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  1. User Info Menu

    smile AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Tom57, ich war neugierig und habe mir die Schreiterfenster der Peterskirche genauer betrachtet. In dem folgenden link sieht man auch die geplanten Fenster.
    Schreiterfenster | Peterskirche Heidelberg
    Himmlisches Jerusalem ... sind mit ein bisschen viele Pfeile - aber ansonsten können die Fenster wegen mir kommen

    Pucky mit der Eins
    aus Fehlern kann man lernen

  2. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Pucky1 Beitrag anzeigen
    Tom57, ich war neugierig und habe mir die Schreiterfenster der Peterskirche genauer betrachtet. In dem folgenden link sieht man auch die geplanten Fenster.
    Schreiterfenster | Peterskirche Heidelberg
    Himmlisches Jerusalem ... sind mit ein bisschen viele Pfeile - aber ansonsten können die Fenster wegen mir kommen

    Pucky mit der Eins
    Danke für den link. Ich kannte ihn nicht. Wirklich umstritten war in Heidelberg das Fenster E = mc² in der Heiliggeistkirche. Oben Posting 980. Aber mit einem interessanten Symbolgehalt.
    Geändert von Inaktiver User (06.01.2011 um 21:50 Uhr)

  3. User Info Menu

    smile AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    tom57, danke für die Erklärung
    Ich war weiter neugierig und habe gerade einen interessanten Artikel zu dem Thema Gegenwartskunst im Kirchenraum gelesen
    http://www.uni-marburg.de/aktuelles/...nal/17/Kirchen
    ... inzwischen gefallen mir auch die Pfeile beim Himmlischen Jerusalem

    Pucky1
    aus Fehlern kann man lernen

  4. Inaktiver User

    ein Fundstück aus der Zeitung, aber kein Kunstfundstück

    Abrissbirne: Ai Weiweis Atelier zerstört

    Das zweitausend Quadratmeter große Atelier Ai Weiweis in Schanghai ist abgerissen worden. Der Pekinger Künstler stellte Fotos des Vorgangs, der unangekündigt am frühen Dienstagmorgen begann, in seinen Twitter-Mikroblog. Die Behörden hatten ihm den Abriss schon im Oktober mitgeteilt und dies damit begründet, dass er sich nicht um die Baugenehmigung gekümmert habe. Zuvor hatte der Schanghaier Außenbezirk das Atelier jedoch selbst in Auftrag gegeben, um die Gegend kulturell aufzuwerten. Ai Weiwei führt den Sinneswandel auf zwei seiner Dokumentarfilmprojekte zurück, in denen er einen Polizistenmörder und einen Menschenrechtsanwalt aus Schanghai porträtieren will. Der von Ai Weiwei im Internet ausgesprochenen Einladung zu einer ironisch-subversiven "Abrissparty" waren im November mehr als tausend Menschen aus ganz China gefolgt, während der Künstler selbst in Hausarrest genommen wurde. Si.
    Quelle: F.A.Z., 13.01.2011, Nr. 10 / Seite 29

  5. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Viel Kunst sah ich in zwei Tagen..

    Noch einmal die Bonnard-Ausstellung in Wuppertal
    Pierre Bonnard - Magier der Farbe - Von-der-Heydt-Museum - Leuchtende Erinnerung - Kunst - art-magazin.de

    und von dort ging es nach Düsseldorf.

    Hier zuerst ein Abstecher ins Stadtmuseum, um einige Bilder von "Deutschlands meistgemalter Frau" zu sehen.

    Man zeigte uns die"Mutter Ey-Ecke".


    Johanna Ey.

    Johanna Ey ? Wikipedia

    Das Ey :: Platzanweiser :: www.Einseitig.Info

    Danach führte der Weg zum NRW -Forum


    NRW-Forum Düsseldorf - Ausstellungen - Der Rote Bulli

    In der US-Metropole lernt der 26jährige Stephen Shore die Düsseldorfer Fotografin Hilla Becher kennen, deren typologische Bilddokumentation von Wassertürmen, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Bernd Becher erstellt hat, im Vorjahr in der renommierten Galerie von Illeana Sonnabend gezeigt wurde. Zwei Jahre danach werden Stephen Shore (als einziger Farbfotograf) und das Ehepaar Becher (als einzige europäische Position) in der legendären Gruppenausstellung New Topographics präsentiert. Der New Yorker zeigt hier erstmals sein Farbbild eines roten Volkswagenbusses, das er im Juni 1974 an einer Straßenkreuzung in Easton, Pennsylvania, aufgenommen hat. Für ihn bedeutet das Schlüsselbild nicht nur eine Hommage an den großen US-amerikanischen Fotografen Walker Evans, sondern es handelt sich auch um eine regelrechte Bildinitiation, die ihn dazu bewegt, fortan mit der altermeisterlichen Großformatfotografie zu arbeiten.
    Im K20

    sahen wir noch die Ausstellung "Beuys Parallelprozesse"



