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  1. Registriert seit
    22.03.2007
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hallo Brittchen,
    bei Dir möchte ich mich ganz besonders für Deine Worte bedanken. Sie haben mir ein bisschen die Zweifel und Ängste genommen.
    Dein Lebensweg ist aber auch nicht gerade einfach gewesen. Aber auch Du hast scheinbar Eltern die Dich verstehen und Dich so lieben wie Du bist.
    Da Du selbst Mutter bist, kannst Du Deine Eltern sicherlich auch gut verstehen, welche Ängste sie haben. Unterstützung und Liebe braucht man in jeder Lebensform. Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin die Zufriedenheit, die man aus Deinen Zeilen erkennen kann.
    LG Steinbock07


  2. Registriert seit
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    383

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hi!

    Ich denk dass Homosexualität eine Vorliebe ist, ähnlich wie man z.B. bestimmte Haar- oder Augenfarben bevorzugt oder eine bestimmte Figur.

    Ich bin selbst nicht betroffen und glaube, dass es die Betroffenen selten so leicht wie Heteros haben.
    Ich erinnere mich an mutmaßliche Lesben damals in der Schule, die etwas ausgegrenzt wurden.

    Ich denke, dass nur unsichere Menschen über ,,Homos" lästern.
    Weil sie das evtl. nicht einorden können.
    Aber als Betroffener lebt man gesünder, wenn man drüber steht; denn das kann man wirklich tun.
    Das ist nix abnormales.
    Es gibt homosexuelle Tiere....Na und, das kratzt auch keinen...

    Viel schlimmer sind wohl diejenigen dran, die weder freundschaftlich noch sexuell Interesse an Berührungen haben (Asexualität? Bin mir nicht sicher) Denn die müssen erst mal ein passendes Gegenstück finden.
    Dann ist es meistens zu spät und man ist mindestens verliebt,
    schließlich fragt man sich ja beim ersten Date nicht:,,ey magst du es auch nicht berührt zu werden?"

    Schwacher Trost, aber immerhin...
    Viel Mut und Kraft allen Betroffenen

  3. gesperrt Avatar von maxima8
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    @Steinbock07

    Mit dem Verstecken meinte ich nicht, dass Eltern generell nicht das Beste für Ihr Kind möchten. Ich bezog das auf eine bestimmte Art des Jammers, den manche Eltern pflegen, die sich selbst nich eingestehen wollen, dass sie ganz banal lieber mit einem erfolgreichen und angepassten Kind vorstellig werden möchten.
    Ich habe schon bei so vielen Eltern schwuler Kinder dieses leichte Stocken erlebt. Diese Brüche in der Euphorie, wenn von dem Kind erzählt wird und Nachfragen nach Beziehungen oder Ehe kommen. Die Ausweichmanöver und das Verschweigen. Auch bei den ganz toleranten. Das sind keine Böswilligkeiten, sondern lediglich die Bereiche, an denen Eltern manchmal an ihre Grenzen kommen. Und es sind die Bereiche, an denen Eltern gerne anfangen sich selbst und andere zu belügen.

    Viele Eltern möchten ja tolerant sein. Sie möchten mit dem gleichen Glücksgefühl den Lover ihres Sohnes betrachten wie eine Loverin. Ich kenne kein einziges heterosexuelles Elternpaar, das nicht leiser tritt wenn es um das gesellschaftliche Outing geht.

    Du sagst, dass Dein Sohn wohl die Zeit gebraucht hat.
    Natürlich hat er das. Ein Kind, das noch in einer komplexen physischen und psychischen Abhängigkeit zu den Eltern steht, hat oft nicht die Kraft ein so enormes Risiko einzugehen, sich diese für ihn lebensnotwendige Zuneigung zu verscherzen.

    Es war also wohl erst ein Ablösungsprozess nötig, um genügend Selbstbewusstsein aufzubauen, damit ein eventueller Verlust nicht mehr sein gesamtes Fundament erschüttern konnte.

    Es wird einen Grund dafür geben, dass er diese Ängste hatte. Das kannst Du Dir anschauen oder auch nicht. Es hat aber garantiert auch etwas mit Deiner Haltung gegenüber Homosexuellen zu tun.

