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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Hinter dem sehr alteingesessen klingenden Namen "Hanse Finanz Kontor" steckt eine noch recht junge Immobilien-Makler-Firma aus Hamburg-Wandsbek, die vorzugsweise im Hamburger Osten Eigentumswohnungen und Bürohäuser vermittelt. Die Firma residiert an einer Durchfahrtstraße in einem zweistöckigen Einzelhaus, das früher wohl einmal für Wohnzwecke genutzt wurde. Wirft man einen Blick auf die beiden Geschäftsführer, Männer um die 40, und auf ihre hauptsächlich weiblichen Angestellten; also betrachtet man die Gesichter, die Frisuren, die Anzüge, Hosenanzüge und Kostüme, die Krawatten der Männer, den Schmuck der Frauen und hört man gleichzeitig ein wenig hin, wenn sie etwas sagen, dann spürt man, dass nicht nur das Interieur, sondern auch das Personal des Hanse Finanz Kontors genau dem entspricht, was man sich als Außenstehender unter einem Immobilienmaklerbüro vorstellt.

    Nun fahre ich fast nie nach Wandsbek. Das machen Hamburger aus dem Westen der Stadt nicht, dass sie in den Osten der Stadt fahren. Und Immobilienmakler besuche ich auch nie. Ich habe schon ein Haus.

    Dennoch fuhr ich heute am späten Nachmittag in die Hammer Straße 89, also zu diesem Makler, weil dort eine Kunstvernissage statt fand. Nun ist es nicht außergewöhnlich, dass ein Makler eine Vernissage veranstaltet, das machen Friseure auch und Fußpfleger und überhaupt fast alle, die eine Praxis, ein Büro oder ähnliches haben, vor allem Ärzte, die sind ja schon fast sprichwörtliche Hobby-Galeristen.

    Aber mich interessierte der Maler oder besser gesagt, die Kombination des Malers mit dem Veranstalter und dem Vorleben des Malers, das ist auch bemerkenswert, also die Kombination aus diesen drei Sachen.

    Denn der Maler, dessen Bilder ausgestellt wurden, heißt Rudi Kargus, und er war in seinem vorherigen Leben ein bekannter und erfolgreicher Fußballer. Nationalspieler. Deutscher Meister. Europapokalsieger. Als Torwart. Mit dem Hamburger SV. So Ende der 70er und Anfang der 80er. Das war seine erfolgreiche Zeit.

    Das vorweg: Ich erlebte eine Überraschung. Denn so sehr das Hanse Finanz Kontor auch dem entsprach, was ich mir unter einem Immobilienmakler vorgestellt hatte, so wenig entsprachen Rudi Kargus und seine Kunst wiederum dem, was ich mir unter einem malenden Fußballer vorgestellt hatte.

    2005 hatte ich schon einmal die Vernissage eines malenden Fußballers besucht. Stefan Effenberg, der seine Bilder damals in einem Hamburger Gartencenter ausgestellt hatte. Effenberg und seine Gemälde hatten damals auch genau dem entsprochen, was ich erwartet hatte. Unter meinem zweiten Nick Geisterfahrer hatte ich damals im Forum zwei Beiträge dazu geschrieben.

    Aber Rudi Kargus? Der malt ein wenig wie Peter Doig, und der, also Kargus, war auch in der Schirn, in der Ausstellung von Peter Doig, die Anfang Januar zu Ende ging. Und er wirkte nun in diesem Ambiente, also im Hanse Finanz Kontor, noch unpassender als ich und der Freund, der mich begleitet hatte. Wie ein Fremdkörper wirkte er dort.

    Seine Kunst ist wirklich nicht schlecht. Und wenn er nicht 1952 geboren wäre, sondern 1982, und vor allem wenn er kein erfolgreicher Fußballer gewesen wäre, sondern aus Leipzig stammen würde, wo er einen Aldimarkt betrieben oder (noch viel besser) überfallen hätte, dann würde vielleicht sogar "Monopol" heute etwas über ihn schreiben.