    Kunstsammlung NRW: Joseph Beuys

    die nur noch bis zum 16. Januar, dem Ende der Düsseldorfer Quadriennale zu sehen ist.

    Art in Düsseldorf - Quadriennale Düsseldorf - Ausstellungen - Joseph Beuys. Parallelprozesse http://www.quadriennale-duesseldorf.de/
    Geändert von Inaktiver User (13.01.2011 um 20:30 Uhr) Grund: Tippfehler

  6. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Vergangene Woche unternahmen Linwen und ich eine Art Schweinsgalopp zu den aktuellen Kunsthighlights von NRW, dessen Eckdaten Linwen in dem obigen Posting schon dargestellt hat: Pierre Bonnard in Wuppertal, „Der rote Bulli“ und Joseph Beuys in Düsseldorf.

    Ich möchte noch etwas von mir dazu beitragen, wir waren auch noch in Köln, also wenn schon NRW, dann auch richtig, aber dazu später.

    Während der Zugfahrt änderte sich das Wetter. In Hamburg war es noch schön, im Münsterland wurde es bedeckt und in Wuppertal begann es um Viertel nach elf, als ich dort eintraf, zu regnen. Vor dem Bahnhof ist ein Parkplatz und an dessen Rand steht seit Jahren ein Imbisswagen mit der Aufschrift „Geschmack Hähnchengrill“. Losgelöst von der Frage, was die dort feilgebotenen Hähnchen mit Geschmack zu tun haben könnten, wäre dieser mit Dutzenden Fotos toastbraun gegrillter Hähnchen bedruckte Wagen, wie er in der grauen Schneematschreste-Nieselregel-Tristesse dastand, ein prächtiges Motiv gewesen für einen der vielen Fotografen, deren Bilder wir später in der Ausstellung „Der rote Bulli“ in Düsseldorf sehen sollten.

    Pierre Bonnard ist ein „Magier der Farbe“. So war es bereits auf die Plakate und Eintrittskarten des Von der Heydt Museums gedruckt und ich, der es mag, wenn es bunt und lustig ist, war sehr erwartungsfroh. Die große Bonnard-Ausstellung Mitte der neunziger Jahre in Düsseldorf hatte ich nicht gesehen, nur etwas darüber gelesen, insofern war die Schau in Wuppertal nun mein Erstkontakt mit Originalen dieses Malers. Bonnard malte, so mein Eindruck, vor allem Landschaften und nackte Frauen in Badezimmern, Badewannen, Badetrögen usw. Das gefällt mir, denn es gibt wenige Motive, die schöner sind. Das Publikum war an diesem Tag zu 80 Prozent weiblich, auch wenn Linwen wohl die einzige Frau im ganzen Gebäude war, die einen Rock anhatte. Aber Linwen trägt eigentlich immer Kleid oder Rock.

    Während wir durch die Säle gingen, hörten wir zwangsläufig bei einigen Führungen zu. Wortfetzen davon: „Bonnard kaufte sich dann dort ein Haus“ oder „Er kaufte dort noch ein Haus“ oder „Er besaß als einer der ersten Menschen in diesem Landstrich ein Automobil“. Es war früher ein Running Gag der Kunstgeschichte, dass ein Maler erst sterben musste, bevor seine Bilder Geld einbrachten, vor allem die Kollegen der aufkommenden Moderne wussten davon Lieder zu singen. Bonnard dagegen ging es wohl finanziell immer sehr gut. Vielleicht hat er deshalb seinen Stil nie verändert? Als der Zweite Weltkrieg schon lange beendet war, malte er immer noch 19. Jahrhundert.

    Das ist nicht abfällig gemeint, denn oft ist so ein Verhalten der eigenen Kunst gegenüber richtiger, demütiger und wahrhaftiger, als krampfhaft irgendwelchen Moden nach zu hopsen.

