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  1. AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Homosexualität hat ihren Ursprung im letzten Leben. Wer Interesse hat, der kann dies nachlesen: [ editiert ] .
    Geändert von Inaktiver User (10.05.2007 um 13:57 Uhr) Grund: link gelöscht

  2. Inaktiver User

    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    *rofl*


  3. Registriert seit
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hallo Zusammen,
    ich bin neu hier und habe gleich ganz viele Themen entdeckt, die mich interessieren und auch selbst betreffen.
    Aus der Sicht einer Mutter eines Sohnes, der sich erst mit 20 Jahren als schwul outete: Mir fällt es schwer ihn als "schwul" zu bezeichnen, da ich diesem Begriff nicht mag.Ich habe keine Probleme damit, wie oder was er ist, die Hauptsache ist doch, dass er als Mensch glücklich ist.Mich hat es nur sehr getroffen zu erfahren, wie lange er es für sich behalten hat und keine Möglichkeit gefunden hat, mit uns (Eltern) darüber zu reden. Aber hätte ich ihm mit 13,14 oder 16, 17 Jahren helfen können?? Gerade in der Phase der Pubertät, wo eh alles drunter und drüber geht.Wir lieben ihn auf jeden Fall so wie er ist und nicht weniger und mehr, weil er schwul ist. Sein Bruder ist 15 Jahre alt und wir haben erst kürzlich darüber mit ihm gesprochen. Seine Reaktion war auch so, dass die Liebe zu seinem Bruder dadurch nicht anders wird. Vielleicht können Mütter ihre schwulen Söhne besser verstehen da sie sich ja sozusagen beide in Männer verlieben. Der Umkehrschluss muesste sein,das Väter besser lesbische Töchter verstehen. Kann das jemand nachvollziehen oder drifften meine Gedanken da zu sehr ab?!
    Übrigens hat eine medizinische Studie festgestellt, das Homosexualität genetisch bedingt ist. Wusste ich früher auch nicht. Hat vielleicht auch jemand Büchertipps zu diesem Thema?
    Viele Grüße von der Neuen...
    Steinbock07


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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Zitat Zitat von Steinbock07
    Ich habe keine Probleme damit, wie oder was er ist, die Hauptsache ist doch, dass er als Mensch glücklich ist.Steinbock07
    Genau das ist der Punkt: Viele Eltern sagen, dass sie es nicht akzeptieren können, weil dadurch für das Kind das Leben so kompliziert wird, es nun einer "Randgruppe" angehört, weil es eben so nicht "den einfacheren Weg" geht. Nur was nützt es, den "einfacheren Weg" zu gehen, und dabei nicht glücklich zu sein?

    Mit so einer Einstellung wirft man als Eltern genau selbst den ersten Stein auf den neuen Lebensweg des Kindes.

    Ich verstehe, wenn Eltern nach dem Outing Ihres Kindes Zeit brauchen, um mit der neuen Situation umzugehen. Aber nach dem ersten "Schockzustand" sollten sie sich überlegen: will ich jetzt "das Beste fürs Kind" oder "MEIN Bestes fürs Kind" - das kann unter Umständen nämlich ganz was Anderes sein.... Eltern sollten Kinder nicht dazu missbrauchen, die eigenen verpassten Ziele und Wünsche zu erreichen! Nur weil ich früher gerne eine Primaballerina gewesen wäre und damals nicht konnte/durfte, muss meine Tochter das jetzt nicht auch wollen.

    Seinbock07, schön, dass Du die Homosexualität Deines Sohnes zu verstehen versuchst. Suche aber nicht zu stark nach Ursachen (genetisch oder nicht), Bücher und medizinischen Studien. Dein Sohn ist nicht krank

    Und ob Väter Ihre lesbischen Töchter und Mütter Ihre schwulen Söhne besser akzeptieren können....hm....würde mich auch interessieren, welche Erfahrungen da so gemacht wurden und ob das andere auch so empfunden haben?

    Alles Gute für Dich!
    brittchen

  5. gesperrt Avatar von maxima8
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Neulich bei Bricoms.
    Der vorgeblich progressive Jungmann tönt in die Welt, dass Lesben minderwertige Männer sind. Reaktion der ihn anschmachtenden Frauen: Null.

