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  1. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Wir leben im Zeitalter der Langeweile. Langeweile könnte das Resultat zu vieler unverdaubarer Informationen sein. Auf das zu viel kommt die Leere.
    Der Mensch im Zeitalter der Langeweile ist kindisch. Sein Sozialverhalten, seine politischen Überzeugungen, sein Habitus - sind kindisch.
    Seine Kunst ist kindisch.

    Infantilisierung beschränkt sich nicht auf die Kunst. Auch nicht auf 'junge Kunst'.

    *ggggg
    Geändert von Inaktiver User (08.10.2007 um 22:59 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Da magst du Recht haben, Markgraf.

    Wobei ich durchaus immer wieder Dinge finde, die mich begeistern und über die ich mich freue, aber es sind so gut wie nie die Blockbuster in den Museen und bei den Riesenevents.

  3. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    @Pia & DerMarkgraf

    Langweilt ihr euch denn? Oder ist nur das Zeitalter langweilig?
    Colonna

  4. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    @Pia & DerMarkgraf

    Langweilt ihr euch denn? Oder ist nur das Zeitalter langweilig?
    Colonna
    Das Zeitalter ist überhaupt nicht langweilig. Nur die dünnen Konzepte aus dem Kunst-Elfenbeinturm sind oft zum Gähnen.

  5. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das Zeitalter ist überhaupt nicht langweilig. Nur die dünnen Konzepte aus dem Kunst-Elfenbeinturm sind oft zum Gähnen.
    ..mir ist gerade ein wenig nach Wortbetrachtungen und so assoziierte ich zu mageren Konzepten die Erwartung vieler heute, dass alles " phatt " (fett ) zu sein hat..

    Ich meine natürlich nicht Deine Erwartung Pia..wohl eher die " Kunst- events " die Riesenformate in der Malerei..das Bombastische..Spektakuläre..

    Vielen reicht es doch heute auch " dabei gewesen zu sein ". .." da gewesen zu sein " ..ein paar lässige Bemerkungen über Konzeptlosigkeit oder wahlweise ein " tolles Konzept " und ein paar Gedanken, die mutmaßen lassen, dass man sich " der Materie " genähert habe, zu äußern, die irgendwo aufgeschnappt wurden....um sich damit eben " kultiviert " und hipp zu fühlen..

    Was einen am ganzen heutigen Geschehen am meisten nervt oder gefällt, hängt sicher auch von der Erwartungshaltung und ganz sicher auch seiner eigenen Position, ob man sich außen vor oder inmitten des Kunstbetriebs befindet, zusammen..

    Penelope-Luisa schrieb es vor langer Zeit so schön : Aber sie ( die Kunst ) dreht sich doch..

    Und sie bewegt auch immer noch Menschen.. auch wenn auch mancher ja doch heute vermutet, dass sich vieles in absurde Richtungen bewegt..aber Sehnsüchte spricht Kunst auch an..erfüllt manche sogar..

    Schlimm fand ich jedoch vor einiger Zeit den Bericht im TV , in dem eine junge deutsche Malerin gezeigt wurde, die nun in New York lebt. Ihre Arbeiten, ihre Konzepte waren eigentlich völlig egal..Kübelweise wurden andere Ideen über ihre Ideen gegossen.. Tenor : "Umweltthemen..Ökologie ist angesagt ( chic, hipp, phatt ) : toll wenn Deine Bilder zu diesen Ideen passen..baue das aus..biege das hin..im Moment steht man darauf..vielleicht nur kurz..nutze die Chance.. "

  6. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Schlimm fand ich jedoch vor einiger Zeit den Bericht im TV , in dem eine junge deutsche Malerin gezeigt wurde, die nun in New York lebt. Ihre Arbeiten, ihre Konzepte waren eigentlich völlig egal..Kübelweise wurden andere Ideen über ihre Ideen gegossen.. Tenor : "Umweltthemen..Ökologie ist angesagt ( chic, hipp, phatt ) : toll wenn Deine Bilder zu diesen Ideen passen..baue das aus..biege das hin..im Moment steht man darauf..vielleicht nur kurz..nutze die Chance.. "
    Dieses Phänomen fällt mir auch auf.
    Manchmal sehe ich eine große Diskrepanz zwischen den (angeblichen?) Konzepten und den gewählten Mitteln.

    Beispiel: vor einiger Zeit sah ich ein Bild eines chinesischen Drachen, garniert mit allerlei kleinen harmlosen Bildzitaten; das Bild war einfach nett, sehr dekorativ, hübsch. Der Künstler schrieb dazu, das Bild stünde auch für jugendliche Gewalttäter, für Waffen, Drogen und Armut....?
    Ein anderer Künstler macht schöne, dekorative Leuchtkästen, die wunderbar zu jeder Designereinrichtung passen würden und protestiert damit gegen die Vereinzelung des Menschen in der moderenen Konsumgesellschaft....

