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  1. Avatar von Tabetha
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    Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    1. Die Miete von Leistungsempfängern soll demnächst vom Amt an den Vermieter überwiesen werden.

    Laut Mieterverein "eine Entmündigung".
    Eine Entmündigung wäre es, wenn man den Leistungsempfängern die Verwendung ihres Geldes vorschreiben würde. Nun sind sie aber einen Vertrag eingegangen, so dass man sowieso davon ausgehen kann, dass sie die Miete überweisen. Ich gehe eher davon aus, dass in Zukunft Vermieter wieder eher an Leistungsempfänger vermieten werden. Das wäre doch positiv.

    2. Zwangsräumungen gegenüber Mietnomaden sollen schneller durchgesetzt werden.

    Dies wäre sehr wünschenswert. Wobei die Definition von "schneller" sicher sehr dehnbar ist. Eventuell dauert es dann statt aktuell 1,5 Jahren ca. 1 Jahr. Wer weiß.

    3. Die unterschiedlichen Kündigungsfristen Vermieter/Mieter sollen angepasst werden. Wohnen Mieter länger als fünf Jahre in einer Wohnung, sind sie bislang deutlich besser geschützt: Vermieter müssen Kündigungen dann acht bis neun Monate im voraus aussprechen. Mieter selbst können hingegen weiterhin mit der kürzeren Frist von drei Monaten kündigen.

    Ob ich es brauche, weiß ich nicht. Andererseits - warum sollte der Mieter hier besser gestellt sein? Meiner Meinung nach hätte es aber eher noch andere, wichtigere Dinge gegeben, die auf den Prüfstand gehören.
    Geändert von Tabetha (15.10.2009 um 08:29 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Ich vermiete auch und bin ganz froh, dass es Änderungen gibt. Dabei ist der Mieter noch immer ganz gut geschützt.

    Zur Zeit habe ich in einem Haus Mieter, die das Haus voll Kartons stellen (es gibt nur noch schmale Durchgänge) und Zimmer zum Teil nicht mehr heizen. D.h. es kann sein, dass sich im Mauerwerk Schimmel festsetzt (keine Durchlüftung, wenig Heizung), der sich nur mit hohen Kosten wieder entfernen lässt.

    Mein Rechtsanwalt kümmert sich schon drum. Aber ich hätte in solchen Fällen gerne eine bessere Möglichkeit dem Mieter zu kündigen.
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  3. Registriert seit
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Tabetha Beitrag anzeigen

    3. Die unterschiedlichen Kündigungsfristen Vermieter/Mieter sollen angepasst werden. Wohnen Mieter länger als fünf Jahre in einer Wohnung, sind sie bislang deutlich besser geschützt: Vermieter müssen Kündigungen dann acht bis neun Monate im voraus aussprechen. Mieter selbst können hingegen weiterhin mit der kürzeren Frist von drei Monaten kündigen.

    Ob ich es brauche, weiß ich nicht. Andererseits - warum sollte der Mieter hier besser gestellt sein? Meiner Meinung nach hätte es aber eher noch andere, wichtigere Dinge gegeben, die auf den Prüfstand gehören.
    Weil es den Mieter sicher ganz anders existenziell berührt, wenn
    er vom Vermieter gekündigt wird - er muss nämlich seinen bisherigen
    Lebensmittelpunkt aufgeben - als wenn ein Vermieter eine Kündigung vom Mieter erhält. Ein Umzug ist zum Beispiel immer mit Kosten verbunden. Wenn ich sechs Monate Kündigungsfrist habe, kann ich mich auf die anstehenden Kosten besser einstellen als bei drei Monaten Kündigungsfrist.

  4. Avatar von Nocturna
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Wenn ich sechs Monate Kündigungsfrist habe, kann ich mich auf die anstehenden Kosten besser einstellen als bei drei Monaten Kündigungsfrist.
    Das sieht jeder ein.

    Bisherige Regelungen machen aber Kündigungen seitens des Vermieters völlig unmöglich, auch bei ganz krassen Fehlverhalten des Mieters. Je nachdem wie sehr der Mieter die Wohnung dabei ruiniert oder die Nachbarn vergrault, kann das auch beim Vermieter zu existentiellen Bedrohungen führen. So sollte es dann auch nicht sein.
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  5. Registriert seit
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Das sieht jeder ein.

