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    Kredit zwecks Eigentumswohnung

    hallo

    ich bin 22 Jahre, hab einen festen job und würde mir gerne eine Eigentumswohnung kaufen. Das dies nicht einfach ist, ist mir natürlich klar;)Ich würde mich gerne mal informieren. Allerdings habe ich keine Ahnung nach welchen Kriterien man Kredite aussuchen muss, noch wieviel man aufnehmen sollte, noch wann man einen Kredit überhaupt bekommt. Wieviel startkapital sollte man besitzen?Und was sollte man beachten?Für eure Hilfe wäre ich dankbar.

    juli
    Geändert von juliluli (04.08.2007 um 22:04 Uhr)

  2. gesperrt

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Hallo Juli,

    man sagt, man sollte 20-25 % des Anschaffungspreises (inkl. Nebenkosten) als Eigenkapital haben. Aber glaube mir, mit 50 % finanziert es sich viel angenehmer. So war das nämlich damals bei uns (ich war 26).

    Wichtig ist auch, dass die Darlehenshöhe zum Einkommen passt. Es gibt viele Leute, die ihr Wohneigentum so finanzieren, dass wirklich jeder Euro verplant ist. Ich halte das für ziemlich unverantwortlich und stressig. Mein Vater hat mal so finanziert und das war nicht angenehm, auch für mich als kleines Mädchen nicht. Wir standen kurz vor der Pleite! Deshalb würde ich das selbst nie so machen.

    Du hast gut Luft in der Finanzierung, wenn die bei sparsamen Haushalten auch noch mit Arbeitslosengeld bezahlbar bleibt. Wenn Du schon eine eigene Wohnung hast, wirst Du wissen, wieviel Du wirklich brauchst, wohnst Du noch bei den Eltern (wie wir damals), fehlen Dir natürlich Erfahrungswerte. In dem Fall würde ich erst mal den Hartz IV Satz plus einem gewissen Bequemlichkeitsaufschlag grob kalkulieren, also ungefähr 400 - 450 Euro. Dazu das Wohngeld und Geld für Auto/Verkehrsmittel. Wenn Du diese Beträge von Deinem fiktiven Arbeitslosengeld abziehst, weißt Du wie hoch Deine Monatsrate bei einer wirklich seriösen und bezahlbaren Finanzierung sein sollte.

    Auf die Art und Weise wirst Du normalerweise ordentlich Luft haben und Geld übrig bleiben. Deshalb ist es gut, ein Darlehen mit Sondertilgungsmöglichkeiten abzuschließen. Immer wenn sich mal wieder ein überflüssiger Tausender auf Deinem Konto versammelt hat, kannst Du den als Sondertilgung überweisen. Mit der Methode habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Man fühlt sich nicht genötigt, ständig sein ganzes Geld abzugeben, kann aber, wenn es passt.

    Wenn Du ein gutes Objekt auf diese Art und Weise finanzieren möchtest, dürftest Du bei den Banken gute Karten haben und es sollte kein Problem sein, ein Darlehen zu erhalten. Schließlich wird die Bank im Grundbuch eingetragen und kann das Objekt im Ernstfall versteigern lassen.

    Grundsätzlich gibt es Darlehen mit fester Zinsbindung über 5 oder 10 Jahre und welche mit variablen Zinsen. Bei letzteren sind Sondertilgungen völlig problemlos, aber Du hast immer ein Zinsrisiko. Ein variabler Zinssatz ist ideal, wenn das Zinsniveau - wie bei uns damals - sehr hoch ist. In Zeiten wie heute wäre es günstiger, einen festen Zins zu vereinbaren. Sondertilgungen sind dabei eigentlich nicht üblich und müssten ausgehandelt werden. Tut man das nicht, wird eine Vorfälligkeitsgebühr fällig und die Sondertilgung lohnt sich kaum noch. Alternativ kann man aber das Geld irgendwo anlegen und dann nach Ablauf der Zinsbindung zurückzahlen.

    Erkundige Dich mal nach den üblichen Zinssätzen bei den verschiedenen Banken. Dank Internet ist das heutzutage wesentlich leichter als bei uns früher. Überlege, was Deine Wohnung kosten darf und sehe Dir ein paar Objekte an. Werf auch mal ein Blick in die Protokolle der Eigentümerversammlungen. Die sind oft recht aufschlussreich.

    Wenn Du meinst, das richtige Objekt gefunden zu haben, spreche die infrage kommende Bank an. Vor Vertragsabschluss!

    Hast Du aber festgestellt, dass Deine finanziellen Möglichkeiten für eine bequeme Finanzierung noch nicht ausreichen, spare lieber noch ein paar Jahre. Du bist noch jung genug. Aber Du kannst natürlich auch die ganz knappe Variante wählen - wie mein Vater damals. Bei uns ging es so gerade noch mal gut, aber viele rutschen damit in die Schuldenfalle. Das ist kein Spaß! Auch nicht, wenn es noch so gerade gut geht.

