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    Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Hallo zusammen.

    Ich stelle diese Frage, da mich das in Bezug auf mich selber sehr beschäftigt und auch belastet. Ich weiß einfach nicht, wohin mit mir und mit wem ich darüber reden soll. Meine Familie ist keine Anlaufstelle... mit meinem Freund habe ich mich gestern darüber unterhalten, dass ich in letzter Zeit solche Fantasien habe, mich Lesbenpornos erregen - hatte es neulich einmal ausprobiert, weil ich mir unsicher war und stellte dann zu meinem Überraschen fest, dass ich selber davon angetan war und mich selber darin auch vorgestellt hatte - und ich einfach nicht weiß, wie ich es zuordnen soll. Eine Phase? Rumspinnerei? Bi-Neugier? Oder Bisexualität?

    Ich weiß es nicht!

    Noch paar Infos zu mir: Ich bin mit meinem ersten Freund seit 7 Monate zusammen (war 27, bin jetzt 28), mit ihm hatte ich auch vor 5 Monaten mein erstes Mal und generell sexuelle Erfahrungen gesammelt. Vorher hatte ich mich nie dafür interessiert, mich orientiert oder rumprobiert. Meine Pubertät war sehr, sagen wir mal 'naiv/unschuldig/kindlich'. Ich war schon immer sehr brav, hielt sich an alles und habe nie Mist gebaut oder experimentiert. Ebenso hatte ich auch so ein Umfeld, wo nur eine vom Freundeskreis bisschen 'experimentierte', sie mich aber mit in Ruhe ließ, als ich ihr sagte, ich möchte das nicht. Ich war einfach mental überhaupt nicht soweit.

    Als ich 14 war, war ich auf Klassenfahrt und teilte mir mit paar Mädels und zwei Freundinnen ein Zimmer. Auch die Experimentierfreudige war dabei. Eines Nachts hatte ich bemerkt, wie die Experimentierfreudige zu der anderen Freundin ins Hochbett kletterte und sie sich einfach küssten. Ich habe das eher an den Geräuschen gehört. Ich war da erstmal irritiert, dachte mir aber 'schlaf einfach weiter'.
    Paar Tage später, wieder in der Nacht, kroch die andere Freundin, die letztens überrascht wurde zu mir und küsste mich einfach, während ich tief und fest am schlafen war. Ich wurde davon wach und war einfach nur schockiert. Ich hab sie auch direkt rausgeschmissen und wollte danach auch nichts mehr mit ihr zu tun haben. Der Moment hatte mich so verleiten lassen, dass ich um jede lesbische und bisexuelle Frau einen Bogen rum machte. Außer ich war nicht ihr Typ, dann war es für mich in Ordnung. Da habe ich ab den Zeitpunkt ganz fest geglaubt: Okay, wenn, dann bist du definitiv hetero.

    Dann ist das Thema für mich unter den Teppich gekehrt, also auch Thema Liebe generell, hab einfach mein Leben gelebt und die Zeit mit Freunden und meinen Hobbies verbracht. Zwischendurch war ich mal in nen Klassenkameraden verknallt, als ich 17 war, aber das war auch nur ne kurze Zeit, nach der Abfuhr in die Kumpelschiene ist das auch schnell wieder verflogen.

    Dann war gar nichts... erst mit 25, als ich da beschloss, mich optisch zu verändern (abnehmen) und mich einfach weiter zu entwickeln, finge ich auch langsam an, mich nach Herrschaften umzusehen. Frauen hatte ich null auf den Schirm. Für mich war es immer selbstverständlich, Hetero zu sein. Deswegen haben mich Frauen nicht interessiert. Nachdem ich die ehemaligen falschen Freundinnen von früher auch aussortierte, habe ich mir einen größtenteils männlichen Freundeskreis aufgebaut, da ich einfach kein Gefühl von Neid, Missgunst und Intrigen vernahm wie bei den ehemaligen Freundinnen. Sie sind immer sehr geradlinig und ehrlich, die guten Männer. Wenn auch etwas pubertär, wenn sie über Frauen reden, aber meist bin ich da nur stille Zuhörerin und wie Männer unter sich meist über andere Frauen reden ist manchmal schon ganz witzig.

