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  1. Inaktiver User

    Frauen/Lesbensolidarität

    Alix Dobkin (Liedermacherin)

    Lesbischsein bedeutet für mich, daß ich die Erlaubnis habe, mich selbst zu erfinden. Muß ich mit Frauen schlafen, um diese Identität für mich beanspruchen zu können? Frauen sollten in erster Linie loyal gegenüber sich und anderen Frauen sein, sie sollten frauenidentifiziert sein, und ihre Identität sollte sich auf ihrer Liebe zu Frauen gründen. Deneuve, USA, Januar 1994


    Warum fordert diese Liedermacherin, das Frauen miteinander solidarisch sein sollen? Gilt das für alle Frauen? Nur für heterosexuelle, bisexuelle oder lesbischen Frauen? und was ist mit transsexuellen Frauen? Was mit Frauen, die in ultrarechten,frauenfeindlichen Parteien und/oder Kirchen sind? Sollen Frauen auch mit ihnen solidarisch sein?
    Was meinte also Alix Dobkin wirklich?

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    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Wenn ich mal begreifen würde, was Alix Dobkin mit "frauenidentifiziert" meint.
    Mündliche Vereinbarungen sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen (Mike Skinner)

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    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    Warum fordert diese Liedermacherin, das Frauen miteinander solidarisch sein sollen? Gilt das für alle Frauen? Nur für heterosexuelle, bisexuelle oder lesbischen Frauen? und was ist mit transsexuellen Frauen? Was mit Frauen, die in ultrarechten,frauenfeindlichen Parteien und/oder Kirchen sind? Sollen Frauen auch mit ihnen solidarisch sein?
    Was meinte also Alix Dobkin wirklich?
    Emma-Peel, die Frage kann Dir eigentlich nur die Liedermacherin selbst beantworten.
    Ich halte Solidaritätsaufforderungen, wohlsortiert nach Rasse, Klasse, Geschlecht etc. für selbstbeschränkend und unsinnig. Solidarisch sein kann ich als Individuum mit Menschen, anderen Individuen, deren politische, soziale oder sonstigen Ziele, zu deren Erreichung das Formieren von Gruppen sinnvoll ist, ich teile, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Klasse, sexueller Orientierung usw.
    Wichtig ist da allein, ob ich ihre Ziele als gerecht und sinnvoll erachten kann, ob ich solidarisch sein will und ob diese Menschen meine Solidarität wollen.
    Mit Gruppen, die andere Menschen ausgrenzen nur auf Grund eines sachfremden, anderen Gruppenmerkmals, also ausgrenzen als Schwule, Lesben, Männer, Frauen, Weiße, Farbige usw., wenn es z.B. um den Kampf um volle Bürgerrechte für Diskriminierte geht, will ich allerdings gar nicht solidarisch sein.
    Die betrachte ich als Gegner einer wirklich menschenrechtlich verfassten Gesellschaft, die auf der Gleichwertigkeit aller aufbaut, mit denen ich mich dann auseinandersetzen, aber bestimmt nicht solidarisieren will.
    Es sei denn, jemand käme auf die Idee, ihr Grundrecht auf Beschränktheit in Frage zu stellen und bedrohte ihre Freiheit, dieses, ohne andere zu beschädigen,auch auszuleben.
    Cum grano salis

  4. Inaktiver User

    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Zitat Zitat von Schalotte
    Wenn ich mal begreifen würde, was Alix Dobkin mit "frauenidentifiziert" meint.
    Dabei handelt es sich um eine Frau, die als Frau geboren, als Frau sozialisiert, ihr Hauptinteresse und Augenmerk politisch, sozial, emotional und/oder sexuell, auf andere Frauen richtet, für Frauenrechte eintritt, und Frauen und ihren bedürfnissen den ersten Platz einräumt.

  5. Inaktiver User

    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Die Forderung nach Frauensolidarität ist eine Forderung danach,das (heterosexuelle) Frauen sich nicht mehr mit Männern und DEREN Interessen identifizieren sollen, sondern danach, die Interessen von FRAUEN an erster Stelle zu stellen,denn, wie du mir sicher beipflichten wirst,waren und sind sie das in dieser deutsch-patriarchalischen Männergesellschaft nie wirklich gewesen.
    Und diese Forderung kann ich voll unterstützen!!!

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    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Und was für Bedürfnisse haben Frauen?
    Mündliche Vereinbarungen sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen (Mike Skinner)

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    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Die Forderung nach Frauensolidarität ist eine Forderung danach,das (heterosexuelle) Frauen sich nicht mehr mit Männern und DEREN Interessen identifizieren sollen, sondern danach, die Interessen von FRAUEN an erster Stelle zu stellen,denn, wie du mir sicher beipflichten wirst,waren und sind sie das in dieser deutsch-patriarchalischen Männergesellschaft nie wirklich gewesen.
    Und diese Forderung kann ich voll unterstützen!!!
    Was sind denn Männer-, was Fraueninteressen?
    Warum sollte eine Frau, die mich liebt, sich nicht mit meinen Interessen identifizieren, damit es mir wohl ergehe, so wie ich mich mit ihren Interessen identifiziere, weil ich will, daß es ihr gut geht?
    Was soll dieses Apartheidsdenken?
    Wenn es im Interesse von Frauen gerechtfertigt sein soll, soll ich es dann in Zukunft für sinnvoll erachten, mich nur noch mit Männern zu solidarisieren, die Interessen von Männern an die erste Stelle zu rücken und mich des Nachdenkens über Gerechtigkeit enthalten, insoweit sie nicht Männern zugute kommt?
    Das halte ich für unsinnig, ungerecht und lebensfremd dazu. Schließlich stehen jedem Menschen die Menschen, die er liebt, sehr viel näher als andere Menschen, mit denen er nichts weiter gemeinsam hat als zufällig das gleiche Geschlecht.
    Oder sollen sich in Zukunft Mütter nicht mehr mit ihren Söhnen, Väter mit ihren Töchtern, Männer mit ihren Frauen, Brüder mit ihren Schwestern usw. solidarisieren um einer konstruierten Geschlechtersolidarität willen?
    Dir mag das ja einleuchten, mir absolut nicht.
    Cum grano salis

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    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    arouet, ich finde du hast es mit beiden Beiträgen - vorallem dem ersten - gut auf den Punkt gebracht...