    Düsseldorf ist eine betont reiche Stadt und das, was mir nach zehn Jahren Abwesenheit als erstes wieder auffiel, war, dass die Fußgängerampeln dort nicht nur ein rotes und ein grünes Lichtmännchen haben, sondern dazwischen auch ein „Gelb“ in Form eines waagerechten Balkens. Wir haben darüber gesprochen, aber weder Linwen noch ich wussten uns einen Reim darauf zu machen, ob die Stadt deshalb besonders schnell oder besonders langsam ist.

    Ich wollte schon lange mehr über Johanna Ey erfahren und deshalb sind wir nach dem Mittagessen auf der Kö, wo ich ein paar Gully-Deckel fotografieren wollte,

    Düsseldorfer Radschläger ? Wikipedia

    zunächst in das Stadtmuseum gegangen, wo eine Ecke für Ey eingerichtet wurde. Ein Dutzend Gemälde und Skulpturen von „Mutter Ey“ stehen dort zwischen alten Kutschen und dem Zeug über Charles Wilp.

    Es mag uncharmant klingen, aber Johanna Ey war keine schöne Frau. Sie hatte andere Qualitäten, auch wenn sie es angeblich auf den Tod nicht ausstehen konnte, wenn Künstler wie Max Ernst, Jankel Adler oder Otto Dix, deren „Mutter“ sie war, ihre Freundinnen oder Modelle mitbrachten.

    Eine bemerkenswerte Frau, das Gedicht von Max Ernst war das Erste, was ich vor vielen Jahren über sie las - es weckte mein Interesse:

    „grosses ey wir loben dich,
    ey wir preisen deine staerke,
    vor dir neigt das rheinland sich
    und kauft gern und billig deine werke!“

    Zusammen mit der Tonhalle bildet das NRW-Forum am Rheinufer ein imposantes Gebäudeensemble. Die dortige Ausstellung „Der rote Bulli“, die gestern zu Ende ging, widmete sich dem Einfluss von Stephen Shore auf die von Bernd Becher geleitete Fotoklasse an der Düsseldorfer Kunstakademie (Becher-Schüler waren u. a. Thomas Ruff, Simone Nieweg, Thomas Struth, Andreas Gursky und Candida Höfer). Stephen Shores Buch „Uncommon Places“, das ich mir vor ein paar Jahren kaufte,

    photo-eye Bookstore | Stephen Shore: Uncommon Places: The Complete Works | photo books

    gilt heute als stilprägend für die Fotografie seit 1980. Kurz vor Weihnachten 2010 sah ich allerdings in der Galerie C/O in der Oranienburger Straße in Berlin Bilder des Kanadiers Fred Herzog, der schon in den fünfziger Jahren mit Farbe experimentiert hatte.

    Fotoausstellung Berlin Fred Herzog . Photographs

    In „Der rote Bulli“ wurden auch Bilder von Volker Döhne gezeigt, der Unterführungen unter Straßen und Eisenbahndämmen in NRW fotografiert hat (Bilder 6 und7),

    Quadriennale 2010: Der Rote Bulli | RP ONLINE

    darunter auch eine Unterführung, die nur einen Steinwurf von dem Haus von Linwen entfernt liegt, was sie besonders freute.

    Im Nieselregen gingen wir vom NRW-Forum zur K20, ein kurzer, aber schöner Spaziergang. Es war nun kurz nach halb fünf und weil es ein trüber Tag war, schon fast dunkel. In den Häusern brannten die Lichter, die durch das nasse Grau des Himmels besonders schön und heimelig wirkend leuchteten.

    Eine Entdeckung für uns war die Unterführung mit dem Eingang in die U-Bahnstation Tonhalle, wo eine Wand mit einer Kunstinstallation - Tausende von hinten beleuchtete Dias - dekoriert ist.

    http://static.panoramio.com/photos/original/9518500.jpg

    Imposant - zumal bei diesem Licht - die Kunstakademie

    http://cdn.prinz.de/imedia/109/31710...hQvcDfe74=.jpg

    So viele Namen wurden hinter den riesigen nun hell leuchtenden Fenstern groß.

