Hallo,
ich werde mir demnächst eine Eigentumswohnung (zum selber drin wohnen) zum Geburtstag "schenken" ;-)
Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich die ETW möglichst schnell abbezahlen soll und mich anschließend um die (weitere) Altersvorsorge kümmere, oder ob ich es parallel laufen lasse.
Noch ein paar Entscheidungshilfen: ich werde 34 Jahre alt und könnte die Wohnung mit Sondertilgungen in etwa 15 Jahren abbezahlen - mit Gehaltserhöhungen vielleicht sogar noch 2-3 Jahre früher. Daneben könnte ich aber keine weitere Altersvorsorge betreiben. Alternativ könnte ich - statt Sondertilgungen zu leisten - das Geld sparen und (in Tages-/Festgeld und Aktien/Fonds) anlegen.
Riestern kann ich übrigens nicht, da ich die Voraussetzungen leider nicht erfülle.
Ohne Sondertilgung brauche ich wahrscheinlich knapp 30 Jahre, um die Wohnung abzuzahlen.
Momentan tendiere ich dazu, die Wohnung möglichst schnell abzuzahlen und mich anschließend um die weitere Altersvorsorge zu kümmern.
Was würdet Ihr empfehlen ?
Liebe Grüße
Tildaa
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
-
28.02.2008, 00:50
Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
-
28.02.2008, 11:44
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Die Frage ist: kannst du dir finanziell leisten, Sonderzahlungen für besondere Maßnahmen am Gesamthaus noch zu zahlen, wenn du die Wohnung kaufst? Wenn du dich wegen der Sonderzahlugnen finanziell blank stellst: lass es!
Deine Rechnung finde ich ulkig. Mit Sonderzahlungen 15 Jahre, ohne 30 Jahre ... da gibts doch noch genug Kombinationsmöglichkeiten dazwischen. Z.B. Geld ansparen und wenn der Kredit nach 10 Jahren endweder kündbar ist oder ausläuft, kannst du viel besser überblicken, ob du zusätzliches Geld brauchst für Sonderleistungen am Haus. Dann kannst du immer noch neu finanzieren mit geringerer Kreditsumme und einen Teil auslösen.
Ich würde mich für eine Wohnung NIEMALS blank ausziehen. Du brauchst schliesslich auch Rücklagen wnen du mal in Rente gehst. Und wovon willst du die Wohnung halten, wenn du verrentet bist und keine Zusatzrücklagen hast? Spätestens dann kommen die teuren Sachen.
Und vergiss den Zinseszinseffekt nicht. Wenn du erst mit 50 anfängst, die andere Altersvorsorge zu betreiben, dann musst du viel mehr Eigenkapital aufwenden, um die Summe zusammenzukriegen, die du für die Rente brauchst. Hast du dir mal ausgerechnet, wieviel das sein muss dann?Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
-
28.02.2008, 11:58
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Eine pure Frage der Rendite.
Was bringt die Geldanlage, was kostet der Kredit? Sind die Kosten höher, dann abzahlen. Ist die Rendite höher, dann ansparen.
-
28.02.2008, 12:09
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Ich bin im Prinzip für schnelles Abzahlen mit Sondertilgung, wann immer es möglich ist.
Aber vergleich doch einfach die nackten Zahlen. Wie viel Zinsen zahlst du für deinen Kredit, wie viel würdest du bei einer Geldanlage bekommen? Zu berücksichtigen ist auch die ungewisse Situation nach dem Auslaufen deiner Hypothek. Wie werden die Zinsen in 10 oder 15 Jahren sein, höher oder niedriger?
Während niedriger natürlich immer erstrebenswert wäre, ist ein höherer Zinssatz doch eher wahrscheinlich. Es ist dann ziemlich uncool, nach 15 Jahren festzustellen, dass man mit einer Standardtilgung von 1 Prozent fast nichts von den Schulden weggebracht hat, man aber für den Folgekredit noch tiefer in die Tasche greifen muss als die vergangenen Jahre.
Eine ETW in guter Lage mit guter Ausstattung nach 13 Jahren schuldenfrei zu haben, ist doch eine nette Sache. Dann bist du 46 Jahre, zahlst außer den Nebenkosten und den typischen Eigentümerkosten keinen Cent mehr für deine Wohnung und kannst dich volle Kanne in die Altersversorgung stürzen.
