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Thema: Kryptoart

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    Kryptoart

    Das Auktionshaus Christie‘s versteigerte am Donnerstag ein digitales Kunstwerk des Künstlers "Beeple" für 69,3 Millionen US-Dollar.
    "Beeple" ist der Künstler Mark Winkelmann, der seit Jahren seine digitalen Werke frei zugänglich auf Tumblr veröffentlichte.

    Aufgrund ihrer beliebigen Reproduzierbarkeit tat sich der klassische Kunstmarkt lange schwer mit digitalen Kunstwerken. Nun aber gibt es eine neue Möglichkeit, Bildern und anderen digitalen Werken ein Echtheitszertifikat in Form eines NFT, eines „Non-Fungible-Token“, zu verpassen und sie damit als "Originale" zu kennzeichnen.

    Das Prinzip der NFTs: Mithilfe der Blockchain-Technologie, wie wir sie von Krypto-Währungen kennen, werden die Dateien über ein Netzwerk von Rechnern fälschungssicher verschlüsselt. Während Krypto-Währungen als universelle Zahlungsmittel von ihrer Austauschbarkeit leben, sind NFTs nicht austauschbar („non-fungible“). So können sie die Echtheit einer Datei zertifizieren und den Käufer als Besitzer des Originals ausweisen. Damit werden digitale Produkte besser handelbar.

    Auf entsprechenden Online-Marktplätzen werden digitale Kunstwerke, wie Bilder, Songs oder GIFs, für Unsummen ersteigert. Damit wird auch die sogenannte Kryptoart für Sammler*innen und den traditionellen Kunstmarkt interessant. Die Kommerzialisierung und Monetarisierung digitaler Kultur schreitet fort. Für Künstler kann das ein Vorteil sein, denn damit erschließen sie sich einen ganz neuen Markt.

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    AW: Kryptoart

    In den Feuilletons renommierter Zeitschriften ist das Echo einhellig: Grauenvoll schlechte Kunst, totaler Kitsch.

    Der Großteil der Arbeiten, die auf den Plattformen für Kryptokunst angeboten werden, entspricht sicher nicht dem, was man sich im etablierten Kunstbetrieb unter "Kunst" vorstellt. Andererseits: Ist die Hochkunst mit ihren bemühten Arbeiten zu den üblichen PC-Themen Gender, Diversity, Klima etc. nicht ebenso kitschig, nur eben auf einer anderen Ebene?

    Was, wenn die bisherigen Gatekeeper der Kunstszene, die Galeristen, Kuratoren, Kunsttheoretiker und Kunstberater ein Stück weit entthront werden, weil die Entwicklung an ihnen vorbei, direkt vom Künstler zum Kunden geht? Bisher ließen sich Sammler, die größere Summen anlegen wollten, von Galeristen beraten. Dabei ging es oft mehr um Rendite und bekannte Namen als um echtes Interesse.

    Der Onlinehandel spielte bisher keine große Rolle und schon gar nicht reproduzierbare digitale Kunst. Wenn aber nun über NFT einem digitalen Werk ein Originalstatus und damit ein Wert zuerkennt wird und renommierte Auktionshäuser in diesen Handel einsteigen, darf man gespannt sein, was passiert.
    Dann entscheidet nur noch der Markt.

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