    Eine pietistisch aber natürlich auch sehr modern daher kommende Userin möchte sich ein Bild von Homosexuellen machen, um *ihre Position zur Homosexualität zu bestimmen*.
    Was für ein wundervoller Akte der Gnade.
    Da nimmt sich eine alle Rechte die Bibel zu drehen und zu quetschen, damit sie selbst ein komfortables, selbst bestimmtes und freies Leben in dieser Gesellschaft führen kann, und maßt sich an, anderen Menschen dieses Recht abzusprechen. Reaktion der Lesben: Freundliches bis devotes Entgegenkommen für diese so offenkundig gutwillige Geste.

    Man stelle sich beide Situationen einmal vor mit Kindern, Schwarzen oder Juden.
    Kinder sind minderwertige Erwachsene!
    Juden sind minderwertige Christen!
    Schwarze sind minderwertige Weiße
    Ich möchte ein wenig mehr über Schwarze erfahren, um meine Position ihnen gegenüber zu bestimmen.
    Mein Glaube sagt nun einmal, dass Juden von Übel sind, darum darf ich sie auch als makelbehaftet betrachten. Ich bin aber bereit meine Position zu überdenken, wenn ihr alle mit glaubhaft versichern könnt, dass Juden harmlos sind und meine Gnade verdient haben.

    Ich hätte das gerne mal erlebt.

    Für Lesben und Schwule muss man sich nicht einsetzten. Schließlich bleibt es zu diesem Thema jedem selbst überlassen, welche Position er hier einnimmt. Homosexualität ist kein Grundrecht, Homosexualität wird gönnerhaft zugestanden. Wer dazu nicht bereit ist, gilt keinesfalls als diskriminierend, sexistisch oder faschistisch. Die Diskriminierung ist überaus gesellschaftsfähig, wenn auch in einigen Kreisen nur verbrämt zu praktizieren. Es ist wie diese klammheimliche Aversion gegenüber Ausländern, die in vielen Toleranzbekundungen mit schwingt. Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber ...
    *Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle, aber wenn Du noch einmal sagst ich sei schwul, dann schlag ich Dir ein paar in die Fresse...*

    Keine Frage, wir sind wesentlich weiter als noch vor zwanzig Jahren. Fragt sich nur in welche Richtung.
    Da wird in dem Artikel die optische Anpassung der Lesben an den Heten-Look gefeiert. Kein einziger Gedanke wird daran verschwendet mit welchem Druck dieses Heten-Aussehen verbunden ist. Wie eine ganze Gesellschaft durch alle Bereiche eine Uniformierung erzwingt. Diese Verherrlichung des zarten, ätherisch daher kommenden Weibchens. Natürlich darf sie heute auch ein wenig Stärke zeigen. So lange sie nur signalisiert, dass sie bereit ist, sich anzupassen und ihre weiblichen Attribute zu pflegen. Wer das nicht tut, wird misstrauisch beäugt und unter Generalverdacht gestellt.
    Noch immer wird mit Härte und mit dem Mittel der Diskriminierung von Heterosexuellen heterosexuelles Verhalten und Aussehen eingefordert. Trotzdem kenne ich keine *Kampf-Heten*. Diese charmante Begrifflichkeit aus dem Hass-Repertoir der Gegner gleichgeschlechtlicher Liebe bleibt alleine den Lesben vorbehalten. Die Bilder von der Kampf- oder Schwanz-ab-Lesben werden mit Hingabe gepflegt und immer wieder hervor gekramt. Das Bild von den hässlichen, vermännlichten Monstern wird nirgendwo so hervorragend gepflegt wie unter Lesben, die ihre vollkommene Freiheit damit propagieren, dass sie sich den jahrtausende alten Vorgaben sich auf den männlichen Blick hin zu präparieren, anpassen.
    Ich könnte mich über Vielfalt freuen, aber was ich sehe, ist lediglich Anpassung und Unterordnung unter die immer gleichen altbackenen Klischees. Es gibt keinerlei positive Veränderung in der Wahrnehmung von Schönheit.

