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  1. Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
    Registriert seit
    23.04.2003
    Beiträge
    9.711

    Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Liebe Userinnen, liebe User,

    Dieser Frage ging Ariane Heimbach für ihren BRIGITTE-Report über Lesben und Schwule in Deutschland nach. Das ist doch alles kein Problem mehr, hatte sie sich gedacht, bevor sie mit den ersten von 20 Interviews begann. Und war geschockt und berührt von den Geschichten, die sie zu hören bekam.

    Denn normal ist Homosexualität in unserem Land noch lange nicht. Schwule und Lesben werden immer noch am Arbeitsplatz ausgegrenzt, von Mitschülern verlacht, in der Familie unterdrückt.

    Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie gehen Sie mit Diskriminierung um?

    Viele Grüße

    Ihr Brigitte.de-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.


  2. Registriert seit
    18.02.2007
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    12

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hallo,
    also bei mir ist das so,bei Menschen die mich deswegen nicht mehr beachten , oder die plötzlich angst haben ich greife sie an oder die Ihre Kinder von mir fern halten - bei denen kannst Du auch nichts verständlich machen.Von diesen wende ich mich eben ab.Sehr sehr wenige kommen damit klar.
    Menschen mit denen ich ein super Verhältnis hatte , wir alle Sorgen und Nöte geteilt haben und die schönsten Urlaube miteinander hatten,diese waren dann wie geschockt , wenn sie von meiner Art zu leben erfahren haben.Diese Menschen sind heute weit weg!!!Ich hatte schon einmal einen Chef,der sagte wenn ich merke dass zwischen denen was läuft,schmeiss ich beide raus!!!Tja.Das ist die Mehrzahl.
    Aber es gibt auch erfreuliches.
    Ich habe eine feste Frauen-freundesgruppe die sind sowas von Hetro und die lassen mich nie spüren dass sie ein Problem hätten , ich habe auch zu deren Kinder ein gutes Verhältnis.Meine Familie weiss bis auf meinen jüngsten Bruder nichts davon.Ich könnte mir ihre Reaktion vorstellen!!Ich lebe im Moment ohne Partnerin , schon dass ist ja in unserer Gesellschaft ein Fragezeichen.Mir tut es weh , denn ich habe mir das nicht ausgesucht so veranlagt zu sein.Und doch finde ich es das schönste - denn ich habe auch vergleiche zu anderen Partnerschaften mit Männern.Jeder so wie er mag und das sollte auch jeder vom anderen akzeptieren.
    Seit gegrüßt

  3. Avatar von Kobold
    Registriert seit
    17.05.2006
    Beiträge
    19.521

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hallo!!!

    Mit meiner Familie habe ich Null Kontakt. Viele sogenannte Freunde haben sich abgewandt. Die, die geblieben sind, mit denen verstehe ich mich zwar ganz gut, aber wenn ich Liebeskummer habe, wie grade jetzt, wo meine Partnerin sich getrennt hat, ist null Verständis da. Ich kann mich nicht bei ihnen ausheulen ect.

    Mit den Müttern, die ich durch die Schule meiner Kinder kenne, komme ich gut klar, auch mit denen, die wissen, das ich lesbisch bin, aber in dem Moment wo das ihre Männer erfahren, ist meist Kontaktsperre. Die lassen sich dann von ihren Männer unter Druck setzten, dadurch ist eine angehende Freundschaft leider schon kaputt gegangen.

    In meinem Beruf ist es am Besten, das man gar nichts sagt. Einige haben es mir auf den Kopf zugesagt, da war es auch okay, aber bei den anderen sage ich nichts. Ich habe viel mit Kunden zu tun, da wäre ich dauernd blöden Anmache ausgesetzt.

    Ich verschweige es nicht, aber trage es auch nciht auf nem Pappschild um Hals.
    Schwester von Nuubi, Aircraft, Monsterpüppi, Hibi, Nori und Zora

    Wurde durch die erlauchte "Frau von Nuubi" in den Adelsstand erhoben und bin nun eine "Frau von Kobold"


  4. Registriert seit
    26.02.2007
    Beiträge
    1

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hallo,
    ich muss sagen, früher in der Schule konnte ich mich nicht outen, hätte ich es getan, dann hätte es nicht lange gedauert bis meine Mitschüler mich in Krankenhaus geprügelt hätten. Später auf dem Gymnasium konnte ich nur meiner besten Freundin dort sagen, dass ich Schwul bin, jetzt auf der Uni brauche ich mich nicht mehr zu verstecken, Studenten sind meist sehr tolerant. Und die anderen meiden einen wohl. Aber wozu gibt es auch das Schwulenreferat an der Universität?!