    In der K20 herrschte Gewusel. Zum einen wollten wohl viele - wie wir auch - kurz vor Toresschluss noch zu Beuys (die Ausstellung „Parallelprozsse“ ging ebenfalls gestern zu Ende). Außerdem war an dem Tag freier Eintritt. Gedränge in den Sälen. Viele der ausgestellten Arbeiten hatte ich vor zwei Jahren schon in Berlin im Hamburger Bahnhof gesehen, in der Ausstellung „Die Revolution sind wir“, die jedoch deutlich schlechter besprochen wurde,

    Beuys. Die Revolution sind wir - Hamburger Bahnhof Berlin - Filz der Geschichte - Kunst - art-magazin.de

    als die in Düsseldorf

    Beuys-Ausstellung in Dsseldorf - Ablegen nach Ableben - Kultur - sueddeutsche.de

    Schön war, als Linwen und ich an und auf der steilen Treppe standen, die in das Obergeschoss zum zweiten Teil der Ausstellung führte, und wir uns länger als die anderen Besucher Beuys „ja, ja, ja, nee, nee, nee“ anhörten, das zur Untermalung dieses Weges aus Lautsprechern schallte.

    Köln ist ja nun was ganz anderes. Die Rivalität der beiden rheinischen Metropolen erschließt sich mir trotzdem nie so ganz, obwohl ich Ende der Achtziger zwei Jahre in Köln gelebt habe. Aus Kunst-Sicht interessant ist, dass die Großen wie Gerhard Richter oder Sigmar Polke durchaus von beiden Städten „für sich“ reklamiert werden könnten.

    Abends hatte ich einen Tisch bestellt in dem Restaurant „GeorgeM“, das im zwölften Stock des Hotels „Pullman Cologne“ liegt. Ich war noch nie dort, hatte es aus einem Reiseführer ausgewählt, auch weil es den „grandiosesten Blick auf die Stadt und den Dom“ bieten sollte.

    Bar georgeM. im Pullman Cologne - Köln Locations

    Was ich nicht ahnen konnte, war allerdings, dass der Dom-Blick aus dem Zimmer unseres - etwa einen Kilometer entfernt liegenden - Hotels noch deutlich grandioser war.

    Dafür kamen wir während des Essens im „GeorgeM“ in Kontakt mit Rolf Slickers, der - wie wir dann erfuhren - ein Funktionsträger des Kölner Karnevals ist. Slickers war mit einer rot-weißen Narrenkappe auf dem Kopf und einer blau-gelben in der Hand in dem Restaurant aufgekreuzt und hatte, nachdem er an unserem Tisch vorbeigegangen war, die blau-gelbe Kappe relativ zügig Linwen auf den Kopf gesetzt.

    Das sah schon imposant aus, auch wenn ich „nicht so der Karnevalshase bin“, wie Cora Schumacher sagen würde.

    Jedenfalls kam nun ein Gespräch in Gang und wir erfuhren, dass das Kölner Dreigestirn (Prinz, Bauer, Jungfrau) während der letzten Wochen der Session im „Pullman Cologne“ Quartier bezieht - und das seit ungefähr 40 Jahren. Für den nächstenTag sei der Einzug der Tollitäten geplant und Slickers fungiert dabei - als Direktor des Hotels „Pullman Cologne“ - als offizieller „Herbergsvater“. Er stattete uns noch mit einem Button aus, der uns angeblich wie ein Backstage-Pass bis zum Aschermittwoch jederzeitigen ungehinderten Zugang in das Allerheiligste des Kölner Karnevals garantieren soll - was wir jedoch wohl nicht ausprobieren können. Zumindest kam es noch zu den im Karneval üblichen Verbrüderungs-Szenen mit wechselseitigen Narrenkpappen-Fotos.

    Der nächste Tag war sehr regnerisch und ein Erlebnis, das mit Kunst zu tun hat, möchte ich noch schildern: In der Buchhandlung Walther König in der Ehrenstraße

    Buchhandlung Walther König - Homepage

    kaufte ich mir ein Buch, das ebenso klein wie großartig ist. Der holländische Künstler Hans Eijkelboom hat es gemacht und „10-Euro Outfits“ gennant. Innerhalb weniger Wochen kleidete sich Eijkelboom 32 mal neu ein, wobei das gemeinsame der Outfits war, dass sie nicht teurer als zehn Euro sein durften.