    Ich fordere keine Toleranz für Schwule und Lesben. Wozu?
    Es würde mir auch nicht im Traum einfallen Toleranz dafür einzufordern, dass ich nachts schlafen will. Ich fordere mein Recht und verleihe meiner Hoffnung Ausdruck, dass sich die Dummheit der Menschheit im Laufe der Zeit reduziert.
    Ich erwarte auch nicht von einem Rassisten Toleranz sondern, dass er aufhört Rassist zu sein. Ich bin nicht diejenige, die toleriert werden muss.

    Ich bringe aber sehr viel Toleranz gegenüber Eltern auf, die mit dem ganzen Müll an Vorurteilen gegenüber Homosexuellen aufgewachsen sind und ihren Job nicht so gut machen wie sie in machen sollten. Ich kann das sehr gut verstehen. Wir können alle nur innerhalb unserer Grenzen agieren und unsere Sozialisation funktioniert hervorragend. Aber wir leben in einer aufgekläreten Welt, da kann man irgendwann auch darüber nachdenken, was alle dies Vorurteile mit uns gemacht haben und was wir in welcher Form weiter geben. Z.B. An unsere Kinder.

    Ich weiß nicht, wo Du Verbitterung liest. Vielleicht kommt das daher, dass ich nicht das schreibe, was Du erwartest.

    Übrigens, wenn Du ein Problem mit dem Wort Schwul hast, dann solltest Du Dir vielleicht mal eine halbe Stunde Zeit nehmen und es in allen Tonlagen zu intonieren. Das ist sehr hilfreich. Mal laut und mal leise. Dein Sohn ist schwul und vielleicht schon jetzt oder auch erst später stolz, dass er sich so bezeichnen kann. Schwule haben diesen Begriff für sich zurück erobert. Jeder, der diesen Begriff positiv nutzt, prägt ihn mit und verändert damit auch den Klang den er in der Welt hat.

  4. Inaktiver User

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Wieso sollte man denn stolz darauf sein, sich als schwul zu bezeichnen?
    Man ist doch auch nicht stolz darauf, nachts zu schlafen.

  5. Avatar von Kraaf
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    23.692

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Du bist aber heute streng, Mediterranee.

    Darf, wer es geschafft hat, selbstbewusst mit seinem Schwulsein umzugehen, darauf auch ein wenig stolz sein? Ich meine, schon.

    Und ich selbst war z.B. auch ein wenig stolz, als sich einst ein Freund mir gegenüber als schwul outete und mir seinen bis dahin heimlich gehüteten Freund vorstellte.

    nettes Grüssle
    Kraaf
    .
    .
    .

  6. Inaktiver User

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hi Krääfchen,
    nee, das meine ich auch nicht. Ich denke nur, wenn Maxima ganz richtig sagt, dass sie keine Toleranz für Schwule und Lesben fordert, weil es einfach was ganz selbstverständliches sein sollte, dann wäre der Umkehrschluss, dass man selbst die eigene Homosexualität eben auch nicht wie eine Trophäe vor sich her tragen sollte. Ich denke, manche tun das aber. Und es ist genauso falsch.

    Das mit dem Selbstbewusstsein ist wieder ne andere Geschichte. Da gebe ich Dir Recht.

    nettes Grüssle ins Ländle
    Med.

  7. gesperrt Avatar von maxima8
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Zitat Zitat von Kraaf
    Du bist aber heute streng, Mediterranee.

    Darf, wer es geschafft hat, selbstbewusst mit seinem Schwulsein umzugehen, darauf auch ein wenig stolz sein? Ich meine, schon.

    Und ich selbst war z.B. auch ein wenig stolz, als sich einst ein Freund mir gegenüber als schwul outete und mir seinen bis dahin heimlich gehüteten Freund vorstellte.

    nettes Grüssle
    Kraaf
    Genau darum geht es natürlich. Stolz darauf zu sein, sich trotz aller Widerstände zu sich zu bekennen und nicht irgendwelche perversen Projektionen einer Gesellschaft zu adaptieren.