    Jedenfalls gabs hier und da mit Männern ein Date, eher selten, kam aber vor, es wurde nichts draus, es fing an mich zu nerven und dann habe ich es nach einem halben Jahr sein gelassen und mir gesagt: Egal, der richtige Zeitpunkt kommt schon von alleine, fokussiere dich auf dich und deine Ziele, das macht dich happy.

    Und dann hatte ich wirklich die perfekte Phase in meinem Leben, wo einfach alles glatt lief, ich glücklich und zufrieden mit mir selber geworden bin und auch eigentlich niemanden wirklich gebraucht hätte.

    Und genau zu dem Zeitpunkt lernte ich meinen Freund durch einen gemeinsamen Kumpel kennen, der für sich genau in der gleichen Position befand: Glücklich mit sich selbst, nicht auf der Suche.
    Dennoch fand man schnell Interesse füreinander, es dauerte auch nicht lange, bis wir merkten, wie stark unsere Gefühle füreinander schon waren und kamen auch schnell zusammen. Die Beziehung mit ihm ist auch wirklich wunderschön und es ist wirklich das Sahnehäubchen zu meinem Glück. :)

    Bis ich mit meinem Freund meine ersten Erfahrungen machte, war ich doch extrem konservativ und man kann schon sagen 'verklemmt'. Als ich mit ihm zusammenkam, war ich dabei, meine verklemmten Ansichten 'niederzustrecken', aber sehr konservativ bin ich noch immer - zumindest was mich betrifft. Was andere machen, habe ich mich immer raus gehalten. So extrem neugierig wie ich bin, habe ich ihn auch nach seinem Liebesleben ausgefragt. Er ist, was das Sexuelle angeht, das komplette Gegenteil von mir. Er übte sich bereits in der Pubertät ausgiebig aus, hatte sehr viel erlebt, mitgemacht... er erzählte mir auch, dass er eine bisexuelle Freundin hatte. Und nein, das störte ihn nicht. Im Gegenteil, er fand das schon toll, als die damalige Freundin auf ihn zukam und von sich auch einen Dreier vorschlug (2 Frauen und 1 Mann) und dem war er nicht abgeneigt. Das mochte er auch sehr. Im selben Atemzug sagte er aber, dass ich mich niemals gezwungen fühlen sollte, das für ihn zu machen. Ich hab mich auch nicht gezwungen gefühlt, ich hab ihn schließlich neugierig ausgefragt und er hat mir alles Mögliche eben erzählt.

    Jedenfalls fing ich da wieder an, zu überlegen, erst recht, als er in einem anderen Gespräch zwischen uns einen Witz einwarf nach dem Motto 'von wegen, du bist nicht bisexuell!'... das Thema dazu ist jetzt nicht wichtig, allein diese Aussage hat mich dann ziemlich extrem ins Grübeln gebracht. Da kam mir die Idee mit dem Lesbenporno auf und dachte mir von wegen: 'Wenn dich das kalt lässt, bist du bestimmt hetero!' - nun... wie oben schon steht, trat genau das Andere auf.

    Und da fing es für mich an, belastend zu werden. ich habe nichts gegen bisexuelle, meine Mutter ist es auch und ich hab ihre Freundin als Kind schon herzlichst empfangen. Ich glaube, ich bin das toleranteste Kind ever gewesen, was meine Mutter je haben konnte, meine Schwester und das restliche Umfeld blieb verhaltener. Dennoch weiß ich noch, wie sehr sie damit zu kämpfen hatte und Angst hatte, wie ihr Umfeld darauf reagiert, bis heute wissen ihre Kolleginnen nichts davon aus Angst und Spott. Sie ist eben aus einem Jahrgang, wo man noch extrem konservativ aufgewachsen ist (nicht religiös, rein konservativ) und auch ich habe diese Erziehung und Einstellung mitbekommen. Noch darüber hinaus hatte mein Vater damals ziemlich schlecht darauf reagiert und Beleidigungen ihr an den Kopf geworfen, die ich hier nicht aufschreiben werde. Er hat ihre Sexualität gänzlich verunglimpft und in den Dreck gezogen. Das ging alles so weit, dass es bis vor Gericht endete.

