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  1. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...
    Bei dem Bild von Katja Hess stören mich spontan die Proportionen: der Körperabschnitt zwischen Taille und Po ist zu lang, auch wenn man die Untersicht berücksichtigt. Die Bahnhofsstimmung finde ich gut getroffen, ob die Tatsache, dass Frauen allein reisen, thematisch was hergibt, sei dahin gestellt.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...
    Die Proportionen der einzelnen Figuren stimmen nicht: Die Köpfe der Frauen sind im Verhältnis zu ihren Armen zu klein, der rechte Unterarm von Judith ist viel zu dick, aber das kann man als künstlerische Freiheit durchgehen lassen
    ...

  2. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was ist daran unverständlich? Darf man so etwas nicht sehen?
    Ein kleines Experiment (pardon!): Verkürzung.

    Das heißt keineswegs, dass Figuren fotorealistisch sein müssen, Verzerrungen können durchaus Sinn machen, wenn sie kompositorisch begründet sind oder das Bild aussagekräftiger machen.

  3. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    @Pia
    Wie gefallen dir hier die Proportionen?
    Die Madonna dürfte etwa 2m Lebensgrösse haben, von dem Jesulein ganz zu schweigen!
    Wie amüsant ist es, so offensichtlich zu sehen, wie auch früher die Künstler Modeströmungen unterworfen waren, grade bei Parmigianino ist der Einfluss stark zu erkennen, vergleicht frau die Madonna mit früheren Werken.

    Betrachte ich die Wartende von Hess, denke ich, die Malerin wollte sie so darstellen, wie sie dargestellt ist; der ganze Körper, Rumpf wie Beine hat etwas Gespanntes, das vielleicht gerade durch das von dir bemängelte Grössenverhältnis besonders betont wird.

    @Tom
    Mir fiel noch zu deiner Beschreibung der Malerin Hess, die Menschen in ihrem Umfeld beobachtet, einer der poetischsten Romane ein, die ich je gelesen habe , "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" und da wiederum der Band "Die Welt der Guermantes". Proust sass ja auch häufig bei Gesellschaften etwas hinter sich unterhaltenden Menschen, um sie zu beobachten und ihre Gespräche mitzuhören, woran er durch seine beeindruckende Begabung die geneigten LeserInnen besonders in dem genannten Buch teilhaben lässt.

    Colonna

  4. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was ist daran unverständlich? Darf man so etwas nicht sehen?
    Ein kleines Experiment (pardon!): Verkürzung.

    Das heißt keineswegs, dass Figuren fotorealistisch sein müssen, Verzerrungen können durchaus Sinn machen, wenn sie kompositorisch begründet sind oder das Bild aussagekräftiger machen.
    Natürlich, in beiden Fällen wurden die Proportionen angesprochen, in einem Fall aber als künstlerische Freiheit gebilligt, bei Katja Hess - weil fehlerhaft? - aber als störend (sic!) kritisiert. Die Frage ist doch, ob es Katja Hess auf eine realistische Darstellung angekommt, wo sie doch nur versucht einen Augenblick einzufangen, in welchem aber dann etwa die festgehaltene "Bewegung" zunächst unnatürlich erscheint oder auch die Proportionen nicht stimmen. Des Experimentes der Verkürzung bedarf es nicht.
    Geändert von Inaktiver User (29.10.2007 um 00:02 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    @Pia
    Wie gefallen dir hier die Proportionen?
    Die Madonna dürfte etwa 2m Lebensgrösse haben, von dem Jesulein ganz zu schweigen!
    Ja, der Manierismus hat die Figuren stark gestreckt, ebenso El Greco.
    Vermutlich war die Betrachterperspektive von unten und die damit verbundene Verkürzung bereits einkalkuliert. Die Komposition als Ganzes ist in beiden Fällen sehr ausgetüftelt, und ihr folgen die Verzerrungen.

    Zwei geniale Verzerrer waren Francis Bacon und Horst Janssen.

  6. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Natürlich, in beiden Fällen wurden die Proportionen angesprochen, in einem Fall aber als künstlerische Freiheit gebilligt, bei Katja Hess - weil fehlerhaft? - aber als störend (sic!) kritisiert.
    Ich schrieb: MICH stören die Proportionen. Das ist durchaus Geschmackssache.
    Ich vermisse in vielen zeitgenössischen figürlichen Bildern die formale Spannung (was auch daran liegt, dass viele Maler mit Fotovorlagen arbeiten).

