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Thema: Kunst ??!?

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    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    es soll ja welche geben, die auch das Vergackern anderer zur Kunstform erheben...

    Bei Dali meine ich durchaus ein gewisses Mass an Ironie zu erkennen, und ein Spielen mit Klischees.

    Jene, die es nur fürs Geld und nur für die Eitelkeit machen, würden das ja wohl vermutlich nicht so offen zugeben. Oder?

    grüsse, barbara
    Bei Dali bin ich mir nicht sicher, wie groß der Anteil an Ironie ist, im Verhältnis zur Naivität, Eitelkeit, Psychose ...

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    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von zio Beitrag anzeigen
    Du darfst nicht vergessen, wieviel Zeit gerade früher (und auch heute) für ein gutes Bild verwendet wurde. Die meisten alten Meister verwendeten die Schichtmalerei, dabei wurde ein Ölbild über lange Zeiträume mit dazwischenliegenden Trocknungszeiten langsam aufgebaut. Auch heute werden viele Ölbilder mithilfe dieser Technik hergestellt, das bedeutet lange Arbeitszeiten am Bild. Liebe Grüße
    Zio
    Der Preismarkt für Kunstwerke ist sehr heterogen. Die Spitzenpreise für alte Werke oder die klassische Moderne sowie für manche zeitgenössische Kunst sind im Verhältnis zur Arbeitszeit nicht mehr zu erklären. Dabei spielen ganz andere Mechanismen hinein. Viele Arbeiten der zeitgenössischen Kunst liegen dagegen in der Regel bestenfalls im zweistelligen Tausenderbereich.

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    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von Calmerina Beitrag anzeigen
    Der Preismarkt für Kunstwerke ist sehr heterogen. Die Spitzenpreise für alte Werke oder die klassische Moderne sowie für manche zeitgenössische Kunst sind im Verhältnis zur Arbeitszeit nicht mehr zu erklären. Dabei spielen ganz andere Mechanismen hinein. Viele Arbeiten der zeitgenössischen Kunst liegen dagegen in der Regel bestenfalls im zweistelligen Tausenderbereich.
    Mein Beispiel sollte eher den Unterschied zwischen Baumarkt-Kunstdrucken und Originalen erklären.

    Ich gehe oft durch Möbelhäuser oder Baumärkte und sehe viele angenehm anzusehende, dekorative Bilder (Kunstdrucke oder auf Leinwand aufgezogene Drucke) und ich denke, viele Menschen verbinden das mit Kunst, wenn sie ein passendes Bild fürs Wohnzimmer o.ä. suchen.

    Was m.E. auch legitim ist, je nach Zweck, den das Bild erfüllen soll.

    Liebe Grüße
    Zio

  4. Inaktiver User

    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von Calmerina Beitrag anzeigen
    Kunst ist mitnichten ein akademisches Feld.
    Kunst ist sehr wohl ein akademisches Feld. Es gibt Kunsthochschulen und das etablierte Feld der Kunsttheorien, beide auf einen universitären Level.

    Zitat Zitat von Calmerina Beitrag anzeigen
    Der Preismarkt für Kunstwerke ist sehr heterogen. Die Spitzenpreise für alte Werke oder die klassische Moderne sowie für manche zeitgenössische Kunst sind im Verhältnis zur Arbeitszeit nicht mehr zu erklären. Dabei spielen ganz andere Mechanismen hinein. Viele Arbeiten der zeitgenössischen Kunst liegen dagegen in der Regel bestenfalls im zweistelligen Tausenderbereich.
    Natürlich haben die Preise für Kunst nichts mit Arbeitszeit zu tun. Es sind Zuschreibungen, die sich aus dem Marktwert eines Künstlers ergeben.
    Viele Arbeiten der zeitgenössischen Kunst sind noch nicht mal verkäuflich - von Installationen, Performances und dgl. könnte man bestenfalls Fotos und Videos verkaufen. Dieses ganze Gerede von den hohen Preisen bezieht sich auf eine kleine Zahl weltweit etablierter Künstler.

    Das Einkommen bildender Künstler ist nach Erhebungen der Künstlersozialkasse äußerst gering, viele erreichen nicht einmal das Mindesteinkommen von ca. 6000,- Euro jährlich und werden deswegen nicht in die KSK aufgenommen. Von Spitzenpreisen keine Spur. Viele haben auch keine Steuernummer, sind also auch keine echten Freiberufler, sondern fallen steuerlich in den Bereich "Liebhaberei".

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    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von zio Beitrag anzeigen
    Mein Beispiel sollte eher den Unterschied zwischen Baumarkt-Kunstdrucken und Originalen erklären.

    Ich gehe oft durch Möbelhäuser oder Baumärkte und sehe viele angenehm anzusehende, dekorative Bilder (Kunstdrucke oder auf Leinwand aufgezogene Drucke) und ich denke, viele Menschen verbinden das mit Kunst, wenn sie ein passendes Bild fürs Wohnzimmer o.ä. suchen.