    Achte bei der Auswahl des Objekts auch auf eine gute Lage, eine vernünftige Wärmedämmung und aufgeschobene, aber notwendige Sanierungsarbeiten. Sind dafür genug Rücklagen vorhanden?

    Und noch etwas: Kredite aus der Familie sind häufig besonders günstig und so manches Elternteil als Kreditgeber "erlässt" schon mal ganz unaufgefordert recht ordentliche Beträge, sobald sie merken, das die Tochter ganz ordentlich wirtschaftet.

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Hallo Juli,

    zu Ebayfans Informationen bleibt zu erwähnen, daß beim Kauf einer Eigentumswohnung Zusatzkosten entstehen, die in etwa zehn Prozent des Kaufpreises ausmachen können. Man sollte sich über diese Kosten im Klaren sein und sie bereits in die Überlegungen eine Immobilie zu erwerben, einbeziehen. Detailliert setzen sich diese Zusatzkosten folgendermaßen zusammen:
    • 3,5 Prozent Grunderwerbssteuer,
    • 1,5 Prozent für Notar und Eintragung der Grundschuld und
    • 5 Prozent Maklergebühren.
    Die Gebühren für den Makler können teilweise sogar über den erwähnten fünf Prozent liegen. Dennoch sollte sich der Immobilienkäufer darüber im Klaren sein, daß die Position der Maklergebühren die einzig verhandelbare Position ist und versuchen, hier die Gebühren zu mindern.

    Sollte es sich bei Dir um eine gebrauchte oder neu gebaute Eigentumswohnung handeln und in welcher (Quadratmeter)Größe?

    Meine erste neue Eigentumswohnung hatte 70 qm (= 2 Zimmer) und zwar auf Erbpacht, weil dadurch preiswerter = mit Grundstück konnte ich mir damals noch nicht leisten.

    Für mich war die gute Lage der Wohnung entscheidend. So habe ich sie im ersten Anlauf nach 16 Jahren der Selbstnutzung mit Gewinn veräußern können.

    FG von Helga

    „Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
    Konrad Adenauer

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Hallo

    vielen dank für die hilfreichen Antworten. Ich steh ganz am Anfang von allem, und es sollte sich um eine gebrauchte Eigentumswohnung handeln.
    Bisher hab ich noch kein bestimmtes Objekt im Auge. Da ich sehr wenig Ahnung habe, wollte ich hier erstmal Rat holen was man alles beachten sollte und muss. Ich habe schon im Internet nach verschiedenen Darlehenskrediten geschaut um zu vergleichen, nur leider ist dies sehr unübersichtlich und umfangreich,sodass ich bisher nichts brauchbares finden konnte. Weiss vielleicht jemand welcher Zinsatz und welche Konditionen von Banken derzeit oder längerfristig "günstig" sind, oder wo ich brauchbare Informationen bekommen kann? Gibt es vielleicht persönliche Erfahrung mit Banken?

    Für weitere Antworten wäre ich sehr dankbar.
    Geändert von juliluli (04.08.2007 um 21:35 Uhr)

  5. gesperrt

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Zitat Zitat von juliluli
    Hallo

    vielen dank für die hilfreichen Antworten. Ich steh ganz am Anfang von allem, und es sollte sich um eine gebrauchte Eigentumswohnung handeln.
    Bisher hab ich noch kein bestimmtes Objekt im Auge. Da ich sehr wenig Ahnung habe, wollte ich hier erstmal Rat holen was man alles beachten sollte und muss. Ich habe schon im Internet nach verschiedenen Darlehenskrediten geschaut um zu vergleichen, nur leider ist dies sehr unübersichtlich und umfangreich,sodass ich bisher nichts brauchbares finden konnte. Weiss vielleicht jemand welcher Zinsatz und welche Konditionen von Banken derzeit oder längerfristig "günstig" sind, oder wo ich brauchbare Informationen bekommen kann? Gibt es vielleicht persönliche Erfahrung mit Banken?

    Für weitere Antworten wäre ich sehr dankbar.

    bei uns in der Tageszeitung finden sich immer wieder übersichtliche Tabellen, welche Banken welche Konditionen über die 5- und 10-jährige Laufzeit anbieten.

    du könntest also im Bedarfsfall mal bei der Redaktion anrufen und nach solchen Konditions-Übersichten fragen.

    Fakt ist allerdings, dass man letztendlich eine Wohnung immer zweimal zahlt. einmal an den Verkäufer und einmal an die Bank.

    ich meine damit, günstigenfalls sind die Zinskonditionen so günstig, dass du monatlich etwas mehr tilgen kannst, als Zinsen anfallen.

    deshalb ware es, wie oben schon angesprochen, sinnvoll, wenn du einen Teil ansparen kannst. was weg ist ist weg. du wirst später darüber froh sein.

    Beachten muss man auch noch, dass viele Hausgemeinschaften eine Hausverwaltung beschäftigen.
    meine Nebenkosten diesbezüglich inklusive Rücklagen betragen knapp 200 E monatlich.

    aber grundsätzlich ist ein Wohnungskauf das Beste, was man machen kann. wieviel der Staat mal an Rente zahlen kann und will, weiss man nicht. aber die Wohnung bleibt.

    und Miete muss man sowieso zahlen; viel mehr ist das nicht, wenn man Eigentum hat, denke ich.