    Irgendwie ist das ungerecht. Also der Kunstbetrieb ist ungerecht, korrupt, verlogen, gemein sogar. Das wissen alle. Ich meine etwas anderes. Dass dieser nette Mann, der malt, der auch wirklich ambitioniert und gedankenvoll ist, in diesem Künstlerdasein gefangen ist und dort nicht herauskommen wird. Aus den Finanzkontoren.

    RUDI KARGUS • A • R • T •

  2. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Die Bilder von Rudi Kargus haben eine Kraft, die mich anrührt..

    Ich empfinde, dass sie technisch manchmal " wackelig " sind, was aber ihrer Kraft keinen Abbruch tut..

    und das ist in der Tat viel mehr als so vieles bietet, das gehypt wurde..

    Danke für den Text..

  3. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Jakob Philipp Hackert: „Hafen im Mondschein”, 1773

    Der Mond. Im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, bis 16. August.

    Vierhundert Jahre nachdem Galileo zum ersten Mal sein Teleskop auf den Mond richtete und vierzig Jahre nach Armstrongs Landung auf dem Erdtrabanten zeigt das Wallraf-Richartz-Museum die erste umfassende Kunstausstellung zum Himmelskörper. „Der Mond“ ist ein kunst- und kulturhistorischer Parcours durch die letzten fünf Jahrhunderte. Die rund 150 Exponate erzählen dabei, wie sich die Menschheit in dieser Zeit optisch und künstlerisch dem Mond genähert hat. Die Erfindung des Teleskops und der Fotografie sowie das Aufkommen der bemannten Raumfahrt läuten dabei die wichtigsten Epochen ein.
    Die Auswahl der Exponate reicht von mittelalterlichen Tafelbildern und romantischen Gemälden über astronomische Instrumente bis hin zu originalen Raumfahrtfotografien und zeitgenössischer Kunst. Alle Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken, Modelle und Fotografien spiegeln die große Faszination wider, die der Mond seit je her auf die Menschheit ausübt. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören zwei Original-Ausgaben von Galileos „Botschaft von neuen Sternen“ und Manets „Mondschein über dem Hafen von Boulogne“, dem ersten impressionistischen Nachtbild überhaupt.
    Zu sehen ist „Der Mond“ im Wallraf vom 26. März bis zum 16. August 2009, dem Internationalen Jahr der Astronomie. Fachkundige Unterstützung erhält Museumsdirektor und Ausstellungsmacher Andreas Blühm von Astronomie 2009 e.V. und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ein reiches Rahmenprogramm wird die Kunstgeschichte zur Astronomie, Literatur und Musik hin öffnen.
    In der F.A.Z. ist eine wunderbare Bilderstrecke.

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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    KLEE, die Ausstellung „Schatten in der Kunst“ würde mich auch sehr interessieren ... schade, dass der Weg so weit ist.

    Das Video von Pina Bausch´s Latest Work – es ist fantastisch.

    Die Schattenbilder ... Scherenschnitte von Lotte Reiniger habe ich im TV mal gesehen. Ihr Filmchen von Cinderella kannte ich noch nicht. Ich musste es mir doch tatsächlich von Anfang bis Ende ansehen.

    Das Interview mit Annie Leibovitz fand ich interessant zu lesen.

    SHIBA, ... Alberto Giacometti with music ... was es alles gibt.

    STRASSENKOETER, dein Besuch bei der Kunstvernissage beim Immobilien-Makler liest sich wie im Krimi. Ich war richtig gespannt um wen oder was es eigentlich geht ... jetzt weiß ich nicht ob es an deinem Text liegt – oder ob mir die Bilder von Rudi Kargus auch ohne deine Worte so gefallen hätten.

