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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    Zitat Zitat von Quirin
    Wie kommst Du auf 920 Euro ohne Miete pro Person? Die Lebenshaltungskosten pro Person inkl. einem kleinen Kulturanteil ohne Miete bewegen sich auf Hartz-4-Niveau. So ist Hartz-4 berechnet.
    bei den sätzen von hartz 4 kenn ich mich nicht aus.
    ich habe das aufs bafög bezogen.
    und ich habe die berechnung geschickt bekommen und bei 1280 netto verdienst vom steuerbescheid 2005 wurden für mich 920 euro + halbe kaltmiete 250 abgezogen. der rest steht meinem mann zu, dafür bekommt er weniger bafög.
    wenn tigress nun für ihren sohn oder er selbst schülerbafög beantragt, müssten die berechnungen ja ähnlich sein und ich denke, dass die ältesten als erwachsene angerechnet werden..
    ich kenn mich da leider nicht so wirklich aus, ich kann nur meine erfahrungen als tipps weitergeben, obs klappt, dass wird tigress dann sehen..

    mfg
    eun
    solange es mir gleichmäßig schlecht geht, bin ich zufrieden..

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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    Zitat Zitat von Eun
    sorry, aber ich hab hier anscheinend alleine voll die schmarotzer in meiner nähe und es regt mich richtig auf. es ist eben nicht normal, das wer arbeiten kann auch arbeiten geht!

    sorry, da muss ich dir widersprechen, es ist kein äpfel und birnen vergleich.
    natürlich schau ich, wer verdient was mit besserer oder gleicher ausbildung, aber hallo: kann es sein, dass jemand, der - wie bobbie es erwähnte - den ganzen tag nur rumgammeln kann mehr zur verfügung hat, als leute, die hart arbeiten gehen?

    es gibt berufe, da kann man sich nicht viel weiterbilden, man hat bereits den höchsten stand in seinem beruf erreicht, man könnte sehen, dass man in eine andere firma kommt, aber das klappt auch nicht immer.

    Eine weitere Berufsausbildung im Leben halte ich schon für zumutbar, zumal es so viele Wege und Hilfen gibt, das umzusetzen. Die Zeiten, wo man einen Beruf lernte und in diesem alt und glücklich wurde, sind ja wohl schon länger vorbei. Das ist die "Flexibilität", die in anderen Ländern wie selbstverständlich gelebt wird. Nicht daß Du denkst, ich predige hier Schwachsinn. Ich habe vier Ausbildungen, etliche Umzüge usw. und habe mit Ende Vierzig nochmals etwas ganz Neues angefangen. Anpassung an den Markt, was bleibt einem anderes übrig, wenn man nicht "Hartz IV" werden will. Hätte ich keine Lust drauf. Aber das ist eine Frage des Anspruchs.

    eine führungsposition liegt ja auch nicht jedem, also glaube ich, braucht man darüber nicht zu diskutieren.

    Das stimmt. Ich kenne einige Führungskräfte, denen das nicht liegt :-)) Man kann das übrigens lernen. Als FK geboren wird niemand. Mut braucht man schon, um weiter zu kommen als der Durchschnitt. Und man muß viele Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen. (z.B. 3-4 mal wöchentlich Abendschule, Klausuren statt Urlaub, lernen statt Urlaub...über Jahre..., das Ganze kostet auch Geld, also nebenher finanziell einschränken usw...)

    Manche können auch eigene Ideen verwirklichen, indem sie sich selbständig machen. "Klein, aber mein" ;-)
    Vor Jahren gab es da tolle Unterstützung vom Arbeitsamt, keine Ahnung, wie das jetzt läuft. Existenzgründungsberater gibt es kostenlos und öffentlich - aber es interessiert kaum eine(n)...Weil sie die Sicherheit eines angestellten Jobs vorziehen, der in Wahrheit nur noch für ganz wenige Arbeitnehmer sicher ist. Nur zunächst bequemer. Bis man auf der Straße steht.

    und gerade dann finde ich es wirklich beneidenswert, dass die leute nicht das handtuch schmeißen, sondern weiter arbeiten.

    Es gibt viele Menschen, die es hassen, zum Sozialamt zu rennen und sich in eine Abhängigkeit von einem Sachbearbeiter zu begeben. Dann lieber ein "normaler" Chef.
    Und es gibt viele Menschen, die so ehrlich sind, dass sie den Staat nie besch....würden.

    das ist nämlich heutzutage alles andere als normal!