    Was m.E. auch legitim ist, je nach Zweck, den das Bild erfüllen soll.

    Liebe Grüße
    Zio
    Auch in etlichen Kunsthandlungen findest du solche Kunst, oft auch Originale. Aber vieles ist sehr standardisiert oder, wie Du schon sagtest, dekorativ. Mich persönlich interessiert solche Kunst nicht besonders, ich bin kein Dekofan, ich würd mir niemals ein Bild in die Wohnung hängen, um einen Akzent bei der Einrichtung zu setzen und dergleichen. Auch bei Reproduktionen bin ich skeptisch, weil diese nicht mit dem Original mithalten können. Es geht auch bei sehr guten Repros etwas verloren, sodass diese nicht die Wirkung des Originals 'rüberbringen und ich mich oft, fragte, was denn so toll an dem Bild sein soll - bis ich das Original sah ... Mir dient die Kopie allenfalls als Erinnerungsbrücke.

    Liebe Grüße
    Calmerina

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    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kunst ist sehr wohl ein akademisches Feld. Es gibt Kunsthochschulen und das etablierte Feld der Kunsttheorien, beide auf einen universitären Level.


    Natürlich haben die Preise für Kunst nichts mit Arbeitszeit zu tun. Es sind Zuschreibungen, die sich aus dem Marktwert eines Künstlers ergeben.
    Viele Arbeiten der zeitgenössischen Kunst sind noch nicht mal verkäuflich - von Installationen, Performances und dgl. könnte man bestenfalls Fotos und Videos verkaufen. Dieses ganze Gerede von den hohen Preisen bezieht sich auf eine kleine Zahl weltweit etablierter Künstler.

    Das Einkommen bildender Künstler ist nach Erhebungen der Künstlersozialkasse äußerst gering, viele erreichen nicht einmal das Mindesteinkommen von ca. 6000,- Euro jährlich und werden deswegen nicht in die KSK aufgenommen. Von Spitzenpreisen keine Spur. Viele haben auch keine Steuernummer, sind also auch keine echten Freiberufler, sondern fallen steuerlich in den Bereich "Liebhaberei".
    Hallo visual,

    Kunst und Kunsttheorie sind aber zweierlei Bereiche. Stimmt, Kunst und Kunsttheorie etc. sind akademische Studiengänge. Aber insbesondere in der Freien Kunst ist Akademismus nicht angesagt. Es gibt unter Künstlern seit Beginn der Moderne die verbreitete Aversion, dass alles, was jemand im Studium gelernt hat, eher hinderlich ist, eben akademisch (als Schimpfwort). Nicht grundlos haben viele berühmte Künstler der Moderne nur kurz oder gar nicht an Akademien studiert. Na klar, es gibt ebenfalls auch berühmte akademisch ausgebildete Künstler und in den vergangenen Jahrzehnten ist der Umgang mit dem handwerklichen Teil in der Kunst eher wieder entspannt geworden. Aber in vielen Akademien ist Akademismus selbst verpönt, etwa an der Hamburger Akademie, was dann wieder in einen modernen Akademismus mündet (Konzeptualismus), andere wie Karlsruhe und Berlin wiederum sind der Auffassung, zumindest im Grundstudium "handfestes" Malen und Zeichnen vermitteln zu müssen. Das zeigt beispielhaft, wie gegensätzlich und vielfältig es im Bereich Kunst zugehen kann, in dem auch "ernsthafte Autodidakten" zu Akzeptanz gelangen können.


    Ja, die Einkommenssituation vieler Künstler ist krass! Die hohen Preise, die für Werke mancher Künstler herausgeschlagen werden, folgen keinerlei rationalen Regeln. Damien Hirst hat bei der berühmten Sothebys-Auktion für viele seiner Werke mitgeboten und so den Preis "künstlich" nach oben getrieben. Ich habe den Verdacht, dass zumeist jene Künstler hohe Preise erziehlen, die handwerklich fundierte Arbeiten herstellen. Darauf fahren die Käufer denn doch wieder ab, auf "Kultur", Malkultur, grafrische Kultur ... deshalb ist mit Performances, Konzepten udgl. "vergänglichem Krams" finanziell nichts viel zu gewinnen. Vor einiger Zeit hat der BBK mal versucht, Honorare für Performances durchzusetzen, was daraus wurde, weiß ich gar nicht mehr ...

    L.G.
    Calmerina

  7. gesperrt

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    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von Calmerina Beitrag anzeigen
    Ich habe den Verdacht, dass zumeist jene Künstler hohe Preise erziehlen, die handwerklich fundierte Arbeiten herstellen.
    Das Handwerk muss natürlich stimmen, aber nur Handwerk allein reicht auch nicht für grosse Kunst. Gutes Handwerk rechtfertigt einen handwerklichen Preis: also Materialaufwand plus Zeitaufwand plus eine Marge, die zum Leben reicht. Da kommen keine Fantasiepreise raus.

