Hallo liebe Community,
ich bin seit heute neu hier. Ich habe folgendes Problem:
Im März habe ich ein Altbauwohnung angemietet. Da die Wohnung in einem üblen Zustand war, hat der Vermieter mir 2 Monatsmieten "erlassen".
Allerdings hat es bei Vertragsabschluss so ausgesehen, dass ich eines der beiden Zimmer schon hätte beziehen können. Am ersten Tag der Renovierung stellte sich jedoch heraus, dass 2 Zimmerecken feucht waren, somit musste ich erst die Ursache (unsachgemässes Regenrohr an der Aussenwand und undichte Duschwanne) ermitteln und abstellen. Somit musste ich dieses Zimmer nun auch komplett renovieren - was sich sehr hinzog, weil die Wände einfach nicht trocknen wollten... Es stellte sich dann heraus, dass die Duschtasse nicht mit Silikon, sondern mit Fliesenkleber eingelassen war. Es war eine Heidenarbeit diese Fuge auszustemmen und zu erneuern (mit Silikon natürlich).
Ebenso habe ich im Bad und in der Küche alte Feuchtigkeitsschäden entdeckt (die Wände waren komplett schwarz). Im Bad war dieser Schaden mit einer Vertäfelung kaschiert...ich habe alles rausgekloppt und neu abgespachtelt und mit Schimmelschutzfarbe versehen.
So kam dann eins zum andern - will euch nicht mit allzuvielen Details elenden. Jedenfalls - das Ende vom Lied: ich konnte erst Mitte Mai einziehen. Also waren die ersten 6 Wochen meiner "Mietbefreiung" für die Renovierung draufgegangen.
Mündlich war ausgemacht, dass der Vermieter sich an den Kosten beteiligt. Erst hat es geheißen: "Wenn alles schön ordentlich wird, werden wir später nicht um 100 Euro streiten".
Angekündigt hatte er, dass er um Weihnachten rum vorbeikommt. Daran hat er sich gehalten, allerdings kam er unangemeldet vormittags, sodass ich mich nicht vorbereiten konnte...Auf meine Frage, wann wir abrechnen kam nur lapidar: "Mal sehen, was wir aufgeschrieben haben..."
So, jetzt endlich zu meiner Frage: Ist das zulässig, dass ich die volle Miete in Form von Materialkosten zahlen muss, obwohl die Wohnung nicht bezugsfähig war?
Mir kommt das ungerecht vor. Das hieße ja, ich hätte Eintrittsgeld für eine Baustelle gezahlt, auf der ich unentgeltlich arbeite...
Jetzt hab ich Angst, dass ich auf meinen Kosten sitzen bleibe.
Ich möchte jetzt keinen Fehler mehr machen. Was mit Wut im Bauch ja schnell passieren kann.
Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen?
Bin für jeden Tipp und Austausch dankbar.
Euch allen die besten Wünsche für 2009!
snuek
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31.12.2008, 13:19
Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
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31.12.2008, 14:33
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)





Wenn du denkst, du denkst,
dann denkst du nur, du denkst,
denn das Denken der Gedanken
ist gedankenloses Denken.