    TOM54, sehr stimmungsvoll ... der Hafen im Mondschein.

    jetzt genieße ich aber noch ein bisschen den Tag mit ein bisschen Sonne – und gehe spazieren

    liebe Sonntagsgrüße euch allen – von Pucky mit der 1
    aus Fehlern kann man lernen

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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Der Teerhof ist eine kleine Halbinsel in der Weser, die gegenüber der Bremer Alt- und Innenstadt liegt und mit dieser durch mehrere Brücken und Fußgängerstege verbunden ist.

    Am westlichen Ende des Teerhofs liegt die sogenannte Weserburg, ein mehrstöckiges Lagerhaus aus rotem Backstein, das in früheren Jahren einmal eine Kaffeerösterei beherbergte. Am Mittwoch waren Klee und ich dort. Es war der erste wirklich schöne Tag des Jahres, wir saßen in einem Cafe am Weserufer und ich freute mich zu spüren, wie sehr Klee es genoss, dass die warmen Frühlingssonnenstrahlen ihre Haut berührten.

    Aber zuvor waren wir in der Weserburg und darüber will ich etwas schreiben, denn das Gebäude ist inzwischen ein Museum für moderne Kunst, eines der bedeutendsten Museen dieser Art in Nordwestdeutschland

    Neues Museum Weserburg Bremen ? Wikipedia

    Weserburg: Weserburg

    Da die Bremer Kunsthalle wegen Umbauarbeiten fast zwei Jahre geschlossen bleibt (noch bis Ende 2010) wurden viele Kunstwerke an andere deutsche Museen verliehen. Die Aktion läuft unter dem Titel „Noble Gäste“ und viele der zeitgenössischen Arbeiten aus der Kunsthalle wurden in dieser Zeit an die Weserburg gegeben, was deren Bedeutung steigert.

    Ich fotografiere gern und wenn es erlaubt ist immer auch in Kunstausstellungen. Weil ich Kunst als etwas Gesamtes aufnehme, also nicht nur das Gemälde oder die Skulptur allein, sondern auch seine Umgebung. Die Räume und manchmal auch das Publikum, das mit mir zusammen in dem Ausstellungsraum ist. Alles zusammen erzeugt ein Gefühl, das ich vielleicht mit den Fotos zu konservieren versuche.

    Ich machte viele Fotos von Klee und auch manche von uns beiden, wenn sich die Gelegenheit ergab, dass wir uns in einem Bild spiegelten. Kunst ist ein sehr schöner Hintergrund für ein Bild, das spürte ich, und es zeigte sich mir deutlich, als wir später in dem Cafe am Ufer saßen und die Bilder in dem Display der Digitalkamera anschauten.

    Franz Gertsch portraitierte seinen Freund Luciano Castelli auf einem überlebensgroßen Interieurbild an einem unaufgeräumten Tisch sitzend, der mit dreckigem Geschirr voll gepackt ist.

    http://www.weserburg.de/uploads/pics/Gertsch_01.jpg

    Vor dem Hintergrund verschmolzen Klees schwarzes Jäckchen und Castellis schwarzer Pullover. Sie bildeten fast eine Einheit.

    Schön ist es oft (als Fotohintergund), wenn ein Gemälde Schrift enthält, wie das Bild „Moderne“ von Ben Schonzeit

    Museum Weserburg Bremen

    Vielleicht ist das die schönste Erinnerung, die man an Kunst bewahren kann? Solche Fotos.
    Geändert von Strassenkoeter (03.04.2009 um 18:34 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Ja, es war so viel..

    Die Arbeiten von Spoerrie in einem Stockwerk : seine Eat-Art..etc....Rebekka Horn unter dem Dach: ihre Trommeln und "Silberschaukeln im Dialog"..

    Und Thomas Ruffs " Sterne "..

    Eine Fülle von unterschiedlichsten Eindrücken..: ein interessantes Haus..

    und so herrliches Wetter in Bremen..