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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Hallo,

    täuscht euch da mal nicht. Kklar, die Miete spart man ein, aber die Nebenkosten laufen weiter, die im übrigen regelmässig über dem liegen, was für eine Mietwohnung fällig ist. Nicht zu vergessen: EIgentümergemeinschaften beschliessen Instandsetzung und -haltung. DIe muss man sich ebenfalls leisten können.

    Es ist ein absoluter Irrglaube, mit einer EIgentumswohnung supertoll was für die REnte zu tun. Wenn eine solcher Kauf keine Möglichkeiten mehr lässt, zusätzlich Kapital zu bilden, dann lieber sein lassen.

    AK.
    Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Hallo,

    sei bei der Finanzierung vorsichtig und lass Dich nicht von den schönen Berechnungen der Kreditgeber blenden, die Dir erklären, wieviel Immobilie Du Dir doch bei einer anfänglichen Tilgung von 1 % leisten kannst.

    Nach 10 Jahren hast Du nur gut 10 % getilgt und brauchst eine Anschlussfinanzierung für die restlichen 90 %. Und es ist nun wirklich nicht unwahrscheinlich, dass die Zinsen wieder steigen werden. Wer bei einer 1 % Finanzierung schon am Limit seiner finanziellen Möglichkeiten ist, hat dann ein Problem.

    Mandelblüte

  8. Moderation

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Zitat Zitat von akademikerin
    Hallo,

    täuscht euch da mal nicht. Kklar, die Miete spart man ein, aber die Nebenkosten laufen weiter, die im übrigen regelmässig über dem liegen, was für eine Mietwohnung fällig ist. Nicht zu vergessen: EIgentümergemeinschaften beschliessen Instandsetzung und -haltung. DIe muss man sich ebenfalls leisten können.

    Es ist ein absoluter Irrglaube, mit einer EIgentumswohnung supertoll was für die REnte zu tun. Wenn eine solcher Kauf keine Möglichkeiten mehr lässt, zusätzlich Kapital zu bilden, dann lieber sein lassen.

    AK.
    Ich sehe das auch eher so wie Akademikerin. Außerdem solltest Du Dir folgende Frage stellen:

    Bist Du Dir mit 22 sicher, dass Du Dich derart binden möchtest? Was, wenn Du aus beruflichen oder privaten Gründen wegziehen möchtest/musst und nur mit Verlust verkaufen kannst?

    Es wird immer argumentiert, dass das Geld für die Miete quasi aus dem Fenster geworfen ist. Sehe ich nicht so, denn die Kosten und natürlich die Lage einer Mietwohnung kann an die jeweilige Lebenssituation angepasst werden, ein Eigentum birgt da gewisse Risiken.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Im Internet gibt es dazu einige Rechner z. B. hier oder auch sonstige Info's
    und Checklisten dazu.

    Irgendwo hatte ich auch mal einen Rechner gefunden, bei welchem Einkommen man sich wieviel Immobilie leisten kann. Aber leider weiss ich momentan nicht mehr, wo ich ihn gefunden habe. Evtl. mal bei Internetbanken nachschauen, die haben meist auch Finanzierungsrechner.

    Igel224

    Es wird wieder aufwärts gehen

  10. gesperrt

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    AW: Kredit zwecks eigentumswohnung

    Zitat Zitat von akademikerin
    Hallo,

    täuscht euch da mal nicht. Kklar, die Miete spart man ein, aber die Nebenkosten laufen weiter, die im übrigen regelmässig über dem liegen, was für eine Mietwohnung fällig ist. Nicht zu vergessen: EIgentümergemeinschaften beschliessen Instandsetzung und -haltung. DIe muss man sich ebenfalls leisten können.

    Es ist ein absoluter Irrglaube, mit einer EIgentumswohnung supertoll was für die REnte zu tun. Wenn eine solcher Kauf keine Möglichkeiten mehr lässt, zusätzlich Kapital zu bilden, dann lieber sein lassen.

    AK.
    ja, wie gesagt, zahle ich 200 E für Hausverwaltung und Rücklage im Monat. aber die Rücklage bleibt mein Eigentum, ist also auch bei einem Verkauf der Wohnung noch anrechenbar.

    eine Eigentumswohnung ist das Beste was man überhaupt für die Rentenzeit tun kann.

    mein übriges Kapital stecke ich in Renovierungs- und Verschönerungsmaßnahmen.
    meine Wohnung wäre jetzt schon mehr wert als ich dafür bezahlt habe - wenn ich den Immobilienteil der Zeitung für einen Vergleich hernehme.

    desweiteren tilge ich deutlich mehr als Zinsen anfallen und bezahle trotzdem quasi dasselbe, was in der Wohngegend an Miete fällig wäre.

    auf den Staat und seine Rentenzahlungen würde ich mich niemals verlassen. und auf Vermögensberater schon gar nicht.


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