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31.12.2008, 14:56
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Tritt in den Mieterverein. Die beraten Dich, ohne Wartezeit, und die schreiben auch den Vermieter für Dich an. Kostenpunkt etwa 50 Euro im Jahr.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit denen gemacht!
Zur Thematik selbst kenne ich mich leider auch nicht genug aus, was sagt der Vertrag genau? Man kann sehr wohl auch mündliche Vereinbarungen treffen, allerdings steht in den meisten Vertägen, daß diese nur schriftlich gelten. Letztlich ist alles eine Frage des Nachweises. Wer hat wann was zugesichert? Mach Dir ggfs auch jetzt nachträglich noch Aktennotizen (Datum, Anruf von..., vereinbart wurde dies-und-das...). Plus genaue Auflistung der Materialkosten mit Belegen, und auch der Arbeitsstunden. Der Mieterverein braucht ja genaue Angaben, worum es überhaupt geht.
Es fragt sich auch, ob Du um den lieben Frieden Willens (Du willst da länger wohnen?) vielleicht nicht allzu harsch gegen den Mann vorgehen solltest. Denn nix ist stressiger, als ständig Krach mit dem Vermieter zu haben. Informiere Dich, wie Deine Rechte sind, und geh diplomatisch vor.
Du kannst sicherlich nicht einfach weitere Mieten "einbehalten". Ihr müßt Euch schon einigen, auf irgendwas. Und normalerweise hat auch der Vermieter ein Interesse an einem guten Miteinander. Daß er erstmal lapidar abwimmelt, ist nicht nett, aber ja noch nicht das Ende der Fahnenstange.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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31.12.2008, 16:03
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Also im Mietvertrag steht:
„Für nachweisbare Renovierungskosten sind 2 Monatsmieten frei. Der Betrag ist durch Belege (Summe: 2 Warmmieten) nachzuweisen.
Die erste Miete ist somit am 30.05.08 fällig!
Die vorhandenen Mängel der Wohnung sind bekannt und kein Grund für Mietpreisminderungen. (Im Mietpreis bereits berücksichtigt).“
Mündlich etwas so:
„Ich würde die Renovierung ja selbst durchführen, habe aber aus beruflichen Gründen keine Zeit. Über die Kosten werden wir uns dann einig….“
Das habe ich bislang erledigt:
-Regenrohr umgeleitet (weil feuchte Außenwand) (Vermieter vor Ort gezeigt)
-Fliesenfuge um die Duschtasse ausgestemmt und erneuert, weil feuchte Wand im Schlafzimmer (dem Vermieter vor Ort gezeigt)
-Sämtliche Acrylfugen an den Fenster, Türen und Sockelleisten entfernt und erneuert
-Fensterrahmen, Fensterbänke und Türzargen von Farb- und Kleberesten des Vormieters entfernt
-Vertäfelung gestrichen
-In Schlafzimmer und Küche Tapeten entfernt
-in allen Räumen die Wände mit Flächenspachtel geebnet und mit Tiefgrund behandelt (wurde ausdrücklich vom Vermieter gewünscht)
-alle Räume tapeziert und gestrichen
-in der Küche Isoliergrund vor dem Tapezieren aufgetragen, weil ein alter Feuchtigkeitsschaden zu sehen war (Vermieter telefonisch informiert)
-Dämmplatten hinter den Heizkörpern angebracht
-Holzfenster geschliffen
-Im Badezimmer Vertäfelung entfernt (die Wand war darunter stockfleckig), sodass ich den Anstrich entfernen und neu verspachteln musste
-Im Badezimmer Schimmelschutzfarbe aufgetragen
-Die Fugen (stockfleckig) im Bad teilweise abgeschliffen, Fugenweiß aufgetragen
-Türzarge im Schlafzimmer geschliffen und gestrichen
-Teppichboden in Schlafzimmer erneuert
-Müll entsorgt (auch seine „Hinterlassenschaften“)
Dass die Heizungsrohre im Keller nicht gedämmt sind habe ich schriftlich angezeigt.
@Karla48
Über den Beitritt in einen Mieterverein habe ich auch schon überlegt. Ich muss gestehen, dass mir nun langsam alles über den Kopf wächst. Ein bisschen Unterstützung kann ich nach diesem schweren Jahr wirklich gebrauchen: Ich habe diese Wohnung bezogen, weil ich mich von meinen Freund getrennt habe – nach 10 Jahren. Durch die Trennung hat sich mein Bekanntenkreis auf Null reduziert. Musste alles allein stemmen. Dann der erste Streit mit dem Nachbar (Tag und Nacht laute Musik im Garten). Die viele Arbeit hier. Und einen Hausstand, der in 5 Bananenkartons passte….
Die Enttäuschung, dass ich nun leer ausgehe, nimmt mir viel Kraft. Das hat mir so richtig die Feiertage versaut.
Danke für Eure schnellen Antworten!
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31.12.2008, 20:18
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Hast du Fotos? Gibt es irgendetwas Schrifltiches?





Wenn du denkst, du denkst,
dann denkst du nur, du denkst,
denn das Denken der Gedanken
ist gedankenloses Denken.





