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  1. Avatar von Okzidentalia
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und die Ahnung hat er dann durch den Titel und nicht durch das Dargestellte. Ich finde diese Mitschwimmen auf einer Welle fürchterlich und billig.
    Das Gemäl von Richter könnte auch "Syrien" oder "Nebel in London" heißen. Ich finde es lächerlich.
    Sorry, ich spring einfach mal hier bei Dir rein.

    Titel sind in der "modernen" Kunst ein literarisches Element und Bestandteil der Arbeit, nicht deren Erklärung, allenfalls Assoziationen, Hinweise, Bezugnahmen etc. der Künstlerin / des Künstlers. Zur Darlegung der künstlerischen Absichten dienen bzw. dienten ggf. Manifeste etc.. In historischen Epochen erschlossen sich Werke auch erst über die Kenntnis z.B. des Bibel- oder Mythologiekontextes (gerade bei letzterem passt das Stichwort Bildungselite). Heute gibt es kaum einen allgemein verbindlichen inhaltlichen Kontext mehr, ausgenommen die Kunstgeschichte. Auch in Bezug auf die Darstellungsweise gibt es keinen Konsens mehr.

    Wenn ich als kunsthistorisch völlig unbedarfte Betrachterin heute ein historisches Kunstwerk betrachtete, würden sich sich mir auch nicht alle Ebenen erschließen.

    Zu "Holocaust" und "Richter": Soweit mir bekannt, gibt es keine allgemein verbindliche Richtlinie, wie jemand individuell mit einem gesellschaftlich relevanten Thema umzugehen hat. Kunstwerke sind seit jeher individuelle Aussagen. Bei Richter erschließt sich manche Bedeutung erst aus dem Werkzusammenhang, da er in Serien arbeitet. Außerdem diskutiert er durch seine Bilder ja gerade die Frage, was ein Kunstwerk überhaupt aussagen kann. Insofern ist es verständlich, dass sie "leer" wirken.
    Sein ereignet sich dauernd und ist doch ein Mysterium.

    Groß zu denken heißt, über Grenzen hinweg zu denken, ohne dabei grenzenlos zu sein.

    Manche Dinge erscheinen nur auf den ersten Blick widersprüchlich:
    Wer zuerst kommt, malt zuerst - aber wer zuletzt lacht, lacht am besten!

  2. Avatar von lapoupeequiditnon
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Danke, Okzidentalia für diesen sehr interessanten Beitrag...

    Gerne würde ich mehr von Dir zum Thema Kunstfundstücke lesen.
    non

    oui


    “Fashion is not something that exists in dresses only. Fashion is in the sky, in the street, fashion has to do with ideas, the way we live, what is happening.” Coco Chanel

  3. Avatar von Okzidentalia
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von lapoupeequiditnon Beitrag anzeigen
    Danke, Okzidentalia für diesen sehr interessanten Beitrag...

    Gerne würde ich mehr von Dir zum Thema Kunstfundstücke lesen.
    Dankeschön Mach ich gern, wenn ich was Interessantes hab.
    Sein ereignet sich dauernd und ist doch ein Mysterium.

    Groß zu denken heißt, über Grenzen hinweg zu denken, ohne dabei grenzenlos zu sein.

    Manche Dinge erscheinen nur auf den ersten Blick widersprüchlich:
    Wer zuerst kommt, malt zuerst - aber wer zuletzt lacht, lacht am besten!


  4. Registriert seit
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Der "Salvator mundi" brachte 450 Millionen Dollar und ein paar Zerquetschte. Ein Kunsthistoriker meinte:"Man sieht, was gutes Marketing aus einem Furz machen kann!"
    Es gibt keinen schlüssigen Beweis für ein Leben nach dem Tode. Andererseits spricht nichts dagegen. Zerbrich dir nicht den Kopf! Du erfährst die Wahrheit früh genug.

  5. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Im Berliner HKW (Haus der Kulturen der Welt) läuft noch bis zum 8.1.18 eine hoch interessante Ausstellung zum Einfluss der CIA im Deutschland der Nachkriegszeit.

    Zwar war schon seit längerem bekannt, wie massiv und gezielt der CIA die Kultur in D ab 1945 beeinflusste (vor allem die Schriftstellerverbände) und es gibt auch schon länger ein Buch dazu ("Wer die Zeche zahlt"), aber so richtig aufgearbeitet wird dieses Thema interessanterweise erst jetzt - wo den Europäern von Trump unmissverständlich klar gemacht wurde, dass die USA nicht der liebe "große Bruder" sind und die Devise heisst "America first".

    Wie die Russen nutzten auch die Amis die Kultur als ein Instrument des Kalten Krieges.

    Die Ironie daran ist, dass die Kunstgeschichte im 20. Jh. vermutlich ohne diese Interventionen ganz anders verlaufen wäre. Noch bis zum zweiten Weltkrieg existierten die unterschiedlichen Strömungen neben einander: Die beginnende Abstraktion aus dem vor-revolutionären Russland ebenso wie die figürliche Neue Sachlichkeit und der Surrealismus oder die Experimente von Duchamp.

    Die strikte Trennung in "figürliche" Kunst in Russland und der DDR versus abstrakte Strömungen im Westen war eine politische Inszenierung. Trotzdem beteten Generationen von Kunsttheoretikern und Künstlern sie im Osten wie im Westen kritiklos nach. Es wurde in den Kunstakademien auch nie wirklich begründet, warum - es war einfach so, basta.
    Geändert von Inaktiver User (04.12.2017 um 12:52 Uhr)

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