    Bisherige Regelungen machen aber Kündigungen seitens des Vermieters völlig unmöglich, auch bei ganz krassen Fehlverhalten des Mieters. Je nachdem wie sehr der Mieter die Wohnung dabei ruiniert oder die Nachbarn vergrault, kann das auch beim Vermieter zu existentiellen Bedrohungen führen. So sollte es dann auch nicht sein.
    Da ist der Vermieter ganz schwach. Jede Ehe kann bei Zerrüttung geschieden werden. Der Vermieter muss zusehen, wie das Haus zugemüllt wird, die Türen beschädigt, ihm Mängel in der Wohnung nicht angezeigt werden und sich dann noch beschimpfen lassen.

    Einzige Kündigungsgründe von Seiten des Vermieters sind Eigenbedarf, wenn der Mieter die Miete nicht zahlt (und auch das wird sehr tolerant gesehen) und wenn er eine deutlich bessere wirtschaftliche Nutzung haben kann (z.B. statt einem Winzehaus auf einem kleinen Grundstück eine Wohnanlage bauen will).

    Ansonsten bekommst du keinen Mieter raus.
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  6. Registriert seit
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Tabetha Beitrag anzeigen
    1. Die Miete von Leistungsempfängern soll demnächst vom Amt an den Vermieter überwiesen werden.

    Laut Mieterverein "eine Entmündigung".
    Eine Entmündigung wäre es, wenn man den Leistungsempfängern die Verwendung ihres Geldes vorschreiben würde. Nun sind sie aber einen Vertrag eingegangen, so dass man sowieso davon ausgehen kann, dass sie die Miete überweisen. Ich gehe eher davon aus, dass in Zukunft Vermieter wieder eher an Leistungsempfänger vermieten werden. Das wäre doch positiv.
    Der Mieter muss die Miete zwar sowieso bezahlen, trotzdem ist es ein Unterscheid, ob ihm der Vermieter direkt ins Portmonnaie langt oder ob er die Miete selbst zahlt. An der Supermarktkasse würdest Du doch nicht erlauben, dass die Kassiererin sich das Geld aus Deinem Geldbeutel nimmt, auch wenn Du keine Wahl hast, ob Du die Ware bezahlst oder nicht.

    Und der gewünschte Effekt, dass mehr Vermieter bereit sind, an Leistungsempfänger zu vermieten, kann nach hinten losgehen. Zumindest in meiner Gegend gibt es immer genügend Bewerber, die einen tollen Job vorweisen können, und die nimmt ein Vermieter lieber als einen Harz IV Empfänger, der das nun auch nicht mehr verheimlichen oder vertuschen kann. Sichere Mietzahlungen hin und her, der Bewerber mit dem tollen Job zahlt die Miete ja auch sicher und hat außerdem noch ein gutes Image.

  7. Avatar von Lumming
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Der Mieter muss die Miete zwar sowieso bezahlen, trotzdem ist es ein Unterscheid, ob ihm der Vermieter direkt ins Portmonnaie langt oder ob er die Miete selbst zahlt. An der Supermarktkasse würdest Du doch nicht erlauben, dass die Kassiererin sich das Geld aus Deinem Geldbeutel nimmt, auch wenn Du keine Wahl hast, ob Du die Ware bezahlst oder nicht.

    Und der gewünschte Effekt, dass mehr Vermieter bereit sind, an Leistungsempfänger zu vermieten, kann nach hinten losgehen. Zumindest in meiner Gegend gibt es immer genügend Bewerber, die einen tollen Job vorweisen können, und die nimmt ein Vermieter lieber als einen Harz IV Empfänger, der das nun auch nicht mehr verheimlichen oder vertuschen kann. Sichere Mietzahlungen hin und her, der Bewerber mit dem tollen Job zahlt die Miete ja auch sicher und hat außerdem noch ein gutes Image.
    Wenn das schon so ist, dann ist es halt so und wird so bleiben. Warum geht es dann also nach hinten los?