  8. Registriert seit
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Zitat Zitat von Habiba
    Ich war wirklich erstaunt wie viele noch Angst vor dem Outen haben. Anderereseits: in einer Gesellschaft, die Stempel aufdrückt, Schubladen öffnet überlegt man sich doch gut wieviel man davon haben will ( es ist nicht nur die Gesellschaft in diesem Land ). Ich habe in letzter Zeit oft gehört, ich sei feige, weil ich meinen Kids nicht sage, dass ich auch auf Frauen stehe.Ja das bin ich aus unterschiedlichen Gründen. Meinen Freunden gegenüber und auch meiner Mutter ( das hatte einen anderen tiefenpsychologischen Hintergrund;) habe ich mich geoutet. Meine Mutter dachte zunächst es sei eine heilbare Krankheit, wenn die Frau, die mein Herz in Stücke schnitt erst weg sei.Ich habe ihr gesagt, es gäbe vielleicht auch mal jemanden, der ne Transplantation macht.Freunde haben sehr liebevoll reagiert und sind auch noch Freunde. Im Job würde ich es nicht sagen, wenn mich jemand fragt, ehrlich sein. Ich habe gelernt, es als Teil von mir anzusehen und zu akzeptieren, so bin ich.Ich kann jeden verstehen, der sich nicht traut, aber es tut nicht gut sich dauerhaft zu verstecken.
    Erschrecken tun mich immer wieder Schwulenwitze oder Mannweiber Kommentare auch in "toleranten" Kreisen. Einfach mal fragen "wovor hast du Angst?"hilft da ungemein.
    WOVOR HAST DU ANGST?
    das ist eine gute Frage. Die meisten Heteros haben doch Angst vor ihrer eigenen Sexualität oder weil sie glauben, dass Schwule und Lesben irgendwie komisch sind- oder übergriffig werden würden. Dabei möchte frau einfach normal leben und sich nicht verstecken müssen.....

  9. Inaktiver User

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Übrigens hat eine medizinische Studie festgestellt, das Homosexualität genetisch bedingt ist.

    Ich kenne zwei Zwillingsbrüder. Der eine schwul, der andere hetero...und nun???

    Eineigie Zwillinge wohlbemerkt

    Nicht nach Erklärungen suchen, sondern leben!


  10. Registriert seit
    07.04.2007
    Beiträge
    3

    geschockt AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hallo,

    ich muß sagen, der Artikel hat mich sehr entsetzt. Bei mir war immer alles sehr einfach, was vielleicht auch daran liegen mag, das ich mein Coming Out schon mit 16 J. und dann auch noch in der Großstadt Köln hatte. Diskriminierung habe ich nie erlebt - weder in der Familie, noch bei Freunden, Nachbarn, Arbeitstelle.
    Mit meiner Frau lebe ich seit 10 Jahren zusammen. Sie ist Philippina und streng katholisch erzogen und war verheiratet. Auch sie hatte bis auf Ihre Arbeitsstelle nie irgendwelche Auseinandersetzungen. Auf der Arbeit eigentlich auch nicht, aber sie arbeitet in einem katholischen Haus, und obwohl alle von unserer Hochzeit wissen, darf sie es nicht offiziell melden, weil sie sonst ihren Job verlieren würde.
    Seit 2 Jahren wohnen wir mit unseren beiden Kindern in einem ganz kleinen Ort in der Nähe von Köln. Am Anfang hatten wir Sorgen wegen der Nachbarn, und der Schule von unserem Großen. Aber auch das war kein Problem. Auch unser Sohn hat nie irgendwelche Anfeindungen oder Hänseleien erlebt.
    Unsere Tochter ist erst 1 Jahr alt. Das wir noch ein Kind bekommen hatten, hat hier im Ort zwar viel Erstaunen ausgelöst, aber selbst unsere 86 J. alte Nachbarin wollte genau wissen wie wir das gemacht haben.
    Ich wünsche allen die es nicht so leicht haben, viel Kraft und auch den Mut offen und glücklich ihre Beziehung leben zu können.

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