    Lesben haben eine bedeutende Rolle in der Emanzipation der Gesellschaft gespielt. Sie waren emotional nicht abhängig von Männern. Wenn Sie es auch finanziell nicht waren, haben sie die Forderungen gestellt, die heterosexuelle Frauen, aus Angst vor Verlust ihres gesellschaftlichen Status niemals zu stellen gewagt hätten. Anders als Schwule, die auch aus dem Machtgefälle zwischen Männern und Frauen profitiert haben, waren Lesben eine ernsthafte Gefahr für das Mackertum. Deswegen wurde schon frühzeitig das Feindbild der Lesben mit dem Fokus auf deren unattraktives und unbegehrtes Dasein gebastelt. Und daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
    Männer, die sich mit vollem Einsatz in eine Aufgabe werfen, sind engagiert und machtbewusst.
    Frauen, die sich mit vollem Einsatz in eine Aufgabe werfen, sind verkniffen und zickig.
    Lesben, die sich mit vollem Einsatz in eine Aufgabe werfen, sind hässliche, intolerante Kampflesben.
    Homosexualität wird heute in bestimmten Kreisen großzügig geduldet. Vorausgesetzt der Homosexuelle signalisiert seine Harmlosigkeit und seinen Anpassungswillen. Toleranz und echte Gleichberechtigung sehen ganz anderes. So lange sich Homosexuelle ihre gesellschaftliche Anerkennung noch dadurch erkaufen, dass sie in die Kakophonie der immer gleichen Vorurteile gegen das alte Feindbild der abschreckenden Kampflesben einfallen, sehe ich keine wesentlichen Fortschritte.
    Alle möglichen lesbische Heldinnen werden mit größter Vehemenz demontiert. Egal, welche Anerkennung sie für uns alle erkämpft haben, sie laufen trotzdem buchhalterisch betrachtet ausschließlich unter dem Label verkniffen, intolerant und Männer hassend.
    Wir haben uns alle mehr Normalität gewünscht und haben es sogar schon bis zu unserer eigenen lesbischen Serien gebracht. Immerhin. Eine wirkliche gesellschaftliche Anerkennung haben wir noch lange nicht. Und die Frage stellt sich auch, ob dies mit dem zunehmenden Einfluss der großen Religionen überhaupt jemals möglich sein wird.


  6. Registriert seit
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Suche aber nicht zu stark nach Ursachen (genetisch oder nicht), Bücher und medizinischen Studien. Dein Sohn ist nicht krank

    Danke brittchen. Das ist ein guter Satz. Tatsächlich fliesst man manchmal über vor Mitleid und sucht Ursachen oder "Schuld". Hat man "falsch" erzogen, hätte man bei "Verdacht" reagieren müssen. Das Kind zum Arzt schleppen sollen etc. etc.
    Ich weiss nicht, wie ich zu einem früheren Zeitpunkt reagiert hätte, sicherlich besorgter als heute. Es ist nur schwer als Mutter zu wissen, dass das "Kind" jahrelang mit Problemen, die es durch die Erkennung der Tatsache, "anders" zu sein hatte, alleine klarkommen musste oder wollte. Er sagt heute, dass ihm klar war, im Elternhaus auch weiterhin geliebt zu werden. Warum konnte er sich nicht öffnen?!? Da ist einfach Vergangenheitsbewältigung notwendig.
    Also, liebe Schwulen und Lesben: Eure Eltern bzw. Familien wissen manchmal auch einfach aus Unsicherheit nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen. Helft Ihnenn dabei, geht auf sie zu, wenn sie es nicht tun. Ich "greife" mitlerweile an. Frage ihn nach seinen Beziehungen und Freundschaften und nach seinen Erfahrungen im Alltag. Aber ich fasse ihn auch auf der anderen Seite nicht mit Samthandschuhen an. Bestimmte Dinge nerven mich einfach und das hat nichts mit seiner Neigung zu tun, sondern mit seinem Charakter.


  7. Registriert seit
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Ach und noch etwas.
    Ich möchte nicht meinen schwulen Sohn verstehen, sondern meinen Sohn.