    Ich fühle mich einfach schlecht mit dem Gedanken, vllt wirklich bi zu sein. Ich habe das Gefühl, mich selber damit zu enttäuschen... es ist schwer, das zu erklären. Ich hatte einfach einen geraden, strikten Weg vor Augen, wie mein Leben ablaufen würde und dann kommen solche Fantasien mit anderen Frauen, obwohl ich immer glaubte, das gäbe es bei mir niemals... gestern habe ich allen Mut aufgebracht, um das meinem Freund zu 'beichten' und ganz anders als mein Vater hatte er sehr positiv reagiert. Und mir abermals bestätigt, dass ich weiterhin für ihn die perfekte Frau in seinen Augen bin und er mich über alles liebt. Er ist so ein lieber, toller Mann.

    Er sagte mir aber auch, dass er jede Frau, die er kannte, so eine 'Phase' im Leben hatte, mit anderen Frauen romantisch und/oder sexuell zu interagieren. Bei einigen war es bei einer Phase geblieben, bei anderen war das dann sicher, dass es wohl künftig so blieb...

    Nur... wie soll ich für mich herausfinden, ob es mehr als eine Phase oder Spinnerei/Einbildung ist? Wie soll ich überhaupt damit umgehen, wie kann ich damit vor der Familie auftreten? Mir fiel es bei meinem Freund schon extrem schwer überhaupt meine Unsicherheiten diesbezüglich zu erklären. Vor allem, weil ich zuvor immer so selbstverständlich sagte: 'ich bin hetero'. Er meinte gestern auch, dass er von meinem 'plötzlichen' Wandel positiv überrascht war und eher nicht mit rechnete.

    Wann und wie habt ihr Bi-Damen denn herausgefunden, dass ihr Bi seid? Wie konntet ihr es von einer Phase etc. unterscheiden? Wie seid ihr damit umgegangen? Fiel es euch leicht oder eher schwer? Wie hat eure Familie und euer Umfeld darauf reagiert?
    Was würdet ihr mir raten? Ich bin für jeden Tipp dankbar!

    Und sorry, dass es so ein Roman geworden ist!

  2. Moderation

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Guten Tag Sihena,

    danke für deine ausführliche Schilderung
    Ich finde gut, dass Du so viel Mühe verwendet hast; das ist doch mal ganz was anderes, als einfach mal einen Satz mit einer allumfassenden Frage "hereinzurufen" und auf Antworten zu hoffen.

    Ich frage mich immer: wozu werden überhaupt diese Schubladen benötigt?
    In einem dänischen Buch über "Sex im Grenzbereich" (nein, nicht zwischen zwei Staaten, sondern dabei ging es überwiegend um Homosexualität, sich also abgrenzen von einer Hetero-Sexualität).

    Auch da wurde das Thema "Schubladen" angesprochen und diese spielen wohl auch in Dänemark eine Rolle.
    Das Abweichen von der "eigentlichen " Schublade wurde ebenso diskutiert wie die Einstufung und Festschreibung von außen: "Nein, Du kannst keine 'richte Lesbe' sein, ich habe Dich doch neulich mit einem Mann im XYZ-Lokal gesehen...".

    Dir sollte des darum gehen, was DU möchtest und ausprobieren willst.
    Dazu brauchst Du keine Schubladen! Du musst Dich auch nicht gleich festlegen. Es ist doch "privat"; es sei denn, Du möchtest als Aktivistin unterwegs sein oder würdest es für Dich brauchen.

    Du solltest Dich weder von Deinem Freund zu irgendetwas drängen lassen noch Dir selbst Schranken auferlegen. Es würde nicht auf Deiner Stirn stehen, wenn Du wirklich mal mit einer Frau...
    Die Begeisterung Deines Freundes würde allerdings verschwinden, wenn Du vielleicht auf den "Geschmack kommst" (das ist jetzt nicht anzüglich gemeint ).

    Der RBB startet im Frühsommer wieder seine QUEER-Reihe mit ganz ansprechenden Filmen:
    https://www.rbb-online.de/unternehmen/presse/presseinformationen/programm/2020/06/20200618_rbb_QUEER_Staffel_3.html

    Mit dabei ist : "La belle saison – Eine Sommerliebe" (Originaltitel: "La belle saison"), Frankreich/Belgien 2015, ein Film, der in meinen Augen sehr schön beschreibt, was "Frauenliebe" ausmachen kann.
    Auch mögliche familiäre und gesellschaftliche Widerstände werden schön herausgearbeitet.