Der klassische Mittelweg wäre natürlich auch möglich. Hauptaugenmerk auf Tilgung und nebenbei eine kleine monatliche Sparrate von 100 oder 200 Euro, damit man da den Zinseszinseffekt mitnehmen oder an sensationellen Börsensteigerungen teilhaben kann."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
-
28.02.2008, 15:42
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Das funktioniert nur unter der Voraussetzugn, dass innerhalb dieser 15 Jahre keine Sonderkosten anfallen werden wie z.B. neue Heizung oder ähnliches, was spontan sehr viel Geld kosten kann. Darauf sollte man vorbereitet sein.
Wenn aber wegen der Sonderzahlungen kein Geld mehr da ist, um die sonstige Altersvorsorge zu betreiben, dann wird für so etwas auch nichts da sein. Unabhängig davon dass die Nebenkosten einer Eigentumswohnung IMMER über denen einer Mietwohnung liegen.
Einfach nur Rendite und Zinsen eines Kredites zu vergleichen, das reicht nicht.Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
-
28.02.2008, 17:14
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Wenn das Objekt mit Bedacht ausgesucht ist, also entweder neu oder älter mit entsprechenden Rücklagen, sind Reparaturen wirklich nicht der große Kostenfaktor.
In meinen ETW sind die Heizungsanlagen jeweils nach 20 Jahren erneuert worden, Kostenfaktor jeweils 560 und 679 Euro, das ist akzeptabel. Andere notwendige Renovierungsmaßnahmen(Malerarbeiten, Balkonsanierung, Fenster) werden in Normalfall komplett von der Rücklage bezahlt.
Es ist richtig, dass die Nebenkosten einer ETW höher als die einer Mietwohnung sind, das sind aber nicht wirklich relevante Kosten. Diese liegen bei mir in einer Größenordnung von ca 30 Euro pro Monat plus Rücklagen, bei einer Wohnungsgröße von ca 65 m². So gesehen sind die 160 und 190 Euro Wohngeld immer noch ein Schnäppchen, wenn man im Großraum München lebt und überlegt, was hier sonst eine Wohnung zur Miete kostet."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
-
29.02.2008, 07:30
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
WENN es denn so ist, was man leider zu oft vorher nicht genau weiss oder nach diesen Dingen auch einfach nicht fragt. Ich verfolge im Moment eine sehr interessante Diskussion hinsichtlich der neuen Energiepässe. Es geht um ein relativ altes Gebäude mit grauenhafter Isolierung, v.a. im Dach, und denkmalgeschützter Fassade. Die vermietenden Eigentümer sind der Meinung, sie können und wollen da keine Maßnahmen zur besseren Dämmung bezahlen. Die Selbstbewohner sind der Meinung, dass müsse gemacht werden.
Was auch immer dabei rauskommt: sollten die Maßnahmen tatsächlich durchgeführt werrden müssen, weil z.B. die vermietenden Eigentümer durch die EnEV dazu verpflichtet werden, kommen auf JEDEN der Eigentümer Kosten im fünfstelligen Bereich zu.
Sich eine Wohnung zu schenken ist ja schön. Leisten können muss man sie sich und man sollte trotzdem noch Rücklagen bilden können. Brauccht man sie nciht, kann man sich aber auch mal wieder einen Urlaub leisten.
Nocturna, du hast bestimmt super viel Glück gehabt mit deiner Wohnung (siehe auch die anderen Stränge :)) - nur leider ist das nicht die Regel. Ich berate auf Honorarbasis Kaufwillige - und bin regelmässig erschüttert, mit welchen nicht vorhandenen Kenntnissen diese kaufen wollen. Egal, was danach kommt: Hauptsache EIGENTUM. So einfach ist das aber nicht.Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
-
01.03.2008, 00:46
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Erstmal vielen Dank für Eure Beiträge
1) eigene Rücklagen
Ich werde mich nicht "blank ausziehen" für die Wohnung, sondern eine Rücklage von etwa 5 Nettogehältern zurückbehalten. (Es ist sogar etwas mehr, da am Anfang sicher noch diverse "Kleinigkeiten" für die Wohnung anfallen werden
)
Ausserdem habe ich bei meinen Berechnung Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht berücksichtigt, weil ich davon in Urlaub fahren möchte oder die Autoreparatur bezahlen muss. Ich habe mich extra für die Variante "kleinere" Rate mit Sondertilgung entschieden; die Sondertilgng kann ich bei einem finanziellen Engpass reduzieren oder ganz ausfallen lassen. (Wobei ich in der Hinsicht sehr diszipliniert bin und dann eher in andern Bereichen sparen würde, um die Sondertilgung doch zahlen zu können.
