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  1. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gelegentlich kam das Gespräch auf die Technik, auf die Frage, wie er - der Künstler - etwa Natur versteht. Eher wurde das Phänomen besprochen, wie Gertsch ein Jahr ein Bild im Kopf hat, das über diesen Zeitraum wächst.
    Ein Bild im Kopf? Was heisst das konkret? Arbeitet er mit Fotos oder nicht?

  2. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Bild im Kopf? Was heisst das konkret? Arbeitet er mit Fotos oder nicht?
    Natürlich arbeitet er mit Dias. Aber schaut Dir Johanna an, vergrößere das Bild, schau Dir die Pupillen an, die Haaransätze, die Wimpern. Das sind Details, die sind im Dia nicht vorhanden. Thema der Ausstellung: "Natur", die Natur wächst, und so wachsen seine Bilder, aus sich selbst heraus.
    Geändert von Inaktiver User (12.12.2013 um 12:29 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Natürlich ist es eine stupende handwerkliche Leistung, so etwas zu malen. Ich frage mich nur, welches Konzept dahinter stehen könnte - abgesehen von der Präsentation handwerklicher Brillanz.

    Das Bild ist reine Oberfläche. Zwar kann man jedes Härchen von Johanna sehen, aber das Bild sagt nicht mehr aus als die riesengroßen Portraitfotos von Thomas Ruff.

    Die Darstellungsweise entspricht der von Fotos und hat mit Portraitmalerei wenig zu tun, weil sich die menschliche Wahrnehmung stark von der optischer Apparate unterscheidet. Ein Mensch tastet das Gesehene ab, sein Blick springt von einem Element zum anderen, er kann nie das ganze Bild gleichzeitig wahrnehmen oder speichern. Gleichzeitig wird die Wahrnehmung vom Beobachter selbst beeinflusst: Von seiner Neugier, seinen optischen Präferenzen, seinen Emotionen.
    Das ist etwas völlig anderes als das mechanische Speichern von Licht oder Pixeln.

    Alle großen Maler versuchten, diesen Akt der Wahrnehmung in ihren Portraits sichtbar zu machen - auch wenn sie scheinbar "realistisch" arbeiteten. Dadurch wirkten ihre Portraits lebendig - s. das Selbstportrait von Lucian Freud.
    Selbst bei frühen Portraits, wie denen von Cranach waren stets der Maler und sein Eindruck des gemalten Modells zu spüren.

    Alle diese Bilder haben eine "Handschrift", einen Duktus, der Eindrücke vermittelt, die weit über das hinaus geht, was eine Maschine abbilden kann.
    Genau das fehlt mir bei dem Bild von Gertsch: Es ist reine Oberfläche, die inhaltlich keinen Schritt über das hinaus geht, was auch ein Apparat abbilden kann. Man spürt weder den Maler noch sein Modell, keine Emotion, nichts.

    Dass man jedes Härchen im Detail sehen kann, ist für mich noch keine adäquate Form, Natur darzustellen. Wenn man durch ein Mikroskop schaut, sieht man noch viel detaillierter und genauer - mit Kunst hat das nichts zu tun.

    Gerade das "Gewachsene" kann ich bei Gertsch überhaupt nicht sehen. Da wächst nichts, da friemelt jemand Oberflächen nach Vorlage. Ist zumindest mein Eindruck

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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Die älteren Bildern aus den 70ern leben vom Kontrast der 'klassischen' aufwändigen Malweise und
    den Portraitierten aus der Zürcher Untergrundszene. Der detailtreu abgemalte zugeaschte Unterteller
    ironisiert das ganze Vorhaben. 'Denn von Dingen, die wir in der Wirklichkeit nur ungern erblicken, sehen wir mit Freude möglichst getreue Abbildungen' wusste schon Aristoteles.

    Die späteren Bilder enthalten nichts mehr von diesem Widerspruch in sich und schrammeln nach meinem Gefühl auch manchmal knapp am Kitsch vorbei.
    Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

  5. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Die Inszenierung auf dem Tisch erinnert mich an Spoerri.

    Dieses Video zeigt die Arbeitsweise von Gertsch: Er arbeitet mit einem formatfüllenden Dia seines Motivs, das er auf die Leinwand projiziert. Natürlich wird in dem Video vor allem gezeigt, wie er mit dem Pinsel malt - aber es gibt auch ein paar kurze Momente, in denen man sieht, wie er den Projektor einschaltet und nach der Vorlage arbeitet.