    Herzliche Grüße
    Anne
    Wir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben!

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Zitat Zitat von cpeg Beitrag anzeigen
    Guten Tag Sihena,

    danke für deine ausführliche Schilderung
    Ich finde gut, dass Du so viel Mühe verwendet hast; das ist doch mal ganz was anderes, als einfach mal einen Satz mit einer allumfassenden Frage "hereinzurufen" und auf Antworten zu hoffen.

    Ich frage mich immer: wozu werden überhaupt diese Schubladen benötigt?
    In einem dänischen Buch über "Sex im Grenzbereich" (nein, nicht zwischen zwei Staaten, sondern dabei ging es überwiegend um Homosexualität, sich also abgrenzen von einer Hetero-Sexualität).

    Auch da wurde das Thema "Schubladen" angesprochen und diese spielen wohl auch in Dänemark eine Rolle.
    Das Abweichen von der "eigentlichen " Schublade wurde ebenso diskutiert wie die Einstufung und Festschreibung von außen: "Nein, Du kannst keine 'richte Lesbe' sein, ich habe Dich doch neulich mit einem Mann im XYZ-Lokal gesehen...".

    Dir sollte des darum gehen, was DU möchtest und ausprobieren willst.
    Dazu brauchst Du keine Schubladen! Du musst Dich auch nicht gleich festlegen. Es ist doch "privat"; es sei denn, Du möchtest als Aktivistin unterwegs sein oder würdest es für Dich brauchen.

    Du solltest Dich weder von Deinem Freund zu irgendetwas drängen lassen noch Dir selbst Schranken auferlegen. Es würde nicht auf Deiner Stirn stehen, wenn Du wirklich mal mit einer Frau...
    Die Begeisterung Deines Freundes würde allerdings verschwinden, wenn Du vielleicht auf den "Geschmack kommst" (das ist jetzt nicht anzüglich gemeint ).

    Der RBB startet im Frühsommer wieder seine QUEER-Reihe mit ganz ansprechenden Filmen:
    https://www.rbb-online.de/unternehmen/presse/presseinformationen/programm/2020/06/20200618_rbb_QUEER_Staffel_3.html

    Mit dabei ist : "La belle saison – Eine Sommerliebe" (Originaltitel: "La belle saison"), Frankreich/Belgien 2015, ein Film, der in meinen Augen sehr schön beschreibt, was "Frauenliebe" ausmachen kann.
    Auch mögliche familiäre und gesellschaftliche Widerstände werden schön herausgearbeitet.

    Herzliche Grüße
    Anne
    Danke für deine Antwort :)

    Also mein Freund würde das überhaupt nicht stören, im Gegenteil. Ihm gefällt es sogar eher, er hatte ja auch mal eine Bisexuelle Freundin, die auch was mit einer anderen Frau hatte (und ihn auch manchmal mit eingebunden hatte). Ihn würde es eher stören, wenn es ein anderer Mann wäre, aber da muss er sich keine Sorgen machen, andere Männer interessieren mich nicht. Ebenso drängt er mich auch zu nichts. Er hatte mich nie diesbezüglich zu etwas gefragt oder gedrängt. Jetzt, wo ich ihm alles offenbart habe, was meine Gedanken etc. dazu sind, reden wir viel und offen darüber, aber auch, weil ich es einfach derzeit brauche, also mich drüber auslassen und ausquatschen zu können. Und das stört ihn wie gesagt nicht.

    Ich muss ehrlich sagen: Ich brauche dieses Schubladeneinsortieren aber. Damit ich mich selber definieren kann.

    Und wenn ich wirklich bi wäre, würde ich daraus auch kein Geheimnis machen wollen... ich müsste lernen, es zu akzeptieren und es zu verheimlichen wäre absolut falsch. Offen dazu zu stehen ist der richtige Weg. Ob man mir das ansehen würde? Denke ich auch nicht, zumindest entspreche ich optisch keinem unsinnigen Vorurteilsklischee...

