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  1. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von pia-pinxit
    Entscheidend ist in jedem Fall, zu wissen, wie die Spielregeln sind, um sie unterlaufen zu können.
    So isses

  2. Avatar von pia-pinxit
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    a propos Wurm..

    Lustig finde ich die Bemerkung des Kölner Museumsdirektors Kaspar König, dass es sich bei Meisners Äußerung nicht um einen Beitrag zur kuturpolitischen Diskussion handele, sondern

    " Meisner wurmt nur, dass er im Kölner Dom nichts zu kamelle hat "


    http://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_Matar%C3%A9
    Späterstens nachdem ich Kaspar König in einem Portrait bei Arte, das offenbar in die Faschingszeit fiel, mal als Jeck im Karnevalskostüm (Sträfling) in sein Büro eilend und am Schreibtisch Platz nehmend gesehen hab, überrascht mich ein solches Wort aus seinem Mund nicht mehr! (Gehört hatte ich es in dieser Bedeutung allerdings bislang noch nicht.)

  3. Avatar von pia-pinxit
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Phoebe Washburn, Regulated Fool’s Milk Meadow

    Eigentlich ist diese Fabrik kindisch.
    "Kindisch" - ich hatte es zuerst bei Pia als Zitat gelesen und war neugierig, worauf DerMarkgraf sich bezieht und glaubte, auf die Definition vom Künstler als Amateur, der konzeptuelle Anstöße gibt, sich handwerklich aber einer "Bastel- und Trash-Ästhetik" bedient, wie auch Thomas Hirschhorn bei seiner temporären Architektur.

    Das "Kindische" in der Kunst hat im Verlauf der Kunstgeschichte sehr schöne Arbeiten entstehen lassen, insbesondere in der Moderne. Mir fällt dazu meist sofort eine Art "Skulptur" von Sigmar Polke ein, ein kleiner, offener Wagen mit Rädern aus Holz und mit einer Schnur zum Hinterherziehen wie ein Kinderspielzeug. (Entstanden in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.)

    Oder auch der kleine Wagen von Stephan Balkenhol, ein Holzbrett auf Rädern, mit darauf montierter Holzfigur, der auch an ein Kinderspielzeug erinnert.

    (Beides übrigens das lustig-ironische Gegenteil der großformatigen Bilder auf Rädern Enzo Cucchis und das Kindische finde ich hier ehrlich gesagt tiefgängiger als das Mythos-Pathos Cucchis.)

    Auch Jason Rhoades' Mega-Inszenierungen von Produktionsabläufen sind "kindisch" - wenn sie vom psychologischen Standtpunkt betrachtet werden.

  4. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Vielleicht verhält es sich mit dem Wort " kindisch " ähnlich wie mit dem Wort " kitschig ". Es ist nicht klar definiert.

    " kindisch " deute ich als " ohne intellektuelle Umwege " und spielerisches Vergnügen am Schöpferischen..eine gewisse innere Freiheit spüren lassend, trotz der bestehenden Zwänge..

    Pia_pinxit nannte Jason Rhoades als ein Beispiel : Mit 41 verstarb er letztes Jahr.. Gigantomanische Arbeiten..exzessiv..überbordend..chaotisch..verspi elt..wirkungsvoll.


    http://www.cacmalaga.org/exposicione.../j_rhoades.jpg

    http://www.artbrain.org/gallery3/rhoades.html

    Weltenbastler, ein schönes Wort :


    http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,1941380

  5. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Weltenbastler, ein schönes Wort :


    http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,1941380
    Zu letzgenannter Ausstellung in St. Gallen gibt es auch eine interessante Kritik von W. Ullrich in der ZEIT
    http://www.zeit.de/2004/34/EsoterikinKunst

    Es stimmt schon, dass das Spielerische gerade in Zeiten, in denen die Kunst sich sehr erhaben gab, einen auflockernden Kontrapunkt setzte. Ich mag zB. die Eierschalenspielereien von Marcel Broodthaers sehr gern.


  6. Registriert seit
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    "Kindisch" ist für mich negativ belegt im Gegensatz zu "kindlich".
    "Kindlich" bedeutet für mich u. a. unbefangen, ohne Berechnung, "Kindisch" verstand ich immer als ein krampfhaftes Festhalten an etwas Vergangenem oder auch ein Vortäuschen, das Beharren auf den Rechten eines Kindes. Das Verweigern von Reife.
    Hat Markgraf nicht eher dieses "Kindisch" gemeint?

  7. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Bertrande1
    "Kindisch" ist für mich negativ belegt im Gegensatz zu "kindlich".
    "Kindlich" bedeutet für mich u. a. unbefangen, ohne Berechnung, "Kindisch" verstand ich immer als ein krampfhaftes Festhalten an etwas Vergangenem oder auch ein Vortäuschen, das Beharren auf den Rechten eines Kindes. Das Verweigern von Reife.
    Hat Markgraf nicht eher dieses "Kindisch" gemeint?
    Hallo Bertrande1

    wie schön, wieder einmal etwas von Dir zu lesen..