    Was ist denn "normal" Deiner Meinung nach? Werden Sozialbetrüger jetzt schon zur Norm erklärt?
    Ich selbst finde es "normal" daß man sich auch Gedanken macht, wie man denn sonst noch seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, wenn - aus welchem Grund auch immer - keine angestellte Arbeit in Sicht ist. Krieg ich jetzt wahrscheinlich Haue, das ist das denke?

    Ich hatte das eigenes Konto-vergleichen-mit-Einkommen-von-Sozialhilfeempfängern kritisiert. Das höre ich immer wieder. Und man vergleicht dabei eben Äpfel mit Birnen.
    Sonst könnte man sich ja gleich damit trösten, dass man unermeßlich reich ist - verglichen mit einem Kind in BanglaDesh oder sonst wo. Macht ja kaum jemand.
    Gerechtigkeit gibt es nicht. Das muss man irgendwann mal begreifen.

    So meinte ich das.

    mfg
    eun
    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    Zitat Zitat von Tinchen1
    Es gibt viele, die im Schichtdienst arbeiten und nicht annähernd dieses hohe Gehalt bekommen und das noch für 6 h täglich. Viele Ehepaare, die voll arbeiten, bekommen noch nicht mal zusammen dieses Entgelt. Deswegen mal bitte schön auf dem Teppich bleiben, mit Zuschüssen ist hier da nix. Diese sind gedacht, um Menschen, die trotz Arbeit unter dem existenziellen Niveau liegen, zu helfen. Meine Freundin arbeítet z.B. als Fleischereifachverkäuferin für monatlich 730 Euro netto und DAS DEN GANZEN TAG. Deswegen bekommt sie noch 150 Euro Zuschuss vom Amt (ALG II). Übrigens "Sozialhilfe" gibt es nur für den NICHT ERWERBESFÄHIGEN HILFEBDÜRFTIGEN", wie Kranken usw. Die Sätze sind gegenüber von früher sehr gekürzt worden....

    Glaub mir eins Tigresse, wenn du mit deinem Lohn oder Gehalt auf dem Amt aufgekreuzt wärest und hättest noch einen Antrag auf Hilfe zum Lebensunterhalt gestellt, die hätten sich gefragt, ob du noch ganz normal bist (sei bitte nicht böse). Selbst eine höher gestellte Bearbeiterin dort verdient nicht annähernd dieses Geld.
    Man kann im Leben solche hohen Ansprüche haben, so das man auch nicht mit 5000 € auskommt.
    habe nie behauptet, dass tigress etwas zusteht, aber die kinder könnten es versuchen.
    mei, ich finde das auch viel geld, ich würde auch damit hinkommen, aber wir kennen die umstände nicht und ich finde es sehr unverschämt einem gleich was schmarotzendes zu unterstellen und zu motzen, weil jemand nur daran denkt, sich hilfe zu holen!

    leute, die unser sozialsystem bescheißen und ausnutzen finde ich schlimmer.

    mfg
    eun
    solange es mir gleichmäßig schlecht geht, bin ich zufrieden..

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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    @eun
    ich weiß nicht, ob Du Dich auf mein Posting bezieht - aber ich bin nicht der Meinung, dass die TE irgendwie schmarotzt. Überhaupt nicht! Siehe oben.
    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    "Eine weitere Berufsausbildung im Leben halte ich schon für zumutbar, zumal es so viele Wege und Hilfen gibt, das umzusetzen. Die Zeiten, wo man einen Beruf lernte und in diesem alt und glücklich wurde, sind ja wohl schon länger vorbei."

    also wenn ich meinem vater sage, mach mit 44 noch mal eine andere ausbildung, greift er sich an den kopf.
    er hat wenig zum leben, aber es reicht aus. nur mit 44 gibt es keine hilfen vom staat, wenn man arbeit hat.
    das bekommt ein arbeitsloser: umschulungen und sonstiges.
    wie oben schon erwähnt wurde, muss ja manche arbeit auch erledigt werden, nur wie wenig diese leute dann verdienen und denen dann unterm strich noch weniger bleibt wie einem von hartz4, das ist ungerecht.
    gut, es trifft hier wohl nicht auf tigress zu, deswegen möchte ich das thema auch gar nicht mehr so ausweiten..

    mfg
    eun
    solange es mir gleichmäßig schlecht geht, bin ich zufrieden..

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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    Zitat Zitat von Karla48
    @eun
    ich weiß nicht, ob Du Dich auf mein Posting bezieht - aber ich bin nicht der Meinung, dass die TE irgendwie schmarotzt. Überhaupt nicht! Siehe oben.
    LG Karla
    habe die allgemeinheit gemeint, ich kenne nicht alle postings und poster auswendig, um immer direkt jemanden anzuschreiben.
    wer sich angesprochen fühlt, der antwortet oder auch nicht

    mfg
    eun
    solange es mir gleichmäßig schlecht geht, bin ich zufrieden..