2)die Wohnung
Das Haus ist aus den 60er Jahren, das Dachgeschoss wird jetzt neu ausgebaut, weshalb es dann "Neubauwohnung" heißt. Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wurden ebenfalls die Fenster im ganzen Haus und die Heizung erneuert.
Eine Sonderumlage könnte kommen, wenn die Fassade gedämmt wird, das ist jetzt nicht gemacht worden. Allerdings besteht schon eine mittelprächtige Rücklage.
Mich selber stört die schlechte Fassadendämmung nicht, da ich fast keine Außenwand habe, sondern hauptsächlich (neu und gut isolierte) Dachschräge
Die Rate ist übrigens - wenn überhaupt - nur geringfügig höher als die Miete für eine vergleichbare Mietwohnung. Und da ich im teuren München bin, wird die Rate in wenigen Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach sogar niedriger sein als eine vergleichbare Miete.
3) zur Finanzierung
Die Renditerechnng ist recht einfach. Der sondertilgbare Kredit kostet etwa 5 %, Tagesgeld liegt momentan bei etwa 4,+%.
Da der Sparerfreibetrag ab 2009 nur noch 801 € beträgt, bekäme ich also für etwa 20.000 € "steuerfreie" Zinsen, was darüber hinausgeht, muss versteuert werde, mindert also nochmals die Rendite. Das gleiche gilt ab 2009 für Aktiengewinne, wobei da noch das Kursrisiko hinzukommt.
4) Mein bisheriges Fazit
Kombination zwischen "Aufbau Rücklage" bis mein persönliches Sicherheitsbedürfnis erreicht ist, max. 20.000 € und möglichst schneller Tilgung
-
01.03.2008, 02:50
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Liebe Tildea,
Fazit richtig.
Eine abgezahlte Wohnung in guter Lage und guter baulicher Verfassung ist doch auch eine Altersvorsorge - der Unterschied, ob ich Miete aus dem versteuerten Einkommen zahlen muss oder nur noch das Wohngeld, das natürlich Verwaltervergütung und Reparaturen, die ein Mieter nicht zahlen muss umfasst, ist zumindest im Großraum München beträchtlich.
Und Sondertilgen hat doch genau den gleichen Zinseszinseffekt - wer anderer Meinung ist, möge das einmal vorrechnen.
Hinzu kommt, dass die Hypothekenzinsen kräftig steigen können.
Wenn bei der Anschlussfinanzierung ein großer Batzen getilgt ist, tut das dann nicht so weh. Offensichtlich ist ganz in Vergessenheit geraten, dass z.B. 1975 Hypothekenzinsen mit 14 % üblich waren, im langfristigen Mittel jedenfalls 8 %.
Wieso dann eine Lebensversicherung mit Garantiezins von 2,75 % erfreulicher ist, muss man mir erst noch beibringen.
Jedenfalls gibt es eindeutige Untersuchungen, dass Eigenheimbesitzer zum Beginn der Rente im Regelfall das gleiche Barkapital haben wie Mieter bei gleichen Einkommensverhältnissen, aber halt zusätzlich noch die abgezahlte Eigentumswohnung.
Das liegt daran, dass sie sich wegen Schuldentilgung frühzeitig das Sparen beigebracht haben.
Natürlich kann man mit einer Wohnung auch einmal Pech haben - wenn die ruhige Anwohnerstrasse zur Durchfahrtstrasse mutiert z.B. -
aber altengerechte Wohnungen in prosperierenden Gegenden bleiben werthaltig.
Und Du wirst vor allem sehen, dass das Wohnen in der eigenen Wohnung wesentlich mehr Spaß macht als in einer Mietwohnung.
Alles Gute
angie
die 228 EUR Wohngeld zahlt und als Warmmiete incl. Garage 1.400 EUR zahlen müsste.
-
03.03.2008, 08:59Inaktiver User
AW: Eigentumswohnung abbezahlen oder Altersvorsorge ?
Hallo Tildaa,
Deine Finanzierung klingt ganz vernünftig. Und wie Quirin sagte, ist es einfach nur eine Frage der Rendite, ob man lieber in die AV oder die Tilgung investiert. Und da auf die ersparte Miete noch keine Steuern fällig werden rechnet es sich meist schon, den Betrag, der der Abgeltungssteuer unterläge, zu investieren. Anders sieht das eventuell noch aus, wenn Du irgendwelche staatlichen Zuschüsse in Anspruch nehmen kannt, aber Riester geht ja offenbar nicht und bei Rürup schadet es auch nicht, wenn Du erst später anfängst. Welche Zinsbindung peilst Du denn an?


Zitieren
