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  1. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    @Pia
    Die Bilder sehen ja wirklich ein bisserl nach Stalin oder Hitler oder Mussolini aus . Der/die das kauft, versteckt es vermutlich in ein paar Jahren vor den Gästen
    Colonna
    Die Bilder dürften hauptsächlich auf Sammler in den USA zielen. Sie sind es ja, die wie verrückt die "Leipziger Schule" kaufen. Die Amerikaner haben viel weniger Berührungsängste gegenüber diesen Stilmitteln, die für uns Europäer untrennbar an faschistische Kunst und kommunistischen Realismus gekoppelt sind.
    Und obwohl den Amis nach dem Krieg die Abstraktion mehr oder weniger aufgezwungen wurde - es war der Versuch, eine genuin "amerikanische" Kunst aufzubauen - darf man nicht vergessen, dass im ganzen englischsprachigen Raum realistische Kunst immer schon hohe Wertschätzung genoss. Ich nehme an, für die Amerikaner sind diese Stilmittel einfach schön exotisch.

    PS: Spiegel lese ich schon lange nicht mehr, ich finde, der hat seit Jahren schon schrecklich nachgelassen. Ich mag immer noch die ZEIT am liebsten - auch das Layout, die Illus, die ganze Aufmachung sind ein Genuss.

  2. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Pia

    GENAU das machte ich auch, da ich auch hier in D einen Bericht über Norbert Bisky in der Tagesschau sah..

    und dachte an diesen Strang und Medienhype..

    Bisky betonte ja in dem Interview, dass er " nun ganz in der Gegenwart angekommen " sei und nichts mehr an " den Osten " in seinen Bildern erinnere..
    Mir schien es so, als sage er das etwas verquält..erklärend..als sei ihm alles KLAR und gar nicht ( mehr ? ) recht und wolle nun weg von diesem Etikett, das ihm ja überhaupt erst zu der großen Popularität verholfen hat..

  3. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Bisky betonte ja in dem Interview, dass er " nun ganz in der Gegenwart angekommen " sei und nichts mehr an " den Osten " in seinen Bildern erinnere..
    Mir schien es so, als sage er das etwas verquält..erklärend..als sei ihm alles KLAR und gar nicht ( mehr ? ) recht und wolle nun weg von diesem Etikett, das ihm ja überhaupt erst zu der großen Popularität verholfen hat..
    Hallo Linwen,
    ja, den Eindruck hatte ich auch.
    Er vergißt dabei nur, dass man auf die Nase fallen kann, wenn man die Marke verläßt, mit der man bekannt geworden ist.
    Ein Beispiel dafür sind all die Musiker, die als Teil einer Gruppe bekannt wurden - nur den wenigsten von ihnen gelang es, als Einzelperson die Karriere weiter zu führen.

    Ähnlich war es in der klassischen Moderne, wenn Künstler versuchten, ihr "Markenimage" zu verlassen - ob das die figürlichen Bilder von Malewitsch und Lucio Fontana waren, die komplett von der "Marke" abwichen oder die Häuserbilder von Antes (von dem man weiterhin "Kopffüßler" erwartete). Das Publikum zieht nicht mit.

  4. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    @Pia
    Vielleicht beweisen die Amis auch bei gegenständlicher Kunst einen besseren Geschmack, als ihnen gemeinhin zugetraut wird.

    Er vergißt dabei nur, dass man auf die Nase fallen kann, wenn man die Marke verläßt, mit der man bekannt geworden ist.
    Auf die Nase fallen müsste der Mann nicht, wenn er eine andere Kunstrichtung einschlagen würde, dumm wäre nur, leugnete er, was er selbst dokumentiert hat .
    Vielleicht jedoch stolpert er über eigenes Gedankengut.
    In einem Interview sagte er z.B., Berlin sei im Vergleich zu Rio "eine erschreckend weisse Stadt", in der viel Realität fehle
    Na dann!
    Colonna