    Hans Eijkelboom (1949), Arnhem, the Netherlands. Tis webside gives an impression of his artwork from the beginning in 1971 (Sonsbeek) until now

    Gruß Geisterfahrer

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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vergangene Woche unternahmen Linwen und ich eine Art Schweinsgalopp zu den aktuellen Kunsthighlights von NRW, dessen Eckdaten Linwen in dem obigen Posting schon dargestellt hat: Pierre Bonnard in Wuppertal, „Der rote Bulli“ und Joseph Beuys in Düsseldorf.

    Ich möchte noch etwas von mir dazu beitragen, wir waren auch noch in Köln, also wenn schon NRW, dann auch richtig, aber dazu später.

    Während der Zugfahrt änderte sich das Wetter. In Hamburg war es noch schön, im Münsterland wurde es bedeckt und in Wuppertal begann es um Viertel nach elf, als ich dort eintraf, zu regnen. Vor dem Bahnhof ist ein Parkplatz und an dessen Rand steht seit Jahren ein Imbisswagen mit der Aufschrift „Geschmack Hähnchengrill“. Losgelöst von der Frage, was die dort feilgebotenen Hähnchen mit Geschmack zu tun haben könnten, wäre dieser mit Dutzenden Fotos toastbraun gegrillter Hähnchen bedruckte Wagen, wie er in der grauen Schneematschreste-Nieselregel-Tristesse dastand, ein prächtiges Motiv gewesen für einen der vielen Fotografen, deren Bilder wir später in der Ausstellung „Der rote Bulli“ in Düsseldorf sehen sollten.

    Pierre Bonnard ist ein „Magier der Farbe“. So war es bereits auf die Plakate und Eintrittskarten des Von der Heydt Museums gedruckt und ich, der es mag, wenn es bunt und lustig ist, war sehr erwartungsfroh. Die große Bonnard-Ausstellung Mitte der neunziger Jahre in Düsseldorf hatte ich nicht gesehen, nur etwas darüber gelesen, insofern war die Schau in Wuppertal nun mein Erstkontakt mit Originalen dieses Malers. Bonnard malte, so mein Eindruck, vor allem Landschaften und nackte Frauen in Badezimmern, Badewannen, Badetrögen usw. Das gefällt mir, denn es gibt wenige Motive, die schöner sind. Das Publikum war an diesem Tag zu 80 Prozent weiblich, auch wenn Linwen wohl die einzige Frau im ganzen Gebäude war, die einen Rock anhatte. Aber Linwen trägt eigentlich immer Kleid oder Rock.

    Während wir durch die Säle gingen, hörten wir zwangsläufig bei einigen Führungen zu. Wortfetzen davon: „Bonnard kaufte sich dann dort ein Haus“ oder „Er kaufte dort noch ein Haus“ oder „Er besaß als einer der ersten Menschen in diesem Landstrich ein Automobil“. Es war früher ein Running Gag der Kunstgeschichte, dass ein Maler erst sterben musste, bevor seine Bilder Geld einbrachten, vor allem die Kollegen der aufkommenden Moderne wussten davon Lieder zu singen. Bonnard dagegen ging es wohl finanziell immer sehr gut. Vielleicht hat er deshalb seinen Stil nie verändert? Als der Zweite Weltkrieg schon lange beendet war, malte er immer noch 19. Jahrhundert.

    Das ist nicht abfällig gemeint, denn oft ist so ein Verhalten der eigenen Kunst gegenüber richtiger, demütiger und wahrhaftiger, als krampfhaft irgendwelchen Moden nach zu hopsen.

    Düsseldorf ist eine betont reiche Stadt und das, was mir nach zehn Jahren Abwesenheit als erstes wieder auffiel, war, dass die Fußgängerampeln dort nicht nur ein rotes und ein grünes Lichtmännchen haben, sondern dazwischen auch ein „Gelb“ in Form eines waagerechten Balkens. Wir haben darüber gesprochen, aber weder Linwen noch ich wussten uns einen Reim darauf zu machen, ob die Stadt deshalb besonders schnell oder besonders langsam ist.

    Ich wollte schon lange mehr über Johanna Ey erfahren und deshalb sind wir nach dem Mittagessen auf der Kö, wo ich ein paar Gully-Deckel fotografieren wollte,

    Düsseldorfer Radschläger ? Wikipedia

    zunächst in das Stadtmuseum gegangen, wo eine Ecke für Ey eingerichtet wurde. Ein Dutzend Gemälde und Skulpturen von „Mutter Ey“ stehen dort zwischen alten Kutschen und dem Zeug über Charles Wilp.