  8. Avatar von Tabetha
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Der Mieter muss die Miete zwar sowieso bezahlen, trotzdem ist es ein Unterscheid, ob ihm der Vermieter direkt ins Portmonnaie langt oder ob er die Miete selbst zahlt. An der Supermarktkasse würdest Du doch nicht erlauben, dass die Kassiererin sich das Geld aus Deinem Geldbeutel nimmt, auch wenn Du keine Wahl hast, ob Du die Ware bezahlst oder nicht.

    Und der gewünschte Effekt, dass mehr Vermieter bereit sind, an Leistungsempfänger zu vermieten, kann nach hinten losgehen. Zumindest in meiner Gegend gibt es immer genügend Bewerber, die einen tollen Job vorweisen können, und die nimmt ein Vermieter lieber als einen Harz IV Empfänger, der das nun auch nicht mehr verheimlichen oder vertuschen kann. Sichere Mietzahlungen hin und her, der Bewerber mit dem tollen Job zahlt die Miete ja auch sicher und hat außerdem noch ein gutes Image.
    Ich gehe nicht ans Konto des Mieters oder fasse in sein Portemonnaie, sondern ein Amt überweist das Geld. Ein seine Lebenssituation vertuschender Mieter - denn es fragt doch sicher jeder Vermieter nach den Einkünften bzw. Job - ist kein Mieter für mich. Wenn man schon direkt angelogen wird (falsche Angaben auf der Selbstauskunft können zur Anfechtung und Kündigung des Mietvertrags führen), kann man auf eine Vertragsbindung dankend verzichten.

    Die Wohnungen, die finanziell von Hartz-IV-Empfängern bzw. dem Amt zu zahlen sind, sind sicher keine interessanten Wohnungen für Leute mit "tollem" Job, oder? Ich denke mal nicht, dass sich diese beiden Mietgruppen in die Quere kommen ...
    Geändert von Tabetha (18.10.2009 um 12:26 Uhr)

  9. Avatar von Kraaf
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Tabetha Beitrag anzeigen
    1. Die Miete von Leistungsempfängern soll demnächst vom Amt an den Vermieter überwiesen werden.

    Laut Mieterverein "eine Entmündigung".
    Eine Entmündigung wäre es, wenn man den Leistungsempfängern die Verwendung ihres Geldes vorschreiben würde. Nun sind sie aber einen Vertrag eingegangen, so dass man sowieso davon ausgehen kann, dass sie die Miete überweisen. Ich gehe eher davon aus, dass in Zukunft Vermieter wieder eher an Leistungsempfänger vermieten werden. Das wäre doch positiv.
    Was nützt die "Mündigkeit", wenn die Mietzahlung zunächst auf dem Konto des Leistungsempfängers zwischenlandet und dort von anderen Gläubigern evtl. abgegriffen wird bzw. vom Leistungsempfänger im finanziellen Engpass doch anderweitig verbraten wird?

    Dann ist eben irgendwann die Wohnung futsch. Und das ist dann auch für den Leistungsbezieher mitsamt seiner Familie der GAU.

    Diese Zahlungen stehen eben nicht zur eigenständigen Verfügung und zur freien Verwendung.
    .
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  10. Avatar von Lumming
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    AW: Die Bundesregierung plant Änderungen im Mietrecht

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Dann ist eben irgendwann die Wohnung futsch. Und das ist dann auch für den Leistungsbezieher mitsamt seiner Familie der GAU.
    Dieses "irgendwann" ist zur Zeit ein Riesenproblem, da sich für den Vermieter riesengroße Außenstände anhäufen müssen, bevor er überhaupt zu seinem Recht kommt. Die Bank bucht aber die Zinsen einfach so vom Konto ab und fragt nicht, ob die Mieter vielleicht lieber von dem Geld etwas anders finanzieren, anstatt ihre Miete zu zahlen.

    Die Räumungsklage kostet ja auch Geld.

    Deswegen ist das nicht nur für den Leistungsbezieher ein GAU, sondern oftmals auch für den Vermieter und seine Familie.

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