    Lt wikipedia : " Kitsch steht zumeist abwertend gemeinsprachlich für einen aus Sicht des Betrachters emotional minderwertigen, sehnsuchtartigen Gefühlsausdruck. In Gegensatz gebracht zu einer künstlerischen Bemühung um das Wahre oder das Schöne werten Kritiker einen zu einfachen Weg, Gefühle auszudrücken, als sentimental, trivial

    Trivialliteratur, Staubfänger, Jeff Koons, Nippes, Schneekugel, Superman, Spiderman, Barbie, Gartenflamingo "

    also eben auch Jeff Koons und es könnten ganz sicher noch andere " anerkannte Künstler " der Gegenwart und auch der Vergangenheit durchaus als " kitschig " bezeichnet werden, finde ich..

    Es gibt ja keine klaren Wertkriterien mehr..

    Ja, denn es kultivieren eben eben auch etliche Künstler heute diesen Begriff..und spielen damit..

    Mit " kindisch " verhält es sich vielleicht ebenso. Keine klare Definition, zwar offensichtlich negativ konnotiert, aber auch anders benutzt..

    Wer etwas als " kindisch " bezeichnet, möchte es dann nicht als rein , also überhöht verklärt darstellen ( wie durch " kindlich ) , sondern zeigt dadurch eine kleine Distanz zu der Arbeit. Vielleicht traut sich der Rezipient nicht so ganz das was ihn " irgendwie doch ansprach ", dann klar als : "Das gefiel mir..JA : das fand ich gut " zu akzpetieren und anderen und sich selbst zu offenbaren..

    Offenbart man doch als schwärmender Rezipient eine Menge..wenn man etwas gut findet . Man macht damit ja auch quasi ein wenig " Seelenstiptease ".. wenn man sich das nur " aus sich heraus " ohne großes Auffangnetz anderer Kritiken, die anerkannt sind, beantwortet..

    Ja, ich glaube Kunstliebhaber brauchen manchmal auch einen solchen Schutz. Denn wie empfindlich Rezipienten ja sind, zeigt sich ja oft, wenn unterschiedliche Geschmäcker aufeinander treffen..

    Ein Bejahen oder gar Schwärmen für ein Kunstwerk macht uns empfindlich und Kritik an diesem empfindet man dann scheinbar oftmals gar als Kritik an der eigenen Person..Daher ist es eh viel leichter negative Kritik zu äußern..da finden sich schnell andere, die ins gleiche Horn tuten.. ;-) natürlich auch oftmals zu Recht ..ja..

    Ich selbst mag keinen und auch keinen " kindischen " Erwachsenen als " kindlich " bezeichnen, kann aber " kindisches Verhalten " durchaus liebenswert, lustig und ansprechend finden..

    ..und nun lese ich gerne Pias bzw. W. Ullrichs Kritik. Danke, Pia

    und schaue ob ich etwas von Marcel Broodthaer finde, denn "Eierschalenspielerei " macht mich neugierig.. :-)
    Geändert von Inaktiver User (17.10.2007 um 17:45 Uhr)

  8. Avatar von pia-pinxit
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Mein Word hat für "kindisch" diese Synonyme: albern, absurd, blöd, dumm arglos, einfältig, beengt.

    Wenn das Absurde den Rang einer künstlerischen Strategie hatte, kann selbstverständlich auch das Kindische als Konzept verwendet werden. Es ist wohl treffender, bei betreffenden Künstler/innen von einem Konzept des Kindischen zu sprechen. Welche Qualität das Konzept hat, wäre dann im Einzelfall zu bewerten.

  9. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Mit großem Vergnügen habe ich Wolfgang Ullrichs Text in der ZEIT zum Thema " Esoterik in der Kunst" am Beispiel der St.Gallener Ausstellung, den Pia verlinkte, gelesen

    Aber nicht nur Kuratoren, auch Künstler liefern immer wieder Proben von Zusammenhangs-Surrogaten, die selbst eingefleischten Verschwörungstheoretikern oder gutgläubigen Besuchern einer Esoterikmesse unseriös vorkommen dürften


    panische Jagd nach Statussymbolen des Mysteriösen Alles, was irgendwie geheimnisvoll anmutet, wird wahllos aufgesammelt, wobei sich nicht einmal der Reiz surrealistischer Kombinatorik einstellt, vielmehr sind immer wieder nur erschreckende Unbildung oder aber Dreistigkeit am Werk.
    Eso-Porno-Gebilde
    Kant ( habe ) ausdrücklich eine »Disziplin des Genies« gefordert und damit gemeint, ein Künstler solle nicht willkürlich spekulieren oder allein seinen Eingebungen vertrauen, sondern müsse sich darum bemühen, nachvollziehbar zu bleiben. Auch wenn ein Kunstwerk im Letzten immer einen geheimnisvollen Charakter habe, dürfe dieser nicht eigens das Ziel sein und künstlich forciert werden. Sonst wird das Werk maßlos und geschmacklos und, wie Kant feststellt, »nichts als Unsinn«.

  10. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Hallo Linwen,

    ja, der Furor ist spürbar
    Empfehlen kann ich auch sein neues Buch: "Gesucht:Kunst! Phantombild eines Jokers"

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