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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    STRASSENKOETER und KLEE, ... jetzt hätte ich EUCH natürlich gerne Klee vor kunstvollem Hintergrund gesehen
    Danke für eure Infos
    aus Fehlern kann man lernen

  8. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Das Jubiläumsjahr ist da. Die Art Basel feiert vom 10. bis zum 14. Juni ihre vierzigste Ausgabe. Und für diesen Anlass steht auch eine Herausforderung an - die Wirtschaftslage. Sie ist wohl die einzige Hürde; denn ansonsten kann sich die Messe nur selbst übertrumpfen.
    300 Galerien mit 2500 Künstlern sind jetzt aus rekordverdächtigen 1100 Bewerbungen ausgewählt worden, während die internationale Konkurrenz noch nach dem richtigen Weg sucht: In Berlin steht das Art Forum mit seinen neuen Direktoren Eva-Maria Häusler und Peter Vetsch vor einem Neuanfang, die Art Cologne will mit Daniel Hug zurück auf die Bühne der Besten, und die Frieze Art Fair in London hatte nach ihrer Ausgabe 2008 doch erhebliche Kritik einzustecken. Ihr Kunsthandelsplatz London hat schwer zu kämpfen.
    Ugo Rondinones Skulpturen bei der 39. Art Basel

    Quelle: F.A.Z.

    Die letzten Jahre war ich immer in Basel; hoffentlich schaffe ich es auch dieses Jahr wieder. Mal sehen.

  9. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Durch den Parallelstrang "Wer sind Eure Lieblingsmaler?" wurde ich wieder aufmerksam auf Ernst Ludwig Kirchner:

    Interessant ist in der Tat die Entwicklung seiner Bilder hin zu großflächigeren Arbeiten und die Grundlegung der Modernen (abstrakten) Kunst durch die Klassische Moderne.

    Zum Beispiel 1907: Sitzende Dame

    und 1928: Nackte Frauen auf Waldwiese
    Geändert von Inaktiver User (13.04.2009 um 15:40 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Modigliani. Kunst- und Ausstellungshalle Bonn, bis zum 30. August.

    Amedeo Modigliani: Die junge Lolotte (1918)

    Mann im Profil (1913)

    Amadeo Modigliani gehört zu den wenigen Malern, die dauerhaft ohne Kunsthistoriker auskommen. Während sich das Werk des Malers über Plakate, Kalender, Postkarten und Buchtitel - erotische Romane wie Philip Roths „Sterbendes Tier“ werden vorzugsweise mit einer Nackten von Modigliani bebildert - in Privathaushalten geradezu rasend ausbreitete, sah man in den großen Museen der Welt nur wenig Bedarf, Modigliani Retrospektiven zu widmen: In Deutschland gab es seit 1945 bloß drei größere Ausstellungen - 1963 in Frankfurt, 1991 in Düsseldorf und jetzt in Bonn -, in den Vereinigten Staaten, wo Modigliani 1951 im MoMA und dann erst wieder 2004 im New Yorker Jüdischen Museum gezeigt wurde, nur zwei.
    Seinen durchschlagenden Erfolg beim Publikum konnte diese Zurückhaltung nicht behindern, wobei zur Popularität auch seine Biographie beitrug: 1884 in Livorno geboren, studierte Modigliani in Florenz und Venedig und kam schließlich nach Paris, wo er den Avantgarden um Picasso, Archipenko und Brancusi begegnete, in sieben Jahren über dreihundert Gemälde schuf und ein insgesamt recht exzessives Leben führte, das mit einem Doppeltod endete: Am 24. Januar 1920 starb Modigliani im Alter von nur 35 Jahren in Paris an Tuberkulose, seine damals hochschwangere Lebensgefährtin, die begabte, von ihren Eltern wegen der Liaison mit Modigliani verstoßene Malerin Jeanne Hébuterne, nahm sich einen Tag nach seinem Tod das Leben.
    F.A.Z.

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