    Danke für die Filmtipps! :)

  4. Moderation

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Guten Abend Sihena,

    "frei machen" wäre sicherlich das Beste, frei machen von schlechten Gefühlen und frei machen (in einem gewissen Sinne) von den Gedanken und Fantasien Deines Partners.
    Auch als Moderatorinnen sollen wir nicht "crossposting" betreiben.
    Deshalbe will ich nur kurz ansprechen, dass auch in Deinem anderen Thema anklingt, dass erst einmal "Selbsterfahrung" gut und wichtig wäre.

    Dabei wünsche ich Dir gutes Forschen und Erfahren.
    Ob es "bi-neugierig" oder Einbildung ist, das wird sich dann schon herausstellen

    Gruß
    Anne
    Wir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben!

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Zitat Zitat von Sihena Beitrag anzeigen
    Und wenn ich wirklich bi wäre, würde ich daraus auch kein Geheimnis machen wollen... ich müsste lernen, es zu akzeptieren und es zu verheimlichen wäre absolut falsch. Offen dazu zu stehen ist der richtige Weg. Ob man mir das ansehen würde?
    Stell dir mal vor, du lebtest in einer Gesellschaft, in der deine sexuellen Vorlieben niemanden interessieren würden! In der es absolut egal wäre, ob du montags auf alte Männer, dienstags auf junge Frauen, mittwochs auf junge Bimänner etc .... stehen würdest ....

    "verheimlichen" … "es mir ansehen", Himmel du hast doch keine Bi-Pickel! Es ist vollkommen egal, ob es eine Phase ist oder für immer.

    Die Schubladen sind nicht natürlichen Ursprungs. Denk mal darüber nach!
    Und hiermit küre auch ich die Verlogenheit des Jahrzehnts:

    "Hallo, schön dass Sie da sind!..."

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Zitat Zitat von Rotweinliebhaberin Beitrag anzeigen
    Stell dir mal vor, du lebtest in einer Gesellschaft, in der deine sexuellen Vorlieben niemanden interessieren würden! In der es absolut egal wäre, ob du montags auf alte Männer, dienstags auf junge Frauen, mittwochs auf junge Bimänner etc .... stehen würdest ....

    "verheimlichen" … "es mir ansehen", Himmel du hast doch keine Bi-Pickel! Es ist vollkommen egal, ob es eine Phase ist oder für immer.

    Die Schubladen sind nicht natürlichen Ursprungs. Denk mal darüber nach!
    Nun es ist aber nicht so, dass wir uns in einer völlig vorurteilsfreien Gesellschaft bewegen, wo es jedem ach so wenig interessiert. Im Nachhinein gibt jeder seinen Senf zu irgendetwas, was einem weder interessieren noch angehen würde. Das habe ich allein an anderen Themen zu Genüge erfahren.

    Nicht offen dazu stehen und es zu verheimlichen ist schlecht für einen selbst. In meiner Familie ist jemand bisexuell und sie schämt sich heute noch so sehr dafür, dass sie niemals will, dass es irgendwie nach draußen unter die Leute hervor dringt. Und mit so was zu leben, mich so einer Angst und Furcht ist doch furchtbar.

    Es ist übrigens auch nicht sehr hilfreich, einfach eine rhetorische Frage, die ich bereits selbst beantwortet zu habe, rauszunehmen und daraus deinen Senf dazuzugeben, was nicht mal von Nöten ist - da haben wir wieder ein Beispiel, was ich oben meinte.

    Mir ist es übrigens absolut nicht egal ob das eine Phase ist oder für immer. Es zermürbt mich und ich muss einfach die Gewissheit haben.

    Es ist ja schön und gut, dass es für dich uninteressant ist, aber du steckst ja auch nicht in meiner Haut und empfindest auch zu dem Thema nicht so wie ich. Das hilft mir auch nicht weiter...

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Zitat Zitat von Sihena Beitrag anzeigen
    In meiner Familie ist jemand bisexuell und sie schämt sich heute noch so sehr dafür, dass sie niemals will, dass es irgendwie nach draußen unter die Leute hervor dringt.
    Das meine ich damit! Das ist doch schrecklich! Und wir leben nicht mehr in den 50er-Jahren, da hat sich seitdem schon gewaltig was getan.