    Im Beruf lasse ich es lieber bleiben, auch wenn das Arbeitsklima ganz gut ist, bezweifle ich ernsthaft, dass es noch so gut wäre wenn meine Kollegen dort wüssten dass ich Schwul bin.

    Privat habe ich es da besser. Meine Eltern sind sehr tolerant, meine Mutter hatte zwar ein paar kleine Probleme am Anfang, weil sie schlicht keine Erfahrung mit Homosexualität hatte, aber jetzt ist es normal. Zumal auch mein Bruder schwul ist. Mein Vater hat sich einfach ganz praktisch ein paar Bücher geholt um sich ein wenig in das Thema Homosexualität einzuführen.

    Mein Freundeskreis hat sich zwar bislang aufgelöst, aber das nicht weil ich Schwul bin, sondern weil alle aus meiner Jugend mindestens 100 und mehr Km weit weg studieren oder arbeiten. Die Freunde die nicht weggezogen sind, die sind auch noch weiterhin meine Freunde.

    Was die Diskriminierung angeht kann ich, zum Glück, nur sagen, dass ich bisher noch kein Opfer geworden bin! Was vielleicht auch daran liegt, dass mich Jeder für eine Hete hält.

  5. Inaktiver User

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Zitat Zitat von Nandus
    Was vielleicht auch daran liegt, dass mich Jeder für eine Hete hält.
    Geht mir auch so. Weil ich lange eine war und weil ich jetzt auch keine Lust habe, mich einem lesbischen Schönheitsideal anzupassen und feminine Kleidung in die Mottenkiste zu verbannen. Meine Freunde wissen alle Bescheid und haben super reagiert: Nämlich gar nicht. Sie alle haben mir zu verstehen gegeben, dass ich für sie nicht anders bin als vorher und es ihnen egal ist, ob ich mein Herz an einen Mann oder eine Frau verschenke (solange ich es überhaupt verschenke, sprich lieben kann). Meine Familie weiß nichts. Meine Eltern würden sicher daran verzweifeln, dass sie etwas falsch gemacht haben und mich wie eine Kranke behandeln. Glaube ich jedenfalls. Momentan fehlt mir jedenfalls der Mut, es ihnen zu sagen. Vielleicht irgendwann mal. Und wenn nicht, ist auch nicht schlimm, sie nehmen an meinem Leben sowieso kaum Anteil, warum sollen sie es an meinem Liebesleben tun.


  6. Registriert seit
    02.03.2007
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    1

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    PROTEST: Mir fehlen die Worte.
    Meine Lebensgefährtin und ich haben gerade den Artikel in der Brigitte gelesen und sind entsetzt.

    Wo bleibt das Rückgrat, das heute generell in unserer Gesellschaft vorhanden sein sollte? Wo bleibt die Selbstverständlichkeit, einfach zu leben? Und vor allen Dingen, warum um Himmels Willen, lassen sich (viele? - kann´s nicht glauben!) lesbische Frauen, (laut Artikel und offenbar diesem Forum) darauf ein, von IRGENDWEM auf die sexuelle Orientierung reduziert zu werden? Ist das etwa maßgeblich für die Arbeit, die ich tagtäglich vollende? Würde ich meinen Job besser tun, wenn ich nicht lesbisch wäre? Wäre ich netter, wenn ich keine Orgasmen mit meiner Frau, sondern mit irgendeinem Mann hätte?
    Ich wehre mich ganz entschieden dagegen, hinzunehmen das viele "vom Anderen Ufer" so denken. Wir leben offen, verstecken uns vor keinem und wer ehrlich fragt, bekommt ehrliche Antworten. Unser schwul/lesbischer Freundeskreis macht ausnahmslos kein Geheimnis aus der sexuellen Orientierung und ja, natürlich gibt es auch Probleme...(..Akzeptanz der Eltern, Freunde oder auch Arbeitskollegen) aber, je mehr mann/frau über die Probleme redet, desto näher rückt mann/frau einer Akzeptanz. Und mal ganz ehrlich: Jeder, der mich nicht so liebt, wie ich bin, hat mich noch nie geliebt, sondern nur seine Vorstellung meiner Person, die nicht ICH bin.