  8. Registriert seit
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Hallo Steinbock07,
    Dein Sohn hat grosses Glück, dass er eine solch verständnisvolle Mutter wie Dich hat. Du brauchst ihn auch nicht mit Samthandschuhen anfassen, glaub mir, man wünscht sich nach dem Outing ganz einfach, dass man so wie vorher behandelt, gesehen und akzeptiert wird. Man braucht kein Mitleid, keine Sonderbehandlung, nur die Liebe und die Akzeptanz der Eltern. Und wenn Dir der Zeitpunkt des Outings als spät vorkommt, denk dran: für Deinen Sohn scheint es der richtige Zeitpunkt gewesen zu sein. Vielleicht hat er einfach noch Zeit für sich gebraucht, bevor er sich öffnen und zu sich stehen konnte?

    Meine Eltern waren auch überrascht (bestimmt auch entsetzt ) als sie plötzlich erfahren haben, dass Ihre inzwischen 34-jährige Tochter, die seit 10 Jahren verheiratet war und ein Kind hat, jetzt plötzlich eine Frau liebt.

    Sie hatten nach dem Outing eine sehr schwere Zeit, was mir auch unendlich leid tat - schliesslich wollte ich durch meine neuen Gefühle für eine Frau niemandem Sorgen bereiten. Sie sagten mir ganz am Anfang, dass sie mich immer lieben werden, zu mir stehen, aber dass sie ganz einfach noch Zeit brauchen, um das alles verarbeiten zu können. Ich hatte Verständnis dafür, denn ich selber brauchte (in der Zeit zuvor) ja auch lange, um damit klar zu kommen, meine Gefühle zuzulassen. Heute ist es für meine Eltern leichter denke ich, sie sehen, dass ich mich nicht verändert habe, ich dadurch kein anderer Mensch geworden bin als ich zuvor war.

    Ich gehe nun bald 3 Jahre den "schwierigeren Weg" und kann Dir sagen, dass es für mich genau der richtige Weg ist und ich trotz allen Nebenwirkungen mein Glück gefunden habe und stolz bin, dass ich damals den Mut gehabt habe, auf meine innere Stimme und auf mein Herz zu hören.

    Mach weiter so, versuche Deinen Sohn zu verstehen, zu unterstützen und vorallem so zu akzeptieren und zu lieben wie er ist.

  9. gesperrt Avatar von maxima8
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Zitat Zitat von Steinbock07
    Ach und noch etwas.
    Ich möchte nicht meinen schwulen Sohn verstehen, sondern meinen Sohn.
    Na, dann ist es doch ganz einfach.
    Dein Sohn liebt einen Menschen. So what?

    Solltest Du allerdings den Verdacht haben, dass er nicht so ein Problem damit gehabt hätte sich als Hetero zu outen und öffentlich eine Freundin anzuschleppen, dann würde ich Dir empfehlen Dich mit Deinem schwule Sohn auseinander zu setzen. Und mit Deiner eigenen Homophobie. Denn irgendwo her muss der Junge ja gewusst haben, dass sein Schwulsein nicht freudig beklatscht wird.
    Informationen werden da verschwiegen, wo man befürchten muss, dass man an Wert verliert, weil man Erwartungen nicht erfüllt.

    Wer als Schwuler in dieser Gesellschaft aufwächst, der lernt ganz schnell, dass der Schwiegersohn eben nicht mit der gleichen Begeisterung im Bekanntenkreis rumgezeigt wir wie eine Schwiegertochter. Die stolzgeschwellten Erzählungen der Mutter über das Söhnchen haben einen winzigen Makel.

    Viele Eltern von Homosexuellen verstecken sich hinter diesem Unsinn, dass sie für ihre Kinder nicht so ein schweres Leben wollen, und meinen damit ihr eigenes.

    Kinder oder Jugendliche, haben enorm feine Antennen. Sie haben ein sehr klares Bild davon, was ihre Umgebung von Homosexualität hält, welche unterschwelligen Aggressionen und Aversionen ihnen begegenen werden.
    Wer sich trotzdem in diesem Alter dazu entschließt sich zu outen, der besitzt Mut und die Fähigkeit das zu tun, was er für das richtige hält, auch wenn es gegen den Mainstream ist und manchmal mit Verlusten bezahlt werden muss.
    Das ist eine fetter Grund stolz auf sein Kind zu sein.

