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    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Ich habe zuerst die Glosse von Heidenreich in der FAZ gelesen und fand sie köstlich, und das Ablehnen des Preises von Reich-Ranicki gut, ehe ich bei youtube das Video zum Auftritt fand.

    Nach dieser Sicht bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das wirklich so zornig war oder doch nicht auch kalkuliert? Möchte Herrn Reich-Ranicki, den ich klug und unbestechlich finde, nichts vorwerfen, aber diese Geschichte mit dem Angebot, ausgerechnet Gottschalk das *Du* anzubieten, der auch so unbesehen einen Schwachfug daher quatschte, ist mir dann doch zu blöd für einen Literaturpapst.
    Geändert von Lukulla (13.10.2008 um 00:02 Uhr)
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    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dass sich jemand wie Ranicki und die Heidenreich ihre Nischen in dieser hirnabstinenten Fernsehlandschaft gesucht haben, berechtigt keinen von uns, von ihnen zu verlangen, ruinös konsequente Absolutheit zu leben, in dem sie auf Honorar und Publicity verzichten,
    Sehe ich genauso und @ Bereschit, ich finde den Vorwurf, RR habe ja Honorar bekommen und müsse deswegen das Lied singen, dessen Brot er esse, absurd bzw. umgekehrt, er dürfe kein Honorar nehmen, wenn er das Lied nicht mitsinge.

    Macht gibt Dir die Macht, etwas zu verändern.
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  3. Inaktiver User

    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Hallo Ihr,

    ich hab eigentlich grad gar keine Zeit, aber ich MUSS mich gerade mal über die Heidenreich auslassen, sonst platze ich.

    Der Artikel von EH bestätigte wieder einmal meine Meinung über sie - an Selbstherrlichkeit nicht mehr zu überbieten. Was ich von MRR's Auftritt halten soll, weiß ich nicht so recht. Ich mag ihn leider auch nicht, genauso wenig wie EH, und frage mich auch, ob das nicht ein bisschen kalkuliert war.

    Aber EH hat sich wieder mal selbst übertroffen. Ich wundere mich, dass man sie noch nicht als Bundespräsidentin vorgeschlagen hat - bei so viel geballter Intelligenz, kultureller Bildung und gutem Benehmen wäre sie doch prädestiniert für den Job. Oh Mann mir ist schlecht. Ganz ehrlich: Als ich EHs Artikel gelesen habe, hab ich mich extrem fremdgeschämt!

  4. Inaktiver User

    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dass Alter und Scheinheiligkeit korrelieren, wage ich zu bezweifeln. Frag' mich in 30 Jahren nochmal. Wenn ich mich dann abstreite, dass ich die Frage offen gelassen habe, hast du gewonnen.
    ich will gar nicht gewinnen. was hätte ich davon? ich hab meine meinung geäußert, that's it.

    Wenn ich mir anmasse, alles rigide festzulegen, was unter Kultur subsumiert wird, dann mag ich sicher mit Recht als arroganter Blödmann bezeichnet werden. Da es aber nicht um solche Wortklauberein geht, sondern darum, dass es Sendungen gibt, die eine Stammhirnresektion nahelegen und welche, die eben keinen Brechreiz triggern, dann gebe ich Grass und Walser Recht.
    es gibt hundertprozentig sendungen die bekloppt sind. und ich streite auchnicht ab, dass diese sendung da dazu gehörte. was ich wirklich nicht glauben kann, ist das mister doppel-r das nicht vorher hätte erkennen können.

    sorry, der mann ist literaturpapst, der spielt virtuos auf den medien, der kennt jeden moderator, jeden preis. der weiß nicht was ihn da erwartet? don't make me laugh.

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    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Als ich EHs Artikel gelesen habe, hab ich mich extrem fremdgeschämt!
    Warum? Er ist überzogen, polemisch, gut im Duktus und amüsant zu lesen. Das Einzige, was man ihm vorwerfen kann, dass er Erwartungen schürt und besser ist, als der Auftritt von RR. Denn nach diesem Artikel vermutete ich einen Skandal, der bei Sichtung des Auftrittes *leider* ausblieb.
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  6. Inaktiver User

    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Nun ja, jetzt ist aus dem Büchernörgele auch noch ein Fernsehnörgele geworden. -
    Ich habe ehrlich gesagt überhaupt nicht verstanden, warum er überhaupt zu der Verleihung kommt (selbst wenn er vorab nichts vom Preis wusste), wenn er doch das ganze Drumherum verabscheut. Und dann nickt er zu Loben seiner Leistungen, die ja von jemandem kommen, der genau dafür steht. Selbstgefällig ist er; umso besser fand ich den Zusammenschnitt seiner Vita - den Spruch über Frauen in Deutschland, die keine Dramen schreiben könnten - das hatte etwas Bezeichnendes, so aus dem Kontext gerissen.
    Und nebenbei bemerkt, war ich froh, dass er es auf die Bühne geschafft hat. Letztlich bleibt er doch vor allem eins: ein sehr alter Mann. Und alte Menschen tendieren wohl dazu, neben körperlichen Zipperlein auch etwas dickköpfiger und "dünner" zu denken.
    Ehrenpreis