    Ich wünsche allen einen schönen Abend und ein schönes Wochenende.

    Grüße Andrea und Chantal


  7. Registriert seit
    02.03.2007
    Beiträge
    3

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Also, ich bin 18 jahre alt, lesbisch und habe vor vier jahren mein outing begonnen. ich lebe in einer kleinstadt in baden-württemberg. an der schule, es war in der neunten klasse (gymnasium), gab es eigentlich weniger probleme. ich habe es einfach nicht beachtet, wenn mir jemand krumm kam und dann wurde es von den meisten wirklich akzeptiert. zumindest mal toleriert. meine mutter weiß es schon seit ein paar jahren, will es aber nicht wahr haben und glaubt immernoch an meine heilung :-). ganz im gegensatz mein vater. er akzeptiert es und damit ist die sache für ihn gegessen.
    das größte problem habe ich in der liebe an sich, was aber weniger daran liegt, dass ich lesbisch bin. der grund ist, dass ich mich immer in lehrerinnen verliebe und es somit einfach nicht klappen kann :-)
    mit einer freundin habe ich eine kontaktstelle für schwule, lesbische und bisexuelle jugendliche gegründet, die hilfe anbietet. bis jetzt haben sich noch nicht viele gemeldet, aber das wichtigste ist ohnehin, dass es überhaupt eine stütze für jugendliche gibt, die bei bedarf zur verfügung steht. ich denke immer, dass ich mich vor einigen jahren sehr über solch eine möglichkeit gefreut hätte und ich wohl dem strudel der selbstverletzung, innerer einsamkeit und allgemeiner angst entgangen wäre. meine vergangenheit kann ich nicht ändern, allerdings kann ich dafür sorgen, dass es anderen besser gehen kann! :-) und dafür werde ich mich einsetzen!

    maggie


  8. Registriert seit
    02.03.2007
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    3

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    da geb ich euch vollkommen recht :-) wir sagen ja auch nicht: du bist hetero, du bist schlechter als wir! das sollte man sich mal erlauben... :-)


  9. Registriert seit
    02.03.2007
    Beiträge
    3

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Zitat Zitat von nurMut
    Ist das etwa maßgeblich für die Arbeit, die ich tagtäglich vollende? Würde ich meinen Job besser tun, wenn ich nicht lesbisch wäre? Wäre ich netter, wenn ich keine Orgasmen mit meiner Frau, sondern mit irgendeinem Mann hätte?(...) Und mal ganz ehrlich: Jeder, der mich nicht so liebt, wie ich bin, hat mich noch nie geliebt, sondern nur seine Vorstellung meiner Person, die nicht ICH bin.
    da geb ich euch vollkommen recht :-) wir sagen ja auch nicht: du bist hetero, du bist schlechter als wir! das sollte man sich mal erlauben... :-)

  10. Inaktiver User

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Zitat Zitat von maggie-michelle
    da geb ich euch vollkommen recht :-) wir sagen ja auch nicht: du bist hetero, du bist schlechter als wir! das sollte man sich mal erlauben... :-)
    Na, also, das stimmt so leider nicht.
    Die Intoleranz ist auf beiden Seiten gleich.
    Mir sind durchaus schon lesbische Frauen begegnet, die auf Heteras herabsehen, weil diese sich mit dem "Feindbild" Mann einlassen ("Sie ist ja "nur" ne Hete!").

    Oder Lesben, die Bi-Frauen nicht tolerieren, weil sie sagen, das sei weder Fisch noch Fleisch, und sie "verraten" das Ideal der Frauenliebe.

    Ob man solch beschränkte Gemüter ernst nehmen muss, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

    Es ist halt das typische "Wer nicht so lebt wie ich, der lebt falsch"-Denken.
    Geändert von Inaktiver User (03.03.2007 um 09:38 Uhr)

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