    In einer Gesellschaft, die Homosexuelle ausgrenzt, wird – ob man das will oder nicht – Schwulsein zu einem Teil der Identität. Es verändert das Vertrauen zu Menschen, es setzt andere Prioritäten bei Freundschaften und in vielen anderen Bereichen des Lebens. Wenn Du Deinen Sohn verstehen willst, dann musst Du Deinen schwulen Sohn verstehen. Aber vor allem musst Du Dich verstehen und alles, was Du ihm an Ressentiments mitgegeben hast und noch immer mit gibst.


  10. Registriert seit
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    AW: Lesbisch, schwul - alles ganz normal?

    Viele Eltern von Homosexuellen verstecken sich hinter diesem Unsinn, dass sie für ihre Kinder nicht so ein schweres Leben wollen, und meinen damit ihr eigenes.

    Eigentlich könnte ich den ganzen Text von Dir als Zitat aufführen.
    Aber fangen wir mit obigem an.
    Wie kommst Du darauf, dass man sich dahinter versteckt? Mit dem Alter kommt nun mal die Lebenserfahrung, gute wie schlechte. WAs ist im Grundsatz falsch daran, dem eigenen Kind die schlechten Erfahrungen, teilweise einhergehend mit Verletzungen der Seele, ersparen zu wollen? Wohlwissend, das jeder Mensch seine eigenen Lebenserfahrungen machen muss. Selbst ein Tier versucht, sein Junges vor Gefahren zu schützen.

    Einige Passagen Deiner Ausführungen klingen für mich sehr verbittert. Das Leben scheint nicht gut mit Dir umgegangen zu sein. Wenn ich falsch liege, sorry.

    Mein Sohn ist einen Weg gegangen, den ich sehr bewundere.
    Mit 19 in "die" Großstadt gezogen.Mit 20 dann das Comming out. Ich hab mir riesengroße Sorgen um ihn gemacht, aber habe ihn in seinem Tun unterstützt. Habe ihn getröstet, als seine Beziehung in die Brüche ging, ihm aber auch einen kritischen Spiegel vorgehalten.
    Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt (möchte nicht meinen schwulen Sohn verstehen, sondern meinen Sohn). Richtig muss es eigentlich heissen und soll es auch bedeuten: ich möchte den Menschen verstehen.
    Nach vielen Gesprächen und später in Briefen, Mails etc. hat er mir auch erklärt, dass sicherlich nicht alle Probleme die wir hatten, darauf zurückzuführen sind, dass er schwul ist.

    Wir haben einen Weg gefunden uns gegenseitig zu verstehen und vor allem zu akzeptieren. Ich werde mir als Mutter immer Gedanken und Sorgen machen, nicht nur um meinen schwulen Sohn, sondern selbstverständlich auch um meinen "Kleinen".
    Ich bin auf beide Söhne stolz und möchte sie so und nicht anders haben.
    Als mein Sohn sich geoutet hat, habe ich geheult; vor Erleichterung. Ich hatte es immer vermutet, aber keinen Weg gefunden, mir Gewissheit zu verschaffen. Heute sagt er, dass er es abgestritten hätte, wenn ich ihn vor Jahren darauf angesprochen hätte. Somit liegt Bienchen mit ihrer Vermutung, dass er diese Zeit auch brauchte, garnicht falsch.

    SChwule und Lesben fordern Toleranz. Ich arbeite in einem großen Unternehmen (Bankhaus). Ich habe hetero, lesbische, schwule, körperbehinderte und sprachbehinderte KollegInnen. Es gibt in allen "Gruppen" total tolle Menschen, aber auch welche, die nicht auf meiner Wellenlänge liegen. Muß ich mich "verbiegen" z.B. der lesbischen Kollegin oder dem schwulen Kollegen Sympathie vorheucheln? Das kann es doch auch nicht sein.

    Ich denke, man kann von allen Beteiligten Toleranz fordern.
    Vielleicht bin ich etwas naiv, aber ich kenne eine Menge Leute, die so denken und auch handeln.

    Ich bin nicht die perfekte Mutter für meine Söhne, aber ich geb mir redlich Mühe und ihre Reaktion zeigt mir, dass ich das garnicht u schlecht mache. Aber es bleibt immer ein Rest Zweifel, Sorge und Angst, besonders wenn ich solche Artikel wie in der BRIGITTE zu dem Thema lese.

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