    Für die wirklich hohen Preise muss man entweder genau den Zeitgeist erwischen und auf der Zeitgeistwelle surfen, was neben Talent und Fleiss auch das nötige Glück verlangt, und ein Minimum an kommerziellem Denken schadet auch nicht; oder sonst zeitlos klassisch sein, aber zeitlose Klassik erlebt ein Künstler naturgemäss nicht mehr, da die Bewährung der Zeit halt eben Zeit braucht.

    grüsse, barbara

    grüsse, barbara

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    AW: Kunst ??!?

    @Vanilla-Cookie

    In Deinem Anfangs-Posting hast Du Vieles vermengt. - Natürlich gibt es in der Kunst auch "Schrott". Doch wie fundiert ist diese Aussage? Beruht sie auf Kenntnis und ist bewusst "provokant" oder entsteht sie aus flüchtiger Betrachtung - Du sagtest, Dich nicht tiefgehender mit Dingen befassen zu wollen, die Du nicht spontan verstehst, was wiederum recht naiv erscheint, andererseits aber unbewusst nicht ganz am Thema vorbei geht, weil ernsthafte heutige Kunst sich immer auch mit sich selbst auseinandersetzt und so beim "naiven Betrachter" Missverständnisse entstehen. Was andere Mitposterinnen hier schon sagten, ist, dass davon auszugehen ist, dass sich ernsthafte Künstler mit aktuellen Theorien in der Kunst befasst haben und ihre Kunst darauf aufbaut, mittelbar oder unmittelbar und vom Betrachter erfordert das dieselbe Bereitschaft. Wir haben natürlich alle das Recht, etwas abzulehnen ...

  9. Inaktiver User

    AW: Kunst ??!?

    @Calmerina
    Der Anti-Akademismus ist der neue Akademismus Die Moderne ist inzwischen hundert Jahre alt, Duchamp ist bestens abgehangen und die klassische Moderne ist inzwischen ähnlich verstaubt wie es die Historienmalerei Ende des 19. Jh war.

    Die Preise folgen durchaus rationalen Regeln, nur werden sie nicht offen kommuniziert. Junge akademische Künstler haben die Chance, bis vierzig Karriere zu machen, bis dahin müssen sie es "geschafft" haben, denn dann steht die nächste Generation in den Startlöchern (über 90% sind mit vierzig raus aus dem Spiel).
    Die Preise orientieren sich nicht an handwerklichen Kriterien, sondern am Marktwert des Künstlers. Dieser baut sich über diverse Einzelausstellungen bzw. Beteiligungen an renommierten Ausstellungen, Messen und Museen auf. Den Sammlern geht es um Rendite, und die lässt sich nur bei bekannten Namen erzielen.
    Natürlich kann man auch auf dem Liebhabermarkt, in Kunstvereinen etc. Bilder verkaufen, aber die Preise dort erreichen nie den Level wie auf dem professionellen Kunstmarkt, weil sich diese Bilder nicht als Geldanlage eignen.

    Der BBK hat schon vor Jahren versucht, sich für Ausstellungshonorare stark zu machen. Daraus wurde nichts, weil sich die meisten Kunstvereine das gar nicht leisten könnten, viele Ausstellungen würden also schlicht nicht stattfinden.

    Ich kenne keinen einzigen akademischen Künstler, der von seiner Arbeit leben kann, alle haben Brotberufe, die meisten unterrichten.

    Zum Thema "Reproduktion" gibt es übrigens ein interessantes Buch von Wolfgang Ullrich ("Raffinierte Kunst"). Eine sehr luzide Analyse des Themas Reproduktion im Wandel der Zeit.

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    AW: Kunst ??!?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Für die wirklich hohen Preise muss man entweder genau den Zeitgeist erwischen und auf der Zeitgeistwelle surfen, was neben Talent und Fleiss auch das nötige Glück verlangt, und ein Minimum an kommerziellem Denken schadet auch nicht; oder sonst zeitlos klassisch sein, aber zeitlose Klassik erlebt ein Künstler naturgemäss nicht mehr, da die Bewährung der Zeit halt eben Zeit braucht.

    grüsse, barbara

    grüsse, barbara
    Mit dem Zeitgeist ist das aber so, dass dieser auch erst entsteht, in der Folge von bestimmten Kunstwerken. Also bedarf es normalerweise einer gewissen Hartnäckigkeit und Taktik, die eigenen Arbeiten so zu lancieren, sodass sie sich im Bewusstsein des Kunstmarktes zwecks Preisbildung festsetzen, der zumeist wieder nach anderen Regeln als der professionelle Ausstellungsbetrieb funktioniert, dessen "Eroberung" für die Presipolitik von Relevanz sein kann, aber nicht zwnagsläufig sein muss. Das ist in der Regel ein Prozess auf lange Distanz.

    Grüße
    Calmerina

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