    Es mag uncharmant klingen, aber Johanna Ey war keine schöne Frau. Sie hatte andere Qualitäten, auch wenn sie es angeblich auf den Tod nicht ausstehen konnte, wenn Künstler wie Max Ernst, Jankel Adler oder Otto Dix, deren „Mutter“ sie war, ihre Freundinnen oder Modelle mitbrachten.

    Eine bemerkenswerte Frau, das Gedicht von Max Ernst war das Erste, was ich vor vielen Jahren über sie las - es weckte mein Interesse:

    „grosses ey wir loben dich,
    ey wir preisen deine staerke,
    vor dir neigt das rheinland sich
    und kauft gern und billig deine werke!“

    Zusammen mit der Tonhalle bildet das NRW-Forum am Rheinufer ein imposantes Gebäudeensemble. Die dortige Ausstellung „Der rote Bulli“, die gestern zu Ende ging, widmete sich dem Einfluss von Stephen Shore auf die von Bernd Becher geleitete Fotoklasse an der Düsseldorfer Kunstakademie (Becher-Schüler waren u. a. Thomas Ruff, Simone Nieweg, Thomas Struth, Andreas Gursky und Candida Höfer). Stephen Shores Buch „Uncommon Places“, das ich mir vor ein paar Jahren kaufte,

    photo-eye Bookstore | Stephen Shore: Uncommon Places: The Complete Works | photo books

    gilt heute als stilprägend für die Fotografie seit 1980. Kurz vor Weihnachten 2010 sah ich allerdings in der Galerie C/O in der Oranienburger Straße in Berlin Bilder des Kanadiers Fred Herzog, der schon in den fünfziger Jahren mit Farbe experimentiert hatte.

    Fotoausstellung Berlin Fred Herzog . Photographs

    In „Der rote Bulli“ wurden auch Bilder von Volker Döhne gezeigt, der Unterführungen unter Straßen und Eisenbahndämmen in NRW fotografiert hat (Bilder 6 und7),

    Quadriennale 2010: Der Rote Bulli | RP ONLINE

    darunter auch eine Unterführung, die nur einen Steinwurf von dem Haus von Linwen entfernt liegt, was sie besonders freute.

    Im Nieselregen gingen wir vom NRW-Forum zur K20, ein kurzer, aber schöner Spaziergang. Es war nun kurz nach halb fünf und weil es ein trüber Tag war, schon fast dunkel. In den Häusern brannten die Lichter, die durch das nasse Grau des Himmels besonders schön und heimelig wirkend leuchteten.

    Eine Entdeckung für uns war die Unterführung mit dem Eingang in die U-Bahnstation Tonhalle, wo eine Wand mit einer Kunstinstallation - Tausende von hinten beleuchtete Dias - dekoriert ist.

    http://static.panoramio.com/photos/original/9518500.jpg

    Imposant - zumal bei diesem Licht - die Kunstakademie

    http://cdn.prinz.de/imedia/109/31710...hQvcDfe74=.jpg

    So viele Namen wurden hinter den riesigen nun hell leuchtenden Fenstern groß.

    In der K20 herrschte Gewusel. Zum einen wollten wohl viele - wie wir auch - kurz vor Toresschluss noch zu Beuys (die Ausstellung „Parallelprozsse“ ging ebenfalls gestern zu Ende). Außerdem war an dem Tag freier Eintritt. Gedränge in den Sälen. Viele der ausgestellten Arbeiten hatte ich vor zwei Jahren schon in Berlin im Hamburger Bahnhof gesehen, in der Ausstellung „Die Revolution sind wir“, die jedoch deutlich schlechter besprochen wurde,

    Beuys. Die Revolution sind wir - Hamburger Bahnhof Berlin - Filz der Geschichte - Kunst - art-magazin.de

    als die in Düsseldorf

    Beuys-Ausstellung in Dsseldorf - Ablegen nach Ableben - Kultur - sueddeutsche.de

    Schön war, als Linwen und ich an und auf der steilen Treppe standen, die in das Obergeschoss zum zweiten Teil der Ausstellung führte, und wir uns länger als die anderen Besucher Beuys „ja, ja, ja, nee, nee, nee“ anhörten, das zur Untermalung dieses Weges aus Lautsprechern schallte.

