zieht der Mieter denn eigentlich aus, wenn er die Wohnung für so viel Geld hat renovieren lassen? In eine Mietwohnung würde ich so viel Geld nur reinstecken, wenn ich sehr sicher wäre, dass ich da länger wohnen bleibe.
Was die Lage angeht, wäre es nicht mein Fall (weder Erdgeschoss, noch der Schrott im Hof, noch die Einsamkeit), aber das finde, muss jeder für sich entscheiden.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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18.05.2011, 13:59Inaktiver User
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Für mich wäre das nichts. Ich hätte nachts alleine zuviel Angst.
Und außerdem befürchte ich, dass Tag und Nacht, Sonn- und Feiertags an den alten Autos rumgeschraubt und geschweißt wird.
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18.05.2011, 14:04Inaktiver User
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18.05.2011, 14:12Inaktiver User
AW: Würdet Ihr auf altes Fabrikgelände ziehen?
Das wäre ggf. bei einem "Hinterhofschrauber" ein Argument. Andererseits - man hätte auch Gesellschaft ;- )
Ihr habt alle Rollläden an den Häusern? Ihr wisst aber schon, dass die meisten Einbrüche statistisch gesehen während der Abwesenheit der Besitzer stattfinden? Also zum einen tagsüber, zum anderen, wenn man im Urlaub ist. Nächtliche Einbrüche bei Anwesenheit der Bewohner sind zum Glück selten.
Allerdings, gut, man kippt ggf. das Schlafzimmerfenster.


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