  5. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    In einem Interview sagte er z.B., Berlin sei im Vergleich zu Rio "eine erschreckend weisse Stadt", in der viel Realität fehle
    Na dann!
    Colonna
    Wahrscheinlich vermisst er in Berlin die täglichen Überfälle auf der Straße. Ein Kollege, der aus Rio stammt, erzählte mir schon vor 20 Jahren, seine Freunde dort hätten immer ein wenig Kleingeld in der Tache, damit sie dieses bei einem Überfall schnell aushändigen könnten und ein Verwandter in Sao Paulo ist mit seinen siebzig Jahren stolz darauf, sich bei Überfällen schnell fallen lassen zu können.
    Da ist es in Berlin geradezu langweilig.

  6. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    @Pia
    Mir erzählte eine Bekannte, dass man ihr am Strand von Rio ein Beutelchen, dass sie um den Hals gehängt hatte, versuchte, zu entreissen. Schon wegen der fehlenden Copa Cabana in Berlin nicht möglich

    für Linwen

    ein Stück, passend zu ihrem Möbel

    Es stammt von 1830; ich sah ein noch viel schöneres Werk, eine Chiffoniere von 1810 aus München.
    Bei dem gezeigten ist zwar das Furnierbild handwerklich schön einheitlich gestaltet, jedoch hatte die Chiffoniere bedeutend sorgfältiger hergestellte Schlüsselschilder aus dunklem Holz und wirkte noch kunstvoller durch die höhere Anzahl an Laden (7, für jeden Wochentag eine), die nach obenhin schmäler wurden.

    Colonna

  7. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Danke Colonna
    Am liebstens sind mir die frühen ganz schlichten Möbelentwürfe

    - Sinnentsprechung und Einfachheit.. ja..

    hier : Stuhl, Berlin, 1805–10,
    Entwurf Friedrich Gilly (Altdamm/Stettin 1772-1800 Karlsbad), zugeschrieben,
    Buche, schwarz poliert, erneuerte Polsterung

    http://www.berlindesignblog.de/wp-co...uhl_Berlin.jpg

    http://www.berlindesignblog.de/index...r-einfachheit/

    Besonders gern mag ich meinen kleinen Kirschholz-Schreibtisch auf dem der PC steht : ganz schlicht..nur ein Schubfach mit schwarzer Leiste..sich nach unten verjüngende eckige Beine..sehr zierlich und sehr unspektakulär..
    In der Art wie dieses Nähtischchen

    http://www.antiquitaeten.com/inserat...1185897186.jpg

    Aber noch einmal zu Norbert Bisky

    Oliver Korner von Gustorf schrieb in der WamS einen Aritkel über " Moderne Katastrophen am barocken Himmel " :-) ..und meint damit die Ausstellung im Berliner Haus am Waldsee ..und beginnt damit, dass man dort das Merkwürdigste sehen könne, was man seit langem gesehen habe : und meinte damit die ANDACHT der Betrachter : " Unter Waldorfschüler, Escadajäckchen und Kaschmirschals mischte sich der Geschmack von Sperma und Blut "

    Aha :

    Und zum Schluss droht er mit gar Fürchterlichem, nachdem er jedoch zurecht gerückt hat, dass Bisky völlig oberflächlich rezipiert in die Kunstgeschichte eingehen könne..und er ( Bisky ) es nicht gar nötig habe, Referenzwerken in der Ausstellung gegenüber gestellt zu werden..( Jim Dine /Baselitz )

    er ( K.v. G.) DROHT : Nachdem Gerhard Richter ein Fenster im Kölner Dom gestaltete und auch Neo Rauch sich im Nürnberger Dom verewigen wird, wäre es doch an der Zeit, dass auch Norbert Biskys sakrale , homoerotische Kunst in Gotteshäuser einzieht "

    Oha.. ;-)))

    Zum Thema " Kunstmarkt " erwähnt Christiane Hofmanns Bruno Brunett und man kann lesen, dass er laut seufzt : " Die Eigendynamik, die der Kunstbetrieb in den vergangenen Jahren entwickelt hat, geht mir auf die Nerven "

    Er ist aber nicht allein damit, glaube ich..