    Zitat Zitat von Sihena Beitrag anzeigen
    Es ist übrigens auch nicht sehr hilfreich, einfach eine rhetorische Frage, die ich bereits selbst beantwortet zu habe, rauszunehmen und daraus deinen Senf dazuzugeben
    Ja dann vergiss es.
    Und hiermit küre auch ich die Verlogenheit des Jahrzehnts:

    "Hallo, schön dass Sie da sind!..."

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Zitat Zitat von Rotweinliebhaberin Beitrag anzeigen
    Das meine ich damit! Das ist doch schrecklich! Und wir leben nicht mehr in den 50er-Jahren, da hat sich seitdem schon gewaltig was getan.
    Das hat doch damit nichts zu tun, in welcher Zeit wir leben. Ich bin einfach konservativ aufgewachsen und auch in der heutigen Zeit gibt es das noch.
    Das ist dann auch ein besonders großer Schritt. Von 'sich es selber einzugestehen' bis hin zu 'es offen zu zeigen und auszuleben'. Und z.Z. stecke ich in dem Problem, dass ich es irgendwie weiß, dass da was sein könnte, es aber nicht ganz wahr haben will und dann auch nicht mal sicher bin, ob ich es wirklich bin oder 'nur' eine Neugierde bzw. Ausprobierphase, da ich mich bis heute nie wirklich ausgetobt habe bzw. kürzlich erst angefangen habe, mich mehr mit mir selber im sexuellen Sinne auseinanderzusetzen...

    Das kannst du nicht mit Leuten vergleichen, für die das alles selbstverständlich und kein Problem ist.

    Ich will auch nicht darüber hin und her diskutieren, ich hatte einfach gehofft, dass hier und da paar Tipps kommen oder jemand vllt mir Erfahrungsberichte mitteilen kann, mit mir drüber austauschen will etc.

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    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Hallo Sihena,

    ich finde es mutig, dass du dein Thema hier gepostet hast, denn schon aus den wenigen Beiträgen springt es mich förmlich an, wie sehr dich das alles verunsichert.

    Zitat Zitat von Sihena Beitrag anzeigen
    Ich muss ehrlich sagen: Ich brauche dieses Schubladeneinsortieren aber. Damit ich mich selber definieren kann.
    Das finde ich sehr schade. Ich kann es nachvollziehen, es gibt ein Stück weit Sicherheit, wenn man sich selbst einer "Gruppe" zuordnen kann. Aber um dich selbst zu definieren, egal in welchem Bereich, braucht es keine Schubladen. Ganz im Gegenteil. Du darfst Sihena sein, und Sihena ist so und so, und so nicht.

    Vielleicht hilft es dir für eine Loslösung vom Schubladendenken mal zu überlegen, was so eine Schublade für dich bedeutet. Was verändert sich für dich, wenn du dich selbst in der Schublade "hetero" siehst? Was ist anders, wenn du in die Schublade "Bi" wechselst? Bist du dann tatsächlich ein anderer Mensch, eine andere Sihena?


    Zitat Zitat von Sihena Beitrag anzeigen
    Und wenn ich wirklich bi wäre, würde ich daraus auch kein Geheimnis machen wollen... ich müsste lernen, es zu akzeptieren und es zu verheimlichen wäre absolut falsch. Offen dazu zu stehen ist der richtige Weg. Ob man mir das ansehen würde? Denke ich auch nicht, zumindest entspreche ich optisch keinem unsinnigen Vorurteilsklischee...
    Ganz ehrlich... bist du bisher mit einem Schild "hetero" durch die Welt spaziert? Ich vermute mal nicht. Warum solltest du das tun, wenn deine Sexualität sich nun möglicherweise verändert?
    Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, dass ich meine Sexualität verheimlichen muss, noch dass ich sie anderen auf die Nase binde.
    Bei Freunden und wenn sich gerade ein offenes Gespräch ergibt, dann gehe ich mit meiner Sexualität ganz offen um. Aber ansonsten ist das meine Privat-Sache, die keinen weiter zu interessieren hat. Und das ist völlig unabhängig davon, WIE genau ich meine Sexualität nun lebe...