  7. Inaktiver User

    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich habe ehrlich gesagt überhaupt nicht verstanden, warum er überhaupt zu der Verleihung kommt (selbst wenn er vorab nichts vom Preis wusste), wenn er doch das ganze Drumherum verabscheut.
    Doch, das halte ich für möglich - sogar, dass er sich aus dem aktuellen Eindruck der Veranstaltung entschieden hat, "nein" zu sagen.

    Aber, @ Tigerette, ja - das ist reichlich selbstgefällig, was Heidenreich da schreibt (bin enttäuscht ... ich mochte sie doch!?).
    "ich" hinten, "ich" vorne: als hätten da zwei abgelehnt (wo nur einer gefragt wurde), immer "wollte sie aufspringen" - wieso ist sie bei dem, was sie als Gedächtniszitat über "hoffentlich noch viele Kinder in dieser Lage" wiedergibt .. wieso ist sie da nicht aufgesprungen?
    T.

  8. Inaktiver User

    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Zitat Zitat von Lukulla
    Warum? Er ist überzogen, polemisch, gut im Duktus und amüsant zu lesen. Das Einzige, was man ihm vorwerfen kann, dass er Erwartungen schürt und besser ist, als der Auftritt von RR. Denn nach diesem Artikel vermutete ich einen Skandal, der bei Sichtung des Auftrittes *leider* ausblieb.
    Und genau dieser scheinbare Widerspruch ergibt meiner Meinung nach absolut Sinn, ebenso die Tatsache, dass sich Ranicki angesichts seiner Meinung den ganzen Auftritt hätte sparen können, da er ja gewusst habe, wo er da auftritt und warum. Und auch seine Eitelkeit, das alles ergibt meiner Meinung nach ein klares Bild.

    Was nutzt es denn, wenn er sich im Literarischen Quartett hinsetzt und ein paar süffisante Meckerworte über diesen täglichen Trash im Fernsehen verliert? Welche Leute erreicht er denn da? Nur immer dieselben, die er eh nicht überzeugen muss.

    Da sollte vielleicht demonstrativ öffentlich ein Zeichen gesetzt werden ? ......und es durfte entsprechend beider Neigungen ruhig ein wenig pathetisch und ideologisch ausfallen. Ich gönne es Ranicki

  9. Inaktiver User

    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ich will gar nicht gewinnen. was hätte ich davon? ich hab meine meinung geäußert, that's it.
    Ok, ich reiche den Ironiemodus nach.



    don't make me laugh.
    Ein Satz, den ich nie im Leben freiwillig sagen würde.
    Du solltest eindeutig öfter mal lachen, Bereschit.

  10. Inaktiver User

    AW: Man will Hollywood sein und ist Köln-Ossendorf

    Wenn jemand zu so einer Veranstaltung eingeladen wird, dann weiß er, was ihn erwartet. Dass da auch solche Leute wie Atze Schröder und Next-Top-Models auftreten, kann keine Überraschung für Herrn Reich-Ranicki gewesen sein - auch nicht, dass da unterschiedliche Arten von TV und Darstellern geehrt werden.

    Und das ist das, was mich stört:
    Dass es gerade für "Intellektuelle" nicht möglich ist, jedem einen eigenen Geschmack zuzugestehen und zu akzeptieren, dass es gerade in der Medienlandschaft eine große Vielfalt gibt und jeder irgendwie seine Berechtigung hat. Man muss nicht alles mögen. Wenn ich Atze Schröder oder Rosamunde Pilcher nicht mag, dann schaue ich sie mir nicht an. Und wenn ich zu einem Fernsehpreis eingeladen werde und das, worum es geht, "widerwärtig" finde, dann sage ich das im Vorfeld und gehe nicht hin.

    Über Gottschalk kann man denken, was man will, aber seine Reaktion gestern - wenn denn tatsächlich alles so spontan war wie dargestellt, was man ja beim TV immer etwas anzweifeln muss - dann fand ich sie ruhig und souverän und professionell.

    Dass Frau Heidenreich wieder ihren intellektuellen Senf dazu geben musste, was natürlich auch klar. Ich finde sie nur noch unerträglich - aber auch das ist Geschmackssache.

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