  8. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Und zum Schluss droht er mit gar Fürchterlichem, nachdem er jedoch zurecht gerückt hat, dass Bisky völlig oberflächlich rezipiert in die Kunstgeschichte eingehen könne..und er ( Bisky ) es nicht gar nötig habe, Referenzwerken in der Ausstellung gegenüber gestellt zu werden..( Jim Dine /Baselitz )

    er ( K.v. G.) DROHT : Nachdem Gerhard Richter ein Fenster im Kölner Dom gestaltete und auch Neo Rauch sich im Nürnberger Dom verewigen wird, wäre es doch an der Zeit, dass auch Norbert Biskys sakrale , homoerotische Kunst in Gotteshäuser einzieht "
    Dazu passt: "Eure Rede aber sei Ja, Ja! Nein, Nein! Was darüber ist, ist vom Übel!


    Colonna

  9. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Nochmal Biedermeier, diesmal das reizende


    Töchterchen des Ehepaares Werner

    In dem von dir hereingestellten link, liebe Linwen, wird darauf hingewiesen, dass die Möbel des Biedermeier keineswegs spiessig und langweilig waren.
    Das habe ich z.B. nie angenommen; handwerklich erstklassig gearbeitet, sehr zurückhaltend und elegant, sofern sie aus guten Werkstätten kamen.
    Spiessig waren vielleicht manche Menschen, in ihrer unpolitischen Art. Aber die war ja wohl erzwungen.
    Heute hörte ich, wie sehr z.B. sogar die Musikgewohnheiten der Bevölkerung kontrolliert wurden. Man sah Gesangsvereine scheelen Auges, waren sie doch ein Ort der Versammlung.
    Zum Glück (oder vielleicht auch das nicht generell) war nicht erkannt worden, dass der wirtschaftliche Aufschwung des Bürgertums sehr wohl politische Folgen hatte.
    Gruss Colonna

  10. Inaktiver User

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Ja, Colonna
    gelebt hätte ich auch lieber unter den Dichtern und Denkern der " Aufklärung " im 18.Jahrhundert..
    Dann gerne auch mal auf der Chaiselongue sitzend und Georg Christoph Lichtenberg, der aus seinen Sudelbüchern vorliest, lauschen und mich amüsieren..
    Schöne Korrespondenzen führen..Briefe schreiben und empfangen..aber das kann man ja zum Glück auch heute noch.. sogar per Internet, es muss ja nicht immer Chattersprech sein..
    und man muss auch nicht Wochen warten bis der Brief per Postkutsche gebracht wird..

    Der Gründer des Trendbüros Hamburg, Peter Wippermann , Professor für Kommunikationsdesign in Essen bescheinigte der heutigen Zeit auch eine Sehnsucht nach Vertrautem..wenn alles so schnelllebig ist..

    " Je schneller die Welt sich dreht, desto konservativer werden wir " meint er..

    Das steht dann dem " upgrading " entgegen, dem immer wieder das beste, neueste Produkt haben zu müssen..

    Und wie komme ich nun von den Briefen auf Wippermann ? :-) Weil er auch meint, dass heute " mediale Nähe " mindestens so wichtig geworden ist wie räumliche..

    Ein interessanter Gedanke..der gar nicht so unheimlich ist, wie er vielleicht zuerst anmutet : sondern fast etwas romantisches hat...im Sinne der Nähe der Nähe in der Korrespondenz dereinst und nicht das Fehlende fokussiert, sondern die Bereicherung, die dieses Mediale sein kann Kommunikationamöglichkeit..und ja auch echte Nähe.. , na zumindest auch so viel wie dereinst mit Tinte und Feder auf feinstes Bütten geschrieben..gestern wie heute kommt es auf Inhalt ..Absender und Adressat an....

    Diese Kunstplauderei hier im Strang erinnert mich auch an interessante Salonplaudereien..mal tiefergehend, mal plaudereiger.. aber immer bereichend..

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