    Köln ist ja nun was ganz anderes. Die Rivalität der beiden rheinischen Metropolen erschließt sich mir trotzdem nie so ganz, obwohl ich Ende der Achtziger zwei Jahre in Köln gelebt habe. Aus Kunst-Sicht interessant ist, dass die Großen wie Gerhard Richter oder Sigmar Polke durchaus von beiden Städten „für sich“ reklamiert werden könnten.

    Abends hatte ich einen Tisch bestellt in dem Restaurant „GeorgeM“, das im zwölften Stock des Hotels „Pullman Cologne“ liegt. Ich war noch nie dort, hatte es aus einem Reiseführer ausgewählt, auch weil es den „grandiosesten Blick auf die Stadt und den Dom“ bieten sollte.

    Bar georgeM. im Pullman Cologne - Köln Locations

    Was ich nicht ahnen konnte, war allerdings, dass der Dom-Blick aus dem Zimmer unseres - etwa einen Kilometer entfernt liegenden - Hotels noch deutlich grandioser war.

    Dafür kamen wir während des Essens im „GeorgeM“ in Kontakt mit Rolf Slickers, der - wie wir dann erfuhren - ein Funktionsträger des Kölner Karnevals ist. Slickers war mit einer rot-weißen Narrenkappe auf dem Kopf und einer blau-gelben in der Hand in dem Restaurant aufgekreuzt und hatte, nachdem er an unserem Tisch vorbeigegangen war, die blau-gelbe Kappe relativ zügig Linwen auf den Kopf gesetzt.

    Das sah schon imposant aus, auch wenn ich „nicht so der Karnevalshase bin“, wie Cora Schumacher sagen würde.

    Jedenfalls kam nun ein Gespräch in Gang und wir erfuhren, dass das Kölner Dreigestirn (Prinz, Bauer, Jungfrau) während der letzten Wochen der Session im „Pullman Cologne“ Quartier bezieht - und das seit ungefähr 40 Jahren. Für den nächstenTag sei der Einzug der Tollitäten geplant und Slickers fungiert dabei - als Direktor des Hotels „Pullman Cologne“ - als offizieller „Herbergsvater“. Er stattete uns noch mit einem Button aus, der uns angeblich wie ein Backstage-Pass bis zum Aschermittwoch jederzeitigen ungehinderten Zugang in das Allerheiligste des Kölner Karnevals garantieren soll - was wir jedoch wohl nicht ausprobieren können. Zumindest kam es noch zu den im Karneval üblichen Verbrüderungs-Szenen mit wechselseitigen Narrenkpappen-Fotos.

    Der nächste Tag war sehr regnerisch und ein Erlebnis, das mit Kunst zu tun hat, möchte ich noch schildern: In der Buchhandlung Walther König in der Ehrenstraße

    Buchhandlung Walther König - Homepage

    kaufte ich mir ein Buch, das ebenso klein wie großartig ist. Der holländische Künstler Hans Eijkelboom hat es gemacht und „10-Euro Outfits“ gennant. Innerhalb weniger Wochen kleidete sich Eijkelboom 32 mal neu ein, wobei das gemeinsame der Outfits war, dass sie nicht teurer als zehn Euro sein durften.

    Hans Eijkelboom (1949), Arnhem, the Netherlands. Tis webside gives an impression of his artwork from the beginning in 1971 (Sonsbeek) until now

    Gruß Geisterfahrer


    danke Geisterfahrer für diese "Reisebeschreibung" aber was wolltest Du uns/mir hier wirklich damit sagen?
    Ich bin verantwortlich für das was ich sage
    nicht für das was Du verstehst


    mein Avatar zeigt den Ararat von der armenischen Seite im Sommer

  8. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von shiba Beitrag anzeigen
    danke Geisterfahrer für diese "Reisebeschreibung" aber was wolltest Du uns/mir hier wirklich damit sagen?
    Was ich geschrieben habe, shiba, das wollte ich sagen.

  9. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    @Geisterfahrer




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    smile AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Tom57, aufgrund deines Beitrages zu Weiwei habe ich mir gerade ein youtube angesehen. Ich finde den Film sehr interessant.
    YouTube - Ai Weiwei: Sunflower seeds

    Es gibt mir inzwischen viel wenn ich mich mit manchen Künstlern auseinandersetze. Ich sehe dann mehr als ich vorher gesehen habe.

    Pucky mit der Eins
    aus Fehlern kann man lernen

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