    Zitat Zitat von Sihena Beitrag anzeigen
    Mir ist es übrigens absolut nicht egal ob das eine Phase ist oder für immer. Es zermürbt mich und ich muss einfach die Gewissheit haben.
    Rotweinliebhaberin hat das vielleicht etwas direkt ausgedrückt, aber ich kann ihr nur zustimmen: es ist egal, ob es eine Phase oder für immer ist.
    Weil: Sexualität lebt, ist beweglich und ändert sich. Das ist nichts statisches.
    Deswegen passt sie auch so schlecht in eine Schublade. Da wäre so viel zu tun, um immer wieder die Schublade zu ändern

    Weil du nach Erfahrungen fragst: Ich habe z.B. mit meinem Ex eine Spielart sehr vertieft und wir hatten fast ausschliesslich diese Art von Sex. Das war absolut mein Ding. Nach der Trennung war ich erstmal Single und da hat diese Art für mich nicht gepasst. Mit meinem jetzigen Partner habe ich diese Art von Sex ebenfalls nicht, und ich vermisse es überhaupt nicht.
    Ich bin aber noch genauso Ich. Aber Bedürfnisse und Vorlieben ändern sich einfach immer mal wieder, manchmal auch abhängig vom Partner.
    Eine Gewissheit, so ist das und so bleibt das jetzt, die gibt es nicht. Und wenn, schränkt sie dich einfach nur furchtbar ein.

    Ich wünsche dir, dass du dich von diesen Gedanken und dieser Einstellung trennen kannst!

    Zum Thema Bi an sich:
    Ich finde es schön, dass du mit deinem Freund offen reden kannst. Auch ich kenne deinen anderen Strang vom lesen und schliesse mich cpeg da an: Selbsterfahrung ist glaube ich ganz wichtig für dich.
    Wenn es dich antörnt, dann schau dir weiter Lesbenpornos an. Lass die Geilheit zu, wenn sie kommt, und geniesse die Gedanken. Vielleicht kommt dabei der Wunsch, dich selbst zu berühren und zu befrieden auch von ganz alleine.

    Lass das Thema sich entwickeln. Da gibt's nix zu zerdenken. Und wenn du dann noch mehr Lust auf eine Frau bekommst, dann sprich mit deinem Freund. Er scheint da ja recht offen zu sein. Probiere es aus, alleine oder mit deinem Freund gemeinsam. Wenn es dir Spass macht, dann mach weiter. Wenn nicht, dann lass es.
    “I'm selfish, impatient and a little insecure.
    I make mistakes, I am out of control and at times hard to handle.
    But if you can't handle me at my worst,
    then you sure as hell don't deserve me at my best.”

    Marilyn Monroe

  10. User Info Menu

    AW: Bin ich Bisexuell oder Bi-neugierig oder ist es Einbildung? Hilfe?

    Zitat Zitat von TheNewbie Beitrag anzeigen
    Rotweinliebhaberin hat das vielleicht etwas direkt ausgedrückt, aber ich kann ihr nur zustimmen: es ist egal, ob es eine Phase oder für immer ist.
    Weil: Sexualität lebt, ist beweglich und ändert sich. Das ist nichts statisches.
    Ja, Newbie, das stimmt – ich bin immer etwas direkt und manchmal plump und vergesse, dass nicht alle Menschen frei von inneren Zwängen sind!!!

    Ich wollte auf eine Welt zeigen, die es auch gibt, ohne Schubladen, ohne Etiketten. Ich habe einige Freunde, die schwul, lesbisch oder irgendwo zwischen eindeutigen Zuweisungen pendeln und leben und das genauso natürlich und nicht weiter nach außen demonstrierend wie meine Heterofreundinnen. OK, mag daran liegen, dass wir in einer großen Stadt leben.

    Warum soll hetero normaler sein als malsomalso? Nur weil es mehr sind? Sind es überhaupt mehr? Und dann: wen geht meine sexuelle Vorliebe was an? NIEMAND.

    *stärk stärk*
    Und hiermit küre auch ich die Verlogenheit des Jahrzehnts:

    "Hallo, schön dass Sie da sind!..."

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