    Diese Bedeutungen wirken oft einfach übergestülpt, die Mittel inadäquat.

    Das ist seltsam, wenn man sieht, wie genau kalkuliert und psychologisch treffend die Effekte in Medien wie Film oder Computerspiele eingesetzt werden.

  7. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    "Umweltthemen..Ökologie ist angesagt ( chic, hipp, phatt ) : toll wenn Deine Bilder zu diesen Ideen passen..baue das aus..biege das hin..im Moment steht man darauf..vielleicht nur kurz..nutze die Chance.. "
    Nachtrag: Das "Überstülpen" von Konzepten könnte auch mit der gängigen Ausstellungspraxis zusammen hängen. Die meisten Ausstellungen sind inzwischen kuratiert, dh. der Kurator setzt im Vorfeld ein Thema fest und sucht sich dann die passenden Künstler, deren Werke seine Thesen illustrieren sollen.
    Wenn also jemand viele verschiedene "Aufhänger" für seine Arbeit hat, ist vielleicht die Chance größer, vom Kurator ausgewählt zu werden. In der Praxis wird da "hingebogen", was das Zeug hält.

  8. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dieses Phänomen fällt mir auch auf.
    Manchmal sehe ich eine große Diskrepanz zwischen den (angeblichen?) Konzepten und den gewählten Mitteln.

    Beispiel: vor einiger Zeit sah ich ein Bild eines chinesischen Drachen, garniert mit allerlei kleinen harmlosen Bildzitaten; das Bild war einfach nett, sehr dekorativ, hübsch. Der Künstler schrieb dazu, das Bild stünde auch für jugendliche Gewalttäter, für Waffen, Drogen und Armut....?
    Ein anderer Künstler macht schöne, dekorative Leuchtkästen, die wunderbar zu jeder Designereinrichtung passen würden und protestiert damit gegen die Vereinzelung des Menschen in der moderenen Konsumgesellschaft....

    Diese Bedeutungen wirken oft einfach übergestülpt, die Mittel inadäquat.

    Das ist seltsam, wenn man sieht, wie genau kalkuliert und psychologisch treffend die Effekte in Medien wie Film oder Computerspiele eingesetzt werden.
    ja :


    Intereressant finde ich auch, dass Du diesem Phänomen die Möglichkeiten anderer Medien gegenüberstellst, was ja verdeutlicht wie anachronistisch manches wirklich ist, was im Moment statt findet..was mancher ja auch bei der Documenta bemängelte..

    Nachtrag: Das "Überstülpen" von Konzepten könnte auch mit der gängigen Ausstellungspraxis zusammen hängen. Die meisten Ausstellungen sind inzwischen kuratiert, dh. der Kurator setzt im Vorfeld ein Thema fest und sucht sich dann die passenden Künstler, deren Werke seine Thesen illustrieren sollen.
    Wenn also jemand viele verschiedene "Aufhänger" für seine Arbeit hat, ist vielleicht die Chance größer, vom Kurator ausgewählt zu werden. In der Praxis wird da "hingebogen", was das Zeug hält.
    Ja, genau das stellte ich auch wieder anhand des TV-Berichtes fest..
    Die Künstlerin war wohl auch unter Druck, sich zu dem Konzept des Kurators noch passender zu machen..Ich war erstaunt darüber, wie klar das zu sein scheint : eben das, was Du als gängige Ausstellungspraxis ja schon wiederholt beschrieben hast.

    Wenn also der Künstler mehr Chancen hat, ausgewählt zu werden, der etwas beliebiger ist d.h. mehrere " Aufhänger " hat, so birgt das sicher Gefahren eben nicht zu stringent einer Linie ( wenn man sie denn hat ) zu folgen..
    Schade..und sicher auch belastend.

    Und wenn man sich dem gegenüber vorstellt welche klischeehaft romantischen Vorstellungen sich Leute vom " Künstlerleben " machen ..

  9. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und wenn man sich dem gegenüber vorstellt welche klischeehaft romantischen Vorstellungen sich Leute vom " Künstlerleben " machen ..
    Diese Vorstellung soll beim Publikum ja auch erzeugt werden . Man darf nicht vergessen, dass Kunst auch so etwas wie eine Marke ist, und wie bei allen Marken spielt das Image eine sehr große Rolle - je unklarer die Qualitätskriterien eines "Produkts" sind, desto wichtiger werden die damit verbundenen Zuschreibungen.
    Aber wie in allen Branchen besteht ein Riesenunterschied zwischen dem, was nach außen präsentiert wird und dem "internen Betrieb". Das kennen wir von anderen Feldern wie Politik, Religion etc. auch, aber der Kunstbetrieb zeichnet sich durch besondere Verschwiegenheit aus. Erst in letzter Zeit werden diese Mechnismen von Insidern etwas gelüftet: ich denke da an die Bücher "Hype" von Piroschka Dossi und „Gesucht: Kunst! Pantombild eines Jokers” von Wolfgang Ullrich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Die Künstlerin war wohl auch unter Druck, sich zu dem Konzept des Kurators noch passender zu machen..Ich war erstaunt darüber, wie klar das zu sein scheint : eben das, was Du als gängige Ausstellungspraxis ja schon wiederholt beschrieben hast.