    Interessant finde ich, dass er die einzelnen Bildpartien nach einander malt. Im Gegensatz zu Malern, die "frei" arbeiten und stets das ganze Bild im Auge behalten müssen, pinselt er die fotografische Vorlage detailgetreu nach. Das ist eine enorme Fleißarbeit, erinnert mich aber auch ein wenig an "Malen nach Zahlen".

  6. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Viel Spass! Oder mangelnder Respekt.

  7. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Drei Monate lang haben die Anwälte ausgehandelt, dass seine Kunst gezeigt werden darf: Aus Vlad Mamyshev-Monroes Serie „StarZ

    „Solange man es nicht schwul nennt“: Was alles bedacht werden muss, wenn man eine Werkschau zeitgenössischer europäischer Kunst ausgerechnet in Russland zeigt. Eine Begegnung mit dem Deutschen Kasper König in St. Petersburg, wo er die diesjährige Manifesta kuratiert.

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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Marcel Odenbach, Papierarbeiten. Weniger Arbeiten auf Papier als mit Papier.
    Riesige Collagen, die auf Entfernung aussehen wie gemalt, aber, wenn man näher
    herantritt, in eingefärbte Bild- und Zeitungsschnipsel zerfallen.
    Die äußere Darstellung erscheint oft harmlos - tritt man
    näher heran, besteht etwa der Schirm einer Stehlampe im altdeutschen Stil aus
    mittelalterlichen Folterszenen und der Bewohner des dargestellten Wohnzimmers war,
    wie man aus dem Katalog erfährt, Hitler auf dem Obersalzberg.

    Solche zum Teil etwas platte Wechselwirkungen durchziehen viele Arbeiten.

    Die Themen sind typisch 68er, Nazizeit, Kalter Krieg und Kolonialismus, der
    Künstler ist politisch und nicht privat und will das Publikum verändern.

    Auf Distanz wirken die Motive auch ohne den Belehrungsschnipselgehalt.
    Der visuelle und gedankliche Übergang von Makro- in Mikrodarstellung
    spielt sich dann mehr in der Gefühlsebene ab, die bei einem Ausstellungsbesuch
    ja nicht leer ausgehen sollte.

    Die Austellung ist leider schon beendet, aber dieser bisher weniger bekannten
    Seite des Videokünstlers Odenbach wird man in nächster Zeit wohl öfter begegnen.
    Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Melin Beitrag anzeigen
    Die älteren Bildern aus den 70ern leben vom Kontrast der 'klassischen' aufwändigen Malweise und
    den Portraitierten aus der Zürcher Untergrundszene. Der detailtreu abgemalte zugeaschte Unterteller
    ironisiert das ganze Vorhaben. 'Denn von Dingen, die wir in der Wirklichkeit nur ungern erblicken, sehen wir mit Freude möglichst getreue Abbildungen' wusste schon Aristoteles.

    Die späteren Bilder enthalten nichts mehr von diesem Widerspruch in sich und schrammeln nach meinem Gefühl auch manchmal knapp am Kitsch vorbei.
    Schöne Diskussion !

    Das hier gezeigte Bild erinnere ich gut...

    Es gibt ein Bild von diesem Bild und in diesem bin ich zu sehen... stehe vor dem Bild und bin mittendrin...im Mülll ... auch mit schwarzem Rollkragenpulli...

    Das hat was :-) finde ich...
    non

    oui


    “Fashion is not something that exists in dresses only. Fashion is in the sky, in the street, fashion has to do with ideas, the way we live, what is happening.” Coco Chanel

  10. User Info Menu

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Das Bild wurde mittlerweile von einem unbekannten Bieter ersteigert und hängt jetzt in irgendeinem Loft, oder liegt bei Dunkelheit und konstant 10 Grad im Tresor eines Freeports.
    Die Versteigerung des Bildes hat damals ziemliche Wellen geschlagen, denn es wurde von einem Museum eingeliefert. Darf sich so eine Institution von hoch gehandelten Einzelwerken trennen, um Geld für Neuerwerbungen in seine Kassen zu spülen?
    Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

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