    Emma-peel. woher überhaupt die Grunüberzeugung, dass Männerinteressen und Fraueninteresssen sich gegenseitig ausschließen oder diametral entgegenstehen?

    Und warum denkst du, dass alle Frauen bzw. alle Männer die selben Interessen haben? Nicht Interessen nicht viel mehr Persönlichkeits- als Geschlechtsabhängig?
    Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!

  9. Inaktiver User

    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Zitat Zitat von Schalotte
    Und was für Bedürfnisse haben Frauen?
    Gute Frage!
    Ich denke, die sind unterschiedlich, je nach den jeweiligen Lebensumständen der Frauen. Was aber allen Frauen gemein ist,ist, das sie in der gesellschaft immer noch durch den männlichen Blickwinkel (Verfügbarkeit für Männer) gesehen werden. oder was meinst du, warum in der Werbung für ein Schlankheitsmittel nur Frauen angesprochen werden sollen? Gibt es keine dicken Männer, die abnehmen müßen?

  10. Inaktiver User

    AW: Frauen/Lesbensolidarität

    Zitat Zitat von arouet58
    Was sind denn Männer-, was Fraueninteressen?
    Warum sollte eine Frau, die mich liebt, sich nicht mit meinen Interessen identifizieren, damit es mir wohl ergehe, so wie ich mich mit ihren Interessen identifiziere, weil ich will, daß es ihr gut geht?
    Wenn du dasselbe für sie tun würdest, wär die Welt wieder in Ordnung! Aber leider ist es meist nicht so! Männer denken meist nur an sich, wie verschiedene Untersuchungen der 90er Jahre zeigten.
    Aber das Hauptproblem ist nicht das Beziehungsleben, sondern das gesellschaftliche Leben (wie Frauen in der Gesellschaft wargenommen werden). Dazu hier ein Zitat aus einem Artikel, den ich einmal für ein nicht mehr existierendes liberales Mormonenblatt schrieb:

    3. Entdecken wir unsere eigene Sinnlichkeit und UNSERE eigene Sexualität, und lassen uns dies nicht mehr von Männern vorschreiben!
    Wenn Männer uns sagen, das wir in ihren Augen nicht schön sind (weil wir ihren Normen nicht entsprechen), fühlen viele Frauen sich genötigt, sich unter das Messer des Operateurs zu legen, um sich Fett absaugen zu lassen, Silikon in die Brüste zu implantieren, oder andere schmerzhafte Dinge an sich vollziehen zu lassen.
    Das tun diese Frauen, weil es ihnen von Kindheit so eingetrichtert wurde! Sie schminken sich, machen Hunderte von Diäten, um für IHN attraktiv zu sein, egal, wie sehr es auch ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden schaden mag!
    Sie wollen und können nicht sehen, das jede Frau erotisch und sinnlich ist, egal, wie viel die Waage auch anzeigen mag!
    Die amerikanische Autorin Arlene Rich benutzte den Begriff
    Zwangsheterosexualität“, um aufzuzeigen, welche Machtinstrumente das Patriarchat gebraucht, damit Frauen sich ausschließlich auf Männer beziehen. Sie nannte z.B. „Männer haben die Macht, uns unsere Sexualität z. B. durch leugnen zu verweigern (im Alter, in den Wechseljahren, in der Schwangerschaft). Sie zwingen uns ihre männliche Sexualität auf (durch sexuellen Missbrauch, oder der Vorstellung das wir nur mit Männern glücklich werden könnten), sie kontrollieren unseren Körper (Abtreibung, Verhütung, Geburt), sie benutzen ihre eigenen Kinder, um uns zu kontrollieren (Scheidung, Wegnahme der Kinder, z. B. wenn die Mutter lesbisch ist oder mit einem anderem Mann zusammenlebt), sie ersticken unsere Kreativität, indem sie unsere Rechte auf Selbstverwirklichung beschränken....“- „ Wenn Frauen sich von Natur aus, oder aus eigenem Willen ausschließlich zu Männern hingezogen fühlten, wie immer behauptet wird, warum wird dann ein solcher Machtapparat gebraucht, der die Verfügbarkeit der Frau für den Mann garantieren soll, ein alles durchdringendes Machtgefüge, das von physischer Brutalität bis zur Bewusstseinskontrolle reicht“ (in: Denkverhältnisse- Feminismus- und Kritik. S.254).

    Wir brauchen eine freie Wahl, ob und mit wem wir unser Leben, unsere Sexualität teilen wollen, und wie diese Beziehung aussehen soll.
    Wir haben ein Recht auf eine eigene, nicht von Männern bestimmte und definierte Sexualität, denn Sexualität ist mehr, als Kinder zu bekommen!
    Sie gibt uns Freude und Erfüllung, und gehört zu allen Menschen! Und wenn unsere Sexualität unterdrückt wird, ist Unglück und Krankheit vorprogrammiert!
    Lernen wir uns und unseren Körper mit seinen Bedürfnissen besser kennen, und geben ihm, was er braucht! Auch die Liebe und die Lust einer anderen Frau!!!!
    Muß ich noch mehr sagen?

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