    Wenn also der Künstler mehr Chancen hat, ausgewählt zu werden, der etwas beliebiger ist d.h. mehrere " Aufhänger " hat, so birgt das sicher Gefahren eben nicht zu stringent einer Linie ( wenn man sie denn hat ) zu folgen..
    Schade..und sicher auch belastend.
    Es ist bei einem jungen Künstler im Grunde ziemlich egal, was er macht. Wichtig ist, dass er bereits auf der Akademie (die braucht er allerdings), Kontakte knüpfen kann, so dass er so früh wie möglich "im Betrieb" wahrgenommen und zu Ausstellungen eingeladen wird. Was er dort zeigt, ist unerheblich (das kann man hinbiegen), er muss seinen Namen ins Spiel bringen. Dazu sind eine interessante Künstlerstory, der passende Wohnort und ein entsprechender Habitus oft wichtiger als die Arbeiten.
    Eine Reihe von Ausstellungen in renommierten Galerien und Ausstellungshäusern ist die Voraussetzung für einen guten Platz im Ranking, das wiederum zu weiteren Kuratoreneinladungen führt.

    Hilfreich ist in jedem Fall auch ein guter Galerist, der dauernden Kontakt zu Museen, Kunstvereinen etc. und seine Künstler dort "unterbringt". Allerdings haben die wenigsten Künstler solche Galeristen, und auch wenn sie einen finden, funktioniert es so, dass Galeristen zwar immer wieder neue Künstler "ausprobieren", aber wenn es nach ein paar Jahren noch nicht läuft, sind diese wieder draussen. Das selbe kann passieren, wenn der Galerist Pleite macht: dann fallen oft auch die Künstler hinten runter.

  10. Avatar von pia-pinxit
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    26

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Diese Vorstellung soll beim Publikum ja auch erzeugt werden . Man darf nicht vergessen, dass Kunst auch so etwas wie eine Marke ist, und wie bei allen Marken spielt das Image eine sehr große Rolle - je unklarer die Qualitätskriterien eines "Produkts" sind, desto wichtiger werden die damit verbundenen Zuschreibungen.

    Es ist bei einem jungen Künstler im Grunde ziemlich egal, was er macht. Wichtig ist, dass er bereits auf der Akademie (die braucht er allerdings), Kontakte knüpfen kann, so dass er so früh wie möglich "im Betrieb" wahrgenommen und zu Ausstellungen eingeladen wird. Was er dort zeigt, ist unerheblich (das kann man hinbiegen), er muss seinen Namen ins Spiel bringen. Dazu sind eine interessante Künstlerstory, der passende Wohnort und ein entsprechender Habitus oft wichtiger als die Arbeiten.
    Eine Reihe von Ausstellungen in renommierten Galerien und Ausstellungshäusern ist die Voraussetzung für einen guten Platz im Ranking, das wiederum zu weiteren Kuratoreneinladungen führt.

    Hilfreich ist in jedem Fall auch ein guter Galerist, der dauernden Kontakt zu Museen, Kunstvereinen etc. und seine Künstler dort "unterbringt". Allerdings haben die wenigsten Künstler solche Galeristen, und auch wenn sie einen finden, funktioniert es so, dass Galeristen zwar immer wieder neue Künstler "ausprobieren", aber wenn es nach ein paar Jahren noch nicht läuft, sind diese wieder draussen. Das selbe kann passieren, wenn der Galerist Pleite macht: dann fallen oft auch die Künstler hinten runter.
    Natürlich, das Gedränge am Markt ist so groß, dass ein gutes "Management" - wie in allen Bereichen des Showgeschäfts - extrem wichtig ist. Wer wollte sich da anderen Illusionen hingeben? Doch es gibt immer auch jene, die sich nicht an die Spielregeln halten und dennoch Karriere machen, um mal dieses oppositionspolitisch unkorrekte Wort zu benutzen, die Nischen finden, über die sie die gängigen Wege aushebeln können. Und derer gibt es auch im Kunstbetrieb viele. Die Galerien, Museen etc. sind nur eine Schiene, die Künstlerförderung ist eine weitere. Sicherlich läuft auch hier manches über Kontakte ab, aber es gibt auch wiederum Gegenbeispiele. Entscheidend ist in jedem Fall, zu wissen, wie die Spielregeln sind, um sie unterlaufen zu können.

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