  7. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    .....und Horst Janssen.
    Wirklich genial! Erinnert (ein wenig) an Schiele.
    Colonna

  8. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wirklich genial! Erinnert (ein wenig) an Schiele.
    Colonna
    Die meisten guten ZeichnerInnen findet man interessanterweise nicht im Kunstbereich, sondern bei den Illustratoren und Comiczeichnern.
    Ein paar Zeichnerinnen aus Hamburg..

  9. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Im Wuppertaler von der Heydt Museum sind einige Renoirs zu sehen , ich schaute mir die Ausstelllung noch nicht an..muss aber so oft, wenn ich an Renoir denke, an die despektierlichen Äußerungen einer Userin hier vor Jahren in diesem Forum über die " Apfelbäckchen " die dieser Herr zu malen pflegte, denken. Und die Erinnerung daran, amüsiert mich immer sehr..

    da , der Apfelbäckchenmaler ;-) :

    http://www.renoir-ausstellung.de/

    Worte wie " Liebreiz seiner Motive " fallen auch oft im Zusamenhang mit diesem Maler..
    Liebreiz ist ja ein sehr schönes Wort, finde ich..Apfelbäckchen ja auch...

    In Bremen stellt man Paula Moderson-Beckers Portraits ägyptischen Mumienportraits gegenüber

    http://www.paula-2007.de/index.php?i...efeb85f9040a14

    Auch das sah ich nicht..:-) ..stelle mir das in diesem Falle auch recht interessant vor,


    doch mir ist so, als sei das heute sehr angesagt, dass Ausstellungen so kuratiert werden..sehr oft recht krude Gegenüberstellungen.
    Ja manchmal muten mir diese doch sehr an den Haaren herbei gezogen an und nur eine kleine nicht sehr tiefgründene Idee..eine kleine Originalität um Leute mal wieder zu überraschen und ins Museum zu bekommen..
    Nun ja, es gibt sicher Schlimmeres..
    Geändert von Inaktiver User (30.10.2007 um 21:28 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Über die Zusammenstellung mancher Kunstobjekte in Museen macht frau sich häufig Gedanken. Auch über die Auswahl vor allem für temporäre Ausstellungen.
    Beispielsweise wurde in Wien eine Biedermeierausstellung veranstaltet, die den gewohnten Blick auf das Biedermeier nicht verunsicherte. Schöne Möbel, handwerklich bestens gestaltet, schöne Kleider, schöne Bilder, nichts von nachrevolutionärem, erzwungenem Rückzug, kein zensuriertes Schriftstück, kein Bild von Bettlern, sogar Schubert wie üblich im Kreis wohlgenährter Freunde.
    Eine sogenannte Inszenierung in Ausstellungen sollte nicht nur als schon Bekanntes wahrgenommen werden; Widersprüche, Konfrontationen mit fremden Vorstellungsmustern machen zusammengeholte Kunstobjekte erst lebendig und ihre Wirkung nachhaltig.



    Über diese Skulptur

    Judith und Holofernes

    ist zu lesen, dass sie, Ende des 15.Jhdts während radikaler Zeit vor dem Palazzo della Signoria aufgestellt, zu Beginn des 16.Jhdts Michelangelos David weichen musste, denn die Republik war gemässigt und es ziemte sich nicht, dass "eine Frau einen Mann töte".
    Eine Replik des Donatello-Werkes (das ja eigentlich sehr zahm ist)als Gegensatz zur tierisch-ernsten Ausstellung der Gemälde des grossen Tizian - über die ich berichtet habe - hätte mir gefallen. Zwanzig oder dreissig Jahre später, und welch altmodische Gedankengänge - oder eigentlich auch solche, wie sie bei uns nach 1945 gar nicht unüblich waren

    Manchmal wundert sich frau, wenn sie die Zuständigen der Museen kennenlernt oder ein Foto von ihnen in der Zeitung sieht.
    Wie jung die sind, und wie verstaubt ihre Arbeit.
    Colonna

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