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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    Doch, es gibt durchaus Existenzgründer-Hilfen, auch wenn man nicht arbeitslos ist. Ist aber Fummelarbeit, das zu recherchieren.

    Wenn Dein Vater sich mit 44 (klingt bei Dir ein bißchen wie: 144
    ;-)) an den Kopf greift, ist er einer von vielen, die unzufrieden sind, aber nichts ändern. Das ist es ja, was ich meine:
    Viele Menschen wollen nicht weiter denken als von hier bis zum Chef. Es reicht ihnen auch so. Aber wenn kein Chef mehr da ist, dann rennt man nur zur Behörde und überlegt nicht parallel selbst, was eine gute Geschäftsidee sein könnte. Da liegen gute Ideen brach, ohne Ende.

    Der Staat kann natürlich nicht jeden Menschen, der eine Geschäftsidee hat, finanzieren. Das ist auch nicht wirklich seine Aufgabe. Zuerst muss mal derjenige selber ran.
    Eigeninitiative ist - wie ich aus eigener mehrfacher Erfahrung weiß - sehr anstrengend und mit Geld/Zeit/Nerveneinsatz verbunden. Nicht wenige packen das durchaus. Manche sogar über 50. Guckst Du Amazon, gibt es viel autobiografische Literatur dazu.

    Aber jeder muss selbst wissen, was ihm guttut, ich will da keinem was aufdrängen. Richtig ist, dass es auch einfachere Arbeiten gibt, die gemacht werden wollen. Früher hat man mal die Müllabfuhr-Menschen belächelt - heute sind sie öfter mal überdurchschnittlich verdienende Leute. So ändern sich die Zeiten :-)

    Übrigens finde ich dass ein Lohn sich auch danach richten sollte, wieviel Verantwortung jemand trägt. Und - ob er sie wahrnimmt, und zwar gut. Jemand, der den ganzen Tag Zettel von rechts nach links legt (mal flapsig ausgedrückt) kann nicht ernsthaft dasselbe verdienen sollen wie ein Arzt. Find ich.
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Gibt es eigentlich noch Sozialhilfe?

    Ich denke, dass die Antworten hier allmählich am Thema vorbeigehen. Es wird z.B. angezeigt, dass die Kinder separat Anträge auf Hilfe zum Lebensunterhalt stellen könnten. Das können sie natürlich, trotzdem wird nichts herauskommen, da immer das Einkommen der Eltern berücksichtigt wird und das ist nun mal bei Tigress sehr hoch. Sie ist freilich Alleinverdiener und muss letztendlich für alle aufkommen...trotzdem ist es noch genug zum leben. Wenn es nicht reichen sollte, dann würde ich überdenken, ob ich dann nicht doch, wie so viele Frauen auch, volltags arbeiten würde. Es bleibt dann immer irgend etwas auf der Strecke, Geld oder Zeit..man muss wissen, was einen wichtiger ist.
    Und es sollte auch bei Hartz IV nicht alles in einen Topf geschmissen werden. Man stelle sich nur einmal vor, ein Mensch, der bis zu seinem 50. Lebensjahr immer gearbeitet hat, wird aufeinmal arbeitslos, weil seine Firma vielleicht pleite gegangen ist. Wir brauchen hier nicht zu diskutieren, dass dieser Mensch kaum noch in Deutschland eine Chance hat, ins Berufsleben wieder eingegliedert zu werden. 1 Jahr Arbeitslosigkeit ist sehr sehr schnell rum und dann ist der Abstieg in Hartz IV vorprogrammiert...Ihr wollt mir dann doch nicht erzählen, dass dieser Mensch ein Schmarotzer ist?? Kaum einer außer unsere Beamten und noch ein paar andere haben einen krisensicheren Arbeitsplatz, es sollte sich daher jeder hüten, alle gleich in den Schmarotzertopf zu werfen, denn es kann jeden treffen. Das es natürlich auch die Faulen gibt, die man jeden Tag mit der Schnapsflasche auf dem Markt trifft, ist unbestritten, da müßte zur gemeinnützigen Arbeit angesetzt werden, denn die liegen wirklich der Allgemeinheit auf der Tasche.
    Eine kalte Hundeschnauze ist 10 mal mehr wert, als ein kaltschnäuziger Mensch.

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