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01.01.2009, 10:14
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Du Ärmste, das ist ja wirklich alles ungeheuer anstrengend. Höchste Zeit, daß Dich jemand nach Kräften unterstützt!
Also nichts wie hin zum Mieterverein. Das ist zwar nicht ganz so komfortabel, wie zu einem Anwalt zu gehen (die haben da bestimmte Sprechzeiten und Termine nach Feierabend zu bekommen, ist nicht sooo einfach und schnell möglich nach meiner Erfahrung), aber dafür kostet es ja auch wenig.
Ich habe gegoogelt, aber ich finde nichts richtiges, was in Deinem Fall paßt. Nur soviel: Renovierung und Sanierung sind zweierlei Dinge. Regenrohr z.B., Tiefengrund...für meine Begriffe geht das über eine normale Renovierung hinaus. Bei letzterer denke ich, es geht um Schönheit, nicht aber um die Herstellung des Zustandes, in dem die Wohnung überhaupt zu gebrauchen ist. Und versteckte Mängel wie z.B. das Badproblem, das gehört auch nicht zu einer normalen Renovierung dazu.
Schreib Deinem Vermieter eine Rechnung, bezahl Deine Miete. Alles weitere regelt der Mieterverein für Dich. Man kann die Beträge nicht einfach gegeneinander aufrechnen, denke ich, denn zum Aufrechnen müssen Forderungen "gleichartig" sein, und das ist nicht der Fall bei Mietzahlung und Renovierungskosten. Du bist ja auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn Du Deine Miete bezahlst. Und da würde ich nichts riskieren.
Ich erinnere mich, daß ich mir unheimlich Gedanken gemacht habe wegen eines komischen Vermieters, daß ich schlecht schlief, daß das Wochenende versaut war, wenn freitags wieder so ein blöder Brief gekommen war...
Das war die ganze Sache letztlich überhaupt nicht wert. Man hat Rechte, man hat Pflichten. Und nur weil einer komisch ist, ändert sich da nix dran.
Du wirst schon zu Deinem Recht kommen, da mach Dir keine Gedanken.
Jetzt atme mal durch, vertraue darauf, daß man Dir helfen wird, und versuche Dich ein wenig zu entspannen und zu verwöhnen. Dir fehlen noch Möbel? Schau mal im örtlichen Gebrauchtmöbellager vorbei, vielleicht findest Du etwas, was mit Hilfe von einem neuen Anstrich gut zu Dir paßt? Auch mit schönen Biildern kann man Atmosphäre zaubern, ohne daß man gleich ein Vermögen ausgeben muß. Habt Ihr in Eurer Tageszeitung eine Rubrik mit privaten Kleinanzeigen? Daher habe ich z.B. unser Kirschbaum-Schlafzimmer, komplett, fast neu, für 120 Euro. Im Laden hätte das locker an die 3000 Euro gekostet. Man muß nicht alles neu kaufen, es gibt SO schöne gebrauchte Teile, ehrlich, schau Dich um und vor allem: Keine Scheu, es ist nix dabei, gebraucht zu kaufen.
Zu dem Radau der Nachbarn:
Gehören die auch zu Deinem Vermieter? Er wäre zuständig, für Ruhe zu sorgen. Dazu kannst Du ihn schriftlich auffordern. Aber als allererstes finde ich immer, man muß mit den Leuten reden. Immer wieder, gebetsmühlenartig. Bis sie kapieren, daß sie nicht alleine auf dem Planeten sind. Und wenn es gar nicht fruchtet, muß die Polizei eben mal her. Man muß sich nicht alles gefallen lassen.
Du hast jetzt viel geleistet, für Deinen Neustart. Wenn man so "k.o." ist, kann man kaum noch die Kraft aufbringen, daran zu glauben, daß in absehbarer Zeit alles wieder besser wird, das Leben wieder Spaß macht und auch mal andere Dinge als Pflichten stattfinden. Und doch: Genau so wird es sein. Du machst es Dir jetzt Schritt für Schritt gemütlich, und Du kannst stolz sein auf das, was Du geschafft hast. Das kann Dir keiner mehr nehmen!
Liebe Grüße
Karla
The original Karla
est. 2006











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02.01.2009, 11:36
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Frohes neues Jahr!
Es gibt bislang kaum schriftliches. Die ungedämmten Heizungsgrohre, sowie den Nachbarterror habe ich schriftlich angezeigt. Um die Nachbarschaftssache hat er sich gekümmert (er hat Beziehungen zur Polizei, bei der ich nichts erreicht hab...)
Na, egal, da ist jetzt erst mal Ruhe!!!!
Es gibt kein Übergabeprotokoll (privater Vermierter). Ich werde jetzt einfach ein Gedächtnisprotokoll anfertigen und ihm zur Unterschrift vorlegen.
Im Mietvertrag steht ja: "Die vorhandenen Mängel sind bekannt und kein Grund für Mietpreisminderung". Ist das eigentlich ohne genaue Aufstellung der Mängel aussagekräftig?
Und die Idee mit der Rechnung ist auch gut. Ich werde das gleich heute auf den Weg bringen.
Wenn ich nur die Dinge summiere, die nicht als Schönheitsreparatur zu sehen sind, dann komme ich auf über 250 Euro Materialkosten....
LG
snuek
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02.01.2009, 12:28
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Wenn es isch nicht um einen Formularmietvertrag handelt, hast du ein Problem: du hast unterschrieben, dass dir die Mängel bekannt sind und dass du die Wohnung trotzdem nimmst. Du hast die Wohnung nunmehr seit neun Monaten, da ist es schwer, noch etwas durchzusetzen.
Gerade bei pravaten Vermietern ist ein Übergabeprotokoll wichtig.




Wenn du denkst, du denkst,
dann denkst du nur, du denkst,
denn das Denken der Gedanken
ist gedankenloses Denken.





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02.01.2009, 16:36
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Da hat der Vermieter eine günstige Renovierung bekommen. Warum hast du das alles selbst gemacht?
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02.01.2009, 23:10
AW: Renovierung statt Miete bei Einzug (was ist angemessen?)
Also bei der Besichtigung/Übergabe hat es sich so dargestellt, dass ich im Schlafzimmer nur den Bodenbelag hätte wechseln müssen. Ich wollte sofort einziehen und dann hier wohnend den Rest erledigen.
Dann hab ich die feuchten Ecken entdeckt.....und dann kam so eins zum anderen.
Und die versteckten Stockflecken habe ich ja auch erst beim Renovieren entdeckt und die ungedämmten Heizungsrohre....
Ich war damals sofort begeistert von der Wohnung, weil ein Garten dazugehört. Dafür war ich bereit einiges in Kauf zu nehmen. Zudem wollte ich unbedingt die räumliche Trennung von meinem Ex - das hat mich ungeduldig gemacht.
Ich hätte mich nicht auf den Deal eingelassen, wenn von es von vornherein geheißen hätte, dass ich alles zahlen muss.
Er steht nicht zu seinem Wort!



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